Nachhaltige Schokoladenverpackung: Ein Überblick über Innovationen und Herausforderungen

Die Schokoladenindustrie steht vor der Herausforderung, ethische und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Neben Themen wie Kinderarbeit und Regenwaldabholzung rückt die Verpackung immer stärker in den Fokus. Verbraucher wünschen sich zunehmend plastikfreie und umweltfreundliche Alternativen. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze für nachhaltige Schokoladenverpackungen.

Der Wunsch nach Nachhaltigkeit treibt Innovationen an

Bio-Lebensmittel und vegane Produkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit, und auch bei Schokolade achten Konsumenten verstärkt auf Nachhaltigkeit. Das betrifft nicht nur die Zutaten und deren Herkunft, sondern auch die Verpackung. Viele Verbraucher wünschen sich einen plastikfreien Einkauf, was immer mehr Unternehmen dazu bewegt, in ökologische Alternativstoffe zu investieren.

Ein Vorreiter in diesem Bereich ist iChoc, ein Hersteller veganer Schokolade auf Reisdrink-Basis. Bereits seit dem Launch im Jahr 2015 setzt iChoc konsequent auf nachhaltige Verpackungen. Um wirklich nachhaltig zu sein, muss eine Verpackung zwei Bedingungen erfüllen: Sie muss einen ähnlich guten Produktschutz wie klassische Plastikfolie bieten und biologisch abbaubar sein. IChoc setzt dafür auf Folie aus nachhaltig gewonnenen Holzfasern, die sich bei guten Kompostbedingungen innerhalb von 40 Tagen vollständig kompostieren lässt.

Aktuelle Entwicklungen und Beispiele

  • Nucao: Das Unternehmen Nucao hat sich zum Ziel gesetzt, seine Verpackungen auf Papier umzustellen. Bereits seit 2022 werden alle Produkte der Reihe nucao fruits and nuts in Papier verpackt. Seit April sind auch die neuen Schokoladentafeln in Papierverpackungen im Handel erhältlich. Nucao sucht aktuell nach der optimalen Papierverpackungsart, was angesichts von Herausforderungen in der Logistik und maschinellen Verarbeitung komplex ist.

  • Repaq: Repaq bietet Folien für Schokoladenverpackungen, die zu 100% biokompatibel, für das organische Recycling optimiert und TÜV-zertifiziert heim- und gartenkompostierbar sind. Die hohe Fettbarriere garantiert den guten Schokoladengeschmack vom Herstellungsort bis zum Konsumenten.

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  • Theegarten-Pactec: Das Dresdner Unternehmen Theegarten-Pactec hat ein innovatives Verfahren namens „Saugsiegeln“ entwickelt. Dieses Verfahren ermöglicht es, Schokoladenprodukte mit recyclingfähigen Monomaterialien zu verpacken, ohne die Schokolade durch Hitze oder Siegelwerkzeuge zu beschädigen.

Herausforderungen und Lösungsansätze

1. Produktschutz und Barrierefunktion

Eine der größten Herausforderungen bei nachhaltigen Schokoladenverpackungen ist der Produktschutz. Schokolade ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, Licht und Sauerstoff. Die Verpackung muss daher eine ausreichende Barriere bieten, um die Qualität und den Geschmack der Schokolade zu erhalten.

Lösungsansätze:

  • Papierverpackungen mit Barrierefunktion: Nucao setzt beispielsweise auf Verpackungspapier mit einer Barrierefunktion.
  • Biofolien: IChoc verwendet Folie aus nachhaltig gewonnenen Holzfasern, die in Aussehen und Funktion nicht von Kunststoff zu unterscheiden ist, aber biologisch abbaubar ist.
  • Repaq-Folien: Repaq bietet Folien mit hoher Fett-, Wasser- und Sauerstoffbarriere.

