Nürnberg — Stadt der Lebkuchen: Geschichte und Tradition
Seit dem Mittelalter ist Nürnberg weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt für seine köstlichen Lebkuchensorten. Die Herstellung von Lebkuchen hat in Nürnberg eine lange Tradition: Seit dem Mittelalter ist Nürnberg weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt für seine köstlichen Lebkuchensorten. Ruhm und Tradition als Lebkuchen-Metropole verdankt Nürnberg nicht zuletzt seiner verkehrsgünstigen Lage: Am Kreuzungspunkt vieler Handelswege und alter Gewürzstraßen gelegen, war Nürnberg der ideale Ort für die Lebkuchenbäckerei.
Ursprünge und klösterliche Wurzeln
In fränkischen Klöstern nahm die traditionsreiche Geschichte des Lebkuchens ihren Anfang: Abgeschirmt von der Öffentlichkeit wurde nach streng geheim gehaltenen Rezepturen und unter Beimengen von erlesenen Zutaten der "Lebkuchen" geboren. Die Nürnberger Lebkuchen haben ihren Ursprung im nahen Kloster in Heilsbronn. Die Nonnen stellten das Gebäck als Nachtisch her. Erste schriftliche Zeugnisse von kleinen gewürzten Honigkuchen entstanden um 350 v. Chr., doch bereits die alten Ägypter haben honiggesüßte Kuchen gekannt, wie man aus Grabbeigaben weiß.
Honig als Süßungsmittel und wertvolle Gewürze wie Zimt, Ingwer und Nelken, die durch den Handel mit dem Orient nach Europa kamen, machten den Lebkuchen zu einem besonderen Genuss. Den Honig lieferten die Zeidler aus dem Nürnberger Reichswald - mittelalterliche Waldimker, die dort Bienenvölker hielten und Honig gewannen.
Frühe urkundliche Belege
Gegen Ende des 14. Jahrhunderts taucht in Urkunden erstmalig die Bezeichnung "Lebkuchen" auf; in Rechnungsbüchern von 1395 wird ein "Lebküchner" besteuert. Urkundlich nachgewiesen ist ein Nürnberger Lebküchner in der Schmidgassen im Jahre 1395. Es muss schnell zu einer Spezialisierung der Bäcker gekommen sein, die in Nürnberg ausschließlich Lebkuchen herstellten. Bis heute ist die Tradition der Lebkuchenbäckerei in Nürnberg lebendig.
Zünfte, Gewürzkontrolle und Gewerbeordnung
Seit 1441 waltete in Nürnberg eine Gewürzschau ihres Amtes. Vereidigte Prüfer kontrollierten die Qualität der angelieferten Gewürze. Bereits damals legte die sogenannte „Lebküchner-Ordnung“ verbindliche Qualitätsstandards für das traditionelle Handwerk fest. Dennoch war der Weg, offiziell als eigene Handwerkszunft anerkannt zu werden, schwierig und langwierig. Vom eigentlichen Handwerk der Lebküchnerei wird offiziell erst im 17. Jahrhundert gesprochen.
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Handel und Fernabsatz
Die Nürnberger Lebküchner buken seit jeher aber nicht nur für den Bedarf der Nürnberger Einwohner, sondern auch für den Fernhandel. Auf den alten Handelsstraßen gingen Nürnberger Lebkuchen "in alle Land" und mit ihnen der gute Ruf dieses Nürnberger Erzeugnisses. Da Nürnberg eines der bedeutendsten Handelszentren war, konnten die exotischen Gewürze wie Zimt, Nelken, Kardamom, Muskat und die fremdländischen Mandeln leicht erworben werden.
Höhepunkte und Krisen der Geschichte
Ein besonders denkwürdiger Tag für die Nürnberger Lebküchner war im Jahre 1487, als Kaiser Friedrich III - er hielt damals gerade einen Reichstag in Nürnberg ab - sämtliche Nürnberger Kinder "so schon zu gehen vermögen..." zu einer großen Bewirtung auf die Kaiserburg einlud. Nahezu 4000 Kinder wurden damals mit einem Lebkuchen beschenkt, auf dem das Bildnis des Kaisers aufgedruckt war. Zur Feier des Reichstages 1487 verteilte Kaiser Friedrich kleine Lebkuchen mit seinem Konterfei an die Kinder Nürnbergs.
Der dreißigjährige Krieg brachte einen schweren Niedergang für die Nürnberger Lebküchner, denn sie bekamen keine Gewürze mehr. Durch die jahrelange zweimalige Belagerung Nürnbergs (Tilly und Wallenstein) war die Stadt von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten. Die beiden Weltkriege brachten aber noch einmal harte Schläge für die Nürnberger Lebkuchenindustrie. Im ersten Weltkrieg herrschte eine unvorstellbare Rohstoff-Knappheit. Im Dezember 1916 wurde das Backen feiner Lebkuchensorten als Luxus untersagt. Den zweiten Weltkrieg überstand praktisch keine der Nürnberger Lebkuchenfabriken ohne Schaden.
