Rapunzel Nuss Nougat Creme Testbericht Erfahrungen
Fast jeder fünfte Deutsche isst mehrmals pro Woche Nutella oder eine andere Nuss‑Nougat‑Creme. Schmeckt das Original wirklich am besten? Wir haben die Ergebnisse verschiedener Tests, Verkostungen und Herstellerangaben zusammengeführt und dabei auch die Rapunzel Samba Nuss‑Nougat‑Creme (Rapunzel Tiger Creme bzw. Samba Haselnuss) besonders betrachtet.
Testergebnisse im Überblick
Die Stiftung Warentest hat 21 Produkte getestet. Von 21 Produkten im Test schneiden 6 gut ab. Sieben aber sind deutlich mit Schadstoffen belastet, zwei kassieren ein Mangelhaft. Sechs Nuss‑Nougat‑Cremes im Test sind insgesamt gut. Fünf davon schneiden in puncto Geschmack gut ab, eine sogar sehr gut. Unter den sechs besten sind ein konventionelles Marken‑ und ein Bioprodukt sowie vier Cremes von Handelsmarken.
Die Tester haben bei allen Anbietern nachgefragt, ob sie die Herkunft ihrer Rohstoffe kennen und ob sie nachweisen können, dass sie sich für nachhaltigen Anbau einsetzen. Zwar betonen viele Unternehmen, ihre soziale Unternehmensverantwortung („Corporate Social Responsibility“, kurz CSR) ernst zu nehmen. Doch nicht jeder Anbieter hat zu allen Zutaten gleich viel preisgegeben. Während bei Kakao und Palmöl viele Anbieter ihre Bemühungen gut belegen konnten, sah es bei den Haselnüssen eher mau aus.
Schadstoff‑ und Inhaltsstoff‑Probleme
Bei einigen Nuss‑Nougat‑Cremes verderben Schadstoffe den Genuss. In 16 der 21 Cremes konnten die Tester Aflatoxine nachweisen. Diese Schimmelpilzgifte sind bei Nüssen nicht immer vermeidbar. Alle Produkte halten den Grenzwert für Aflatoxine zwar ein, 7 sind aber trotzdem deutlich mit den Giften belastet - für sie lautet das Schadstoffurteil ausreichend.
Die kritischen Stoffe 3‑MCPD‑ und Glycidyl‑Ester fanden die Tester in allen Produkten. Sie können beim Raffinieren von Speiseöl entstehen. Ein Produkt war stark damit belastet - es enthielt doppelt so viel wie alle anderen Cremes im Test zusammen. Nach den Verbesserungsbemühungen des Herstellers enthält die Rapunzel Tiger Creme Nuss‑Nougat‑Creme (4,99 Euro pro 400 g) immer noch die Fettschadstoffe 3‑MCPD‑ und Glycidylester. Aber immerhin wird für ein 30 Kilogramm schweres Kind durch Verzehr einer 40‑Gramm‑Portion nicht mehr, wie im Ursprungstest (2/2014), mehr als die Hälfte der sogenannten täglichen tolerierbaren Aufnahmemenge (TDI) ausgeschöpft. Bei kleineren Kindern, die kräftig zulangen, kann das schnell anders aussehen. Wir werten den aktuellen Gehalt nicht mehr ab. Bleibender Kritikpunkt sind PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Deckeldichtung.
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Hauptzutaten: Palmöl, Kakao, Haselnüsse, Zucker
Die meisten Cremes enthalten Palmöl und Kakao, die aus ökologischer und sozialer Sicht umstritten sind. Die Cremes können bis zu einem Viertel aus Palmöl bestehen. Das Öl der tropischen Ölpalme ist geschmacksneutral, lange haltbar und sehr streichfähig - aber es wird dafür im fernen Indonesien oder Malaysia Regenwald gerodet. Als Rapunzel 1993 weltweit das erste Bio‑Palmöl initiierte, zeigte der ökologische Anbau und die alternative Bio‑Vermarktung auf, dass eine vollkommen transparente Prozesskette durchaus möglich ist. Heute heißt dies „segregiertes Palmöl“, also mit definierter Herkunft und zu 100 % rückverfolgbar. Für Bio‑Anbau darf kein Primärwald wie Regenwald gerodet oder abgebrannt werden. Dies ist ein absolutes Ausschlusskriterium.
Kakao, der bis zu 9 Prozent einer Nuss‑Nougat‑Creme ausmacht, wird häufig aus Westafrika bezogen, wo für Kakao Kinder gefährliche Arbeit verrichten müssen. Haselnüsse machten 10 bis 36 Prozent der Nuss‑Nougat‑Cremes im Test aus. Kaum hinterfragt wurde bisher, wie es um die Arbeitsbedingungen im Haselnussanbau steht. Bekannt ist nur: Das Hauptanbaugebiet ist die Türkei.
Wie viel Nussanteil ist sinnvoll?
