Nuss-Nougat-Creme von Norma: Inhaltsstoffe und Hersteller

Nougatcreme ist ein süßer Brotaufstrich aus Zucker, Pflanzenfett, gemahlenen Haselnüssen oder Mandeln und Bestandteilen der Kakaobohne. In ihrer Zusammensetzung entspricht sie weitgehend dem Nougat, nur mit dem Unterschied, dass sie zugesetztes Pflanzenfett enthält und dadurch streichfähiger wird.

Definition, gesetzliche Vorgaben und Zusammensetzung

Die Zusammen­setzung von Nougatcremes ist in den Leitsätzen für Ölsamen und daraus herge­stellte Massen und Süßwaren festgelegt. Danach enthält Nuss-Nougat-Creme mindestens 10 % Haselnusskerne, höchstens 67 % Zucker, Kakaoerzeugnisse sowie pflanzliche Speisefette und -öle. Nach den Leitsätzen für Ölsamen und daraus hergestellte Massen und Süßwaren des Deutschen Lebensmittelbuchs enthält Nougatcreme (dort in der Schreibweise „Nugatkrem“) höchstens 67 % Zucker und mindestens 10 % enthäutete Haselnüsse oder blanchierte oder geschälte Mandeln oder auch entbitterte Bittermandeln, die bei Nougat unzulässig sind.

Es gibt eine Vielzahl an Produkten, die sich in Nuss-, Kakao- und Zuckergehalt zum Teil stark unterscheiden. Die Basis von Nuss-Nougat-Cremes ist Zucker mit einem Anteil von etwa 50 % (Vorgabe: max. 67 %). Der deklarierte Haselnussanteil liegt in den meisten Produkten bei etwa 13 % (Vorgabe: mind. 10 %). Eine Ausnahme bilden die untersuchten Bioprodukte mit einem deklarierten Haselnussanteil von 15 bzw. 33 %.

Nuss-Nougat-Cremes enthalten außerdem pflanzliche Fette und/oder Öle wie Rapsöl und Palmöl/-fett. Bemerkenswert ist der Inhalt an Palmöl, Palmkernöl etc.; der Zucker kann ganz oder anteilig durch HFCS ersetzt sein.

Palmölplantage und Verpackungszutaten

Zusätzliche Inhaltsstoffe und technologische Hilfsstoffe

Es können geringe Mengen geschmackgebender Stoffe wie z.B. Vanillin zur Abrundung des Geschmacks und geringe Mengen Lecithin (E 322) zugesetzt werden. Lecithin ermöglicht als Emulgator, dass sich Fett- und Wasser-Phasen eines Lebensmittels nicht trennen. Lecithin wird überwiegend aus Sojabohnen gewonnen. Auch Sonnenblumen, Raps, Erdnüssen, Mais und Eigelb können Rohstoffe sein.

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Das so gewonnene natürliche Lecithin kann ebenso in Lebensmitteln eingesetzt werden, wie die Lecithine, die durch chemische Modifikation daraus gewonnen werden. Die chemisch modifizierten Lecithine werden auf besondere technologische Anforderungen zugeschnitten und erweitern so das Anwendungsgebiet des Stoffes deutlich. So ist etwa Lysolecithin besonders hitzestabil, während andere Modifikationen die Emulgatoreigenschaften des Lecithins verbessern.

Herstellerangaben und Kennzeichnung

Unsere Inhaltsstoffbewertung erfolgt unabhängig vom konkreten Produkt. Angaben für eine Portionsgrösse von 100g. *Aufgrund zeitlicher Verzögerungen und Tippfehlern kann nicht garantiert werden, dass die auf dieser Seite publizierten Zutaten bzw. Nährwerte mit den Informationen auf der Etikette des Produktes übereinstimmen. Relevant sind nur die Angaben auf der Etikette des Produktes.

Das LVI BS/H überprüfte sowohl die Fett- und Eiweißgehalte als auch die Gehalte an gesättigten Fettsäuren. Allerdings entsprach die Kennzeichnung von vier untersuchten Proben nicht den Vorgaben der VO (EU) 1169/2011. Die Nährwertkennzeichnung von drei Proben war als Fließtext und nicht tabellarisch dargestellt, obwohl auf der Verpackung ausreichend Platz vorhanden war. Eine Probe wies diverse Kennzeichnungsmängel auf, u.a. war die Nährwertkennzeich­nung unleserlich und die Angabe des Haselnussanteils fehlte.

