Rezept: Quarkstollen mit Marzipan ohne Orangeat und Zitronat
Christstollen gehören bei uns zu Weihnachten dazu, wie Bratwurst und Glühwein zum Weihnachtsmarkt. Normalerweise backen wir solch einen Christstollen recht früh im Dezember, oder auch schon mal Ende November, damit der Stollen gut durchziehen kann… Diesen einfachen Marzipan Quarkstollen (ohne Rosinen!) kann man auch noch in der letzten Weihnachtswoche backen, weil er bereits nach einem Tag gegessen werden kann! Ein Blitz-Stollen sozusagen.
Warum Quarkstollen statt Hefestollen?
In einem klassischen Christstollen wird normalerweise Hefe verarbeitet - die Zubereitung dauert also ein wenig länger, weil ein Hefeteig einige Stunden gehen muss, bevor er in den Ofen kann. Danach muss der klassische Christstollen dann noch einmal gut eingepackt, für mehrere Wochen gelagert werden, damit er die richtige Textur und den einmaligen Geschmack entwickeln kann. Das kann man hier beim Quarkstollen alles vergessen. Ein Quarkstollen ist, was die Zutaten betrifft, eher mit einem Kastenkuchen zu vergleichen. Statt Hefe kommt hier Backpulver zum Einsatz.
Die Freunde des traditionellen Christstollens mit Hefe werden hier sicher sagen, dass man diese beiden Gebäcke überhaupt nicht vergleichen kann. Ich sage hier jetzt mal jein. Natürlich ist ein Quarkstollen eine andere Nummer, als ein Christstollen mit Hefe. Wer es aber buttrig mag, mit kandierten Früchten, Marzipan & Co., liegt mit einem Quarkstollen nicht komplett falsch. Solch ein Stollen hat natürlich nicht die geschmackliche Bandbreite eines traditionellen Stollens und hat auch eine nicht ganz so kompakte Struktur, aber die Grundidee ist da. Und es schmeckt!
Ich bin mir sicher, abgesehen von ausgesprochenen Christstollen-Connaisseuren wird hier nur wenigen auffallen, dass man hier keinen klassischen Stollen vor sich zu stehen hat. Beim Anschneiden bröselt der Quarkstollen etwas mehr, als der klassische Christstollen. Daran könnte man es erkennen. Allerdings hab’ ich auch schon normale Stollen gesehen, die eine Sauerei machen. Die Textur ist hier einfach anders. Der Klassiker wird durch die lange Lagerzeit kompakter - würde man den nach einem Tag schon anschneiden, wäre der Unterschied vermutlich nur minimal.
Vorteile dieses Rezepts
- Kein Hefeteig: keine langen Gehzeiten, sofort backbar.
- Marzipan macht den Stollen saftig und aromatisch.
- Flexibel: Orangeat, Zitronat und Rosinen können weggelassen oder durch Cranberrys, getrocknete Kirschen, Feigen oder Datteln ersetzt werden.
- Schnelle Lagerzeit: bereits nach 1-2 Tagen Ruhe ist er genussbereit; am besten innerhalb einer Woche verzehren.
- Ideal für spontane Weihnachtsbäckerei oder als Geschenk im Weihnachtspaket.
Zutaten (für einen Stollen)
| Für die eingelegten Früchte | Für den Teig |
|---|---|
| 100 g Cranberries*, grob gehackt 100 g kandierte Früchte, grob gehackt 2-3 EL dunkler Rum | 150 g weiche Butter 100 g Zucker (fein) 2 Eier (M) 250 g Magerquark 2 TL Vanille-Extrakt 400 g Mehl (Type 405) 150 g Mandeln*, blanchiert & gemahlen 2 EL Speisestärke 5 TL Backpulver 1 TL Zimt 1/4 TL Kardamom 1/4 TL Muskatnuss 1 Prise Salz |
Für die Füllung: etwas Puderzucker zum Ausrollen, 200 g Marzipanrohmasse.
Für die Dekoration: 70 g Butter, geschmolzen, 100 g Puderzucker.
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Vorbereitungen
- Am Vortag die Cranberrys und kandierten Früchte grob hacken. Zusammen mit dem Rum in ein gut schließendes Gefäß geben, vermischen und dann über Nacht (oder auch länger) ziehen lassen.
- Die Marzipanrohmasse bei Bedarf kurz durchkneten und zwischen zwei Lagen Butterbrotpapier auf ein Rechteck von etwa 25 x 20 cm ausrollen; bei Klebrigkeit mit etwas Puderzucker bestäuben.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Die weiche Butter mit dem Zucker in einer großen Schüssel hell und luftig aufschlagen. Die Eier dazugeben und gut unterrühren. Den Magerquark und den Vanille-Extrakt dazugeben und ebenfalls gut unterrühren.
