Porsche Leipzig Honig: Herstellung, Nachhaltigkeit und Besonderheiten des Turbienchen®
Rund drei Millionen Honigbienen haben auf dem naturbelassenen Offroad-Gelände von Porsche Leipzig eine neue Heimat gefunden. Bereits seit 2017 hat das Porsche Werk Leipzig Honigbienen auf seinen Naturflächen angesiedelt und verfolgt damit das Ziel, einen Beitrag zum Schutz heimischer Tiere und zur Förderung der Artenvielfalt zu leisten. Der produzierte Honig, bekannt unter dem Namen Turbienchen®, steht für hochwertige Qualität, Regionalität und zertifizierte ökologische Herstellung.
Die Bedeutung der Honigbienen und ihre Gefährdung
Bienen sind in Deutschland stark gefährdet: Die Hälfte der 560 in Deutschland lebenden Bienenarten ist vom Aussterben bedroht. Die Zahl der Bienenvölker ist laut dem Deutschen Imkerbund seit 1952 von 2,5 Millionen auf heute weniger als eine Million zurückgegangen. Das große Bienensterben 2008/09 habe viele Menschen sensibilisiert; seither steigt die Zahl der Imker und Bienenvölker wieder, jedoch überwiegend im Nebenerwerb und vor allem im urbanen Bereich. Ohne das große Engagement der Imker, die zu 98 Prozent die Zucht nur als Hobby oder im Nebenerwerb betreiben, wäre die Lage noch deutlich dramatischer.
Die Bedeutung der Bienen liegt nicht nur in der Honigproduktion: Sie bestäuben einen Großteil der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen werden von Bienen bestäubt. Der volkswirtschaftliche Beitrag wird in Deutschland auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt.
Bienenprojekt auf dem Offroad-Gelände von Porsche Leipzig
Porsche Leipzig hat 2017 mit der Ansiedlung von Bienenvölkern im werkseigenen Offroad-Gelände begonnen. Im April dieses Jahres wurde die Anzahl der Völker von 25 auf 50 verdoppelt, sodass nun rund drei Millionen Honigbienen auf den 132 Hektar großen Naturflächen leben. Auf dem Gelände, das bis 1990 ein Truppenübungsplatz war, finden die Bienen heute ideale Bedingungen vor. Das Gelände bietet mit seiner artenreichen Flora eine abwechslungsreiche Pflanzenwelt, die die Grundlage für den hochwertigen Honig bildet.
Neben den Honigbienen leben auf dem Offroad-Gelände Exmoor-Ponys und Auerochsen, die seit 2002 Teil eines einzigartigen, nachhaltigen Beweidungskonzepts sind. Diese extensive Beweidung schafft einen Wechsel zwischen kurzrasigen und hochstaudenreichen Strukturen sowie verbuschten Bereichen, die den Artenreichtum fördern und erhalten. Die 132 Hektar großen Naturflächen dienen zusätzlich zahlreichen Wildtieren wie Vogelarten, Amphibien, Feldhasen, Rehen, Dachsen und Fledermäusen als Lebensraum.
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Besonderheiten und Qualität des Turbienchen®
Der von Porsche Leipzig produzierte Honig trägt den Namen Turbienchen® und ist seit Dezember 2019 öko-zertifiziert. Unabhängige Kontrollstellen haben bestätigt, dass der Honig der drei Millionen Honigbienen auf den Naturflächen nach strengen Bio-Richtlinien hergestellt wird. Das Set beinhaltet neben zwei Gläsern des öko-zertifizierten Porsche-Honigs Turbienchen® auch ein Glas Honig-Senf. Die beiden Hauptsorten, Frühlings- und Lindenblüte, können im Shop des Porsche Experience Centers erworben werden. Die erste Honigernte der Saison brachte rund 1,4 Tonnen Honig, gewonnen aus Akazien, Linden und Brombeeren.
| Jahr | Anzahl Bienenvölker | Honigertrag | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| 2017 | 25 | 400 kg Lindenblütenhonig | Erste Saison, Ansiedlung auf Offroad-Gelände |
| 2023 | 50 | 1,4 t Honig | Öko-Zertifizierung, Erweiterung auf 3 Mio. Bienen |
Nachhaltigkeit und Umweltbildung bei Porsche Leipzig
Porsche legt Wert auf ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept. Neben dem Bio-Honig und dem Beweidungskonzept spielt Umweltbildung eine wichtige Rolle. Das Leben der Honigbienen ist Thema des Umweltbildungsprogramms „Porsche Safari“. Von März bis Oktober können Kinder, Schulklassen und Familien im Offroad-Gelände auf Entdeckertour gehen, um dabei Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt zu lernen. Ausgewählte Termine werden von einem Imker begleitet, der Fachwissen über die Lebensweise und Bedeutung der Honigbienen vermittelt.
