Riegelein Schokolade im Test: Qualität, Kritik und Kontroversen
Die Welt der Schokolade ist vielfältig und gerade in der Vorweihnachtszeit und zu Ostern überschwemmen Schoko-Nikoläuse, Weihnachtsmänner und Osterhasen den Markt. Doch wie steht es um die Qualität der Produkte? Dieser Artikel beleuchtet die Riegelein Schokolade im Test, wobei Testergebnisse, Inhaltsstoffe und weitere Aspekte berücksichtigt werden.
Riegelein und der Kampf um den Goldhasen
Ein Rechtsstreit zwischen dem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli und der fränkischen Firma Riegelein erregte Aufsehen. Lindt hatte im Jahr 2000 seinen „Goldhasen“ markenrechtlich schützen lassen und wollte Konkurrenten ähnliche Hasen verbieten. Riegelein wehrte sich mit dem Argument, sitzende Schokohasen in Goldfolie seien seit den 1950er Jahren eine gängige Form. Nach fast zehn Jahren entschied ein deutsches Gericht Ende 2011 zugunsten von Riegelein, da keine Verwechslungsgefahr zwischen den Produkten bestehe. Ein österreichisches Gericht urteilte jedoch anders. Dieser Fall zeigt, wie hart umkämpft der Schokoladenmarkt ist und welche Bedeutung Markenrechte spielen.
Qualität und Herstellung bei Riegelein
Riegelein betont die Qualität ihrer Schokolade und die sorgfältige Auswahl der Rohstoffe. Für die Schokoladenmasse werden edler Kakao, Kakaobutter, Vollmilch und Zucker verwendet, die strengsten Kontrollen unterliegen. Moderne Conchier- und Walzanlagen sollen für einen zarten Schmelz sorgen, ein Markenzeichen von Riegelein. Besonders beliebt ist die Edelvollmilch-Chocolade mit einem Kakaoanteil von 33 %. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in neue Produktionsanlagen und Fertigungstechnologien.
Zum Saisonstart Weihnachten 2011 stellte Riegelein das Segment der handdekorierten Confiserie-Artikel auf Fairtrade-Standards um. Das Fairtrade-Siegel garantiert, dass die Rohstoffe ökologisch und ökonomisch angebaut und sozial verantwortlich gehandelt werden. Festgelegte Mindestpreise beim Kakaoeinkauf sollen den Bauern in den Anbauländern Sicherheit und langfristige Entwicklungsperspektiven bieten. Durch eine zusätzliche Fairtrade-Prämie werden zudem gemeinnützige Gemeinschaftsprojekte in den Bereichen Gesundheit, Schulbildung und Umwelt unterstützt. Riegelein betont, dass auch die Qualität der Schokolade von diesen Maßnahmen profitiert, beispielsweise durch die Einführung von Qualitätskontrollen und Schulungen vor Ort.
Kritik: Mineralölbelastung in Schoko-Weihnachtsmännern
Öko-Test hat sich Schoko-Weihnachtsmänner vorgeknöpft und dabei eine unschöne Entdeckung gemacht: Alle Produkte waren mit Mineralöl verunreinigt, auch vegane Angebote. Mineralölbestandteile können während des Produktionsprozesses, bei der Ernte, Verarbeitung oder Lagerung in die Lebensmittel gelangen. Auch Verpackungen können eine Kontaminationsquelle sein. Häufig handelt es sich um gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH), die sich im Körper anreichern und Organe schädigen können. Besonders kritisch sind aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), die Hormonstörungen verursachen können und im Verdacht stehen, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.
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Öko-Test bewertete Produkte, in denen MOAH nachgewiesen wurden, mit "mangelhaft". Insgesamt fünf Schokoladen-Produkte wurden von Öko-Test mit "mangelhaft" abgestraft. Auch vegane Schoko-Weihnachtsmänner waren betroffen. So fiel der Riegelein Merry Xmas Weihnachtsmann (vegan) aufgrund starker Mineralölbelastung durch. Andere vegane Schoko-Weihnachtsmänner wurden jedoch von Öko-Test empfohlen.
Die EU-Kommission hat Richtwerte für MOAH festgelegt. Lebensmittel mit höherem Fett- oder Ölgehalt wie Schokolade sollen vom Markt genommen werden, wenn sie mehr als 1 mg/kg MOAH enthalten. Mineralölverunreinigungen durch gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) sind weiterhin unreglementiert. Als mögliche Ursachen für die Mineralölbelastung werden Schmieröle an Erntemaschinen oder der Transport der Kakaobohnen in Sisal- und Jutesäcken genannt, die mit Mineralölen behandelt sind. Ein Anbieter vermutete, dass die Belastung in seinem Schoko-Nikolaus durch die Verpackung aus Plastikfolie zustande kommt.
Testergebnisse im Überblick
Ein WDR-Geschmackstest von Schoko-Osterhasen zeigte, dass teurere Produkte besser abschneiden. Der Aldi-Osterhase fiel durch, während teurere Hasen begeisterten. Der Riegelein Osterhase konnte die Experten ebenfalls nicht überzeugen. Sie bemängelten das starke Vanille-Aroma und den Kunststoffgeschmack. Der Lindt-Osterhase wurde als klarer Testsieger ausgezeichnet, auch der Milka-Schmunzelhase konnte überzeugen.
Öko-Test nahm 23 Schoko-Nikoläuse und Weihnachtsmänner unter die Lupe. Viele Schoko-Figuren enthielten Mineralölbestandteile, die zum Teil krebserregend sind. Fünf Produkte fielen durch und erhielten die Note „mangelhaft“. Zu den Gewinnern des Öko-Tests zählten sieben Schoko-Nikoläuse und Weihnachtsmänner, darunter der Riegelein Bio-Fairtrade Weihnachtsmann.
Tipps für den Schokoladenkauf und die Lagerung
Schokolade sollte trocken, luftdicht, dunkel und bei Temperaturen bis 20 Grad aufbewahrt werden. In der Regel ist Schokolade auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar. Je höher der Kakaoanteil, desto länger hält sie sich. Helle Flecken auf der Schokolade sind meist Zucker- oder Fettreif und kein Grund zur Entsorgung.
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