Orient Delight Dubai Schokolade Testbericht Erfahrungen

Nahezu jeder hat schon einmal von ihr gehört, probiert haben sie aber bislang die wenigsten Menschen: Die Rede ist von der sogenannten Dubai-Schokolade. Dubai-Schokolade verspricht höchsten Genuss dank feinster Zutaten. Lange Menschen­schlangen vor Schoko-Läden und Kunden, die bis zu 30 Euro pro Tafel zahlen: Um Dubai-Schokolade gibt es seit einigen Monaten einen riesigen Hype. Angefeuert wurde er durch unzäh­lige Videos in den sozialen Netz­werken, die den Genuss der mit Pistazien­creme und geba­ckenen Teigfäden gefüllten Schokolade zelebrieren. Doch wieso eigentlich? Was macht die Schokolade so besonders und ist sie den Hype wirklich wert?

Was ist Dubai-Schokolade und woher kommt der Trend?

Erfinderin der besonderen Schokolade ist Sarah Hamouda, die im Jahr 2021 ihr Unternehmen "Fix Dessert Chocolatier" in Dubai gegründet hat. Das Unternehmen stellt edle Schokoladenkreationen her. Eine dieser besonderen Kreationen ist eben auch die sogenannte "Dubai-Schokolade". Sie besteht aus Vollmilchschokolade, die mit einer cremigen Paste aus Kadayif, in Deutschland auch als Engelshaar bekannt, und Pistaziencreme gefüllt ist. Außerdem typisch für die Schoki: Jede Tafel ist noch einmal bunt verziert. Auf Social Media ist die Dubai-Schokolade seit Monaten Thema, zahlreiche Influencer werben für die süße Versuchung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Dubai-Schokolade mit Pistazienfüllung und Kadayif

Erhältlichkeit und Preisspanne

Das Original der gehypten Schokolade ist nicht leicht zu bekommen: Wer die Dubai-Schokolade des Labels "Fix Dessert Chocolatier" ergattern will, muss vor allem Geduld mitbringen, schnell sein und jemanden kennen, der möglicherweise in Dubai wohnt. Auf dem Instagram-Account des Unternehmens heißt es: "An unsere treuen Kunden: Uns gibt es nur in Dubai." In einzelnen Supermärkten gibt es mittlerweile sogar Stände, an denen Interessierte die Pistazien-Schokolade oder aber alle Zutaten zum Selbermachen bekommen. Allerdings ist eine Tafel nicht ganz günstig: Je nach Anbieter variieren die Preise zwischen 9 und weit über 20 Euro, auf Amazon gibt es beispielsweise Schokoladen mit Pistaziencreme-Füllung ab circa 14 Euro.

Die Preise für die getesteten Tafeln waren teils beachtlich hoch. Laut Stiftung Warentest kosteten die Dubai-Schokoladen teils bis zu 24,90 Euro je 100 Gramm. Diese sechs Tafeln Dubai-Schokolade kosteten uns zusammen mehr als 100 Euro. Zumindest die Preise sind luxuriös. Erlesener Geschmack und exklusive Qualität versprechen die Hersteller - zu Preisen, die bis zu zehnmal höher liegen als bei herkömmlicher Schokolade.

Marktreaktion: Premiumhersteller und Discounter springen auf

Lindt Deutschland bringt die limitierte "Lindt Dubai Chocolade Edition" heraus. Die Lindt Maîtres Chocolatiers setzen das Trendrezept nun in der beliebten Premiumqualität um und laden zu einer Reise in die luxuriöse Welt der Dubai-Schokolade ein. Erlesene Zutaten, die in gekonnter Handarbeit vereint werden, verleihen den Tafeln der "Dubai Chocolade" eine einzigartige Note und machen jeden Bissen zu einem Geschmackserlebnis. Das Besondere ist die Textur: Zartschmelzende Vollmilchschokolade umhüllt eine unvergleichliche Füllung mit einem besonders hohen Anteil von feinstem Pistazienmark (24%), knusprigem Kadayif sowie samtigem Tahini.

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Keiner kommt aktuell an ihr vorbei: Dubai-Schokolade ist zurzeit der heißbegehrteste Food-Trend Deutschlands - und der erobert nun die Discounter! Lidl bringt den begehrten Genuss nun zum günstigen Lidl-Preis in den Handel - und lässt so mehr Menschen am bislang exklusiven Trend teilhaben. Die neue "DELUXE® Dubai-Schokolade" mit Pistazien-Kadayif-Füllung kommt in den beiden Sorten Zartbitter und Vollmilch daher und ist zudem Rainforest Alliance zertifiziert. Die Dubai-Schokolade ist ab Mitte Dezember und zunächst in einer limitierten Aktion mit 10.000 Tafeln in ausgewählten Lidl-Filialen erhältlich. Jetzt gibt es die Premium-Schokolade mit arabischem Flair auch bei Netto Marken-Discount, ganz ohne langes Anstehen und ab sofort erhältlich im Onlineshop.

