Mukhwas ohne Zucker: Ein ayurvedisches Rezept für frischen Atem und gute Verdauung
Fühlst Du Dich nach dem Essen manchmal voll und schwer? Bemerkst Du vielleicht auch einen unangenehmen Atem? Die ayurvedische Lehre bietet Möglichkeiten, diese Beschwerden auf natürliche Weise zu lindern. Eine davon ist Mukhwas, eine traditionelle indische Gewürzmischung, die üblicherweise nach dem Essen gereicht wird. Dieses Rezept zeigt Dir, wie Du Mukhwas ohne Zucker selbst zubereiten kannst, um die positiven Effekte zu genießen, ohne unnötigen Zuckerzusatz.
Was ist Mukhwas?
Mukhwas ist eine bunte Mischung aus Gewürzen und Samen, die in Indien und Pakistan traditionell nach dem Essen zur Förderung der Verdauung und zur Erfrischung des Atems gereicht wird. Die Mischung besteht aus verschiedenen Zutaten, die jeweils ihre eigenen positiven Eigenschaften haben. Typischerweise enthält Mukhwas Fenchelsamen, Anissamen, Koriandersamen, Sesamsamen und weitere Gewürze.
Die ayurvedische Perspektive auf schlechten Atem und Verdauung
Im Ayurveda wird schlechter Atem nicht nur durch "falsche" Zutaten in der Nahrung verursacht, sondern auch durch ein unzureichendes Agni, das Verdauungsfeuer. Ein schwaches Agni kann dazu führen, dass die Nahrung nicht richtig verarbeitet wird, was Blähungen und andere Verdauungsprobleme zur Folge hat. Mukhwas kann helfen, das Agni anzuregen und die Verdauung zu unterstützen.
Mukhwas selber machen: Warum?
Viele kommerziell erhältliche Mukhwas-Mischungen enthalten Zuckerperlen oder andere Süßstoffe. Wenn Du jedoch auf Zucker verzichten möchtest, ist die Zubereitung von Mukhwas zu Hause eine ausgezeichnete Alternative. So kannst Du die Zutaten selbst auswählen und sicherstellen, dass keine unerwünschten Zusätze enthalten sind.
Rezept für Mukhwas ohne Zucker
Dieses Rezept ist einfach zuzubereiten und bietet Dir die Möglichkeit, die Zutaten nach Deinen Vorlieben anzupassen.
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Zutaten:
- Fenchelsamen: Wirken verdauungsfördernd und erfrischen den Atem.
- Anissamen: Haben einen süßlichen Geschmack und unterstützen die Verdauung.
- Koriandersamen: Wirken beruhigend auf den Magen und fördern die Verdauung.
- Sesamsamen: Sind reich an Mineralstoffen und fördern die Verdauung.
- Kreuzkümmel (Cumin): Wirkt wärmend und unterstützt die Verdauung.
- Ajowan (indischer Kümmel): Wirkt verdauungsfördernd und antiseptisch.
- Kardamom: Wirkt verdauungsfördernd und erfrischt den Atem.
- Optional: Kurkuma (Gelbwurz) für seine entzündungshemmenden Eigenschaften.
Zubereitung:
- Alle Samen und Gewürze in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze leicht anrösten, bis sie duften. Achte darauf, dass sie nicht verbrennen.
- Die gerösteten Samen und Gewürze abkühlen lassen.
- Alle Zutaten in einem Mörser grob zerstoßen oder in einem Mixer kurz zerkleinern. Die Mischung sollte nicht zu fein sein.
- Die fertige Mukhwas-Mischung in einem luftdichten Behälter aufbewahren.
Anwendung:
Nach dem Essen eine kleine Menge Mukhwas (ca. 1 Teelöffel) im Mund kauen. Die Mischung sollte langsam und gründlich gekaut werden, um die Aromen freizusetzen und die Verdauung anzuregen. Anschließend einen Schluck Wasser trinken.
Die Vorteile der einzelnen Zutaten
Jede Zutat in Mukhwas hat ihre eigenen spezifischen Vorteile:
- Fenchel: Bekannt für seine verdauungsfördernden Eigenschaften und seinen frischen, anisartigen Geschmack. Fenchel hilft, Blähungen zu reduzieren und den Atem zu erfrischen. In Indien ist Fenchel ein wichtiger Bestandteil von Mukhwas, einer Körnermischung, die nach dem Essen als Verdauungshilfe dient und für frischen Atem sorgt.
