Orient Delight / Dubai-Schokolade: Test, Erfahrungen und Inhaltsstoffe

Dubai-Schokolade ist seit Monaten der Verkaufsschlager in den Süßwarenregalen, und Kunden sind bereit, viel Geld für sie zu bezahlen. Für viele gilt die mit Pistaziencreme und Teigfäden gefüllte Schokolade als absoluter Gaumenschmaus. Mittlerweile gibt es Abwandlungen davon auch schon als Krapfen, Eiscreme, Pizza und sogar Bratwurst. Wie gut ist Dubai-Schokolade wirklich? Was ist drin und wird sie ihrem Ruf gerecht? Genau diesen Fragen ist die Stiftung Warentest auf den Grund gegangen.

Was ist Dubai-Schokolade?

Dubai-Schokolade ist Schokolade, die mit einer Mischung aus gebackenen Teigfäden (Engelshaar / Kadayif) und Pistazien bzw. Pistazienmus gefüllt wird. Die Pistaziencreme ist das Teuerste an der Schokolade. Die Teigfäden geben der Schokolade den typischen Crunch. Sie werden meist mit geklärter Butter vermengt oder bestrichen und dann ausgebacken. Das originale Rezept stammt tatsächlich aus Dubai und wurde dort 2021 bereits entwickelt.

Dubai-Schokolade mit Pistazien und Kadayif

Warum ist Dubai-Schokolade so teuer?

Dubai-Schokolade kostet vor allem so viel, weil die Nachfrage gerade so hoch ist. Der Preis hängt also nicht damit zusammen, dass die Dubai-Schokolade aus Dubai kommt. Aber auch die Pistaziencreme ist schuld am hohen Preis. Diese wird nämlich zur Herstellung der Dubai-Schokolade benötigt und ist aufgrund der Pistazien und der hohen Nachfrage teuer.

Der Test: Wer hat geprüft und was wurde untersucht?

Die Stiftung Warentest hat insgesamt sechs Dubai-Schokoladen aus Dubai, den Niederlanden, der Türkei und aus Deutschland getestet. Die Experten haben geprüft: Wie schme­cken die Produkte? Was lässt sich der Kenn­zeichnung auf den Produkten entnehmen? Wie hoch ist der Schoko­laden­anteil und der Anteil der Füllung? Ist Schokolade drin oder doch nur billige, kakao­haltige Fett­glasur? Ist die Füllung mit Schad­stoffen belastet?

Untersuchungsumfang und Preisrahmen

Diese sechs Tafeln Dubai-Schokolade kosteten zusammen mehr als 100 Euro. Die für den Test untersuchten Schokoladen kosten zwischen rund 7 und 25 Euro je 100 Gramm - und damit teils mehr als zehnmal so viel wie herkömmliche Tafeln. Die Preise für die getesteten Tafeln waren teils beachtlich hoch. Laut Stiftung Warentest kosteten die Dubai-Schokoladen teils bis zu 24,90 Euro je 100 Gramm.

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Ergebnisse des Stiftung-Warentest-Tests

Das Ergebnis des Dubai-Schokoladen-Tests fiel laut Stiftung Warentest insgesamt enttäuschend aus. »Herausragende Qualität oder besondere Geschmackserlebnisse, die die teilweise hohen Preise rechtfertigen, bietet keine der Dubai-Schokoladen im Test. Im Gegenteil: Die beiden Schokoladen aus Dubai waren sogar deutlich mit Schadstoffen belastet. Die anderen vier waren zwar in puncto Schadstoffe unauffällig, aber kulinarisch keine Besonderheit«, lautet das Urteil der Stiftung Warentest.

Füllungsanteil und Pistaziengehalt

Die Füllung: Während die Dubai-Schokolade von La Damas laut Stiftung Warentest zu 70 Prozent aus Füllung besteht, waren es bei Lindt nur etwa 25 Prozent. Pistazien fanden sich bei Lindt und Fex nur zu etwa zehn Prozent im Produkt. In allen untersuchten Produkten bestand der Rest bei dem Labortest aus Kadayif, Zucker und Pflanzenöl. Bei den untersuchten Produkten enthielten alle Schokolade und maximal knapp 20 Prozent Pistazien.

