Schokolade Berg mit Weiber Spitze Geschichte

Die Geschichte von Marie Gerlach, Henriette d'Angeville und Angelika Somaruga sind Geschichten von Frauen, die in unterschiedlichen Bereichen ihres Lebens Pionierarbeit geleistet und sich gegen gesellschaftliche Erwartungen durchgesetzt haben.

Marie Gerlach: Eine Pionierin in der Herrenberger Lokalpolitik

Marie Gerlach schrieb Geschichte, als sie am 30. Mai 1919 als erste Frau in den Gemeinderat von Herrenberg gewählt wurde. Von 1919 bis 1922 gestaltete sie aktiv die Lokalpolitik ihrer Heimatstadt mit. Geboren am 26. März 1863 als siebtes Kind des Rotgerbers Carl Gottlob Gerlach und seiner zweiten Ehefrau Christina Rosina geb. Wörner, blieb Marie Gerlach ledig und unterstützte ihren Bruder Karl, der den Betrieb des Vaters übernommen hatte, und dessen Frau Friederike im Haushalt, bei der Betreuung der acht Kinder und bei der Pflege der Eltern.

Die Rotgerberfamilie Gerlach war eine alteingesessene Herrenberger Familie, die sich aktiv an der Stadtpolitik beteiligte. Karl Gerlach gehörte dem Gemeinderat bzw. dem Bürgerausschuss bis zu den Wahlen im Mai 1919 an. Marie Gerlach sammelte als Mitglied der „Kommission zur Kriegswohlfahrtspflege“ seit März 1915 erste Erfahrungen in der Arbeit der Stadtverwaltung.

Es wird vermutet, dass die DDP sie als Kandidatin anwarb, weil sie eine geachtete und geschätzte Persönlichkeit war. Trotz ihres Ansehens, guter Einarbeitung in „alle Zweige der Verwaltung“ und großen Engagements für „die Armen, Waisen und Notleidenden“ konnte die inzwischen 59-Jährige ihr Mandat nicht verteidigen. Bei den Wahlen am 17. Dezember 1922 verlor sie ihren Sitz im Gemeinderat.

Damit folgte Herrenberg dem allgemeinen Trend. Auf den ersten „Hype“ nach der Einführung des Frauenwahlrechts folgte die Ernüchterung. Wurden Frauen 1919 als Wählerinnen und Kandidatinnen noch massiv umworben, hatten sie es in den Folgejahren immer schwerer, aussichtsreiche Listenplätze zu erhalten und Abgeordnetenmandate zu erringen. Im württembergischen Landtag sank die Anzahl der weiblichen Abgeordneten mit jeder Wahl. Nach 1922 waren in Herrenberg die Wahllisten zum Gemeinderat wieder ausschließlich mit Männern besetzt. Marie Gerlach blieb nicht nur bis zum Ende der Weimarer Republik im Jahr 1933, sondern bis 1950 die einzige Frau, die je in den Herrenberger Gemeinderat gewählt wurde.

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Nach dem Ausscheiden aus dem Gemeinderat lebte Marie Gerlach weiterhin mit der Familie ihres Bruders in der Seestraße 5. Im Januar 1945 zog sie zu ihrer Nichte Lydia Widmaier in die Alzentalstraße 22. Marie Gerlach starb am 19. April 1954.

Marie Gerlach gehörte zu den Frauen, welche die Frauengeschichtswerkstatt in ihrer Veranstaltung zum 100. Jubiläum des Weltadens Herrenberg am 22. Juni 2024 würdigte. Die Veranstaltung, eine „virtuelle Stadtführung“ in der Spitalkirche, trug den Titel „Handel in Herrenberg - früher und heute“ und spannte einen Bogen vom 17. bis zum 21. Jahrhundert.

Henriette d'Angeville: Die "Braut des Montblanc"

Henriette d’Angeville, geboren am 10. März 1794, war eine Pionierin des Alpinismus. Acht Jahre nachdem die ersten Männer den Gipfel des Montblanc erreicht hatten, wagte sie als Frau den Aufstieg. Ihre Liebe zu den Bergen entwickelte sich bereits in ihrer Kindheit, als sie mit ihren Brüdern in der Hochlandschaft des Château de Lune aufwuchs und Wanderungen unternahm.

Die Idee, den Montblanc zu besteigen, reifte in ihr während einer Wanderung: "Wenn ich den Gipfel des Montblanc als Krönung dieser verschneiten Landschaft erblickte, brachte er mich in einen Zustand, den ich heute kaum verstehen oder erklären kann: Mein Herz schlug gewaltig, mein Atem stockte, tiefe Seufzer entrangen sich meiner Brust. Ich spürte ein solch leidenschaftliches Verlangen, ihn zu besteigen, dass sich meine Füße wie von selbst bewegten."

Henriette bereitete die Besteigung akribisch vor, insbesondere die Kleidung war ihr wichtig. Da Hosen für Frauen tabu waren, Röcke aber beim Bergsteigen gefährlich, entwarf sie eine spezielle Bergmontur aus weit geschnittenen Hosen, die in der Taille mit einer Kordel und an den Fußgelenken mit Gamaschen zusammengehalten wurden. Die Hosen waren aus schottischem Wollkaro mit weichem Vliesfutter. Die lang geschnittene Bluse war aus demselben Material; in die Brust- und Rückenpartie hatte Henriette Biesen einnähen lassen, abgesteppte Falten, für sechs Extraschichten Wolle. Ein breiter Ledergürtel raffte in der Taille alles zusammen. Gerade noch züchtig genug für eine französische Adelige im Jahr 1838. Vom standesgemäßen Rock in die wollenen Pumphosen wechselte sie aber erst am Fuß des 4.805 Meter hohen Montblanc.

