Rossmann „Die gute Schokolade“: Sorten, Hintergrund und Wissenswertes
Ob als Tafel, Riegel, Praline, Keks, Glasur oder Weihnachtsmann: Schokolade ist hierzulande sehr beliebt, nicht nur zur Weihnachtszeit. Von der Kakaobohne zur Schokolade ist es ein langer Weg. Wichtigster Bestandteil von Schokolade ist Kakao. Er wächst in den tropischen Regionen Afrikas, Südostasiens und Mittel- und Südamerikas. Etwa 70 Prozent des weltweit geernteten Kakaos kommt aus Westafrika - und wird dort vielfach unter ökologisch und sozial bedenklichen Bedingungen produziert, teilweise sogar durch Kinderarbeit.
Was unterscheidet die Sorten? Von weiß bis bitter
Schokolade ist nicht gleich Schokolade - je nach Kakaoanteil schmeckt sie von kräftig-herb bis sehr süß. Bitterschokolade hat einen besonders hohen Kakaoanteil von 70 Prozent und mehr, bei Zartbitterschokolade sind es etwa 55 Prozent. Sie enthält nur wenig oder gar keine Milch und besitzt eine feste Konsistenz. Vollmilch- oder Milchschokolade enthält neben der Kakaomasse Milch oder Milchpulver. Sie enthält relativ viel Zucker und ist süßer und kalorienreicher als Bitterschokolade. Ihre Konsistenz ist weicher und cremiger. Weiße Schokolade ist genau genommen keine Schokolade, da sie keinen Kakao enthält, sondern lediglich Kakaobutter, deren hellgelbe Farbe charakteristisch für weiße Schokolade ist. Weitere Zutaten sind Zucker, Milch und Aromastoffe wie Vanille.
Kuvertüre vs. Glasur: technischer Unterschied und Anwendung
Kuvertüre unterscheidet sich von Tafelschokolade durch den höheren Anteil an Kakaobutter. Dadurch fließt sie gut und hat einen schönen Glanz - ideal zum Überziehen und Verzieren von Gebäck oder Pralinen. Das geht wie folgt: Die Kuvertüre am besten in kleine Stücke teilen und in einer Schüssel im warmen Wasserbad schmelzen. Darauf achten, dass kein Wasser in die Schokolade gelangt, sonst klumpt sie. Glasur, auch unter dem Namen Kuchenglasur bekannt, enthält anstelle von Kakaobutter Palm- oder Kokosfett und ist in verschiedenen Geschmacksvarianten erhältlich. Sie ist günstiger als Kuvertüre, kommt geschmacklich aber nicht an sie heran.
Lagerung und Haltbarkeit
Schokolade ist verschlossen und bei kühler, trockener und dunkler Lagerung auch oft über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus haltbar. Ideal sind Temperaturen von 12 bis 18 Grad. Man sollte Vollmilchschokolade möglichst nicht bei Temperaturen über 20 Grad lagern, sonst beginnt sie zu schmelzen, verliert an Aroma und bekommt weißliche Flecken. Bei höheren Temperaturen kann sich ein dünner weißer Film bilden, wenn Kakaobutter austritt. Ebenso kann bei Feuchtigkeit eine weiße Zuckerschicht entstehen. Die Schokolade ist deshalb nicht schlecht, aber die Qualität lässt nach.
Qualität erkennen: Zutaten, Kakaoanteil, Siegel
Die Qualität von Schokolade lässt sich schon an der Zutatenliste erkennen: Je weniger Zutaten die Schokolade enthält und je höher der Kakaoanteil, desto hochwertiger ist das Produkt. Deshalb sind Faktoren wie Kakaoanteil, Schadstofffreiheit oder faire Lieferketten wichtig. Es empfiehlt sich deshalb, beim Kauf von Schokolade oder Kakao genau hinzuschauen und auf zertifizierte Ware mit Gütesiegeln wie Fairtrade, Naturland Fair, Hand in Hand sowie UTZ und Rainforest Alliance zurückzugreifen. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt, zu Bio- und Fairtrade-Siegel zu greifen, wenn man Wert auf faire Produktionsbedingungen und auf eine Tierwohl-orientierte Milchwirtschaft legt.
Lesen Sie auch: Aktuelle Preise für Kinder Weihnachtsmann bei Rossmann
Gesundheitliche Aspekte
Schokolade gilt nicht gerade als gesundes Lebensmittel, vor allem weil sie meist viel Zucker enthält und damit sehr kalorienreich ist. Doch sie hat auch ihre guten Seiten: So stecken in den Bohnen Magnesium und Eisen sowie sekundäre Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien wirken können. Zartbitterschokolade ist übrigens in Maßen genossen sogar gesund. Dank des hohen Kakaoanteils enthält sie Flavonoide, die Herz-Kreislauf-Problemen vorbeugen können. Diese Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und können den Blutdruck senken. Ernährungswissenschaftler raten zu einem bewussten Umgang mit Schokolade. Verspüren wir Appetit auf Schokolade, sollten wir ein oder zwei Stücke essen - zuerst riechen, dann lutschen und genießen.
