Geschichte und Herstellung des Schoko-Nikolaus Bischof: Tradition, Werte und moderne Produktion
Der Schoko-Nikolaus Bischof ist eine Figur, die eng mit der europäischen Weihnachts- und Nikolaustradition verknüpft ist und dabei Werte wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit verkörpert. Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich der Schoko-Nikolaus - ausgestattet mit Mitra, Bischofsgewand und Stab - gegen den kommerzialisierten Weihnachtsmann behaupten müssen. Doch gerade diese besondere Figur erlebt durch bewusste Initiativen, faire Produktion und traditionsreiche Hersteller eine Renaissance.
Ursprung und Entwicklung der Schokoladenfiguren
Schokolade gehört untrennbar zu Weihnachten, wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender. Bereits um 1820 begannen Konditoren, Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade herzustellen, die ersten Exemplare waren aus massiver Schokolade gefertigt. Wenige Jahrzehnte später entstanden die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit. Der Durchbruch zum Massenphänomen gelang erst durch die industrielle Fertigung ab den 1950er Jahren, als neue Verfahren es ermöglichten, Schokolade in verschließbare Formen zu gießen und die beliebten Relief-Weihnachtsmänner zu produzieren.
Aufbauend auf einer dänischen Erfindung begann die Herstellung von Hohlfiguren, bei denen flüssige Schokolade durch Schleudern gleichmäßig an der Innenseite der Form verteilt wird. In Deutschland werden jährlich etwa 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt, von denen ein Drittel exportiert wird. Es gibt sie in vielen Größen und Sorten, mit unterschiedlichem Kakaoanteil.
Die Figur des Schoko-Nikolaus Bischof: Symbolik und Tradition
Der heilige Nikolaus, Bischof von Myra im 4. Jahrhundert, ist bekannt für seine Mildtätigkeit und gilt als "Kinderbeglücker". In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember füllt er traditionell Stiefel oder Socken mit Süßigkeiten. Die Figur des Nikolaus von Myra ist eine wertvolle Tradition, besonders im katholischen Bayern. Besonders armen und bedrängten Menschen war er ein Nothelfer.
Die Überlieferung stellt uns Nikolaus von Myra als einen Mann vor, der den Menschen zugewandt war, ihnen geistlich, aber auch mit praktischem Tun Hilfe aus der Not geholfen hat. Es sind vor allem zeitlose Werte wie Selbstlosigkeit und Nächstenliebe, die Nikolaus von Myra während seines gesamten Lebens und Wirkens beherzigte. Bekannte Legenden erzählen, wie Nikolaus drei verarmte Töchter durch Goldspenden vor dem Schicksal der Prostitution rettete oder während einer Hungersnot Korn für die Stadt organisierte. Der Gedenktag des heiligen Nikolaus ist der 6. Dezember - "Tag der Nikolausfreude".
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Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann
Sie schmecken beide himmlisch und sehen einander zum Verwechseln ähnlich: Der lange weiße Bart, die ungewöhnliche Kleidung, die füllige Statur - die Schoko-Ausgaben von Nikolaus und Weihnachtsmann können auf den ersten Blick nur von Profis auseinander gehalten werden. Auch wenn Mitra, Bischofsstab und Ring den Heiligen aus Myra eindeutig kennzeichnen, ist meistens der Weihnachtsmann alleine im Supermarktregal anzutreffen. Bereits seit vielen Jahrzehnten ist er der unangefochtene Champion an der adventlichen Ladenkasse.
Der weltliche Weihnachtsmann hingegen geht auf den niederländischen „Sinterklaas“ zurück, den die Auswandererfamilien mit in die Neue Welt nahmen. Er hat zwar im Kern dieselben Wurzeln, sein Gedenktag wurde jedoch auf Weihnachten verlegt und umgewidmet, sodass der Heiligenbezug verloren ging. In den Supermarktregalen verdrängt der amerikanisch geprägte Weihnachtsmann die Figur des bischöflichen Nikolaus zunehmend.
Die "Weihnachtsmannfreie Zone" und Initiativen zur Wiederbelebung des echten Nikolaus
Das Bonifatiuswerk setzt sich seit 2002 mit der Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone" für das Nikolaus-Brauchtum ein. Schwester Theresita Müller betont, dass der Nikolaus auch heute noch viel zu sagen hat, insbesondere im Hinblick auf seinen Einsatz für arme und benachteiligte Menschen. Das Werk vertreibt zusammen mit dem Leipziger St.-Benno-Verlag einen Schoko-Nikolaus mit Mitra und Bischofsstab. Mit dieser Aktion wird der Heilige in der Öffentlichkeit präsenter gemacht, um die Werte des Bischofs von Myra wieder ins Bewusstsein zu rufen.
