Pandoro mit Schokolade – Rezept und Zubereitung für ein himmlisches Weihnachtsgebäck

Pan d’oro bedeutet „goldenes Brot“. Der flaumige Kuchen kommt in Italien - wie der Panettone - traditionell zu Weihnachten auf den Tisch. Der Pandoro stammt ursprünglich aus der Gegend um Verona, das lange zur Republik Venedig gehörte. Dort war bereits seit dem 12. Jahrhundert ein sternförmiges Süßgebäck bekannt, das als Symbol für Göttlichkeit und Reichtum einer einflussreichen Familie kreiert wurde. Im 16. Jahrhundert wurde das goldene Brot zum Symbol für Macht und ersetzte den Nadalin als festliches Gebäck.

Die charakteristische Sternform mit acht Spitzen stammt vom Maler Angelo dall’Oca Bianca und ist bis heute Pflicht. Nach der italienischen Einigung 1894 verbreitete sich der Pandoro in ganz Italien. Das Rezept erfordert viel Zeit und Geduld, denn die Zubereitung dauert etwa drei Tage. Die langen Gärzeiten sind entscheidend, damit der Teig fluffig und aromatisch gelingt.

Traditioneller Pandoro in Sternform

Zutaten und wichtige Hinweise für die Zubereitung

Für das Originalrezept ist Manitoba-Mehl (starkes Mehl) unerlässlich, da es die lange Gärzeit unterstützt und für einen luftigen Teig sorgt. Normales 00-Mehl kann nicht als Ersatz verwendet werden. Die Hefe wird sparsam eingesetzt, was die Geschmacksentwicklung durch die lange Reifung unterstützt. Für die Schokoladenversion verwenden Sie Kakaobutter oder weiße Schokolade sowie Schokoladentropfen, die idealerweise vor dem Einarbeiten gekühlt werden, damit sie nicht im Teig schmelzen.

  • Weizensauerteig (pasta madre) - Basis für den Geschmack und die Triebkraft
  • Butter - langsam in drei Portionen untergeknetet für Glanz und Struktur
  • Zucker, Eier, Vanilleessenz und Salz für das typische Aroma
  • Kakaobutter bzw. weiße Schokolade und Schokoladentropfen als besondere Zutaten für die Schokoladenvariante
  • Alkohol zur Glasur (20-25 ml, 96 % vol.) für eine aromatische und feuchte Oberfläche

Detaillierter Ablauf der Zubereitung

Tag 1: Sauerteig auffrischen und erste Teigmischung

Um 8:00 Uhr wird der Sauerteig aus dem Kühlschrank geholt und akklimatisiert. Danach erfolgt eine dreifache Auffrischung: Der Sauerteig wird mit warmem Wasser und Manitoba-Mehl zu einem homogenen Teig verarbeitet und muss jeweils vier Stunden an einem warmen Ort aufgehen, bis er sich verdoppelt. Gegen 22:00 Uhr wird die erste Teigmischung mit dem aufgefrischten Sauerteig hergestellt, wobei Wasser, Zucker, Dotter und Mehl untergeknetet werden. Dieses Gemisch ruht drei Stunden.

Tag 2: Zweite und dritte Teigmischung, Falten und Aufgehen

Um 1:00 Uhr werden Zucker, Dotter, Ei, Mehl und Butter stückchenweise eingearbeitet und der Teig geht weitere vier Stunden. Um 5:00 Uhr folgt die dritte Teigmischung mit Wasser, Kakaobutter (oder weißer Schokolade), Eiern, Staubzucker, Vanilleessenz und Salz. Der Teig wird ca. 20 Minuten geknetet und erhält eine feste Struktur.

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Das Falten zwischen 5:30 und 6:00 Uhr dient der Sauerstoffzufuhr und gibt dem Teig Struktur. Dabei wird er mehrfach zu Rechtecken ausgezogen und wie ein Brief gefaltet. Anschließend ruht der Teig zwölf Stunden im Kühlschrank für die langsame Gärung.

Tag 2, Abend: Aufblättern und letzte Ruhephase

Abends um 19:30 Uhr wird der Teig dünn ausgerollt, mit dünnen Butterblättchen belegt und mehrfach gefaltet. Das Einschmieren mit Butter verleiht dem Pandoro seine typische Schichtung und Weichheit. Der Teig wird in eine gefettete Pandoroform gelegt und geht weitere zwölf Stunden bei Raumtemperatur, bis er den Formrand erreicht.

Tag 3: Backen und Glasur

Am Morgen wird der Ofen auf 200° C vorgeheizt, dann auf 170° C reduziert. Der Pandoro wird zunächst 10 Minuten gebacken, dann auf 160° C für weitere 40 Minuten - oder bis eine Kerntemperatur von 94° C erreicht ist. Ein zu schnelles Bräunen verhindert man mit Alufolie. Nach dem Backen ruht der Pandoro sechs Stunden, bevor er aus der Form gestürzt wird.

