Die Torten-Attacke auf Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber: Hintergründe, Reaktionen und Debatte
Der renommierte Journalist und Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber, bekannt als das Gesicht der 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau, wurde bei einer öffentlichen Lesung Ziel eines symbolträchtigen Angriffs. Bei der Vorstellung seines neuen Buches "Glück im Unglück" an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena kam es zu einem Vorfall, der deutschlandweit für Schlagzeilen sorgte und eine breite Debatte über Meinungsfreiheit, Protest und den Umgang mit gesellschaftlichen Kontroversen auslöste.
Der Ablauf der Torten-Attacke in Jena
Am Dienstagabend wurde Constantin Schreiber in die Friedrich-Schiller-Universität in Jena eingeladen, um sein neues Buch vorzustellen. Rund 200 bis 250 Gäste waren im Hörsaal 1 anwesend, darunter auch ein Redaktionsmitglied der "Ostthüringer Zeitung", die den Zwischenfall publik machte. Constantin Schreiber sitzt entspannt im Hörsaal, die Beine überschlagen. Plötzlich rennt ein Mann auf die Bühne und drückt dem "Tagesschau"-Sprecher eine Torte ins Gesicht.
Zwei Personen rufen "Keine Bühne für Rassismus" durch den Saal, ein Banner ist hinter ihnen zu sehen. In einem weiteren Clip wird Schreiber als "Rassist" beschimpft. Die Gruppe hatte die Lesung bereits zuvor mit Zurufen und Beleidigungen unterbrochen, was schließlich in dem Torten-Wurf gipfelte. Zudem seien Handzettel verteilt worden, auf denen er als Rechtspopulist bezeichnet wurde.
Proteste gegen Constantin Schreiber und seine Bücher
Der Hintergrund der Proteste gegen Schreiber dürfte vor allem seine kritische Haltung zum Islam sein, die er in mehreren seiner Bücher darlegte. Bereits im Vorfeld hatte es Proteste gegen Schreibers Auftritt an der Uni gegeben. Störer bezeichneten ihn als "rassistisch und islamfeindlich".
- Schreiber erhielt vor allem für seinen 2021 erschienenen Roman "Die Kandidatin" Kritik.
- In dem Roman zeichnet Schreiber eine Zukunftsvision von Deutschland im Jahr 2050, in der eine muslimische Frau Kanzlerin werden könnte.
- Die Meinungen über das Werk gingen stark auseinander.
- Einige Leser sahen es als kritische Analyse an, während andere in den sozialen Netzwerken Islamfeindlichkeit und Rassismus thematisierten.
| Buch | Thema | Reaktionen |
|---|---|---|
| Die Kandidatin | Zukunftsvision: Muslima als Bundeskanzlerin | Kritik wegen Islamfeindlichkeit, Debatte über Satire |
| Glück im Unglück | Persönliches und Gesellschaftliches | Lesungen teilweise von Protesten begleitet |
Reaktionen von Universität und Schreiber
Die Universität Jena hat den Angriff entschieden verurteilt. Das Präsidium äußerte in einem offiziellen Statement, dass man den "offenen, gesellschaftlichen Austausch auch zu kontroversen Themen" unterstütze und sich eindeutig "gegen tätliche Angriffe" ausspreche. Mit dieser Aktionsform werde lediglich Aufmerksamkeit erzeugt, aber es würden weder Argumente ausgetauscht noch gemeinsame Lösungen entwickelt. Die Störer seien nicht an einem Dialog interessiert gewesen, hieß es weiter.
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Constantin Schreiber selbst nahm den Vorfall scheinbar gelassen hin. Nach einer kurzen Pause und mit neuem Shirt setzte er nur kurz später die Lesung fort. Nachdem die Bühne gesäubert worden war, wurde sein Vortrag ungestört zu Ende gebracht.
Die mediale und gesellschaftliche Debatte
In dem Post der Störer auf der Plattform X hieß es: "Die FSU Jena und Thalia luden den 'Tagesschau'-Sprecher und Autor rassistischer Hasspamphlete Constantin Schreiber zu einer Lesung seines neuen Buches ein. Das sollte nicht unkommentiert bleiben." Ein Video wurde seither auf dem Kurznachrichtendienst X über 26.600 Mal angeschaut, aber nur 36 User haben es geliked.
Auch die Berliner SPD-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe kritisierte Schreibers Buch - jedoch deutlich gemäßigter. Schreiber betonte seinerseits, er wolle mit seinem Werk unter anderem vor Rechtsextremismus warnen und betonte die satirischen Ansätze darin. Der autor und Fernsehjournalist, der mehrere Jahre in der arabischen Welt gelebt hat, hatte schon bei früheren Veröffentlichungen von Büchern, unter anderem über den Islam, Kritik erfahren.
Öffentlicher Umgang mit Protest und Meinungsfreiheit
Die Universität machte deutlich: Mit dieser Aktionsform werde lediglich Aufmerksamkeit erzeugt, aber es würden keine Argumente ausgetauscht. In dem Statement der Uni heißt es weiter: "Das Präsidium unterstützt den offenen, gesellschaftlichen Austausch auch zu kontroversen Themen und spricht sich gegen tätliche Angriffe aus."
Constantin Schreiber, seit Anfang 2021 Sprecher der 20.00 Uhr-Sendung der "Tagesschau" und Nachfolger von Jan Hofer, ist bei vielen Zuschauern sehr beliebt, steht jedoch regelmäßig im Zentrum gesellschaftlich-politischer Debatten.
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Tortenwürfe als Akt des Protests
Über die Jahre kam es immer wieder zu sogenannten „Tortenwürfen“ auf prominente Persönlichkeiten - ein Protest mit symbolischem Gehalt, oft eingesetzt, um in kritischer oder satirischer Weise öffentliche Aufmerksamkeit zu generieren. Doch auch wenn solche Aktionen mediales Echo hervorrufen, bleibt der Streit um Sinn, Rechtfertigung und Legitimität solcher Formen aktiver Kritik lebendig.
Fazit innerhalb der Debatte um die Torten-Attacke
Die Tortenattacke von Jena zeigt, wie aufgeladen die gesellschaftliche Debatte um Literatur, Islamkritik und pluralistische Öffentlichkeit derzeit ist. Der Fall Schreiber ist Beispiel für die Spannungsfelder von Kunst, Satire, Protest, öffentlicher Meinung und den Grenzen eines respektvollen Dialogs. Während der Autor sich unbeeindruckt zeigte und die Universität die offene Debatte betonte, bleibt die Frage nach dem richtigen Umgang mit kontroversen Themen und Protestaktionen in Deutschland weiter aktuell.
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