Es gibt eine Renaissance des Heiligen Nikolaus - nicht nur in Schokolade. Viele kleine Hersteller und kirchliche Aktionsgruppen engagieren sich für den heiligen Nikolaus und verkaufen ihn vor dem 6. Dezember. Für alle, die keinen Schoko-Bischof im Laden finden, bietet die "Weihnachtsmannfreie Zone" auch Bastelbögen mit Mitra, Bischofsstab und Rauchmantel zum Ausdrucken an, damit der Nikolaus wieder sichtbar wird.
Die Figur des Nikolaus repräsentiert Solidarität, Teilen und soziale Gerechtigkeit - Werte, die auch in der modernen Weihnachtszeit wichtig sind.Wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte
Letztlich geht es den Herstellern aber auch um wirtschaftliche Interessen. Der Trend, das Angebot um nicht-weihnachtliche Winterschokoladen zu erweitern, ist aus ökonomischer Sicht nachvollziehbar. In der Vorweihnachtszeit kaufen Kunden mehr Süßigkeiten, weshalb die Angebote individualisiert werden. Seit 2021 wird in Deutschland am 6. Dezember der Tag des Schokoladennikolaus gefeiert.
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Das Gerücht, dass nicht verkaufte Schokoladen-Nikoläuse eingeschmolzen und zu Schokoladen-Osterhasen umgewandelt werden, hält sich hartnäckig. Das Einschmelzen und Wiederverwerten ist für die Massenproduktion jedoch nicht rentabel. Übrig gebliebene Weihnachtssüßigkeiten werden häufig als Sonderangebote verkauft oder an gemeinnützige Einrichtungen gespendet.
Herstellung des Schoko-Nikolaus Bischof: Tradition, Handarbeit und Fair Trade
Zu den wenigen deutschen Schokoladen-Herstellern, die dem Heiligen die Treue halten, zählt die kleine Firma Fesey aus Riemerling bei München. Ihre handgemachten Schoko-Bischöfe finden vor allem in Deutschland und Österreich Abnehmer. In der Produktionsstätte von Hugo Seybolds Unternehmen duftet es nach Schokolade, Weihnachtsmänner in allen Größen stehen schon in Reih und Glied in den Regalen. 25 Frauen arbeiten konzentriert, um die vielen Aufträge in der Vorweihnachtszeit zu erfüllen. Stolz hält Seybold einen fertigen Nikolaus aus feiner Vollmilchschokolade hoch. Rot leuchtet das Kreuz auf der weißen Mitra, darunter ein paar dunkelbraune Augen aus Zartbitterschokolade. In der einen Hand ist der Bischofsstab, in der anderen ein roter Apfel für den kleinen Buben, der sich mit erhobenen Händen an den Mantel des Nikolaus schmiegt.
Auch andere Unternehmen wie die GEPA und Messehäuser unterstützen seit vielen Jahren die faire Produktion der Schoko-Bischöfe. "Wir beginnen schon im Mai mit der Produktion der Weihnachtsprodukte, die bis Mitte November dauert", erläutert Ulf Baum, Geschäftsführer von „Klett Schokolade“, vor Ort die Herstellung. Damit sich am Ende jeweils 20 Nikoläuse in Reih und Glied auf einer Verkaufsverpackung versammeln und stolz verkünden können: „Ein Produkt aus Fairem Handel!“, bedarf es eines ausgeklügelten Produktionsprozesses.
Zunächst stehen tonnenweise flüssige fair gehandelte Bio-Schokolade der GEPA in einem Edelstahltank bei 48 Grad bereit. Die Schokolade wird ständig gerührt, damit sich Kakaobutter und Zucker nicht trennen. Die Schokoladenmasse wird in eine Hälfte der Form gegossen, die zweite darauf gesteckt und 15 Minuten geschleudert. Danach werden die Formen von Hand geöffnet. Die Nikoläuse haben einen schönen Glanz und man kann genau die Konturen erkennen. 3.500 Nikoläuse werden pro Stunde hergestellt.
| Hersteller | Merkmale | Produktionsweise | Werte |
|---|---|---|---|
| Fesey (München) | Handgemachte Bischöfe | Manufaktur, traditionelle Formen | Tradition, Handarbeit |
| GEPA | Fair Trade, mit Mitra und Stab | Industrielle Herstellung, Schleuderverfahren | Solidarität, Fairness |
| Riegelein (Cadolzburg) | Verschiedene Größen | Industriell, traditionsbewusst | Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft |
Fairer Handel und Nachhaltigkeit
Doch Schokolade ist bei vielen Nikoläusen oft nicht fair gehandelt. Während sich Kinder und Erwachsene bei uns über die Schokofiguren freuen, ist das in den Ländern des Südens anders. Da hat der Kakao oft einen bitteren Geschmack, weil die Menschen, die die Bohnen ernten, nicht fair bezahlt werden. Labels, die den Kakao als fair gehandelt bezeichnen, sind nicht immer verlässlich - offiziell zertifizierte Hinweise und Siegel bestätigen faire Produktion.
