Schokolade mit Kaffeegeschmack selber machen – Ein ausführliches Rezept und vielfältige Methoden

Die Kombination von Kaffee und Schokolade hat eine lange Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Bereits damals, als Schokolade noch hauptsächlich als Getränk konsumiert wurde, entstanden erste Mischungen der beiden Genussmittel. Das berühmteste Beispiel ist der Bicerin aus Turin, ein Getränk aus je zur Hälfte heißer Schokolade und Kaffee, oft ergänzt durch Schlagsahne und geraspelte Schokolade.

Inzwischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den charakteristischen Kaffeegeschmack in Schokolade und Pralinen einzubringen. Im Folgenden finden Sie verschiedene Methoden und ein einfaches Rezept, um köstliche Kaffeeschokolade zuhause selbst herzustellen.

Möglichkeiten, Kaffeegeschmack in Schokolade und Pralinen zu integrieren

1. Verwendung von Espresso oder starkem Kaffee

Wer zuhause Espresso zubereitet, kann diesen als Zutat für Pralinenfüllungen nutzen. Dabei ersetzt man einen Teil der Sahne im Rezept durch frisch aufgebrühten Espresso. Für eine vegane Praline kann man die Sahne komplett durch Espresso ersetzen und diesen mit dunkler Kuvertüre vermengen. Statt Espresso eignet sich auch besonders starker Kaffee, der sorgfältig aufgebrüht wird.

2. Einsatz von Löskaffee

Eine einfache und schnelle Alternative ist die Verwendung von Löskaffee. Dabei wird etwa 2 bis 3 % des Gewichts der Füllung an Löskaffee mit der Sahne aufgekocht, was der Ganache einen deutlichen Kaffeeschmack verleiht. Dabei ist selbstverständlich zu beachten, dass der Geschmack von Löskaffee je nach Qualität und Marke variiert.

3. Mit gemahlenem Kaffeepulver

Auch fein gemahlenes Kaffeepulver lässt sich direkt mit Sahne aufkochen, um eine Kaffee-aromatisierte Füllung herzustellen. Dabei ist die Körnigkeit bei der Schokolade zu beachten, da selbst fein gemahlener Kaffee auf der Zunge spürbar bleibt.

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4. Cold Brew Kaffee & Kaffee-infundierte Sahne

Der Cold Brew Trend aus der Kaffeeszene wird auch in der Konditorei genutzt: Grob gemahlener Kaffee wird mit kaltem Wasser vermischt und mindestens 12 Stunden im Kühlschrank gezogen. Das Ergebnis ist ein mildes, säurearmes Kaffee-Aroma. In Konditoreien werden auch ganze Kaffeebohnen über Nacht in Sahne eingelegt, um die Sahne zu aromatisieren. Die durch ein Sieb gegossene Sahne wird dann für die Ganache verwendet.

Empfohlen wird ein Verhältnis von 50 g Kaffeebohnen zu 200 ml Sahne für eine aromatische Kaffee-Ganache.

5. Kaffee-Kuvertüren und Kaffeeextrakte

Wer experimentieren vermeiden will, kann fertige Kaffee-Kuvertüre kaufen, die bereits Kaffeeanteile enthält und sich problemlos verarbeiten lässt. Alternativ sind Kaffeeextrakte beliebt - hier sollte auf wenige Zutaten und Reinheit geachtet werden. Beispielsweise besteht das Bio Kaffee Extrakt von Norohy nur aus Wasser und gerösteten kolumbianischen Kaffeebohnen und kann einfach in die Füllung eingerührt werden.

Kaffeeschokolade selber machen - Rezept und Zubereitung

Die gängigen Methoden zur Aromatisierung von Pralinen mit Kaffee sind für Schokoladentafeln nur bedingt geeignet, da Wasseranteile den Schmelz der Schokolade beeinträchtigen würden. Für die Herstellung eigener Kaffeeschokolade gibt es folgende einfache Methode:

  • Kurz die Kuvertüren (Milch-, dunkle oder weiße Schokolade) grob hacken und im Wasserbad schmelzen.
  • Die flüssige Schokolade etwas abkühlen lassen und dann vorsichtig auf etwa 30 °C erwärmen.
  • Espressopulver nach Geschmack unterrühren (nach Belieben dosieren für milden bis intensiven Kaffeegeschmack).
  • Die Schokoladen-Kaffee-Masse in vorbereitete Tafelformen gießen.
  • Zum Abschluss können Kakaobohnen oder karamellisierte Kaffeestücke auf die Oberfläche gestreut werden.
  • Die Tafeln vollständig abkühlen und aushärten lassen, bevor sie aus der Form genommen werden.

Die Zubereitung dauert etwa 30 Minuten plus Kühlzeit. Das Ergebnis ist eine Schokolade mit intensivem, aber harmonischem Kaffeearoma, ideal zum Genießen mit einer heißen Tasse Kaffee, Cappuccino oder Latte Macchiato.