Die Honigbienen überwintern im Offroad-Gelände und schwärmen jedes Frühjahr aus, um ihre Arbeit als Bestäuber aufzunehmen. Das Porsche-Naturgelände bietet ideale Bedingungen: „Auf den Naturflächen von Porsche Leipzig finden unsere Honigbienen ideale Bedingungen vor. Unser Naturgelände bietet ideale Bedingungen für Bienen“, so Vertreter der Geschäftsführung. Die Abgas-Emissionen auf dem Gelände sind so gering, dass sie keine Rolle spielen. Die Vermarktung des Honigs übernimmt Porsche selbst; Turbienchen® ist sowohl im Werksverkauf als auch im Shop für Kundinnen und Kunden erhältlich und wird zudem für die Mitarbeiter-Verpflegung in der Werk-Küche genutzt.
Städte als neuer Lebensraum für Honigbienen
Inzwischen finden Bienen auf dem Werksgelände von Porsche mehr Nahrung als in vielen landwirtschaftlich geprägten Regionen. Imker Richard Beer erklärt: „Die zahlreichen Parks der Stadt und Blumenrabatten vor Häusern bieten viel Pollen.“ Das bringt einen Wandel im Verhältnis zwischen Stadt und Land mit sich. „Imkern in der Stadt liegt im Trend“, so die Deutsche Imkerbund-Expertin Petra Friedrich. In Leipzig wurden beispielsweise Bienen auf dem Dach der Oper angesiedelt. Auch die Deutsche Bahn bietet Imkern Bahnhofsgelände als Standort an.
Honigherstellung: Von der Blüte bis ins Glas
Für die Produktion von 500 Gramm Honig müssen Arbeitsbienen rund 40.000-mal ausfliegen und eine Flugstrecke von etwa 120.000 Kilometern zurücklegen. An guten Tagen können Sammlerinnen eines Volkes mehrere Kilogramm Blütennektar einbringen. Der Honig zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Pflanzenwelt sowie professionelles, biologisch betriebenes Imkerhandwerk aus. Rund 55 Kilogramm Honig produziert ein Bienenvolk durchschnittlich pro Jahr; Porsche Leipzig erzielte mit seinen Völkern einen Ertrag von über 1,4 Tonnen pro Saison.
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Herausforderungen und Zukunft der Imkerei in Deutschland
Trotz steigender Imkerzahlen bleibt die Honigproduktion in Deutschland weit unter den historischen Höchstwerten. 1,1 Kilogramm Honig isst jeder Deutsche pro Jahr, aber nur 20 Prozent stammen aus heimischer Produktion - der Großteil wird importiert, vor allem aus Südamerika und China. Nach Worten von Falko Breuer, Vorsitzender des Imkerverbandes Sachsen-Anhalt, liegt das auch an der Nachwuchsarbeit: Es werden verstärkt Schulungen für Jungimker angeboten, was einen leichten Anstieg bei der Zahl der Imker und Bienenvölker zur Folge hatte.
Für das Bienensterben gibt es viele Erklärungen: fehlende Nahrungsquellen, Klimawandel, Pestizide, die Varroamilbe sowie die Zerstörung der Lebensräume sind die wesentlichen Ursachen. Besonders bedroht sind Wildbienen, die nicht - wie Honigbienen - von imkerlicher Unterstützung profitieren. Durch Pestizide würden Wildkräuter verschwinden, gleichzeitig nehmen die Bienen die Pflanzenschutzmittel mit auf. Die Tiere werden so geschwächt und anfälliger für Parasiten wie die Varroamilbe.
Porsche Leipzig setzt mit dem Turbienchen®-Projekt ein Zeichen für Nachhaltigkeit, Biodiversität und verantwortungsvolle Lebensmittelherstellung - und schafft einen Lebensraum mit Vorbildcharakter für Artenschutz im urbanen Umfeld.
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