Der Geschmack: Begeisterung vs. Preis-Leistungs-Frage

OKmag.de hatte das Glück, gleich fünf verschiedene Tafeln - darunter natürlich auch die mit der Pistaziencreme - zu testen. Ich bin ein riesiger Pistaziencreme-Fan und bin daher natürlich super-neugierig gewesen, wie wohl die Luxus-Schoki aus Dubai schmeckt. Daher habe ich mich riesig gefreut, dass wir sie in der Redaktion testen konnten. Alleine die Optik hat es schon mal in sich: Die Vollmilch-Schokolade ist mit farbigen Akzenten verziert und sieht dadurch sehr edel aus. Besonders spannend wurde es aber erst dann, denn: Auf Social Media wurde in diversen Videos vor allem der Moment gefeiert, in dem die Tafel aufgebrochen wird und die grüne Füllung zum Vorschein kommt.

Tatsächlich war auch ich vor allem auf diesen Moment gespannt - und wurde nicht enttäuscht. Die Pistazienfüllung fällt nämlich recht üppig aus, ist unfassbar cremig und der knusprigen Knafeh verleiht der Schokolade das gewisse Extra. Geschmacklich würde ich der Dubai-Schokolade tatsächlich eine 10 von 10 geben. Dennoch muss ich zugeben, dass ich künftig wahrscheinlich nicht bereit wäre, so viel Geld für eine Tafel Schokolade auszugeben. Der Mix aus Pistaziencreme, Schokolade und dem knusprigen Knafeh sind einfach der Hammer! Allerdings ist so ein Stück auch sehr mächtig, sodass man danach erstmal eine Pause braucht. Wer sich mal etwas gönnen möchte, für den lohnt sich die Dubai-Schokolade auf jeden Fall!

Unboxing und Brechen einer Dubai-Schokolade: Social Media Moment

Stiftung Warentest und Behördenprüfungen: Was wurde untersucht?

Die Stiftung Warentest wollte wissen, ob sich der Trend nicht nur für Hersteller und Händler, sondern auch für Kundinnen und Kunden lohnt. Wir haben sechs verschiedene Tafeln Dubai-Schokolade einge­kauft und ins Labor geschickt. Wir wollten wissen: Wie viel Füllung steckt darin und wie viel Pistazie? Und wie ist es um die Qualität bestellt? Finden sich Schad­stoffe in den Tafeln? Die Experten haben insgesamt sechs Dubai-Schokoladen aus Dubai, den Niederlanden, der Türkei und aus Deutschland getestet. Wie schme­cken die Produkte? Was lässt sich der Kenn­zeichnung auf den Produkten entnehmen? Wie hoch ist der Schoko­laden­anteil und der Anteil der Füllung? Ist Schokolade drin oder doch nur billige, kakao­haltige Fett­glasur? Ist die Füllung mit Schad­stoffen belastet?

Ergebnisse im Detail: Füllung, Pistazienanteil und Kennzeichnung

Die Füllung: Während die Dubai-Schokolade von La Damas laut Stiftung Warentest zu 70 Prozent aus Füllung besteht, waren es bei Lindt nur etwa 25 Prozent. Pistazien fanden sich bei Lindt und Fex nur zu etwa zehn Prozent im Produkt. Der Rest bestand bei dem Labortest aus Kadayif, Zucker und Pflanzenöl. Bei drei Produkten fehlt die Angabe, wie viel Pistazienanteil überhaupt in den Tafeln steckt - obwohl diese Angabe gesetzlich vorgeschrieben ist, da Pistazien für Dubai-Schokolade charakteristisch sind. Auffallend bei dem Dubai-Schokoladen-Test von Stiftung Warentest war, dass nur die Hersteller Fex und Lindt korrekte Angaben auf der Verpackung abgedruckt hatten. Bei den anderen Anbietern fehlten laut Bericht zum Teil Angaben zu den verwendeten Zusatzstoffen und die Hinweise für Allergiker.

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Schadstoffe und Gesundheitsrisiken

Besorgniserregend sind vor allem die gefundenen Schadstoffe. Die Süßwaren aus Dubai waren laut Stiftung Warentest deutlich mit Fettschadstoffen (3-Mono­chlor­propandiol- und Glycidyl-Estern) belastet. Die Dubai-Schokoladen von Fex und Le Damas waren deutlich mit Fettschadstoffen belastet. Dabei handelt es sich um 3-Monochlorpropandiol- und Glycidyl-Ester, die als möglicherweise krebserregend eingestuft sind. Diese gefährlichen Stoffe kommen häufig in raffiniertem Palmöl vor, das auch in den beiden Schokoladen enthalten ist. Für Verbraucher besonders alarmierend: Eine langfristige Aufnahme dieser Substanzen kann das Krebsrisiko erhöhen und die Nieren schädigen.

Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden. In dem Produkt von La Damas fanden die Tester zudem Aflatoxine aus Schimmelpilzen vor. Der Verdacht auf eine Aflatoxin-Höchstgehaltsüberschreitung habe sich bestätigt. Die Ware darf bis zur endgültigen Ergebnisermittlung nicht verkauft werden. Bei einer Stichprobe von acht Schokoladeprodukten, die als Dubai-Schokolade beworben wurden, sind bei einer Untersuchung alle durchgefallen.

Behördliche Reaktionen und Verbraucherwarnungen

"Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von 'Dubai-Schokolade' alles gefunden. Das ist so nicht akzeptabel", sagte Verbraucherminister Peter Hauk (CDU). Drei Chemische und Veterinäruntersuchungsämter des Landes (CVUA) in Stuttgart, Freiburg und Sigmaringen entdeckten demnach in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht. Drei Proben stammten laut Mitteilung aus der Türkei. Sie enthielten den Angaben zufolge Sesam, ohne dass dies auf der Packung gestanden habe. Für Sesam-Allergiker sei dies gesundheitsschädlich. In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl, teilte das Ministerium mit.

Für Verbraucher besonders alarmierend: Diese Gifte zählen zu den stärksten natürlichen Karzinogenen (krebserregende Stoffe) und können bereits in geringen Mengen schwere Leberschäden verursachen. Wo Dubai-Schokolade draufstehe, müsse auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein, so Verbraucherminister Hauk. Er hat wegen der Untersuchungsergebnisse nach eigenen Angaben ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen.

Rechtliche Vorgaben: Was darf überhaupt in Schokolade sein?

Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist genau geregelt. Und zwar in der so genannten Kakaoverordnung. Laut dieser Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Kakaotrockenmasse ist das, was entsteht, wenn Kakaobohnen gepresst werden: also Kakaopulver und Kakaobutter. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten - die günstiger sind - sind keine Schokolade. Bei den getesteten Dubai-Schokoladen war daher die Frage relevant: Ist Schokolade drin oder doch nur billige, kakao­haltige Fett­glasur?

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Fazit der Prüfer: Preis nicht gerechtfertigt

Die Tester sind eindeutig: Keine der getesteten Dubai-Schokoladen bietet herausragende Qualität oder besondere Geschmackserlebnisse, die die teilweise enormen Preise rechtfertigen würden. Das Ergebnis des Dubai-Schokoladen-Tests fiel laut Stiftung Warentest insgesamt enttäuschend aus. Im Gegenteil: Die beiden Schokoladen direkt aus Dubai waren sogar deutlich mit Schadstoffen belastet. Die Tester fanden in den gehypten Süßigkeiten Schadstoffe statt Luxusqualität. Lindt verspricht Luxus, spart aber am Inhalt. Die Lindt-Tafel enttäuschte dabei: Sie besteht nur zu etwa 25 Prozent aus Füllung - im Vergleich zu 70 Prozent bei der Tafel von Le Damas.

Aspekt Ergebnis / Beobachtung
Füllungsanteil (Beispiele) La Damas 70%, Lindt etwa 25%
Pistazienanteil (Beispiele) Lindt und Fex ≈10%, Chocovia 19%
Schadstoffe 3‑MCPD‑ und Glycidyl‑Esters sowie Aflatoxine in Proben
Kennzeichnung Nur Fex und Lindt hatten korrekte Angaben; andere fehlten
Preis (Range) ca. 9 bis 24,90 Euro / 100 g

Was bedeutet das für Käuferinnen und Käufer?

  • Wer Dubai-Schokolade kauft, sollte auf vollständige Kennzeichnung und Angaben zum Pistazienanteil achten.
  • Beim Kauf importierter Produkte empfiehlt sich Vorsicht: Behördenproben zeigten Verunreinigungen und fehlende Deklaration.
  • Hoher Preis garantiert nicht automatisch bessere Qualität oder höhere Pistazienanteile.
  • Eltern und Allergiker sollten besonders aufmerksam sein: In einigen Proben waren nicht deklarierte Allergene wie Sesam nachgewiesen.

In der Praxis heißt das: Wer sich den Social-Media-Moment gönnen will, findet durchaus geschmacklich beeindruckende Tafeln. Wer aber Wert auf transparente Deklaration, hohe Pistazienanteile und schadstofffreie Ware legt, sollte genau prüfen, was auf der Verpackung steht und im Zweifelsfall auf getestete oder vertrauenswürdige Marken zurückgreifen.

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