- Anis: Ähnlich wie Fenchel wirkt Anis verdauungsfördernd und kann bei Blähungen helfen. Sein süßlicher Geschmack macht die Mischung angenehmer.
- Koriander: Koriandersamen haben eine beruhigende Wirkung auf den Magen und können bei Verdauungsbeschwerden helfen.
- Sesam: Sesamsamen sind reich an Mineralstoffen und Ballaststoffen, die die Verdauung unterstützen.
- Kreuzkümmel (Cumin): Kreuzkümmel ist ein wärmendes Gewürz, das die Verdauung anregt und Blähungen reduziert.
- Ajowan (indischer Kümmel): Ajowan ist ein in der ayurvedischen Ernährung weit verbreitetes Gewürz, das für seine verdauungsfördernden und antiseptischen Eigenschaften bekannt ist. Er ist mit Kümmel und Kreuzkümmel verwandt und hat einen intensiven, thymianähnlichen Geschmack.
- Kardamom: Kardamom ist ein edles Gewürz, das nicht nur den Atem erfrischt, sondern auch die Verdauung unterstützt. Grüner Kardamom hat einen süß-scharfen Geschmack, der an eine Mischung aus Ingwer, Eukalyptus und Zitrone erinnert.
Variationen des Mukhwas-Rezepts
Es gibt viele verschiedene Variationen von Mukhwas, und Du kannst die Zutaten nach Deinen persönlichen Vorlieben anpassen. Hier sind einige Ideen:
- Sonnenblumenkerne: Für zusätzlichen Biss und Nährstoffe.
- Leinsamen: Reich an Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen.
- Minze: Für einen besonders frischen Atem.
- Ingwer: Fein gehackter, getrockneter Ingwer für zusätzliche Wärme und Verdauungsförderung.
- Amchur (Mangopulver): Für eine leicht säuerliche Note.
Indische Gewürze: Eine Einführung
Indische Gewürze üben seit vielen Jahren eine große Faszination aus. Die fantastischen Aromen, die bunten Farben und all die köstlichen Rezepte, die sich damit zubereiten lassen! Die indische Küche verwendet eine Vielzahl von Gewürzen, die nicht nur den Geschmack der Speisen verbessern, sondern auch gesundheitliche Vorteile bieten. Hier ist eine Übersicht über einige der wichtigsten indischen Gewürze:
- Ajwein / Ajowan (indischer Kümmel): Wird in der ayurvedischen Ernährung viel verwendet und ist in Indien ein gängiges Gewürz. Er ist mit Kümmel und Kreuzkümmel verwandt und wird auch Königskümmel oder indischer Kümmel genannt. Durch die heilende Wirkung bei der Verdauung ist er ein altbekanntes medizinisches Heilmittel in Indien und zu Zeiten von Hildegard von Bingen auch in Deutschland. Der Geschmack ist ähnlich wie Thymian, allerdings etwas intensiver.
- Amchur/Mangopulver: Aus getrockneten unreifen Mangos wird das indische Gewürz Amchur hergestellt und es hat einen süß-säuerlichen Geschmack ähnlich wie bei uns die Zitrone.
- Bockshornklee: Dieses Gewürz war schon in der Antike als Heilmittel bekannt und hat von Indien den Weg in die ganze Welt genommen. Er zeichnet sich durch seinen typischen bitteren aber auch aromatischen Geschmack aus, der an Sellerie oder Liebstöckel erinnert. Da der Geschmack der Samen sehr intensiv ist, sollten sie erstmal sparsam verwendet werden. Bockshornklee ist ein typischer Bestandteil vieler indischer Gerichte.
- Chili: Zuerst gab es in Indien den Schwarzen Pfeffer und erst später kamen die roten Chilischoten dazu, die fein gemahlen zum Chilipulver ungefähr dem Schärfegrad des Cayennepfeffer entsprechen, welcher für indische Gerichte genommen werden kann.
- Curryblätter: Die Curryblätter ähneln vom Aussehen den Lorbeerblättern aus der deutschen Küche, schmecken aber würzig, nussig und scharf. Sie werden meistens frisch verwendet, die getrockneten Blätter verlieren schnell an Aroma.
- Fenchel, Fenchelsaat, Fenchelsamen: Noch aus Kindertagen kennt wohl fast jeder Fencheltee bei Bauchschmerzen. Die indische Küche verwendet Fenchel zum Kochen, denn das Gewürz hat eine intensive Anis Note und verleiht den indischen Gerichten eine feine Süße. Vor Gebrauch sollte er erst kurz vorher mit dem Mörser zerstoßen werden, um sein tolles Aroma zu entfalten.