Allergene, Verbraucherhinweise, Vegetarisch/Vegan

Dieses Produkt ist glutenfrei. Die Einschätzung beruht auf der Analyse der Verpackungsangaben, die entweder aus Produktdatenbanken stammen und zum Teil von Nutzer:innen erfasst wurden. Verwenden die Verpackungsangaben keine üblichen Formulierungen zum Glutengehalt oder sind die Angaben unvollständig oder nicht korrekt erfasst worden oder veraltet, so kann die Einschätzung falsch sein.

Dieses Produkt enthält Laktose. Die Einschätzung beruht auf der Analyse der Verpackungsangaben, die entweder aus Produktdatenbanken stammen und zum Teil von Nutzer:innen erfasst wurden. Verwenden die Verpackungsangaben keine üblichen Formulierungen zum Laktosegehalt oder sind die Angaben unvollständig oder nicht korrekt erfasst worden oder veraltet sein, so kann die Einschätzung falsch ein.

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Dieses Produkt enthält Bestandteile tierischen Ursprungs. Die Einschätzung beruht auf der Analyse der Verpackungsangaben, die entweder aus Produktdatenbanken stammen und zum Teil von Nutzer:innen erfasst wurden. Verwenden die Verpackungsangaben keine üblichen Formulierungen zum Vegan-Status oder sind die Angaben unvollständig bzw. nicht korrekt erfasst worden oder veraltet, so kann die Einschätzung falsch sein. Dieses Produkt ist vegetarisch.

Sicherheits- und Kontaminantenuntersuchungen

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover hat Nuss-Nougat-Cremes auf Prozesskontaminanten und auf die Belastung mit Schimmel­pilzgiften (Aflatoxine) untersucht. In 28 Proben wurden die Gehalte an Aflatoxinen bestimmt. Aflatoxine sind Schimmelpilzgifte, die vor allem während der Lagerung von Lebensmitteln durch den Schimmelpilz Aspergillus flavus als Stoffwechselprodukte gebildet werden. Insbesondere Nüsse und daraus hergestellte Erzeugnisse haben ein hohes Gefährdungspotential. Aflatoxine sind stark krebserregend, wobei Aflatoxin B1 die stärkste krebserregende Wirkung besitzt.

Für Nuss-Nougat-Cremes gilt der Grenzwert für Aflatoxine der nationalen Kontaminanten­ver­ordnung. In allen untersuchten Proben wurden Aflatoxine nachgewiesen. Die Summe der Aflatoxine B1, B2, G1 und G2 lag in zwei Proben unter der Bestimmungsgrenze (Bestimmungsgrenze 0,12 µg/kg), in den übrigen Proben wurden Gehalte zwischen 0,33 und 1,44 µg/kg ermittelt. In allen Proben wurde der Grenzwert von 4 µg/kg eingehalten.

Weiterhin wurden 28 Proben auf ihre Gehalte an 2- und 3‑Monochlorpropandiol- (MCPD) und Glycidyl‑Fettsäure­ester untersucht. Diese Kontaminanten können während der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln gebildet werden, insbesondere durch die Temperaturbelastung bei der Fettraffination. Während der Verdauung entstehen aus 2- und 3‑MCPD-Fettsäure­estern freies 2- und 3‑MCPD, aus Glycidyl‑Fettsäureestern wird Glycidol freigesetzt. Von toxikologischer Bedeutung sind Glycidol und 3‑MCPD. Für 2‑MCPD liegen bislang noch keine toxikologischen Studien vor. Für die Fettsäureester existieren keine Grenzwerte. Ihre Gehalte in Lebensmitteln sollten weitestgehend minimiert werden.