- Das Mehl mit den Mandeln, Stärke, Backpulver, Zimt, Kardamom, Muskatnuss und Salz vermischen, dann zur großen Schüssel dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten - das funktioniert am Ende am einfachsten auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche. Die eingelegten Früchte in den Teig einarbeiten.
- Den Ofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Den Teig zu einem Rechteck mit etwa 30 x 24 cm ausrollen. Die Marzipanplatte mittig auf den Teig legen und dann Teig und Marzipan zusammen von den kürzeren Seiten her aufrollen. Um die typische Stollenform zu bekommen, sollte man auf einer Seite etwas weniger aufrollen, als auf der anderen Seite - so bekommt man unterschiedlich hohe Seiten. Die Stelle in der Mitte, an der sich der aufgerollte Stollen berührt, mit ein wenig Wasser bestreichen und zusammendrücken.
- Den Stollen auf das vorbereitete Blech setzen und noch einmal in Form bringen, dann für etwa 48-50 Minuten backen. Der Stollen sollte schön Farbe bekommen haben, aber nicht zu dunkel sein - ggf. gegen Ende der Backzeit mit etwas Alufolie oder einem Stück Backpapier abdecken.
- Die Butter schmelzen und ein wenig abkühlen lassen. Den fertig gebackenen Stollen aus dem Ofen holen und mit der geschmolzenen Butter bestreichen. Den ganzen Stollen mit einer Schicht Puderzucker bestäuben und dann noch einmal mit verbliebener Butter bestreichen und erneut mit Puderzucker bestäuben. Am Ende sollte der Stollen dick mit Puderzucker eingestaubt sein.
- Den Stollen mit dem Backpapier auf ein Kuchengitter ziehen und komplett auskühlen lassen. Den abgekühlten Stollen in Alufolie einschlagen und für 1-2 Tage ruhen lassen. Vor dem Anschneiden noch einmal mit etwas Puderzucker bestäuben und dann genießen. Den Stollen möglichst innerhalb einer Woche aufessen.
Tipps für Variation und Austausch
- Wer mit den klassischen Zutaten Probleme hat, kann Orangeat, Zitronat und Rosinen ohne Probleme mit Cranberrys, getrockneten Kirschen, Feigen oder Datteln austauschen.
- Für das Zitrusaroma würde ich dann noch Zitronen- und Orangenabrieb verwenden, da die Kombination der Aromen einen Stollen erst so richtig lecker macht.
- Wer keine Rosinen mag: dieser Stollen ist perfekt ohne Rosinen. Viele ersetzen sie durch Cranberrys oder Aprikosen oder mischen Nüsse und Schokolade dazu.
- Butterschmalz ersetzt man durch Butter, das ändert leicht die Textur; einige Leser*innen berichten, dass normale Butter gut funktioniert, Butterschmalz aber weniger Wasser enthält.
- Für eine nussige Variante Pinienkerne, Mandeln oder Walnüsse hinzufügen, oder Schokostücke für eine schokoladige Note.
Lagerung und Genuss
Quarkstollen wie dieser hier halten theoretisch bis zu 2 Wochen durch. Je länger sie allerdings liegen, umso trockener werden sie. Ich empfehle hier, den Stollen innerhalb einer Woche zu essen, weil er in dieser Zeit einfach richtig gut schmeckt. Eine ordentliche Lagerung ist hier natürlich immer vorausgesetzt. Am besten luftdicht in Alufolie oder einer Tupperdose aufbewahren, sobald er komplett ausgekühlt ist.
Häufige Fragen
Kann ich den Quark ersetzen?
In Ländern ohne Quark kann man low‑fat curd cheese verwenden; als Alternative wird oft Frischkäse gemischt mit etwas Joghurt genannt, aber das Ergebnis kann leicht variieren.
Muss ich die Früchte einlegen?
Das Einlegen der Früchte mit Rum verleiht mehr Aroma, ist aber kein Muss. Alkohol verkocht größtenteils beim Backen und hinterlässt das Aroma.
Warum kein Orangeat/Zitronat?
Viele mögen Orangeat/Zitronat nicht; dieses Rezept verzichtet bewusst darauf und bietet sinnvolle Ersatzoptionen wie Cranberrys, Feigen oder getrocknete Kirschen.
Alternative Rezepte und Ideen
- Marzipan-Stollen mit Dinkelmehl: wer es traditioneller mag, probiert eine Variante mit Dinkel, die mehr Zeit benötigt.
- Quarkstollen-Konfekt: Stollen im Miniformat, perfekt zum Snacken und Verschenken.
- Spekulatius‑Marzipan‑Stollen: für zusätzliche Gewürznoten Spekulatiuskekse oder -gewürz in die Füllung geben.
Viel Spaß beim Backen! Wenn du Fragen hast, schreib mir gern - aber dieses Rezept ist so konzipiert, dass auch Backanfänger sehr gute Ergebnisse erzielen können.
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