Besser ist oft ein hoher Haselnussanteil: Wer eine gute Balance finden möchte, sollte zu einem Haselnussbrotaufstrich mit hohem Anteil an Haselnüssen greifen, denn im gleichen Maße sinkt in der Regel der Zuckeranteil. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass 25 Gramm Haselnüsse am Tag aufgrund der enthaltenen ungesättigten Fettsäuren durchaus gesundheitsfördernd sind. Das beliebte Markenprodukt enthält gerade einmal den Mindestanteil an Haselnüssen. Er muss gesetzlich vorgeschrieben mindestens 13 Prozent betragen, bei hochwertigen Marken liegt er aber oft bedeutend höher bei 35 bis 40 Prozent.
Praktische Verkostungs‑Ergebnisse (Blindtests)
Neben der neuen und der alten Version von Nutella haben Tester noch fünf andere Nuss‑Nougat‑Cremes ausprobiert: Nusspli von Zentis, Samba Haselnuss von Rapunzel, die „Ost‑Nutella“ Nudossi, die Gut&Günstig Nougatcreme von Edeka und die Pâte à tartiner von Chocolat Chapon aus dem KaDeWe. Preislich lagen die Aufstriche weit auseinander. Am wenigsten zahlt man für Nusspli (1,89 Euro), die Creme aus dem KaDeWe schlägt dagegen mit fast zehn Euro zu Buche.
Das Ranking: Die alte Nutella landet auf Platz eins, die neue Rezeptur direkt dahinter. Die Ostmarke Nudossi liegt immerhin auf Platz drei. Dahinter folgte die Gut&Günstig Nougatcreme. Platz fünf teilen sich die Pâte à tartiner aus dem KaDeWe und Nusspli von Zentis. Den letzten Platz belegt mit einer Gesamtnote von 3,3 die Nougatcreme Samba von Rapunzel.
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Die Samba von Rapunzel war überraschenderweise der Verlierer: Der Aufstrich aus dem Biomarkt hat optisch wie geschmacklich kaum überzeugt. Die Creme schmeckte längst nicht so süß und schokoladig wie die anderen, manchen klebte sie zu sehr am Gaumen. Auch optisch fiel sie durch. „Das sieht nicht so ganz frisch aus“, so ein Eindruck von der matten, hellbraunen Creme. Verlierer Samba von Rapunzel besteht zu 45 Prozent aus Haselnüssen, während die beliebteren Cremes von Edeka und Ferrero nur einen Nussanteil von 13 Prozent haben. Je höher der Nussanteil, desto schlechter schnitt ein Aufstrich ab. Dagegen kam der Aufstrich umso besser an, je mehr Zucker er enthält.
Was Verbraucher in Zutatenlisten prüfen sollten
Achten Sie auf die Zutatenliste, um die Qualität der Nüsse und den Zuckergehalt zu prüfen. Suchen Sie nach Nuss‑Nougat‑Cremes, die glutenfrei und ohne Milchprodukte hergestellt werden, um Allergien zu vermeiden. Ein Blick auf die Zutatenliste entlarvt zudem schnell Firmen, die zusätzlich Aromen beigeben, die allesamt unnatürlich sind - und auch nicht benötigt werden. Hier ist weniger eben mehr.
Auch auf die Aromaangaben im Zutatenverzeichnis können sich Verbraucher nicht immer verlassen. Acht Produkte sollen echte Vanille oder ihr Aroma enthalten. Mangelhaft ist zudem eine zweite Nuss‑Nougat‑Creme: Sie soll laut Etikett laktose‑ und milchfrei sein, das ist sie aber nicht.
Vegane, Bio‑ und laktosefreie Varianten
Vegane Haselnusscremes bereichern das Sortiment durch innovative Rezepturen auf Pflanzenbasis, wodurch sie eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Produkten darstellen. Statt Kuhmilch kommen hier beispielsweise Mandel‑ oder Kokosdrinks zum Einsatz. Die laktosefreie Nougatcreme ermöglicht unbeschwerten Genuss durch spezielle Rezepturen, wodurch auch Menschen mit Laktoseintoleranz nicht verzichten müssen. Hochwertige laktosefreie Varianten stehen den klassischen Produkten geschmacklich in nichts nach.
Die vegane Variante mit 33% frisch gerösteten, aromatischen Haselnüssen wird beschrieben: Die Milchbestandteile sind in dieser veganen Variante durch Süßlupinenmehl ersetzt. Fein abgerundet wird die Rezeptur durch eine Prise echter Bourbon Vanille. Frisch geröstete, aromatische Haselnüsse werden mit edlem Kakao und Süßlupinenmehl sorgfältig zu einer zart schmelzenden Creme verarbeitet, abgerundet mit einem Hauch echter Bourbon Vanille. Verwendung: Als Brotaufstrich, zu Crêpes, Pfannkuchen und auch zum Backen, z.B. für Schoko‑Croissants. Lagerhinweis: Kühl und trocken lagern. Die Konsistenz ist temperaturabhängig.