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Zusätzlich zu ihrer Kleidung führte Henriette "einige Artikel mit, die den Komfort und die Bequemlichkeit der Reise erhöhten", darunter Kölnisch Wasser, Fächer, ein Taschenmesser, einen Schuhlöffel, einen Spirituskessel, Tee, Streichhölzer, Thermometer, Fernglas, Gummikissen, Trinkbecher und Gurkenpomade. Natürlich ein Notizbuch, spitze Bleistifte und einen kleinen Spiegel - "einen wahrhaft weiblichen Artikel, den ich jedoch jedem, der eine Expedition in die Höhe plant, wärmstens empfehlen würde. Denn man kann damit die Haut untersuchen, um zu sehen, welche Schäden die Bergluft angerichtet hat." Sie rät, Brandblasen auf der Haut mit Gurkenpomade zu behandeln.

Am Tag des Aufbruchs in Chamonix war Henriette zuversichtlich: "Mein Körper fühlte sich leicht wie Luft an, mir war weder heiß noch kalt, ich war weder hungrig noch durstig; nur zog es mich so stark zum Montblanc hinauf, dass ich, hätte ich ihm freien Lauf gelassen, mit voller Kraft hinaufgestürmt wäre. Ich konnte es nicht erwarten, aufzubrechen, und zwang mich zu warten" - bis die Träger und Führer endlich gefrühstückt hatten. Dabei hatte Henriette jede Menge Proviant besorgt, er musste für die große Mannschaft zwei Nächte und drei Tage lang reichen: 2 Schafskeulen, 2 Kalbslenden, 6 Brote, 12 Zitronen, 3 Pfund Zucker, 3 Pfund Schokolade, 3 Pfund Pflaumen, 1 Flasche Cognac, 18 Flaschen Saint-Jean-Wein.

Angelika Somaruga: Eine Frau an der Spitze des Kreuzbergs

Angelika Somaruga ist die erste Frau seit Jahrhunderten an der Spitze der Klosterbetriebe auf dem Kreuzberg. Der Kreuzberg ist ein wichtiger Wallfahrtsort in Franken, zu dem jedes Jahr bis zu 700.000 Besucher kommen. Die Wallfahrtstradition reicht bis ins 7. Jahrhundert zurück, und seit dem 18. Jahrhundert gehört auch eine Brauerei zum Kreuzberg. "Glauben und genießen", heißt der Slogan, der die Verbindung von Spiritualität und Gastronomie auf dem Kreuzberg treffend beschreibt.

Angelika Somaruga kennt den Berg von klein auf und leitet heute den Wirtschaftsbetrieb, der die Brauerei und die Gastronomie umfasst. Sie ist die erste Frau in der Geschichte des Kreuzbergs, die diese Position innehat. Während die fünf verbliebenen Franziskaner sich um das geistliche Wohl der Besucher kümmern, ist Angelika Somaruga für den Wirtschaftsbetrieb mit seinen 70 Mitarbeitern verantwortlich.

"Das ist mein Traumberuf", sagt sie, auch wenn sie sich manche Kritik anhören musste. "Weiberwirtschaft", hat ein Gast geschimpft, aber Angelika Somaruga hat es ausgehalten. Seitdem sie die Leitung übernommen hat, hat sich einiges geändert. Die Dekoration ist liebevoller geworden, und sie achtet mehr auf die Details. In der alten Wirtschaft will Somaruga vorsichtig die Bausünden der 1960er Jahre beseitigen. Den Fürstensaal hat sie bereits renovieren lassen, und als nächstes will sie die Toiletten vornehmen.

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Die Zimmer, in denen Gäste übernachten können, sind weiterhin einfach eingerichtet, ohne Fernseher. Das will die Chefin auch so lassen, da viele Besucher die Ruhe suchen. Unterstützt wird Angelika Somaruga von ihrem Bruder Wolfgang, der als Franziskaner in der Backstube des Gasthofs Elisäus arbeitet.

Frauen in Führungspositionen: Eine Herausforderung in vielen Bereichen

Die Geschichten von Marie Gerlach, Henriette d'Angeville und Angelika Somaruga zeigen, dass Frauen immer wieder gegen Widerstände kämpfen mussten, um ihre Ziele zu erreichen. Auch heute noch sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert, wie Beispiele aus der PR-Branche zeigen.

Obwohl der Frauenanteil in der PR bei über 50 Prozent liegt, werden nur wenige Kommunikationsabteilungen der Dax- und mDax-Unternehmen von Frauen geführt. Zudem verdienen Frauen in der PR deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.

Als Gründe für diese Unterrepräsentanz werden unter anderem genannt, dass Frauen oft keine Lust haben, die üblichen Machtspielchen auf dem Weg nach oben mitzumachen, und dass sie sich weniger zutrauen als Männer. Auch Stereotype spielen eine Rolle, wie eine Studie der Technischen Universität München zeigt.

Ein weiteres Problem ist die Vereinbarkeit von Kind und Karriere. Viele Frauen verlieren in der Phase der Familienplanung wertvolle Zeit für ihre Karriere. Es ist daher wichtig, dass der Staat genügend Betreuungsangebote schafft und dass Unternehmen flexible Arbeitszeiten und Betriebskindergärten anbieten.

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