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Was draufsteht ist drin: Die Rohwaren wie Kakao und Zucker, die fair eingekauft wurden, finden sich physisch in einem Fair Trade-Nikolaus wieder. Die Schokoladenmasse wird gewichtsgenau vergossen (beim GEPA-Nikolaus z.B. 65 Gramm), der Schleudervorgang dauert etwa 15 Minuten, bei 18 bis 20 Grad. Nachdem der Schleudervorgang beendet ist, werden die Formen von Hand geöffnet. Pro Stunde werden rund 3.500 GEPA-Schoko-Nikoläuse hergestellt.
Der Heilige Nikolaus hat Werte wie Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen und Benachteiligten gelebt - und er würde sich sicher auch heute dafür einsetzen, in Süd und Nord. Diese Werte sind auch für den Fairen Handel zentral. Darüber hinaus engagieren sich viele Organisationen, wie MISEREOR und GEPA, mit eigenen Aktionen und Kampagnen dafür, den echten Nikolaus und die mit ihm verbundenen Werte wieder ins Bewusstsein zu rücken.
Kontroversen und gesellschaftliche Debatten
In unserer heutigen Zeit, in der soziale Netzwerke und Kommentarfunktionen im Internet allgegenwärtig sind, mag es überraschen, wie viel Kritik und sogar Feindseligkeit scheinbar banalen Dingen entgegenschlagen kann. Auch der Lindt-Adventskalender "1001 Weihnachtstraum" erregte Hass-Kommentare aufgrund seiner Darstellung orientalischer Motive. Der Hersteller argumentierte, dass die Verpackung die damaligen lokalen Lebensumstände zur Zeit von Christi Geburt visualisiere.
Kritiker bemängeln, dass christliche Motive immer mehr aus dem öffentlichen Raum verschwinden, und Weihnachten "aufgeweicht" werde. Das Supermarktkette Penny sorgte beispielsweise mit dem "Zipfelmännchen" für Aufregung, da es keinen weihnachtlichen Bezug hat. Bei der Confiserie Riegelein hingegen betont man, der Nikolaus trage das traditionelle Bischofsgewand mit aufgesetzter Mitra und Bischofsstab und die positiven Eigenschaften, die mit dem heiligen Nikolaus verbunden werden: Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Freude schenken.
Herstellung und Vielfalt im Fokus
Die Herstellung von Schokoladen-Weihnachtsmännern beginnt bei großen Herstellern in der Regel bereits Anfang Mai. Dabei orientiert sich der Produktionsumfang an der Herstellernachfrage, um einen möglichen Überschuss zu vermeiden. Es gibt zahlreiche Varianten in unterschiedlichen Größen, zudem werden die Figuren handwerklich oder industriell produziert. Die Schoko-Bischöfe unterscheiden sich vom Weihnachtsmann durch das bischöfliche Gewand, Mitra und Stab.
Nikolaus-Spendenaktion und gesellschaftliches Engagement
Zeigen Sie Ihren Mitmenschen Gottes Freundlichkeit und lassen Sie mit unserer Nikolaus-Spendenaktion kleine Träume und Hoffnungen wahr werden. Die Gewinner der Nikolaus-Spendenaktion werden am 6. Januar ausgelost. Unterstützt werden zahlreiche gemeinnützige Vereine und Projekte aus unterschiedlichsten sozialen Bereichen, wie Kinderhospize, Tierschutzvereine, Kirchenmusik und Familienbegegnungszentren.
Bedeutung des Nikolaustags heute
Der Nikolaustag am 6. Dezember ist mehr als nur ein Tag der Süßigkeiten und Traditionen. Er erinnert an Werte wie Solidarität, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft. Im Mittelpunkt der Verehrung des Heiligen Nikolaus stehen kleine Geschenke für die Kinder am Nikolaustag.
Die Schere zwischen Arm und Reich geht weltweit weiter auseinander. Schon zu Zeiten von Nikolaus waren krasse soziale Gegensätze ein Thema. Er selbst kam aus gutem Hause, aber statt wegzuschauen, hat er gehandelt und Arme vor Ausbeutung geschützt. Viele Aktionen, Initiativen und Organisationen engagieren sich heute, den echten Nikolaus und seine Werte wieder zu entdecken und zu fördern.
Fazit: Der Schoko-Nikolaus Bischof als Brücke zwischen Tradition und Nachhaltigkeit
Die Wiederbelebung des Schoko-Nikolaus Bischofs als fair gehandelte, traditionsbewusste Figur ist ein Symbol für das Bewahren von Werten in der Vorweihnachtszeit. Seine Insignien - Mitra, Bischofsstab und bischöfliches Gewand - erinnern an seine Rolle als Botschafter von Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Initiativen wie die "Weihnachtsmannfreie Zone", freiwillige Spendenaktionen und die Herstellung nach strengen Fair-Trade-Kriterien zeigen, wie Tradition und zeitgemäße Produktion gemeinsam wirken.
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