Herstellung: Vom Baum bis zur Tafel
Gleich nach der Ernte werden die Kakaofrüchte geöffnet, die Bohnen von Hand entnommen und fermentiert - ein Gärprozess, bei dem sie sich braun färben und erste Vorstufen der späteren Aromastoffe entwickeln. Die weitere Verarbeitung und Herstellung von Schokolade erfolgt meist in Europa oder Nordamerika. Die Kakaobohnen werden geröstet, geschält und gemahlen. So entsteht eine zähe Masse, die je nach Rezeptur mit anderen Zutaten wie Zucker und Milch vermengt wird. Die Masse wird gewalzt, anschließend erwärmt und gerührt. Zur Produktion von Kakaopulver ist ein anderer Prozess erforderlich: Dafür wird die zähe Kakaomasse unter hohem Druck gepresst und dadurch in die flüssige Kakaobutter und den festen Kakaopresskuchen getrennt.
Historischer Exkurs
Bereits vor rund 3.500 Jahren stellten Völker Mittelamerikas aus gerösteten und zermahlenen Kakaobohnen das Getränk "Xocoatl" her. Für sie war Kakao ein Geschenk des gefiederten Himmels-, Erd-, und Windgottes "Quetzalcoatl".
Markt, Preise und Trends
Schokoladen-Produkte aus dem Supermarkt sind dieses Jahr besonders teuer, die Preise haben sich im Vergleich zum Vorjahr teilweise verdoppelt - obwohl der Kakaopreis am Weltmarkt wieder deutlich gesunken ist. Update vom 18. März 2026: Es ist scheinbar ein ungeschriebenes Konsumentengesetz, dass sich die Preise für Schokolade vor Ostern erhöhen. Nachdem der Rohstoffpreis für Kakao gegen Ende Februar einen vorläufigen Tiefstand erreichte, zieht er im Laufe des März wieder an. Dennoch: der Preis ist aktuell immer noch fast 44 Prozent günstiger als vor drei Monaten. Und gute Schokolade muss nicht teuer sein.
Tests und Verbrauchertipps: „Die gute Schokolade“ bei Stiftung Warentest
Erstmeldung 27. Oktober 2025: Insgesamt 25 Milchschokoladen hatte die Stiftung Warentest im alten Testbericht geprüft. Am Ende sicherte sich eine einzelne Marke den Gesamtsieg im Test: Eine Schokolade mit dem vielsagenden Namen „Die gute Schokolade“ überzeugte die Tester und erhielt die Gesamtnote „gut (1,9)“. Beim Produkt handelt es sich um eine Fairtrade-zertifizierte Tafel. Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) für „Die gute Schokolade“ liegt derzeit bei 1,89 Euro. Neben dem Testsieger erhielt auch die Vollmilchschokolade von Lindt für ihren Geschmack die Note „sehr gut (1,5)“. In der Gesamtbewertung kam sie allerdings nur auf ein „befriedigend“, da die Prüfer die Deklaration beanstandeten.
Lesen Sie auch: Wasser mit Geschmack – Der Vergleich
Update: Stiftung Warentest hat im November 2025 erneut Milchschokoladen unter die Lupe genommen - mit einem überraschenden Ergebnis. Der frühere Testsieger schwächelt diesmal im Geschmack. Die Stiftung Warentest hat im aktuellen Test 22 Milchschokoladen - darunter zwei Vegane-Produkte - genau unter die Lupe genommen. Zwei Tafeln punkten im Testbericht mit einem „sehr guten (1,0)“ Geschmacksergebnis. Fazit: Der Schokoladentest der Stiftung Warentest zeigt, dass gute Qualität nicht zwingend teuer sein muss. Eine vergleichsweise günstige Tafel aus fairer Produktion konnte überzeugen.
Öko-Test und Kritik: Transparenz und Kinderarbeit
Die Verbraucherorganisation Öko-Test hat verschiedene Schokoladen geprüft. Beim Thema „Kinderarbeit“ gibt es scharfe Kritik: Für keine Bitterschokolade im Test können Kinderarbeit oder ausbeuterische Arbeitsbedingungen vollständig ausgeschlossen werden. Öko-Test untersuchte 21 Bitterschokoladen mit Kakaoanteilen von 66 bis 75 Prozent; immerhin fünf Schokoladen erreichen die Note „gut“. Zu den am besten getesteten Schokoladen gehören die beiden Eigenmarken: „Ener Bio - Feine Bitter Schokolade mit 70 % Kakao“ für 1,99 Euro von Rossmann und „Fairglobe - Bio Schokolade Bitter, 70 % Kakao“ für 1,39 Euro von Lidl. Doch bitter bleibt die Erkenntnis, dass keines der getesteten Produkte Kinderarbeit komplett ausschließen kann.
