Raps Honig Schleudern Anleitung: Von der Ernte bis zur Verarbeitung
Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zum Schleudern und Verarbeiten von Rapshonig, basierend auf praktischen Erfahrungen und bewährten Methoden von Imkern. Der Fokus liegt darauf, wie man mit den besonderen Eigenschaften von Rapshonig umgeht, insbesondere seiner schnellen Kristallisation.
Die Herausforderung: Rapshonig und seine schnelle Kristallisation
Rapshonig ist bekannt für seinen hohen Glukoseanteil, der zu einer schnellen Kristallisation führt. Dies kann bereits beim Schleudern zu Problemen führen, da der Honig zäh wird und schwer aus den Waben zu bekommen ist. Einige Waben können sogar ungeschleudert bleiben. Nach dem Schleudern kann der Honig innerhalb weniger Tage aushärten, was das Rühren erschwert oder unmöglich macht.
Erste Schritte nach der Ernte
Direkt nach der Ernte sollte der Honig gesiebt und von Wachskrümeln und Schaum befreit werden. Wachskrümel und Schaum setzen sich an der Oberfläche ab und können mit einem Löffel oder durch Abziehen einer Frischhaltefolie entfernt werden.
Methoden zur Verarbeitung von Rapshonig
Es gibt verschiedene Ansätze, um mit der schnellen Kristallisation von Rapshonig umzugehen und ihn in eine streichfähige Konsistenz zu bringen.
Sofortiges Abfüllen
Einige Imker empfehlen, Rapshonig direkt nach dem Abschäumen abzufüllen, ohne ihn vorher zu rühren. Der Honig kristallisiert dann im Glas cremig und streichfähig. Diese Methode funktioniert gut, wenn man eine feine Kristallisation wünscht und bereit ist, den Honig so zu akzeptieren, wie er kristallisiert.
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Rühren für eine cremige Konsistenz
Um eine besonders cremige Konsistenz zu erreichen, kann der Honig gerührt werden. Der richtige Zeitpunkt zum Rühren ist, wenn der Honig anfängt, einen perlmuttartigen Schimmer zu bekommen, was auf den Beginn der Kristallisation hindeutet.
Rührvorgang:
- Den Honig alle 1-2 Tage einige Minuten lang rühren.
- Dazu kann ein Hand-Honigrührer oder ein Dreikant-Rührstab für die Bohrmaschine verwendet werden.
- Das Rühren sollte so lange fortgesetzt werden, bis der Honig ein cremiges Aussehen hat (in der Regel nach ein bis zwei Wochen).
Es ist wichtig, den Honig nicht zu lange im Honigeimer stehen zu lassen, da er sonst zu fest werden kann, um ihn noch herauszubekommen.
Verflüssigen und Impfen
Eine weitere Methode ist das Verflüssigen des Honigs und anschließende Impfen mit feincremigem Honig.
Verfahren:
- Den Honig im Wasserbad bei maximal 40°C oder im Wärmeschrank erwärmen, bis er beweglich, aber nicht flüssig ist.
- Den Honig mit einem Honigrührer (z.B. Rapido) langsam von oben nach unten rühren, ohne Luft einzurühren.
- Den Honig in einen Abfülleimer gießen und 10-24 Stunden stehen lassen, damit Luftblasen aufsteigen können.
- Flüssigen Honig mit Impfhonig mischen (ca. ein Drittel Impfhonig).
- Das Gemisch einige Minuten mit einem Mörtelrührer oder einem mehrflügeligen Standrührer (über eine Stunde) rühren.
Auftauen von festem Honig
Wenn der Honig bereits fest geworden ist, gibt es Möglichkeiten, ihn wieder zu verflüssigen.
Methode:
- Den Honig im Wasserbad bei 40°C für 24 Stunden auftauen.
- Den Honig direkt nach dem Auftauen abfüllen.
Einige Imker verwenden auch einen Einkochautomaten, um den Honig schonend zu erwärmen.
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Umgang mit hartem Rapshonig in den Waben
Wenn der Rapshonig bereits in den Waben kristallisiert ist und sich nicht mehr schleudern lässt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen:
Waben den Bienen zurückgeben
Die Waben können den Bienen zurückgegeben werden, entweder Ablegern zum Verbrauchen oder dem Hauptvolk zum Umtragen. Die Bienen tragen den Honig um und verarbeiten ihn weiter. Es kann hilfreich sein, die Waben leicht mit Wasser zu besprühen, um den Prozess zu erleichtern.
Waben erwärmen
Eine weitere Möglichkeit ist, die Waben vorsichtig zu erwärmen, um den Honig zu verflüssigen. Dies kann im Backofen bei niedriger Temperatur geschehen. Nach dem Erwärmen können die Waben geschleudert werden.
Tipps und Tricks für die Verarbeitung von Rapshonig
- Hygiene: Bei der Honigernte und -verarbeitung ist auf strenge Hygiene zu achten. Alle Arbeitsgeräte und die Imkerkleidung müssen sauber sein.
- Wassergehalt: Der Wassergehalt des Honigs sollte unter 18% liegen, um Gärung zu vermeiden. Der Reifegrad des Honigs kann mit einem Refraktometer gemessen werden.
- Rühren: Regelmäßiges Rühren ist wichtig, um eine feine, cremige Konsistenz zu erzielen.
- Lagerung: Der Honig sollte kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden.
- Impfhonig: Die Verwendung von Impfhonig kann helfen, eine feine Kristallisation zu fördern.
- Temperaturen: Achten Sie auf die Temperaturen während des Erwärmens und Rührens, um die Qualität des Honigs nicht zu beeinträchtigen.
Rechtliche Aspekte
Beim Verkauf von Honig sind rechtliche Bestimmungen zu beachten. Honig ist ein Naturprodukt, dem nichts entzogen oder hinzugefügt werden darf. Es empfiehlt sich, einen Honigkurs zu besuchen, um sich über die geltenden Vorschriften zu informieren. Auf dem Etikett müssen unter anderem das Gewicht, das Datum der Schleuderung und eine Losnummer angegeben werden.
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