Ritter Sport: Kakao-Herkunft und gelebte Nachhaltigkeit von der Farm bis zur Tafel
Ritter Sport denkt langfristig und investiert konsequent in Nachhaltigkeit - beim Kakao durch Partnerschaften mit Kooperativen und eine eigene Kakaoplantage. Für unsere Schokolade beziehen wir ausschließlich zertifizierten, segregierten Kakao (90 % Rainforest Alliance Cocoa und 10 % Fairtrade Cocoa Program). Seit 2018 ist unser gesamter Kakaobezug zertifiziert. Übrigens als erster großer Schokoladenhersteller.
Asmus Wolff: Stabile langfristige Lieferantenbeziehungen sind uns als Familienunternehmen extrem wichtig. Wir schaffen Transparenz in der Lieferkette und Nähe zu den Menschen, die unseren Kakao anbauen, denn sie sind entscheidend für die Produktion des besten Kakaos.
Direktbezug, Partnerschaften und Rückverfolgbarkeit
Ritter Sport schließt direkt mit den Kooperativen Verträge und schult die Landwirte im nachhaltigen Kakaoanbau. Bei unserem größten Rohstoff, dem Kakao, ist die direkte Zusammenarbeit mit den Landwirten und ihren Erzeugerorganisationen seit Jahrzehnten vorhanden und gewünscht. Unser Ziel ist es, mit einem ausgewählten Partner zusammenzuarbeiten, um die Lieferkette möglichst kurz und transparent zu halten.
Mittlerweile können wir unseren gesamten Kakaobezug bis zur Erzeugerorganisation zurückverfolgen. Bis 2025 haben wir die volle Transparenz bis zum Bauern. Für 85 Prozent unserer Kakaolieferungen haben wir bereits Vereinbarungen mit den liefernden Organisationen. 90% (Stand 2025) unseres Kakaos stammt aus Kakaoprogrammen in langfristigen Partnerschaften mit Erzeugerorganisationen in den kakaoanbauenden Ländern, die wir über diese Programme unterstützen.
Regionen und Mengen
WOHER STAMMT UNSER KAKAO?Wir beziehen unseren Kakao hauptsächlich durch Partnerschaften in Westafrika - Côte d'Ivoire, Ghana und Nigeria - sowie aus Lateinamerika - Nicaragua und Peru. WIE VIEL KAKAO BENÖTIGEN WIR?Wir benötigen etwa 8.950 Tonnen Kakaomasse und 8.000 Tonnen Kakaobutter.
Lesen Sie auch: Zertifizierter Kakaoanbau bei Ritter Sport
El Cacao: Eigene Plantage als Leuchtturm
Seit 2012 bauen wir unsere Plantage in Nicaragua auf. Das ist eine der größten Kakaoplantagen der Welt, die wir gegründet haben, um zu zeigen, wie man Kakao im Einklang mit Mensch und Natur anbauen kann - in einem Agroforstsystem mit Kakao- und Schattenpflanzen. Auf 1.200 Hektar wächst unser Edel-Kakao in einem nachhaltigen Agroforstsystem. 1.200 Hektar Wald- und Feuchtgebiete schützen wir in ihrer ursprünglichen Form.
Der Großteil unserer Kakaolieferanten sitzt aber in Afrika. Über einen Austausch mit dem von uns auf unserer Plantage El Cacao Erlernten schaffen wir eine Symbiose. Wir verstehen die Bedarfe der Bäuerinnen und Bauern, können aber auch unsere Anforderungen zum Beispiel an Qualität einbringen und gemeinsam weiterentwickeln. Dort leben wieder Faultiere und Krokodile.
Qualität und Geschmack
Dadurch haben wir nicht nur ein großes Wissen über den gesamten Anbau des Kakaos als solches, sondern auch darüber, was vor Ort benötigt wird, um effizient zu produzieren und eine hervorragende Qualität zu erzielen. So bekommen wir reinste Rohstoffe, frei von Kontaminanten. Kakao ist ein bisschen wie Wein. Es gibt unterschiedliche Bäume, Böden, Anbaubedingungen. Wir setzen für unsere Schokoladen keine Aromen ein, nicht zuletzt, weil unser Kakao ein so klares Geschmacksprofil hat. Für unsere Schokolade verarbeiten wir nur Kakao, der unseren hohen Qualitätsanforderungen entspricht.
Programme mit Kooperativen: Verträge, Investitionen, Community
Wir schließen Programmverträge mit den Herstellerorganisationen. Meist sind dies Kooperativen, zu denen sich mehrere 100 Landwirte zusammengeschlossen haben. Diese Kooperativen verarbeiten den Kakao weiter und verkaufen ihn an Händler. Um die Programme aufzusetzen, haben wir über eine mehrjährige Studie mit dem Sustainable Agriculture Network für die verschiedenen Herkünfte untersucht, was die Menschen vor Ort brauchen.