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Preis vs. Geschmack
Preislich lagen die Aufstriche weit auseinander, aber ist teuer auch lecker? Auf den Preis kommt es nicht an. An der teuren Pâte à tartiner aus dem KaDeWe störten die Tester die kleinen Nussstückchen. Sie schnitt dadurch eben so schlecht ab wie die günstigste Creme Nusspli, zu der einer meinte, sie schmecke nach „billigen Zutaten“. Nusspli ist die Nougat‑Creme mit dem wenigsten Nussanteil von 5,5 Prozent und die Creme von Chocolat Chapon, die mit dem höchsten. Die Tester scheinen demnach ein richtiges Mittelmaß zu bevorzugen.
Wie wurde getestet? Kriterien und Methoden
So haben wir getestet Geschmack, Konsistenz und Farbe: Auf diese drei Kriterien kam es bei unserer Blindverkostung an. Für jede Kategorie durften unsere acht Tester Schulnoten vergeben, von eins bis fünf war am Ende alles dabei. Zusätzlich sollte jeder auch noch eine Gesamtnote vergeben, die seinen subjektiven Eindruck von der Creme wiedergab. In weiteren Verkostungen testeten Erwachsene und Kinder getrennt voneinander. Bei BRIGITTE.de testeten neun Frauen, ein Mann, fünf Kinder (drei Mädchen und zwei Jungs im Alter von elf und zwölf Jahren).
Tipps für Verbraucher
- Achten Sie auf den Haselnussanteil: Ein hoher Anteil (35-40 %) liefert intensiven Nussgeschmack und meist weniger Zucker.
- Lesen Sie die Zutatenliste: Vermeiden Sie unnötige Aromen und prüfen Sie auf Allergenkennzeichnungen (Milch, Gluten).
- Informieren Sie sich zur Herkunft von Palmöl, Kakao und Haselnüssen; bevorzugen Sie Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft und Siegeln wie Bio, sofern die Hersteller transparente Angaben machen.
- Lagern Sie Nuss‑Nougat‑Cremes kühl und trocken, direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
- Verwenden Sie Cremes auch zum Backen oder als Topping - viele Produkte eignen sich vielseitig.
Stimmen aus Tests und Verbrauchererfahrungen
Die alte Nutella bleibt für viele Tester Favorit; die neue Rezeptur ist okay, aber die alte ist vielen lieber. Überraschend konnten sieben von acht Testern tatsächlich das Original herausschmecken und erkannten die echte Nutella. Eine Kollegin, die felsenfest dachte, Nudossi herausschmecken zu können, lag falsch und gab der alten Nutella die Bestnote. Generell zeigte sich: Je mehr Zucker, desto besser gefällt das Produkt vielen Testern und Kindern.
Bionella (Bio‑Variante) wurde von der Mehrheit der Tester als lecker und angenehm süß empfunden; viele Produkttester haben bionella zum Frühstück auf ihrem Brot probiert. Die meisten der Produkttester sind sich einig: bionella ist lecker, riecht gut und hat eine angenehme Süße. Unabhängige Testinstitute bewerten dabei Geschmack, Konsistenz und Inhaltsstoffe; zertifizierte Qualitätsprodukte überzeugen durch Transparenz bei der Herkunft der Zutaten.
Fazit für Rapunzel Samba
Die Rapunzel Samba Haselnuss (auch Rapunzel Tiger Creme genannt) ist ein Beispiel dafür, dass hoher Haselnussanteil und Bio‑Anspruch nicht automatisch zu sensorischem Genuss oder zu schadstofffreiem Produkt führen. Samba besteht zu 45 Prozent aus Haselnüssen, wurde in Blindtests aber oft als zu nussig, bitter oder „muffig“ empfunden und belegte in einem Vergleich den letzten Platz. Außerdem sind in der Vergangenheit bei Rapunzel Fettschadstoffe (3‑MCPD, Glycidylester) nachgewiesen worden, wenn auch nach Verbesserungen die Belastung reduziert wurde. Verbraucher sollten bei Rapunzel und ähnlichen Produkten also sowohl auf sensorische Bewertungen als auch auf Analysen zu Schadstoffen und Transparenz bei Herkunft und Nachhaltigkeit achten.
| Aspekt | Worauf achten |
|---|---|
| Haselnussanteil | Höher = intensiverer Nussgeschmack, oft weniger Zucker |
| Zucker | Mehr Zucker erhöht meist die Beliebtheit, besonders bei Kindern |
| Palmöl & Kakao | Herkunft prüfen, bevorzugt segregiertes Bio‑Palmöl und nachhaltigen Kakao |
| Schadstoffe | Aflatoxine, 3‑MCPD & Glycidylester prüfen; Herstellerangaben lesen |
| Preis | Kein verlässlicher Indikator für besseren Geschmack |
Ob Rapunzel Nuss‑Nougat‑Creme für Sie die richtige Wahl ist, hängt also von Prioritäten ab: Bio‑Anspruch und hoher Nussanteil auf der einen, Geschmack und Schadstoffbewertungen auf der anderen Seite. Informieren Sie sich anhand von Zutatenliste, Herkunftsangaben und unabhängigen Testergebnissen.
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