Schadstoffe: Fettschadstoffe und Schimmelpilzgifte

Die Süßwaren aus Dubai waren laut Stiftung Warentest deutlich mit Fettschadstoffen (3-Monochlorpropandiol- und Glycidyl-Estern) belastet. Diese Fettschadstoffe kommen häufig in raffiniertem Palmöl vor und gelten als möglicherweise krebserregend. In dem Produkt von La Damas fanden die Tester zudem Aflatoxine aus Schimmelpilzen vor. Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden. Der Verdacht auf eine Aflatoxin-Höchstgehaltsüberschreitung habe sich bestätigt. Die Ware darf bis zur endgültigen Ergebnisermittlung nicht verkauft werden.

Laboranalyse: Aflatoxine und Fettschadstoffe

Weitere Befunde aus amtlichen Untersuchungen

Bei einer Stichprobe von acht Schokoladeprodukten, die als Dubai-Schokolade beworben wurden, sind bei einer Untersuchung alle durchgefallen. "Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von 'Dubai-Schokolade' alles gefunden. Das ist so nicht akzeptabel", sagte Verbraucherminister Peter Hauk. Drei Chemische und Veterinäruntersuchungsämter des Landes (CVUA) in Stuttgart, Freiburg und Sigmaringen entdeckten demnach in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht.

Drei Proben stammten laut Mitteilung aus der Türkei. Sie enthielten den Angaben zufolge Sesam, ohne dass dies auf der Packung gestanden habe. Für Sesam-Allergiker sei dies gesundheitsschädlich. In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl. Sie stammten den Angaben zufolge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und waren demnach aus unterschiedlichen Chargen vom selben Hersteller. Außerdem seien sie nicht zum Verzehr geeignet gewesen. Sie enthielten eine fast doppelt so hohe Menge wie der erlaubte Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester - eine Substanz, die als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird.

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Kennzeichnung und Rechtslage

Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist genau geregelt. Und zwar in der so genannten Kakaoverordnung. Laut dieser Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Kakaotrockenmasse ist das, was entsteht, wenn Kakaobohnen gepresst werden: also Kakaopulver und Kakaobutter. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten - die günstiger sind - sind keine Schokolade.

Auffallend bei dem Dubai-Schokoladen-Test von Stiftung Warentest war, dass nur die Hersteller Fex und Lindt korrekte Angaben auf der Verpackung abgedruckt hatten. Bei den anderen Anbietern fehlten laut Bericht zum Teil Angaben zu den verwendeten Zusatzstoffen und die Hinweise für Allergiker. Bei vier von sechs Produkten hätten die Zutatenlisten und Nährwertangaben fehlerhaft oder unvollständig gewesen sein, weshalb diese Produkte gar nicht verkauft werden dürften.

Geschmackserlebnisse und Praxiserfahrungen

Die gebackenen Teigfäden sorgen bei allen Tafeln für eine Gebäcknote und ein knuspriges Mundgefühl. Mit Pistaziengeschmack konnte allerdings nur die Dubai-Schokolade von Le Damas (11,00 € / 100 g) überzeugen. Alle anderen Tafeln schmecken nur allgemein nussig. Die Schokolade von Muya (24,90 € / 100 g) hatte sogar eine Spekulatiusnote. Wenn du also gerne Pistaziengeschmack in deiner Schokolade möchtest, dann muss es keine teure Dubai-Schokolade kaufen. Normale Pistazienschokolade schmeckt besser.