2. Recyclingfähigkeit und Kompostierbarkeit

Ein weiteres wichtiges Kriterium für nachhaltige Verpackungen ist die Recyclingfähigkeit oder Kompostierbarkeit. Verpackungen aus Verbundstoffen sind oft schwer zu recyceln. Daher sind Monomaterialien oder kompostierbare Materialien eine bessere Wahl.

Lösungsansätze:

  • Monomaterialien: Theegarten-Pactec hat ein Verfahren entwickelt, um Schokolade mit recyclingfähigen Monomaterialien zu verpacken.
  • Kompostierbare Verpackungen: IChoc und Repaq setzen auf kompostierbare Verpackungen, die sich unter bestimmten Bedingungen innerhalb kurzer Zeit zersetzen.

3. Wirtschaftlichkeit

Nachhaltige Verpackungen sind oft teurer als konventionelle Verpackungen. Unternehmen müssen daher einen Weg finden, die Kosten zu senken, ohne die Nachhaltigkeit zu beeinträchtigen.

Lösungsansätze:

  • Effiziente Produktionsprozesse: Theegarten-Pactec hat ein Verfahren entwickelt, das Materialkosten reduziert und gleichzeitig negative Umwelteinflüsse verringert.
  • Kooperationen: Aasted Aps, ein Anbieter von Verarbeitungsanlagen für die Schokoladenindustrie, hat eine strategische Partnerschaft mit der digitalen Produktionsplattform Swe… geschlossen, um innovative Verpackungsmaschinen für die industrielle Verarbeitung nachhaltiger Packmittel zu entwickeln.

4. Akzeptanz bei Konsumenten

Konsumenten müssen bereit sein, für nachhaltige Schokoladenverpackungen mehr zu bezahlen und gegebenenfalls Kompromisse bei der Convenience einzugehen.

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Lösungsansätze:

  • Transparente Kommunikation: Unternehmen sollten Konsumenten über die Vorteile nachhaltiger Verpackungen informieren und die Gründe für höhere Preise erklären.
  • Ansprechende Designs: Nachhaltige Verpackungen sollten nicht nur umweltfreundlich, sondern auch optisch ansprechend sein.
  • Mehrportionsverpackungen: Nucao weist darauf hin, dass Mehrportionsverpackungen nachhaltiger sein können, wenn sie wiederverschließbar sind. Allerdings müssen Konsumenten bereit sein, den Preis für die Mehrfachmenge zu bezahlen und die Produkte zeitnah zu verzehren.

5. Gesetzliche Rahmenbedingungen

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) äußert Bedenken hinsichtlich der EU-Pläne zur künftigen Gestaltung von Verpackungen. Diese könnten das Aus für beliebte Saisonsüßwaren wie Schoko-Osterhasen mit Verzierungen bedeuten. Hier sind Anpassungen und innovative Lösungen gefragt, um weiterhin attraktive Produkte anbieten zu können, die gleichzeitig den neuen Verordnungen entsprechen.

Weitere Aspekte der Nachhaltigkeit in der Schokoladenindustrie

Neben der Verpackung spielen auch andere Aspekte eine wichtige Rolle für die Nachhaltigkeit der Schokoladenindustrie:

  • Fairtrade: Das Fairtrade-Siegel ist ein guter Einstieg für Unternehmen, die den ersten Schritt in Richtung nachhaltiger Schokolade wagen möchten.
  • Direkthandel (Tree-to-Bar): Unternehmen, die im Direkthandel stehen, unterstützen den sozialen Aspekt der Schokoladenproduktion.
  • Nachhaltige Landwirtschaft: Original Beans legt den Schwerpunkt auf nachhaltige Landwirtschaft, Aufforstung und Erhaltung der Biodiversität.
  • Transparenz: Tony's Chocolonely kämpft für eine kinder- und sklavenarbeitfreie Schokoladenwelt und setzt dabei auf volle Transparenz.
  • Soziale Verantwortung: Viele Unternehmen übernehmen Kinderpatenschaften und spenden regelmäßig an Sozial- und Hilfsorganisationen.

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