- Ingwer: Der Ingwer wird meist frisch als Knolle verwendet und ist in Indien sehr beliebt und somit in fast jedem Gericht vorhanden. Er hat eine fruchtige und angenehme Schärfe und wird vor dem Rösten fein geschnitten mit den anderen Gewürzen im Mörser zu einer Paste verarbeitet.
- Kardamom: Kardamom könnte man schon als sehr edles Gewürz bezeichnen und er kann sich durchaus bei Safran und Vanille einreihen, was die Kostbarkeit angeht. Es gibt ihn in zwei Sorten: Grüner Kardamom und Schwarzer Kardamom.
- Koriander: Koriander wird in drei Formen verwendet - als ganze Samen, gemahlen als Pulver und meist als Dekoration zum Schluss als grünes frisches Kraut, das ein bisschen wie Petersilie aussieht. In Indien werden vor allem die getrockneten Koriander-Samen verwendet. Koriander zeichnet sich durch sein herb würziges Aroma nach Nüssen und mit einem süßen Nachgeschmack aus und wird oft in Kombination mit Kreuzkümmel verwendet.
- Kreuzkümmel (Cumin): Kreuzkümmel spielt in der ayurvedischen Küche eine große Rolle, da er genau wie Zimt, grüner Kardamom und Koriander zu den wärmenden Gewürzen gehört.
- Kurkuma (Gelbwurz): Diese knallorange Knolle ist aufgrund seiner positiven Eigenschaften auf die Gesundheit mittlerweile auch bei uns schon sehr beliebt und ist schon seit langem als einzigartiges Heilmittel bekannt. Es zeichnet sich durch seine attraktive gelbe Farbe und einen angenehm holzig-blumigen Geschmack aus.
- Muskat: Die Muskatnuss ist die Saat des Muskatnussbaums und stammt ursprünglich aus Indoniesien. Sie hat einen sehr stark würzigen, scharfen und erdigen Geschmack. Deshalb reicht beim Würzen meist eine Prise aus, frisch gerieben oder als Pulver.
- Nelken: Nelken sind die getrockneten Blütenknospen des immergrünen Nelkenbaums. Sie enthalten große Menge ätherischer Öle, denen eine sehr gute Heilwirkung nachgesagt wird. Sie zeichnen sich durch einen aromatisch süßen Geruch und durch einen starken brennenden Geschmack aus.
- Schwarzer Pfeffer: Der Schwarze Pfeffer wird in Indien auch “König der Gewürze” genannt und ist besonders edel. Er zeichnet sich durch seine angenehme Schärfe und gleichzeitig geschmackliche Frische aus.
- Senfkörner/Senfsaat: Es gibt Senfsaat in gelb, braun oder schwarz und er wird in Indien in fast allen Curry-Gerichten verwendet. Wenn die Senfkörner mit dem mild-nussigen Aroma geröstet und im Mörser zerstoßen werden, entfaltet sich der intensiv scharfe Geschmack.
- Tamarinde: Dieses Gewürz wird aus den braunen Schoten des Tamarindenbaums gewonnen, wo bis zu zwölf Samen in einem datteln ähnlichen Fruchtfleisch eingebettet sind. Deshalb wird es auch indische Dattel genannt. Es gibt asiatischen Gerichten durch das mild süß-säuerlichen, aber auch fruchtig-leicht-herben Aroma den typischen Geschmack.
- Zimt: Im Grunde ist Zimt nichts anderes als getrocknete Baumrinde und hat einen intensiven süß-würzigen Geschmack. Es gibt zwei Arten: Ceylon-Zimt und den günstigeren Cassia, der auch in der Qualität und im Geschmack minderwertiger ist.
Tipps zum Kauf und zur Aufbewahrung indischer Gewürze
Beim Kauf indischer Gewürze spielt die Qualität eine zentrale Rolle. Bevorzuge wenn möglich fair produzierte, hochwertige Ware in Bio-Qualität. Benutze die Gewürze möglichst im Ganzen und zerstoße sie erst kurz vor dem Gebrauch im Mörser. Lagere indische Gewürze kühl und trocken und verbrauche sie möglichst innerhalb eines halben Jahres. Röste die Gewürze vorher in einer Pfanne ohne Fett an.
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