Die Glasur wird mit hochprozentigem Alkohol aufgesprüht und mit Vanillezucker bestäubt. Danach verpackt man den Pandoro für weitere 12 Stunden in einen verschlossenen Plastikbeutel, damit die süß-alkoholische Lösung gut einziehen kann.

Zubereitungsschritte Pandoro mit Schokolade: Aufgehen, Falten, Backen

Schokoladen-Pandoro: Die besondere Variante

Der Schokoladen-Pandoro ist eine besonders köstliche Version des Klassikers. Die Zugabe von Schokolade verleiht dem traditionellen Gebäck eine verführerische Note. Für einen 1-kg-Pandoro werden unter anderem Schokoladentropfen und Kakaobutter eingesetzt, die dem Teig ein feines Schokoaroma geben.

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Eine Spezialität ist der sorgsame Einbau der Butter in kleinen Stücken, um den Teig glänzend, weich und gut gebunden zu halten. Die letzte lange Reifung im Kühlschrank ist entscheidend, damit sich komplexe Aromen entwickeln und der Pandoro eine lockere Krume erhält.

Für eine kleinere 750 g Form werden die Zutaten proportional angepasst. Dabei ist die genaue Gewichtung der Eier besonders wichtig, um die richtige Konsistenz zu gewährleisten.

Varianten mit Rum, Rosinen oder Zitrusschalen

  • Rosinen in Rum eingeweicht anstelle von Schokoladentropfen
  • Orangen- und Zitronenschalen für ein intensives Aroma

Serviervorschläge mit Mascarpone-Creme und Schokolade

Ein besonderes Highlight ist der Pandoro-Baum mit Mascarpone-Creme und Schokolade. Der Pandoro wird in dünne Scheiben geschnitten, mit einer cremigen Mascarpone-Füllung geschichtet und mit dunkler Schokolade übergossen. Dieses Dessert ist einfach zuzubereiten, verbreitet weihnachtliche Freude und begeistert Groß und Klein.

Die Mascarpone-Creme entsteht aus Eigelb, Zucker, Wasser und Mascarpone, zu einer luftigen Masse aufgeschlagen. Die geschmolzene dunkle Schokolade wird über den zusammengesetzten Pandoro gegossen und mit Puderzucker dekoriert.

Pandoro-Baum mit Mascarpone-Creme und Schokolade

Tipps und häufige Fehler bei der Herstellung

  • Der Teig geht nicht auf, wenn die Hefe nicht aktiv ist oder die Temperatur zu niedrig ist.
  • Nur Manitoba-Mehl verwenden, da es lange Gärzeiten unterstützt.
  • Teig muss sich vollständig von Schüsselwänden lösen - das zeigt eine gute Struktur.
  • Die letzte Kühlschrank-Gärung mindestens 12 Stunden durchführen für volle Aromen!
  • Butter langsam und stückweise einarbeiten für Glanz und Elastizität.
  • Backzeit durch Kerntemperatur kontrollieren (ideal: 94°C).

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Der Schokoladen-Pandoro hält sich in einem gut verschlossenen Plastikbeutel, fern von Wärmequellen, mehrere Tage weich. Gut gelagert kann der Pandoro bis zu einer Woche frisch bleiben, doch meist wird er schneller verzehrt bei so köstlichem Geschmack.

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Weitere Verwendungsideen

Neben dem klassischen Verzehr in Scheiben eignet sich Pandoro als Basis für Desserts wie Zuccotto, Krone oder als Boden für Käsekuchen mit Prosecco. Besonders lecker ist er auch mit Puderzucker bestäubt oder mit warmen Schokoladensaucen serviert. Kombiniert mit einem guten Espresso, Passito oder Moscato d’Asti wird er zum festlichen Genuss.

Zubereitungsvideo Schokoladen-Pandoro - Schritt für Schritt
ZutatMenge (für 1 kg Form)Einsatz
Manitoba-Mehlca. 600 g (gesamt)Teigbasis, starke Glutenbildung
Sauerteig140 gGeschmack und Triebkraft
Butterca. 140 gWeichheit, Struktur
Zuckerca. 140 gSüße und Bräunung
Eier7 Stück (frisch)Bindung und Volumen
Kakaobutter/weiße Schokolade15 gSchokoladenaroma
Schokoladentropfennach Bedarf (ca. 40 g)Schokostückchen im Teig
Vanilleessenz2 TLAromatisierung
Salz2 PrisenGeschmacksbalance

Mit diesem sorgfältig ausgearbeiteten Rezept erleben Sie, wie sich aus einfachen Zutaten ein weihnachtlicher, goldgelber und zartschmelzender Pandoro mit Schokolade verwandelt - ein Meisterwerk der italienischen Backkunst.

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