Dubai-Schokolade: Hype, Inhalt und Realität
Großer Beliebtheit erfreut sich Dubai-Schokolade, die durch soziale Medien von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus international zum Trend wurde und sehr teuer ist. Die Tafelschokolade ist gefüllt mit Pistaziencreme, Sesampaste (Tahin) und Kadayif, hauchdünnen knusprigen Teigfäden, die im Deutschen Engelshaar genannt werden. Social Media hat den Hype um die Dubai-Schokolade befeuert. Influencer haben die Schokolade populär gemacht, was zu einer hohen Nachfrage und steigenden Preisen führt. Die exklusive Verfügbarkeit und der hohe Preis machen sie zu einem begehrten Luxusgut.
Rossmanns Rolle: Eigenmarken und „Die gute Schokolade“
„Die gute Schokolade“ (Fairtrade-zertifiziert) überzeugte im Test und führte zu einem Anstieg der Verkaufszahlen nach Berichterstattung. Seit 2012 wird Die Gute Schokolade von HALBA in der Schweiz produziert. In der Chocolate Scorecard 2026 erhielt HALBA den Good Egg Award - für verantwortungsvolle Schokoladenproduktion entlang der Kakao-Lieferkette. Die Plant-for-the-Planet Service GmbH hat ihren Sitz in Deutschland und ist eine Tochterfirma der Plant-for-the-Planet Stiftung. Klimaschutz braucht Bäume. In Mexiko renaturieren wir degradierte Waldflächen mit einheimischen Baumarten, um die Biodiversität zu schützen, die Bodenqualität zu verbessern und lokale Gemeinschaften zu unterstützen. In Nordghana arbeiten wir mit lokalen Gemeinschaften - insbesondere mit Frauen, zusammen, um degradierte Flächen wiederherzustellen und die Klimawiderstandsfähigkeit zu stärken.
Praktische Tipps und Rezepte
Kuvertüre eignet sich besonders zum Überziehen und Verzieren von Gebäck oder Pralinen. Das geht wie folgt: Die Kuvertüre am besten in kleine Stücke teilen und in einer Schüssel im warmen Wasserbad schmelzen. Darauf achten, dass kein Wasser in die Schokolade gelangt, sonst klumpt sie. Selbst gemacht schmecken Tafeln mit ungewöhnlichen Füllungen wie Pistaziencreme oder Tahin oft am besten. Probieren geht über Studieren! Mit Verkostungsaktionen kannst du Produkte vorstellen - Spaß inklusive: Such dir einen Laden in unserer Nähe aus, stelle sicher, dass sich der Manager des Geschäfts das Datum merkt, und öffne Schokolade zum Probieren.
Lesen Sie auch: Testergebnisse: Rossmann Dunkle Schokolade
Tipp zur bewussten Auswahl
- Achte auf wenige Zutaten und hohen Kakaoanteil.
- Bevorzuge Produkte mit Fairtrade- oder Bio-Siegel.
- Lagere Schokolade kühl, trocken und dunkel (12-18 °C).
- Genieße bewusst: ein oder zwei Stücke riechen, lutschen und genießen.
Vergleichstabelle: Merkmale verschiedener Schokoladentypen
| Schokoladentyp | Hauptzutaten | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Bitterschokolade | Kakaomasse, Zucker | Hoher Kakaoanteil (≥70 %), kräftig-herb, fest |
| Zartbitter | Kakaomasse, Zucker, evtl. wenig Milch | Ca. 55-70 % Kakao, aromatisch, weniger süß |
| Vollmilchschokolade | Kakaomasse, Milch/Milchpulver, Zucker | Süßer, cremiger, kalorienreicher |
| Weiße Schokolade | Kakaobutter, Zucker, Milch | Enthält keinen Kakaotrockenanteil, hellgelb, aromatisch |
| Kuvertüre | Hoher Kakaobutteranteil | Guter Fluss, schöner Glanz, ideal zum Überziehen |
| Glasur | Palm- oder Kokosfett, Zucker, Aromen | Günstig, verschiedene Geschmacksvarianten |
Die beste Schokolade ist nicht immer die Lieblingsmarke. Faktoren wie Kakaoanteil, Schadstofffreiheit oder faire Lieferketten spielen eine Rolle. Tests zeigen: Die beste Schokolade muss nicht die teuerste sein. Entscheidend sind neben dem Geschmack hauptsächlich die Qualität der Zutaten und transparente Produktionsbedingungen.
tags: #Rossmann #Die #gute #Schokolade #Sorten #und