Basierend auf dieser Studie haben wir unsere Programme entwickelt und das in Verträgen festgehalten. Die Verträge beinhalten auch unsere Investitionen, die wir vor Ort machen. Wir bezahlen also den Bauern nicht nur den Kakaopreis, sondern unterstützen sie auch, ihre Communityprojekte zu entwickeln, also beim Bau von Brunnen oder der Schule. Wir schaffen zukunftsfähige wirtschaftliche Partnerschaften mit Kakaoerzeugerinnen und -erzeugern, ihren Organisationen und allen an der Wertschöpfungskette Beteiligten.
Lesen Sie auch: Ritter Sport: Ursachen des Lieferengpasses
Waldschutz und Kartierung
Um die Wälder zu schützen, unterstützen wir die Kartierung der Kakaofarmen aller Teilnehmenden unserer Kakaoprogramme seit Jahren. Für unseren Kakao darf kein Wald zerstört werden. EIN KLIMAFREUNDLICHER KAKAOANBAUWir etablieren nachhaltige Anbausysteme wie das Agroforstsystem, die den Erhalt natürlicher Ressourcen und ihre Entwicklung fördern.
Soziale Standards und Kinderrechte
KEINE ILLEGALE KINDERARBEITIn unserer Kakaolieferkette darf es keine missbräuchlichen Formen von Kinderarbeit oder andere Formen der Zwangsarbeit geben. Für uns ist ein Geschäft, das nur für eine Seite ein Geschäft ist, kein Geschäft. Auch unsere Lieferanten aus Afrika, Asien, Südamerika müssen ein Geschäft machen und mit ihren Familien davon leben können.
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz hat Ritter Sport ausdrücklich begrüßt. Deshalb haben wir die Gesetzesinitiative von Anfang an unterstützt und bei der Ausarbeitung des Gesetzes mit Ansätzen, die das in die Realität bringen, geholfen. Alles fängt mit der Risikoanalyse an. Genauso sind wir für unsere Lieferketten vorgegangen.
Risikomanagement und SDGs
Wir haben drei Risikostufen, für die wir unterschiedlich in die Tiefe gehen. Ja, der Vorschlag die Risikoanalyse so aufzubauen, kam von uns. Weil wir wissen, dass man so einen ganz großen Teil seines Einflusses auf die 17 SDG (Sustainable Development Goals) der UN managen kann. Das ist sehr unterschiedlich. Es hängt jedoch weder an Regionen, noch Branchen, noch an der Unternehmensgröße, wie eine Firma hier aufgestellt ist, sondern einzig am Unternehmen selbst.
Klima, Emissionen und Logistik
Wir haben uns der Science Based Target initiative angeschlossen und uns das ambitionierte Ziel gesetzt, unsere Emissionen (Scope 1 - 3) um 42 % zu senken. Wir haben ein Commitment abgegeben, dass wir das 1,5 Grad Ziel durch unsere Aktivitäten unterstützen. Das bedeutet, dass wir unsere gesamte Emission über alle Scopes um 42 Prozent absolut reduzieren müssen. Und das wollen wir bis 2030 erreichen.
Lesen Sie auch: Schokoladentraum: Ritter Sport
¹ Dies erreichen wir durch Vermeidung, Reduktion und Kompensation der unvermeidbaren Emissionen (Scope 1, 2 und 3 beeinflussbar) mit Gold Standard Klimazertifikaten. Die Logistik ist in unserer Überzeugung ein Schlüssel in Richtung CO2-Neutralität. Anfang des Jahres haben wir hierzu einen tollen Schritt gemacht und unsere Kurzstreckenlogistik komplett elektrisch umgestellt. Für den Pendelverkehr zwischen Lager und Werk haben wir in Kooperation mit der Nagel-Group nicht nur zwei Elektro-Lkw gekauft.
Wir stellen über eine PV-Anlage auch den Strom für die Lagerkühlung und den Pendelverkehr her. Außerdem versorgen wir über Solarthermie auf dem Lager auch noch 3000 umliegende Haushalte mit Fernwärme. Solche Zukunftsmodelle rechnen sich vom ersten Tag. Unser Ziel ist es, unsere Energie selbst zu erzeugen, daher gehen wir auch hier an den Ursprung.