In allen untersuchten Nuss-Nougat-Cremes wurde mindestens eine dieser Prozess­kontaminanten nach­­gewiesen (Nachweisgrenze 0,1 mg/kg Fett). Zum Vergleich: Die tolerierbare tägliche Aufnahme­menge (TDI-Wert) für 3‑MCPD wurde 2016 von der EFSA auf 0,8 μg/kg Körper­gewicht fest­gelegt. Das bedeutet, dass ein 35 kg schweres Kind täglich 28 µg 3-MCPD zu sich nehmen kann, ohne ein gesundheitliches Risiko befürchten zu müssen.

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Die Probe mit dem höchsten Gehalt an 3‑MCPD-Fettsäureester berechnet als freies 3‑MCPD von 1,5 mg/kg Fett enthielt einen Fett­gehalt von 32 %. Daraus errechnet sich ein Gehalt an 3‑MCPD von 0,5 mg/kg Nuss-Nugat-Creme. Bei einem Verzehr von 10 g Nuss-Nugat-Creme würde man mit der Probe 5 µg 3‑MCPD aufnehmen.

Nährwerte und Kalorien

Der deklarierte Fettgehalt lag in den Proben zwischen 32 und 46 %. Mit Brennwerten von etwa 560 kcal/100 g zählen Nuss-Nougat-Cremes zu den hochkalorischen Lebensmitteln.

Parameter Typische Werte / Vorgaben
Zucker ca. 50 % (max. 67 %)
Haselnussanteil meist ca. 13 % (min. 10 %), Bio-Produkte bis 33 %
Fettgehalt 32-46 %
Brennwert ca. 560 kcal/100 g

Nachhaltigkeit: Palmöl und Zertifikate

Folgender Inhaltsstoff ist aus Bestandteilen der Ölpalme hergestellt: Palmöl. Palmöl kann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn seine Produktion nicht zu Regenwald- und Torflandzerstörung und/oder zu sozialen Konflikten führt. Leider ist der Anteil an wirklich nachhaltigem Palmöl auf dem Markt aber noch sehr klein.

Wilhelm Reuss GmbH & Co. KG Lebensmittelwerk hat eine Punktzahl von 19 von 21 möglichen Gesamtpunkten auf der WWF Deutschland Scorecard 2017. Sie setzten 100 Prozent zertifiziertes Palmöl ein.

Infografik: Auswirkungen der Palmöl-Produktion auf Regenwald und Klima

Um Platz für Ölpalmplantagen zu schaffen, werden grosse Flächen von Regenwäldern gerodet. In Indonesien sind bereits über zwei Drittel der Regenwälder zerstört und zahllose Lebewesen vom Aussterben bedroht. Besonders der Orang-Utan, der weltweit nur in den Regenwäldern von Sumatra und Borneo vorkommt, ist in akuter Gefahr. Die Zahl der wild lebenden Sumatra Orang-Utans ist seit 1900 um 91% gesunken. Seit 2016 gilt auch der Borneo Orang-Utan als unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Durch die Waldzerstörung wird so viel Kohlendioxid freigesetzt, dass Indonesien zum drittgrössten Treibhausgasemittenten geworden ist - nach den USA und China. Dabei kommt ein grosser Teil des CO2 Ausstosses von der Zerstörung der Torfgebiete. Diese speichern riesige Mengen von Kohlenstoff. Für den Anbau von Ölpalmen werden die Torfböden entwässert, wobei Kohlendioxid und Methangas freigesetzt wird. Zusätzlich wird bei der Brandrodung und den damit einhergehenden, alljährlichen Torf- und Buschbränden viel CO2 emittiert.

Deutschland verbraucht pro Jahr rund 1,8 Millionen Tonnen Palmöl. Der größte Anteil geht in Biodiesel (41 Prozent), dicht gefolgt von Nahrungs- und Futtermitteln (40 Prozent) sowie in die industrielle Verwendung etwa für Pharmazie oder Reinigungsmittel (17 Prozent). Palmöl findet sich in rund jedem zweiten Supermarktprodukt von Margarine, Pizzen und Süßwaren bis zu Kosmetika und Waschmitteln. Seit 2016 müssen in der EU Lebensmittel die Palmöl enthalten entsprechend deklariert werden.

