Nutella-Kekse Rückruf und andere Qualitätsprobleme bei Ferrero
In den letzten Monaten sah sich der Süßwarenhersteller Ferrero mit einer Reihe von Qualitätsproblemen und Rückrufen konfrontiert. Diese reichten von Salmonellen-Befürchtungen bis hin zu Diskussionen über die Qualität und Inhaltsstoffe der Produkte. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Vorfälle, die Reaktionen des Unternehmens und gibt einen Ausblick auf mögliche Alternativen.
Salmonellen-Ausbruch und Produktrückrufe
Anfang 2022 kam es in einer Ferrero-Fabrik im belgischen Arlon zu einem Salmonellen-Ausbruch. Dies führte zu umfangreichen Rückrufaktionen von verschiedenen Schokoladenprodukten, darunter Überraschungseier und Schoko-Bons, in mehreren Ländern. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC untersuchte Dutzende von Salmonelleninfektionen, die mit dem Konsum von Ferrero-Schokolade in Verbindung gebracht wurden.
Als Vorsichtsmaßnahme rief Ferrero in Deutschland auch Produkte wie Kinder-Überraschungseier (Viererpack, MHD 21.08.2022), Kinder Maxi Mix Plüsch (MHD 21.08.2022), Kinder Mini Eggs Mix (MHD 21.08.2022) und Kinder Überraschung Maxi Ei Schlümpfe (MHD 19.08. bis 18.09.2022) zurück. Es wurde betont, dass dies eine reine Vorsichtsmaßnahme sei, da keine der zurückgerufenen Produkte positiv auf Salmonellen getestet worden war.
Die belgische Aufsichtsbehörde AFSCA entzog dem Ferrero-Werk in Arlon im April 2022 vorübergehend die Produktionslizenz. Ferrero bestätigte, dass bereits am 15. Dezember 2021 ein Salmonellenbefall in dem Werk festgestellt worden war.
Besorgnis über Nutella und weiße Blasen
Nach den Rückrufen von Kinderschokolade äußerten User in den sozialen Medien ihre Besorgnis über mögliche Verunreinigungen in Nutella. Fotos von Nutella-Gläsern mit weißen Blasen an der Oberfläche kursierten online. Ferrero en France antwortete auf diese Bedenken und versicherte den Verbrauchern, dass diese Spuren nicht mit Salmonellen in Verbindung stünden. Stattdessen handele es sich um eine Veränderung der Konsistenz des Produkts aufgrund der Lagerungsbedingungen. Bei hohen Temperaturen könnten Kakaobutter und Zucker an der Oberfläche kristallisieren, was zu einer optischen Veränderung führe.
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Es wurde betont, dass Salmonellen mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind und auch nicht durch Geruchs- oder Geschmacksveränderungen erkannt werden können. Daher sei Hygiene eine effektive Maßnahme zum Schutz vor Salmonellen. Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit empfiehlt, tierische Lebensmittel, die Salmonellen enthalten können, im Kühlschrank aufzubewahren und vor dem Verzehr bei mindestens 70 Grad zu erhitzen.
Kritik an Inhaltsstoffen und Produktionsbedingungen
Obwohl die weißen Flecken in Nutella-Gläsern keine gesundheitliche Gefahr darstellen, gibt es Kritik an den Inhaltsstoffen und Produktionsbedingungen der beliebten Schokocreme. Ferrero verwendet für seine Produktion Zutaten aus konventionellem Anbau, wobei die verwendete Milch nicht Bio-zertifiziert ist. Für die Schokolade ist Ferrero immerhin Fairtrade-Rohstoffpartner.
Ein weiteres Problem sind die Haselnüsse in Nutella und vielen anderen Ferrero-Produkten. Konventionelle Haselnüsse werden oft unter ausbeuterischen Bedingungen geerntet, wobei auch Kinderarbeit keine Seltenheit ist.
Alternativen zu Nutella
Angesichts der Kritik an den Inhaltsstoffen und Produktionsbedingungen von Nutella gibt es verschiedene Alternativen. Utopia.de empfiehlt beispielsweise sieben Nutella-Alternativen, darunter solche ohne Palmöl, mit Fair-Trade-Zertifizierung und in Bio- sowie veganen Varianten. Es wird darauf hingewiesen, dass es auch bei diesen Alternativen zur Ausflockung von Fett kommen kann, sie aber unter besseren Bedingungen hergestellt werden.
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Der "Nutella-Konflikt" und "Lebensmittel-Rassismus"
In der Vergangenheit gab es den sogenannten "Nutella-Konflikt", bei dem die Visegrad-Staaten Ungarn, Tschechien, Slowakei und Polen kritisierten, dass die Qualität von Lebensmitteln im Westen besser sei als im Osten. Polen warf Herstellern sogar "Lebensmittel-Rassismus" vor.
Einige Unternehmen reagierten auf diese Kritik. Bahlsen kündigte an, künftig auch die Ost-Butterkekse nach deutscher Rezeptur zu produzieren und auf die Beimengung von billigem Palmöl zu verzichten. Iglo hingegen blieb hart und verkaufte Fischstäbchen in Österreich und Deutschland weiterhin mit einem höheren Fleischanteil als in anderen Ländern.
Der Name "Nutella-Konflikt" bezieht sich auf den Vorwurf der Ungarn, Nutella schmecke in Österreich "schokoladiger" als im Heimatland.
Nutella-Eis: Eine neue Kreation von Ferrero
Trotz der Kritik und Qualitätsprobleme bringt Ferrero immer wieder neue Produkte auf den Markt. Zuletzt wurde ein Nutella-Eis angekündigt, das in Spanien bereits verkauft wird. Das Eis besteht aus Haselnuss-Kakao-Eiscreme mit gefrorenen Nutellaschichten und wird in einem Pappbecher serviert.
Es gibt Spekulationen über den Preis des Eises, der auf etwa fünf Euro pro Becher geschätzt wird. Kritiker bemängeln, dass das Nutella-Eis aufgrund des hohen Zucker- und Fettgehalts ungesund sei.
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Unternehmensgeschichte und Kritik an Ferrero
Ferrero wurde 1946 von Pietro Ferrero in Alba (Italien) gegründet. Das Unternehmen ist heute einer der größten Süßwarenhersteller der Welt und vertreibt seine Produkte in über 170 Ländern. Zu den bekanntesten Marken gehören Nutella, Kinder, Tic Tac und Ferrero Rocher.
Neben den bereits erwähnten Qualitätsproblemen und Kritikpunkten gibt es weitere Kontroversen rund um Ferrero. Die Albert Schweitzer Stiftung deckte auf, dass Ferrero Eier aus nicht artgerechter Käfighaltung verwendet. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, dass der Hersteller der Milch-Schnitte in Werbekampagnen den Eindruck erwecke, das Produkt sei aufgrund des Milchanteils gesundheitsfördernd, obwohl es mehr Fett und Zucker als eine Sahnetorte enthalte.
In den 1990er Jahren wurde in Milch-Schnitte, Kinder Pinguí, Kinder Bueno und Kinder Maxi King Alkohol nachgewiesen. Ferrero steht auch im Verdacht, Ausbeutung und Kinderarbeit in seiner Produktionskette für Kakao und Haselnüsse zu tolerieren. Zudem wird dem Unternehmen systematische Steuervermeidung vorgeworfen.
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