Transparenz, Zertifizierung und Glaubwürdigkeit
Glaubwürdigkeit steht für uns an erster Stelle. Deshalb lassen wir alle Schritte durch externe Expertise begleiten. Für die Messung unserer CO2-Emissionen arbeiten wir zum Beispiel mit der Science Based Targets Initiative. Wir nutzen anerkannte Zertifizierungen und Labels, um unsere Bemühungen und unser Engagement von Dritten bestätigen zu lassen.
Wir übernehmen Verantwortung und gehen als gutes Beispiel voran. Entdecke unsere Fortschritte beim Thema Nachhaltigkeit in unserem Nachhaltigkeitsbericht, den wir alle zwei Jahre auf freiwilliger Basis veröffentlichen. Erfahre, was wir erreicht haben und welche Ziele wir als Unternehmen für die Zukunft verfolgen.
Rückwärtsintegration und Innovation im Ursprung
Dazu kommt unsere Rückwärtsintegration. Ritter Sport produziert z. B. seinen eigenen Kakao. Die erste kleine Ernte war 2018. Ein Beispiel: Das süße Kakaofruchtfleisch, das beim Fermentationsprozess der Kakaobohnen einfach abfließt und im Boden versickert - und diese dabei übersäuert - fangen wir auf und haben unsere eigene Limonade aus Kakaofruchtsaft, einen Eistee und auch einen Kakao-Secco daraus entwickelt.
Neben einem verbesserten Angebot am Weltmarkt führt Ritter Sport die frühzeitige Umstellung auf ausschließlich zertifiziert nachhaltigen Kakao auch auf die eigene Direct Sourcing-Strategie zurück. Bereits seit fast 30 Jahren setzt der Mittelständler das Prinzip des Direktbezugs erfolgreich in Nicaragua um. Darüber hinaus wird die eigene Plantage El Cacao künftig rund 30 Prozent der benötigten Kakaomasse liefern.
Qualität zahlt sich aus
Wir sind profitabel und sind sicher, dass wir durch diese Arbeit eine Top-Qualität erzeugen und Verbraucherinnen und Verbraucher das honorieren - vielleicht nicht durch einen gewaltig höheren, aber doch einen höheren Preis. Qualitätsaspekte sind für uns extrem wichtig. Diese Investitionen lohnen sich vielleicht nicht im nächsten Jahr, aber sie lohnen sich.
Verpackung und Kreislauf
Bei unseren Verpackungen ist uns die Recyclingfähigkeit ganz besonders wichtig. Dazu gehörten neben den Folienverpackungen auch alle Umverpackungen. The recyclability of our packaging is of particular importance to us. Apart from our wrappers, this also includes all outer packaging. Die Primärverpackung ist für uns entscheidend, sie ist direkt an der Schokolade, schützt sie z. B. vor Verunreinigung, Beschädigungen beim Transport und muss haptisch schön sein.
Nichtsdestotrotz wissen wir, dass nicht alle Kunststoffe im Kreislauf und zu viele in der Natur landen. Deshalb haben wir gemeinsam mit unserem Papierlieferanten der Köhler Group ein Entwicklungsprojekt initiiert, um eine für uns brauchbare Papierverpackung zu entwickeln. Bislang gab es mehrere Markttests mit Papierverpackung, aber wir sind noch nicht am Ziel.
Organisation, Einkauf und Governance
Innerhalb der Geschäftsführung ist Nachhaltigkeit für alles, was die Wertschöpfungskette betrifft, in meinem Geschäftsressort verankert. Bei der Umsetzung betreffen 70 bis 80 Prozent der Themen den Einkauf. Nachhaltigkeit war bei uns noch nie eine Stabsfunktion, sondern wurde von Anfang an in die Funktionsbereiche implementiert. Die dominante Rolle spielt der Einkauf.
Ja das stimmt. Aber weil der Einkauf so überwältigend wichtig ist, ist er selbst in der Führung, leitet die Themen und bringt sie in die Umsetzung. Wir haben umfassend beschrieben, was wir von einem Lieferanten in zehn Jahren erwarten, damit wir ihm glauben können, dass er nachhaltig arbeitet.