Zertifizierungsprogramme

UTZ ist eines der verbreitetsten Label für nachhaltigen Kaffee, Tee und Kakao. UTZ Certified ist ein Nachhaltigkeitsprogramm und Label für Kaffee, Kakao und Tee. Es soll Landwirten ermöglichen, die Qualität ihrer Produkte zu verbessern, die Produktivität zu steigern und dabei Sozialstandards und Umweltschutzaspekte zu berücksichtigen. Das Label kann sowohl an Händler und Hersteller von Endprodukten als auch an Produzenten vergeben werden.

Um das Label zu erhalten, müssen diese sich im UTZ Certified Good Inside Portal registrieren und einen Vertrag mit einer unabhängigen, von UTZ zugelassenen Zertifizierungsstelle abschließen. Händler und Hersteller müssen die Kriterien für die Lieferkette (Chain of Custody) und Produzenten die Kriterien des Verhaltenskodex (Code of Conduct) einhalten. Bei den Kriterien für die Lieferkette gilt insbesondere, dass nachvollziehbar ist, woher die Ware stammt. Außerdem muss es ein Kontrollsystem geben, mit dem die zertifizierten Händler und Hersteller belegen können, dass ihre Ware auch von entsprechenden Produzenten stammt. Bei Mischprodukten muss ein bestimmter Anteil von Rohstoffen zertifiziert sein, damit ein Produkt das Label tragen darf.

Erklärung: Was bedeutet UTZ- und RSPO-Zertifizierung?

Die Zertifizierungsstelle kontrolliert vor der Vergabe und dann jährlich vor Ort und über Belege, ob die Kriterien erfüllt sind. Fällt die Prüfung zufriedenstellend aus und stimmt das sogenannte UTZ Standards and Certification Department der Zertifizierung zu, wird das Zertifikat gültig. Ein sogenannter Normenausschuss beschließt über Anpassungen oder neue Kriterien.

Es handelt sich um ein Label, das zu wesentlichen Verbesserungen beim Anbau, bei der Verarbeitung und beim Handel von Nahrungsmitteln beiträgt. Das Label fördert Nachhaltigkeit, indem es die sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen der Produzenten verbessert. Dennoch ist es weder ein klassisches Fairhandels-Label, noch ein Ökolabel, da konventionelle Landwirtschaft nach guter landwirtschaftlicher Praxis gefördert wird und die Preise sich über reine Marktmechanismen bilden.

Qualitätsprüfungen und Verbraucherinformation

Ziel des DLG e. V. ist, agrarwissenschaftliche, ernährungswissenschaftliche und technische Erkenntnisse für die Praxis verfügbar und anwendbar zu machen. Hersteller und Händler von Lebensmitteln können Produkte für die DLG-Qualitätsprüfungen anmelden. Bestimmte Qualitäten der Produkte werden dann von der Zertifizierungsstelle der DLG überprüft. Die Prüfer beurteilen die Farbe, das Aussehen, die Beschaffenheit, den Geruch und den Geschmack des Produkts.

Die Produkte werden von geschulten Gruppen geprüft, die sich aus Vertretern wissenschaftlicher Einrichtungen, der Lebensmittelüberwachung und der Lebensmittelindustrie oder des Handwerks der jeweiligen Produktbranchen zusammensetzen. Umfassende Kontrollen machen das Label glaubwürdig. Die Kriterien für die Prüfungen sind weich formuliert und lassen trotz des wissenschaftlich erarbeiteten Prüfschemas und der Schulung der Prüfer einigen Ermessensspielraum in der Bewertung zu. Verstößt ein Labelnehmer gegen die Vergabekriterien des Labels, so wird ihm das Label entzogen.

Praktische Hinweise für Verbraucher

Nuss-Nougat-Cremes erfreuen sich sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern großer Beliebtheit. Wegen der Kennzeichnungsmängel und geringen Mengen an Schadstoffen muss nicht auf Nuss-Nougat-Cremes verzichtet werden. Nur die Angaben auf dem Etikett des Produkts sind relevant.

Bei Fragen zu Allergenen, Laktose, Gluten oder veganem Status ist es ratsam, die Produktetiketten zu prüfen, da die hier wiedergegebenen Einschätzungen auf Datenbanken und Nutzerangaben beruhen und fehlerhaft oder veraltet sein können.

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