Von der Handwerksbäckerei zur Industrie
Die Gewerbefreiheit im Jahr 1867 brachte dann eine glückliche Wende, auch wenn der Übergang von der handwerklichen zur industriellen Herstellung nicht von heute auf morgen vor sich ging. Die Lebküchnerei blieb aber in Familienhand: 1643 erhielt der aus Auerbach stammende Johann Jäckel das Meisterrecht. Es war damals die entscheidende Voraussetzung, um sein Handwerk selbstständig auszuüben und eine eigene Backstube zu führen. Ein Jahr später setzte er diesen Schritt in die Tat um. 28 Jahre danach zog sein Sohn Hans nach Nürnberg und heiratete Barbara Nußberger aus einer alteingesessenen Lebküchnerfamilie.
Die Nürnberger Lebküchner haben ihre Rezepte oft von Generation zu Generation überliefert: Von Generation zu Generation überliefert, werden die Rezepturen für Oblaten-Lebkuchen bis heute in der Lebküchnerei angewandt. Das älteste, schriftlich überlieferte Lebkuchen-Rezept stammt aus dem 16. Jahrhundert. Noch heute bildet die Oblate den "Unterbau" für die feine Leckerei.
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Moderne Betriebe und Unternehmensgeschichten
Seit über 400 Jahren verbinden wir Original Nürnberger Lebkuchen, echtes Handwerk und neue Ideen - mit einer klaren Haltung zu Qualität, Herkunft und verantwortungsbewusstem Wirtschaften. 1643Vom Meisterrecht zur eigenen Backstube1643 erhielt der aus Auerbach stammende Johann Jäckel das Meisterrecht. 1945Verantwortung und WiederaufbauNach dem Tod seines Schwiegervaters übernimmt Gottfried Wicklein bereits 1915 die Verantwortung für die Lebküchnerei. Trotz Kriegswirtschaft und der Zerstörung der Fabrik im Zweiten Weltkrieg hält er am Unternehmen fest und baut es nach 1945 mit viel Tatkraft wieder auf.
1988Modernisierung und neues WachstumUnter der Leitung von Karl Wicklein und seiner Schwester Christa Walter wird die Produktion ausgebaut und modernisiert. 2010Von Nürnberg in die WeltIn den vergangenen Jahren haben wir uns kontinuierlich weiterentwickelt - mit innovativen, vielfach ausgezeichneten Produkten, cleveren Verpackungslösungen und attraktiven Präsentationen im Lebensmitteleinzelhandel. 2017Die Lebküchnerei öffnet ihre TürenMit der Eröffnung unserer Lebküchnerei am Nürnberger Hauptmarkt haben wir einen besonderen Ort für Wicklein geschaffen.
Sorten, Herstellung und Qualitätsstandards
Der Lebkuchen zählt zu den ältesten Gebäcken der Welt und hat eine lange und spannende Geschichte. Der Lebkuchen (mit den speziellen Varianten der Honigkuchen, Pfefferkuchen, Pfeffernüsse, Gewürzkuchen, Printen) ist ein süßes, kräftig gewürztes und haltbares Gebäck, das in vielfältigen Formen und Varianten vorkommt. Typische Lebkuchengewürze sind heutzutage Anis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Koriander, Macis, Muskat, Nelken, Piment und Zimt.
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Lebkuchen: Braune Lebkuchen backt man aus knetbaren Teigen mit hohem Mehlanteil, hierzu zählen Pfeffernüsse, Spitzkuchen, Printen, viele Formgebäcke wie Lebkuchenherzen und dergleichen. Oblatenlebkuchen entstehen aus einer dressierfähigen Masse, die zum größten Teil aus Zucker sowie mehr oder minder stark zerkleinerten Mandeln, Hasel- oder Walnüssen oder anderen Ölsamen oder Marzipanrohmasse oder entsprechend anderen Rohmassen besteht. Die bekannte Bezeichnung Elisenlebkuchen ist ein Synonym für feinste Oblatenlebkuchen - dies ist die höchste Qualitätsstufe.
| Lebkuchen-Typ | Hauptmerkmale |
|---|---|
| Braune Lebkuchen | Knetbarer Teig, hoher Mehlanteil, lange Lagerung als Lagerteig |
| Oblatenlebkuchen / Elisen | Wenig Mehl, hoher Nussanteil, auf Oblate gebacken, feinste Qualität |
| Printen / regionale Varianten | Regionale Besonderheiten, oft kandiert oder mit Kandisstückchen |
Normen und Schutz
Die Sortenvielfalt der Nürnberger Lebkuchen ist durch RAL-RG 0131 beschrieben. Genau festgelegte Normen bestimmen die Auswahl und Zusammensetzung der edlen Rohstoffe. Trägt ein Produkt die Bezeichnung "Nürnberger Lebkuchen", ist dies die Garantie dafür, dass der Lebkuchen auch tatsächlich aus der Lebkuchenmetropole Nürnberg stammt. Seit 1. Juli 1996 ist der Nürnberger Lebkuchen als „geschützte geografische Angabe" europaweit geschützt und darf das Siegel der EU tragen. Nur Lebkuchen, die im Stadtgebiet Nürnberg hergestellt werden, dürfen die geschützte Bezeichnung „Nürnberger Lebkuchen“ tragen.
