Die Geschichte der Schokolade aus Luckau
Luckau, ein Handelstor im Westen der Niederlausitz, und das umliegende Land sind seit 1200 Jahren von slawischen Lusizi bewohnt, die der Lausitz ihren Namen gaben. Bis heute ist die Region landwirtschaftlich geprägt, ohne bedeutende Industrie. In dieser sich wandelnden Gegend, wo Land und Stadt in Kontinuität stehen, hat die Schokoladenherstellung eine bemerkenswerte Geschichte.
Luckau im Wandel der Zeit
Die Stadt Luckau hat sich als ein Ort des Wandels und der Kontinuität erwiesen, wobei das Land mit seinen Ressourcen Boden und Wasser und die Stadt als steinerner Kommunikationsraum dienen. Die Kultur als menschliches Miteinander wird in Ausstellungen präsentiert, die Anregung und Gesprächsstoff bieten. Die Frage nach der Zukunft von Land und Stadt sowie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit prägen die Region.
Das kleine Museumscafé in der Luckauer Kulturkirche erfreut sich seit seiner Eröffnung im April 2019 wachsender Beliebtheit. Es ist ein ruhiger Ort für eine kleine Auszeit, der nicht nur von Museums- und Bibliotheksbesuchern, sondern auch von Touristen und Kaffeeliebhabern geschätzt wird. Neben Kaffeespezialitäten können Interessierte hier auch Karten für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen über den LR-Ticketshop erwerben sowie den beliebten "Luckau-Gutschein" erhalten. Frei nach dem Motto "lokal schenken - lokal kaufen" vereint dieser Gutschein eine große Vielfalt an Händlern, darunter Bäcker, Buchhandlungen, Blumenläden, Textilgeschäfte, Juweliere, Kosmetikgeschäfte, Tankstellen, Autohändler, Friseure, Schreibwarenläden, Baumärkte, Apotheken, Restaurants und Computergeschäfte.
Böhnke & Luckau GmbH: Süßwarenmaschinenbau mit Tradition
Ein wichtiger Akteur in der Süßwarenindustrie, der mit Luckau verbunden ist, ist die Böhnke & Luckau GmbH (B&L). Das Unternehmen wurde 1997 von Henry Luckau und Norbert Böhnke gegründet und baut heute weltweit Süßwarenmaschinen und andere Sondermaschinen. Dabei wird die traditionsreiche und erfolgreiche Maschinenpalette der Vorgängerfirma "Hoppe Maschinenbau" weitergeführt, die ebenfalls in der Lebensmittelindustrie tätig war.
"Unser Hauptaugenmerk liegt auf Langlebigkeit, Bedienerfreundlichkeit, hygienische Konstruktion, Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz. Qualität bedeutet für uns, wenn der Kunde wiederkommt und nicht die Maschine", erklärt Henry Luckau, einer der beiden Geschäftsführer. Am Sitz des Unternehmens in Wernigerode werden Maschinen für Kunden aus Nordafrika, Indonesien, den USA und Europa gebaut.
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Die Kompetenz von B&L besteht darin, unterschiedlichste Lebensmittel in eine besondere Form zu bringen. Das kann ein Weihnachtsmann aus Schokolade sein, Streusel für einen Kuchen, aber auch ein kleines Butterstück in Form einer Blume oder Fleischersatz. "Unsere Technologie erlaubt viele Einsatzmöglichkeiten und wir sind gerade dabei, neue Märkte zu erschließen", fährt Luckau fort.
Aktuell wird durch B&L eine neue Generation von Schokoladenabfüllmaschinen entwickelt, die grafisch gesteuert werden. Diese Neuheit soll bis zur interpack im Mai 2023 fertig sein. B&L blickt in diesem Jahr auf eine 25-jährige Geschichte zurück. 2006 erfolgte der Umzug an den neuen Standort in Wernigerode; hier wurden die Kapazitäten kontinuierlich erweitert. Erst im vergangenen Jahr wurden weitere Produktionsstätten erworben. Parallel baut B&L seine Servicesparte aus, um auch hier weitere Einnahmen erzielen zu können. In den vergangenen Jahren wurde zudem an neuartigen Anlagen zum Schleudern von Hohlkörpern gearbeitet, welche voll digitalisiert funktionieren.
Edelmond: Schokoladenhandwerk wie vor hundert Jahren
Ein weiterer wichtiger Name in der Luckauer Schokoladenszene ist Edelmond. Fernab des Schokoladen-Mainstreams bewegt sich der junge Schokoladenhersteller Edelmond aus dem brandenburgischen Luckau. Edelmond stellt Schokoladen selbst von der Bohne weg in Kleinstfertigung her und bietet mittlerweile ein umfangreiches Sortiment purer und veredelter Schokoladen an, darunter auch eine Auswahl an Rohschokoladen, also Schokoladen, deren Zutaten im Herstellungsverfahren nie geröstet oder über eine Temperatur von ca. 47°C erhitzt wurden. Die ungebändigten, Ferment-lastigen Aromen von Rohschokolade sind auch für Spitzenchocolatiers eine echte Herausforderung.