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schokoladentafeln mit kaffeegeschmack in tafelform

Weitere Tipps für feinen Kaffeegeschmack in Schokolade

  • Kaffeeöl zur Aromatisierung: Aromatisierte Öle, wie Olivenöl mit Kaffee, sind extrem konzentriert und eignen sich bestens, um Schokolade ohne körnige Partikel zu verfeinern.
  • Bean-to-Bar und Melangeur: Wer seine Schokolade vollständig selbst herstellt, kann Kaffeepulver während der Conchierphase (im Melangeur) zugeben, bis die Kaffee-Körnchen nicht mehr spürbar sind. Dabei muss die Kakaobuttermenge eventuell erhöht werden, um die Schmelzeigenschaften der Schokolade zu erhalten.
  • Vermeidung von Körnigkeit: Fein gemahlener Kaffee oder Kaffeepulver kann auf der Zunge als körnig wahrgenommen werden. Kaffeeöl oder spezielle Verfahren im Melangeur helfen, dieses Mundgefühl zu umgehen.

Kaffee- und Schokoladengetränke mit Kaffee-Schokoladen-Kombination

Neben festem Schokoladengenuss kann Kaffee-Schokolade auch als Grundlage für besondere Heißgetränke dienen, wie beispielsweise der Dirty Cocoa. Dieser verbindet zarte Trinkschokolade, heiße Milch und frischen Espresso zu einer aromatischen und wärmenden Spezialität - ideal für kalte Tage.

Rezeptvorschlag Dirty Cocoa

Zutat Menge Hinweis
Espresso 1 Shot (ca. 25 ml) Kräftigen 100 % Arabica Espresso empfohlen
Trinkschokolade 2 TL Unsere Empfehlung: hochwertige Trinkschokolade
Milch oder pflanzliche Alternative 150 ml Optional aufgeschäumt
Optional Prise Zimt, Vanille, Meersalz
Toppings: Schokoraspel, Kakaopulver, Sahne
Gibt geschmackliche Vielfalt

Zubereitung: Espresso zubereiten. Trinkschokolade in ca. 50 ml Milch lösen. Milch erhitzen und schäumen. Alles zusammenführen und mit Toppings garnieren.

dirty cocoa heißgetränk kaffeeschokolade

Empfohlene Espressos und Kaffees zum Verfeinern von Schokolade

Wer seinen Kaffee auch beim Schokoladengenuss geschmacklich intensiv erleben möchte, sollte auf hochwertige Espressos zurückgreifen. Hier einige Beispiele:

  • Azúcar Espresso - Blend aus 90 % Arabica und 10 % Robusta, Kandiert nach spanischer Tradition, mit angenehmer Süße und schokoladigen Noten.
  • Cerro Negro - Nicaraguanischer Espresso mit würzigem Profil, Noten von braunem Zucker und Zartbitterschokolade.
  • Äthiopien Waldespresso Bio - Bio-Espresso mit Vanille-, Melasse- und Schokoladennoten.
  • Florentiner Espresso - Würzig und harmonisch mit Haselnuss und Kardamom-Aromen.
  • Sizilianischer Espresso - 100 % Robusta, kräftig, mit dunkler Schokolade und nussigen Nuancen.

Diese Espressos sind ideal für die Kombination mit Schokolade, eignen sich aber auch für Kaffeevollautomaten, Siebträger und Mokkakannen.

verschiedene kaffeesorten espresso bohnen

Feine Gewürze zum Aromatisieren von Kaffee-Schokolade

Neben Schokolade und Kaffee sorgen Gewürze für spannende Geschmackskompositionen:

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  • Zimt: Für angenehme Wärme
  • Muskatnuss: Subtil erdig, ergänzt den Schokoladenreichtum
  • Gemahlene Nelken: Aromatisch intensiv
  • Kardamom: Duftig und leicht zitrusartig

Beim Experimentieren mit Gewürzen empfiehlt es sich, vorsichtig zu dosieren und die Kombinationen aufeinander abzustimmen.

Tipps zum Schmelzen von Schokolade in Espresso

  • Espresso sollte warm, aber nicht kochend sein, um das Verklumpen der Schokolade zu vermeiden.
  • Schokolade in kleine Stücke hacken, um schneller und gleichmäßiger zu schmelzen.
  • Elegante Gläser wie Milchkaffeegläser oder doppelwandige Kaffeetassen unterstützen das Genusserlebnis optisch.
  • Als Garnitur eignen sich Schlagsahne, Schokoladenspäne oder eine Zimtstange als Rührstab.
zubereitung von kaffeeschokolade im wasserbad und verfeinerung

Mit diesen vielfältigen Methoden und Rezepten kann jeder Kaffeeliebhaber zu Hause seine eigene Kaffeeschokolade herstellen oder verfeinern. Egal ob feste Tafeln, Pralinenfüllungen oder aromatische Kaffee-Schokoladen-Getränke - der Genuss von Kaffee und Schokolade zusammen ist unschlagbar.

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