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Tradition erleben: Märkte, Werkstätten und Tourismus
Im Kaiserhof wird die Liebe zum Lebkuchen besonders eindrucksvoll zelebriert: Jedes Jahr zu Weihnachten wird im Empfangsbereich ein kunstvoll gestaltetes Lebkuchenhaus errichtet. Das Lebkuchenhaus ist nicht nur ein optischer Hingucker, sondern auch ein Symbol für die weihnachtliche Gastfreundschaft unseres Hauses. In Mitten am Nürnberger Hauptmarkt befindet sich unsere Wicklein Lebküchnerei. Hier kannst du frisch gebackene Original Nürnberger Lebkuchen genießen, ausgewählte Spezialitäten entdecken und bei Workshops selbst kreativ werden.
Bildlebkuchen, also Lebkuchen, die in Form geschnitten oder gepresst werden, gibt es bereits seit dem 15. Jahrhundert. Es gibt sie traditionell mit religiösen Motiven, später kamen auch weltliche Bilder auf. Diese Bildlebkuchen sind heute international verbreitet und nicht nur zu Weihnachten beliebt: Ziemlich bekannt sind die mit Zuckerguss verzierten Lebkuchenherzen, die auf Volksfesten und Jahrmärkten, aber auch auf Weihnachtsmärkten an den Ständen der Bäcker angeboten werden.
Nachhaltigkeit, Rohstoffe und moderne Verantwortung
Als traditionsreicher Nürnberger Lebkuchenhersteller arbeiten wir seit Jahrhunderten mit wertvollen Rohstoffen. Deshalb begegnen wir Mensch, Natur und Ressourcen mit Respekt und verbinden Genuss mit Verantwortung. Unser nachhaltiges Wirtschaften entwickeln wir kontinuierlich weiter: von verantwortungsvoll ausgewählten Zutaten über effizientere Technologien bis hin zu fairen Standards für Mitarbeitende und Partner entlang der Lieferkette.
Seit 2019 verwenden wir ausschließlich Fairtrade-zertifizierten Kakao und gehörten damit zu den Vorreitern der Süßwarenbranche. Aufforstung von ZimtbaumwäldernZimt aus der Rinde des Cassia-Baumes ist der Hauptbestandteil unserer traditionellen Gewürzmischungen. Mit unserer Patenschaft auf Sumatra fördern wir seit 2025 die Neuanpflanzung von Zimtbäumen.
Schutz von Bienen und InsektenHonig gehört seit Jahrhunderten zur Nürnberger Lebkuchentradition. Um Bienen und andere Insekten zu schützen, haben wir auf unserem Werksgelände sechs Bienenvölkern ein Zuhause gegeben und die umliegenden Wiesen bienenfreundlich bepflanzt. Verwendung von GrünstromSeit 2020 verwenden wir an unserem Standort in Nürnberg sowohl in der Verwaltung als auch in der Produktion ausschließlich so genannten Grünstrom aus regenerativen Energiequellen wie Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft.
Zertifizierung und sozialer Beitrag
Regelmäßige ZertifizierungUnser Unternehmen ist seit dem Jahr 2023 nach dem staatlich anerkannten "ZNU-Standard nachhaltiger Wirtschaften" zertifiziert. Dieses ist deutschlandweit der erste praxiserprobte und umgesetzte Standard für nachhaltiges Wirtschaften, der alle drei Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Soziales integriert. Als erster Lebkuchenhersteller wurden wir 2023 mit dem ZNU-Zertifikat „Nachhaltiger Wirtschaften“ ausgezeichnet - ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.
Warum Nürnberger Lebkuchen bis heute begeistern
Wer einen echten Nürnberger Lebkuchen probiert hat, wird verstehen, warum die Herkunft so bedeutend ist und warum die Nürnberger Lebküchner so stolz auf ihr Handwerk sind. Die leckerste Alternative zu all den KompromissenWas unsere Elisen ausmacht? Die hochwertigen Zutaten aus der Region. Die feinste Spitzenqualität aus traditionellen Rezepten. Die Handarbeit, die jeden Lebkuchen so einzigartig macht. Und natürlich der extra dicke Überzug aus feinster belgischer Schokolade.
Mit einem Lebkuchen von Düll genießen Sie ein besonderes Kapitel der Nürnberger Geschichte - nämlich auch die Geschichte unserer Tradition als Lebküchnerei und unserer Geschichte über drei Generationen. In unserem Onlineshop finden Sie die absoluten Lieblingsstücke der Nürnberger - und die Bewohner der Lebkuchenstadt kennen sich aus, wenn es um "ihre" Lebkuchen geht.
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