Investitionen und Kennzahlen
Wir haben uns selbst verpflichtet, mindestens 10 % unserer jährlichen Investitionen explizit in Nachhaltigkeitsprojekte zu investieren. Dies wird jährlich unabhängig durch das Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) geprüft. Wir investieren jährlich rund sieben Millionen Euro in unsere Kakaoprogramme in Westafrika, Mittel- und Südamerika. Für 91% (Stand 2025) unseres Kakaos stammt aus langfristigen Partnerschaften mit Erzeugerorganisationen in den kakaoanbauenden Ländern, die wir über unsere Kakao Programme unterstützen.
| Kennzahl | Wert / Aussage |
|---|---|
| Zertifizierung Kakao | Seit 2018 zu 100 % (90 % Rainforest Alliance, 10 % Fairtrade) |
| Partnerschaften | 90-91 % aus langfristigen Programmen (Stand 2025) |
| Investitionen Kakao-Programme | rund 7 Mio. Euro pro Jahr |
| SBTi-Ziel | -42 % absolute Emissionen (Scope 1-3) bis 2030 |
| El Cacao Fläche | 1.200 ha Agroforst + 1.200 ha Schutzgebiete |
| Rückverfolgbarkeit | bis Erzeugerorganisation; bis 2025 bis zum Bauern |
Marke, Anspruch und Kommunikation
Wolff: Daran arbeiten wir seit Jahrzehnten und kommunizieren dies für die Marke künftig noch sehr viel stärker. Um diese Aussagen treffen zu können, entwickeln wir seit 30 Jahren unsere Supply Chain und unser Unternehmen in diesem Sinne. Ritter Sport bezieht laut eigenen Angaben als erster großer Tafelschokoladehersteller für das gesamte Sortiment ausschließlich zertifiziert nachhaltigen Kakao.
"Wir haben den Anspruch, wirklich gute Schokolade herzustellen. Das gilt nicht nur für unsere kompromisslose Qualitätsphilosophie, sondern ganz besonders auch für die ökologischen und sozialen Bedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und damit vor allem auch im Kakaoanbau", erklärt Andreas Ronken, Vorsitzender der Geschäftsführung der Alfred Ritter GmbH & Co. KG. "Ritter Sport steht für Genuss und wer heute zeitgemäß genießen will, der will das nicht auf Kosten anderer."
Resilienz der Lieferkette
Durch die Krisen seit 2020 sind wir durch unser langfristiges Handeln sehr gut durchgekommen. Wir hatten keinerlei Lieferausfälle. Unser Ziel ist es, mit einem ausgewählten Partner zusammenzuarbeiten, um die Lieferkette möglichst kurz und transparent zu halten. Genau das ermöglicht die Rückverfolgbarkeit des Kakaos und eine wirksame Einflussnahme auf die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen in den Herkunftsländern.
Weitere Rohstoffe im Blick
Dann kommen Fette, Milchprodukte, Zucker und Packstoffe und damit insgesamt rund 50 direkte Lieferanten. Für die Milch haben wir das mit dem Thünen Institut erarbeitet. Wenn wir einem Schwarzwälder Milchbauern sagen, er müsse seine Kühe auch bei extremem Minusgraden auf der Weide lassen, funktioniert das nicht. Es geht um realistische Zielbilder.
In Irland gibt es seit Jahren eine Gesetzgebung, die extrem fortschrittlich ist, was das Tierwohl angeht. Man kann also aus Irland mit sehr gutem Gewissen Weidemilch kaufen. Deshalb haben wir Weidemilch aus Irland im Portfolio trotz des längeren Transports. Einfach, weil wir in der konventionellen Landwirtschaft in Deutschland nicht so weit sind.
Unternehmensprofil
Das 1912 gegründete Familienunternehmen beschäftigt heute rund 1750 Mitarbeiter und erzielte 2021 einen Umsatz von 505 Millionen Euro. Als erster großer Tafelschokoladenhersteller stellt die Alfred Ritter GmbH & Co. Für jede Tafel Ritter Sport Schokolade, die das Werk im schwäbischen Waldenbuch verlässt, bezieht das Unternehmen damit ausschließlich Kakao, der unter nachhaltigen Bedingungen angebaut und verarbeitet wurde.
Wir leben und lieben Vielfalt. Mit einer so großen Auswahl unserer bunten Vielfalt ist es allerdings nicht leicht, einen Favoriten zu finden. Entdecke die Heimat von Ritter Sport und erlebe den Geschmack, die Herkunft und die Herstellung von unserer Schokolade.
Wissenstransfer und Einbindung
WISSEN WIR, WER UNSEREN KAKAO ANBAUT?Wir beziehen etwa 91 % (Stand 2025) unseres Kakaos über Kakao-Programme mit unseren Partnern in den Anbauländern. Erfahre mehr über unsere wichtigste Zutat für richtig gute Schokolade. Ein Schokoladenhersteller mit eigener Kakao Farm? Folge uns auf El Cacao!
Erfahre mehr über unsere Partner und was wir gemeinsam erreichen. Lerne das Team hinter unserem Kakao kennen und teste dein Kakaowissen. Möchtest du noch mehr über unser Engagement und unsere Leidenschaft rund um den Kakao wissen?
tags: #Ritter #Sport #Kakao #Herkunft #und #Nachhaltigkeit