Von einer Freundin durfte ich die Lindt Dubai Schokolade probieren. Die Füllung war cremig und knusprig. Sie war süß und hatte auch etwas herbes, schmeckte nach Pistazie und den Engelshaar, doch die Lindt Schokolade war mir zu süß. Es war die typische Milchschokolade. Die Pralinen und der Riegel waren geschmacklich sehr ähnlich, nur die Form war anders. Wo weiße Schokolade noch besser passt, weil die Füllung im Vordergrund steht. Im Shop gab es noch die Knusperpraline einzeln oder in einer Packung. Die Getreidecrispies waren ein zusätzlicher Crunch, der aber nicht hätte sein müssen, da schon das Engelshaar in der Füllung knusprig ist. Noch später gab es die Schokolade statt mit Pistazie mit Macadamia und Mandel und Haselnuss-Cashew. Mandel-Macadamia habe ich probiert, doch ich fand den Unterschied nicht so groß, da das Engelshaar am stärksten schmeckt. Es schmeckte nussig und nach dem Engelshaar. Mandel wären, hätte ich nicht erraten.

Geschmackstest: Tafel aufgeschnitten mit Kadayif-Füllung

Praktische Empfehlungen für Käufer

  • Auf die Zutatenliste achten: Nur bei wenigen Produkten waren die Angaben vollständig. Achte besonders auf Pistazienanteil, Pflanzenfette und fehlende Allergenhinweise.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis prüfen: Teure Tafeln bieten nicht automatisch mehr Pistaziengeschmack oder höhere Qualität.
  • Vorsicht bei Importware: Proben aus Dubai und aus dem Import wiesen häufiger Fettschadstoffe und Schimmelpilzgifte auf.
  • Alternative wählen: In ihrem Fazit empfehlen die Warentester klassische Pistazienschokolade als preiswerte Alternative. Wer unbedingt Dubai-Schokolade haben möchte, kann sie aber auch einfach selbst herstellen.

Tabellarische Übersicht (Auswahl der Testergebnisse)

Produkt Herkunft Preis (€/100 g) Pistazienanteil Schadstoffbefund
La Damas / Le Damas Dubai 11,00 hoher Füllungsanteil (70 %), Pistazienanteil variabel Aflatoxine, Fettschadstoffe
Lindt Dubai Style Deutschland 6,89 ca. 10 % Pistazien keine auffälligen Schadstoffe im Test
Fex Dessert (Fix Dessert) Ursprung Dubai / Niederlande (Import) 14,75 ca. 10 % Pistazien keine auffälligen Schadstoffe im Test
Muya Deutschland 24,90 geringer Pistazienanteil keine auffälligen Schadstoffe im Test, Spekulatiusnote
Reportage: Laboranalyse und Geschmackstest von Dubai-Schokolade

Regulatorischer Kontext und Verbraucherschutz

Wo Dubai-Schokolade draufstehe, müsse auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein, so Verbraucherminister Hauk. Er hat wegen der Untersuchungsergebnisse nach eigenen Angaben ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu gehört auch Ware von kleinen einheimischen Firmen, Konditoreien und Confiserien sowie Proben von Pistaziencreme aus dem Großhandel.

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Diese Ergebnisse decken sich mit vorherigen Analysen des Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart sowie des Landesamtes für Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Bei der Untersuchung in Nordrhein-Westfalen waren 13 Prozent der importierten Produkte belastet. Auch die Kennzeichnung wurde bereits damals bemängelt.

Warnhinweis und Prüfsiegel - Kennzeichnung beachten

Fazit für Verbraucher (kein Schlusskapitel, sondern Handlungsempfehlung)

Wer Dubai-Schokolade kauft, sollte die Zutatenliste und Herkunft prüfen, kritisch gegenüber überzogenen Preisaufschlägen sein und im Zweifelsfall klassische Pistazienschokolade bevorzugen. Bei stark überhöhten Preisen und nicht nachvollziehbarer Kennzeichnung ist Vorsicht geboten. Bei Allergien, insbesondere gegen Sesam, und bei Bedenken gegenüber Palmöl-basierten Produkten sollten Verbraucher besonders aufmerksam sein.

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