Thomas Michel, der Inhaber von Edelmond, erklärt: „Wir betreiben Schokoladenhandwerk wie vor hundert Jahren“. Michel ließ Maschinen nach alten Bauplänen anfertigen und durchstöberte staubige Antiquariate bis er Rezepturen aus dem 19. Jahrhundert fand. Bei Edelmond wird alles selbstgemacht. „Bean-to-bar“ nennt sich das Prinzip, also „von der Bohne bis zur fertigen Tafel“.
"Uns ist aufgefallen, dass industrielle Schokolade immer gleich schmeckt", sagt er und kippt dabei einen Sack in eine Maschine, die die Kakaobohnen ruckelnd von kleinen Ästen und Hülsen trennt. Dabei sei gute Schokolade wie Wein: nuanciert und immer unterschiedlich. „Edelmond ist zu 100 Prozent Bio“, sagt Michel. Auf der Suche nach geeigneten Kakaobauern sei er mit seiner Ehefrau Ludmila lange durch die Dominikanische Republik gereist. Das Milchpulver, dass Edelmond verwende, komme 40 Kilometer entfernt von der Gläsernen Molkerei Münchehofe.
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„Unsere Spezialität ist die 100 Prozent Schokolade“. Die bestehe nur aus einer Zutat: der Kakaobohne. Insgesamt gilt bei Edelmond: viel Kakao, wenig Zucker, keine künstlichen Aromen. Ein Drittel der Edelmond-Produkte sei ganz ohne Zucker, ein weiteres Drittel vegan. „Billige Schoko-Nikoläuse findet man überall, aber wer keinen Zucker verträgt, ist gerne bereit, auch mal mehr Geld für unsere Figuren auszugeben“.
Edelmond vertreibt 95 Prozent der Schokolade über seinen Onlineshop. Auch Bio-Supermarktketten seien schon auf sie zugekommen. Doch die Michels lehnten ab, ihr kompliziertes Herstellungsverfahren erlaube einfach keine Massenproduktion. „Wir haben einen Stand erreicht, mit dem wir uns wohlfühlen. Wir wollen gar nicht weiterwachsen.“
Konditorei Klinkmüller: Tradition seit 1983
Ein weiterer wichtiger Akteur in der Luckauer Genusswelt ist die Konditorei Klinkmüller, die seit 1983 besteht. Klinkmüller steht für Tradition seit 1983. Den Erfolg unseres Handwerksbetriebes verdanken wir vor allem dem Gründer Werner Klinkmüller. Sohn René sorgt in unserem Hause für Schwung und Kreativität, die er während seiner Wanderjahre in Dtl., der Schweiz und Luxemburg sammelte. Wir entwickeln uns täglich weiter - durch Engagement in nat. und intern. Wettkämpfen mit verschiedenen Auszeichnung und den fachlichen Austausch auf Seminaren, in Workshops und auf gemeinsamen Reisen mit dem „CondiCreativClub“. Wir bleiben ständig am Ball, um Ihnen die angesagtesten Produkte anbieten zu können. Mit viel Schaffensdrang sorgen wir dafür, dass die Bäckerei & Konditorei Klinkmüller immer den modernsten Ansprüchen genügt.
Neben den klassischen Dessert-Törtchen, zählen auch handgefertigte Pralinen und Torten für feierliche Anlässe zum hochwertigen Sortiment.
Der Schokoladenmarkt in Deutschland
Deutschland gehört zu den Ländern mit dem größten Pro-Kopf-Verbrauch an Schokolade weltweit. Da verwundert es nicht, dass es eine schier unendliche Zahl an großen und kleinen Schokoladeherstellern gibt. Die größten Schokoladeproduzenten in Deutschland sind die Konzerne Ferrero (aus Italien), Mondelez International (USA), Ludwig Schokolade (Deutschland) gehört zur Krüger Gruppe, Alfred Ritter (Deutschland) und Stollwerck (Deutschland) das inzwischen zur belgischen Baronie Gruppe gehört. Zu diesen Konzernen, die teilweise mehrere verschiedene Marken vertreiben, gehören die auf dem deutschen Markt bekanntesten Marken. Darunter Milka, Toblerone, Trumpf, Alpia, Ritter Sport, Stollwerck, Sarotti, Sprengel, Ferrero Rocher, Kinder-Überraschung und weitere.
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Eine Reihe von meist mittelgroßen Firmen versucht sich überwiegend auf die Herstellung qualitativ besserer Schokolade und Pralinen zu konzentrieren. Wobei die Hersteller großen Wert darauf legen, nur die besten und frischesten Zutaten zu verwenden und in der Regel vollständig auf den Zusatz von Konservierungsstoffen oder künstlichen Aromen verzichten. Oftmals verwenden diese Hersteller bessere Kakaosorten als die großen Mitbewerber, so zum Beispiel die Bremer Hachez Chocolade, die ausschließlich Kakao aus Venezuela und Ecuador verwendet. Zu den auch über Deutschland hinaus bekanntesten Firmen zählen neben Hachez auch Coppeneur, Rausch Schokoladen, Feodora, Heinemann, und Leysieffer.
Besonders auffällig ist, das oft große saisonale Angebot der Hersteller. Viele bieten je nach Jahreszeit besondere Weihnachtsschokoladen oder gefüllte Ostereier an. Insgesamt gibt es einen Trend zu besserer Qualität und zu dunkleren Schokoladen in Deutschland, der in den vergangenen Jahren zur Entstehung zahlreicher kleiner Schokoladengeschäfte beigetragen hat.
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