Pavlova: Ein Dessert mit Geschichte und himmlischem Geschmack

Die Pavlova ist ein Dessert, das sowohl in Australien als auch in Neuseeland als Nationalgericht gilt. Es ist eine Torte aus Baisermasse, die mit Schlagsahne und frischen Früchten gefüllt wird. Die Pavlova ist bekannt für ihre knusprige Kruste und den weichen Kern.

Ursprung und Geschichte der Pavlova

Die Pavlova wurde in den 1920er Jahren zu Ehren der russischen Ballerina Anna Pawlowa kreiert, die in Australien und Neuseeland Gastauftritte hatte. Es wird vermutet, dass ein Koch von ihrer Anmut und Eleganz inspiriert wurde und dieses Dessert als Hommage an sie schuf.

Es gibt eine anhaltende Debatte zwischen Australien und Neuseeland darüber, welches Land die Pavlova zuerst kreiert hat. Beide Länder beanspruchen die Erfindung der Süßspeise für sich. Das älteste bekannte Rezept dieses Namens erschien jedoch bereits 1927 in Neuseeland. Daher wird Neuseeland im Oxford English Dictionary als Ursprungsland genannt.

Professorin Helen M. Leach schrieb 1997 ein Buch mit dem Titel „The Pavlova Cake: The Evolution of a National Dish“, das die Geschichte des Desserts im Detail beleuchtet. Das Buch untersucht verschiedene Ansprüche auf seinen Ursprung und bietet eine tiefgehende Analyse des Rezepts.

Das Besondere an der Pavlova

Das Besondere an der Pavlova ist das Fundament aus Baiser. Der Schnee aus Eiweiß und Zucker ist außen knusprig und im Inneren weich wie ein Marshmallow. Dieser Effekt entsteht durch die Zugabe von Essig und Speisestärke zum Eischnee sowie der langen Backzeit bei geringer Temperatur. Die niedrige Backtemperatur und das anschließende langsame Abkühlen im Ofen ist auch wichtig, damit das Baiser später nicht zerbricht.

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Auf dem knusprigen Baiser-Boden türmen sich frische Früchte wie Himbeeren, Erdbeeren, Kiwis und Passionsfrucht auf cremig aufgeschlagener Sahne.

Pavlova im Pavlova Café Berlin

Das Pavlova Café in Berlin ist das einzige Café weltweit, das sich ausschließlich auf das Pavlova-Dessert spezialisiert hat. Sie bieten etwa 10 verschiedene Varianten dieses Desserts an, die alle nach dem klassischen Rezept zubereitet werden: Ein weicher Baiserboden mit knuspriger Kruste, belegt mit Schlagsahne und saftigen Beeren.

Pavlova als beliebtes Feiertagsdessert

Pavlova ist ein beliebtes Dessert während der Weihnachts- und Sommerferien in Australien und Neuseeland. Ihr leichter und erfrischender Geschmack macht sie zu einer bevorzugten Wahl für festliche Anlässe. Während das traditionelle Pavlova-Dessert mit Schlagsahne und Beeren serviert wird, kann es mit einer Vielzahl von Toppings wie Kiwi, Passionsfrucht, Granatapfel und sogar tropischen Früchten wie Mango und Ananas individuell gestaltet werden.

Rezept für Pavlova

Hier ist ein Rezept für Pavlova, mit dem Sie dieses himmlische Dessert zu Hause zubereiten können:

Zutaten:

  • Für die Baiser-Masse:

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    • 4 Eier (nur Eiweiß) Gr. L Raumtemperatur
    • 1 Prise Salz
    • 225 g Zucker, extra fein (bei Eiern Gr. M nur 200 g Zucker verwenden)
    • 1 TL Essig milder Weißweinessig oder Malzessig
    • 1 TL Vanille Essenz
    • 1 gestr. EL Speisestärke
  • Für die Garnitur:

    • 400 ml Schlagsahne
    • 200 g Früchte nach Belieben z. B. Erdbeeren, Himbeeren, Maracuja, Brombeeren

Anleitung:

  1. Für die Baiser-Masse:

    • Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze (Umluft ist nicht geeignet) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Darauf einen Kreis von ca. 20 cm zeichnen.
    • Eiweiß mit Salz in einer kalten, fettfreien Schüssel bei mittlerer Geschwindigkeit aufschlagen bis das Eiweiß sehr kleine Blasen zeigt (1-2 Min.).
    • Zucker ganz langsam einrieseln lassen, dabei ständig weiter schlagen.
    • Essig und Vanille-Essenz zugeben, Geschwindigkeit nach und nach erhöhen. Weiter schlagen, bis die Masse glänzend ist und beim Herausziehen eines Löffels Spitzen zeigt (das dauert ca. 5-10 Min.).
    • Speisestärke drüber sieben und vorsichtig mit dem Schneebesen unterheben.
    • Das Baiser in den vorgezeichneten Kreis auf das Backpapier streichen. Am Rand entlang mit dem Löffelrücken oder einem kleinen Winkelmesser von unten nach oben ziehen, dabei entstehen Spitzen. In den entstandenen Kreis in der Mitte kommt später das Sahne-Topping.
    • Backblech im unteren Drittel in den Ofen schieben. Temperatur sofort auf 90 °C (Ober-/Unterhitze) reduzieren und 2,5 Stunden backen. Die Masse soll außen trocken, knusprig und noch weiß sein.
    • Anschließend im geschlossenen Ofen mindestens 3 Stunden oder noch besser über Nacht auskühlen lassen. Das langsame Abkühlen ist wichtig, damit das Baiser beim Abkühlen nicht zu sehr bricht (evtl. kleine Bruchstellen einfach vorsichtig nach innen drücken, sie werden später kaschiert).
  2. Garnitur:

    • Sahne steif schlagen und auf der Pavlova verteilen.
    • Mit den Früchten garnieren und mit der ausgekratzten Passionsfrucht beträufeln.

Tipps für die perfekte Pavlova

  • Nimm die Eier etwa eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank, damit sie Zimmertemperatur annehmen.
  • Wenn du keine Eier in Größe L bekommen hast, dann nimmst du einfach mittelgroße Eier in Größe M und dafür nur 200 g Zucker. Alle anderen Zutaten bleiben gleich.
  • Wenn das Eiweiß Zimmertemperatur hat, lässt es sich am besten fest schlagen, nimm sie deshalb rechtzeitig aus dem Kühlschrank. Falls du das vergessen hast, legst du sie für 15 Min. (nicht länger) in lauwarmes Wasser.
  • Sehr wichtig ist, dass die Schlagschüssel sauber und absolut fettfrei ist.
  • Du kannst den Baiser-Boden für die Pavlova schon 1-2 Tage vorher backen, locker in Frischhaltefolie einwickeln oder in eine geschlossene Kuchenform legen und an einem kühlen, trockenen Raum (z.B. Vorratsraum) aufbewahren. Wichtig ist, dass das Baiser keine Feuchtigkeit zieht, damit es knusprig bleibt.
  • Die Pavlova wird bei niedriger Temperatur und ganz langsam gebacken, denn nur so bekommt sie eine feste Kruste und bleibt im Innern weich und flaumig. Wenn das Baiser hochsteigt, dann ist die Temperatur zu hoch und es wird beim Auskühlen leider einbrechen.
  • Meine besten Erfahrungen habe ich mit feinstem Zucker gemacht (keinen Puderzucker). Feinster Backzucker ist von ähnlicher Struktur wie normaler Haushaltszucker (Kristallzucker), aber er ist besonders feinkörnig und löst sich deshalb schneller auf.
  • Säuerliche Beeren wie Himbeeren, Erdbeeren oder Blaubeeren sind die Klassiker, auch Kiwi- und Mango-Stückchen passen gut. Und was bei mir nie fehlen darf das ist Passionsfrucht (oft wird sie auch Maracuja genannt). Die fruchtig-säuerliche Frucht ist klein, rund und dunkel-violett. Ich schneide sie auf, hol das Innere mit einem Löffel heraus und träufle es am Ende über die Früchte. Der Saft darf auch gerne am Rand runterlaufen, das sieht sehr lecker aus.

Warum du die Pavlova unbedingt probieren solltest

  • Außen knusprig, innen weich und flaumig.
  • Sahnig, fruchtig und süß.
  • Vielleicht das beste Dessert, das du je probiert hast.
  • Der Boden lässt sich gut vorbereiten.
  • Und das Topping ist schnell fertig.
  • Ein tolles Dessert, besonders auch für Gäste geeignet.
  • Ein wahrer Hochgenuss mit frischen Früchten.

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tags: #Pavlova #Dessert #Herkunft #Geschichte

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