Mit Schokolade den Regenwald schützen: Konzept, Praxis, Unterricht und Konsumentscheidungen

Schokolade ist die beliebteste Süßigkeit in Deutschland. Im europäischen Vergleich zählen deutsche Verbraucher zu den größten Schokoladen-Fans. Weihnachten steht vor der Tür. Was darf dabei nicht fehlen? Na klar, der Schoko-Nikolaus! Doch wer würde ahnen, dass für unseren Schokoladen-Weihnachtsmann vielleicht jemand sein Zuhause verloren hat?

Unser Hunger nach Schokolade zerstört andernorts die Natur. Mehr als 85 Prozent des Kakaos in Deutschland wird in den westafrikanischen Ländern Nigeria, Ghana und Elfenbeinküste produziert. Die wichtigste Zutat von Schokolade ist die Kakaobohne, aus der dann die Kakaomasse hergestellt wird. Der Anbau der Bohnen erfolgt fast ausschließlich in tropischen Gebieten, weil nur dort das Klima ausreichend und durchgängig feuchtwarm ist.

Weltkarte des Tropengürtels und Hauptanbaugebiete für Kakao

Herkunft des Kakaos, Artenverlust und Entwaldung

Obwohl der Kakao ursprünglich aus dem Amazonasgebiet stammt, werden die Kakaobohnen zur Schokoladenproduktion mittlerweile überwiegend in Afrika kultiviert. Dort werden die Kakaobäume überwiegend von Kleinbauern angepflanzt. Der Kakao-Anbau erfolgt fast ausnahmslos in Monokulturen und außerdem größtenteils unter Einsatz von Kinderarbeit.

Der Grund dafür ist die stetig zunehmende Abholzung des Regenwaldes in Westafrika für Kakaoplantagen. Die ursprünglichen Wälder werden gerodet und niedergebrannt, um stattdessen Kakaosträucher zu pflanzen. Mehr als 90 Prozent der ursprünglichen Wälder Westafrikas sind verschwunden. Sogar Nationalparks und Schutzgebiete fallen dem steigenden Hunger nach Kakao zum Opfer. In der Elfenbeinküste verschwinden selbst die Waldreste in den geschützten Gebieten.

Kakao und Artensterben in Westafrika

Vor nicht langer Zeit galt das Land als eine der artenreichsten Regionen der Welt. Dort lebten früher hunderttausend Elefanten, die dem Land den Namen gaben. Die meisten hiervon wurden von Elfenbein-Wilderern getötet. Ähnlich düster sieht es für die verschiedenen Affenarten in Westafrika aus: So sind sechs westafrikanische Primatenarten gefährdet oder vom Aussterben bedroht, unter anderem der Schimpanse und der Miss Waldrons Rote Stummelaffe. Letzterer ist wahrscheinlich schon ausgestorben, da es seit 1978 keine bestätigte Sichtung eines Individuums mehr gab.

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US-Forscher deckten bei einer Zählung auf, dass es in 13 der 23 Schutzgebiete bereits keine Affen und Menschenaffen mehr gibt. In den eigentlich geschützten Regionen leben viele Menschen bereits seit 25 Jahren, teilweise in ganzen illegalen Städten. Für sechs Millionen Ivorer ist das „braune Gold“ die wichtigste Lebensgrundlage. Sie sehen keine andere Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Schutzgebiete im Regenwald und ihre Fragmentierung

Lieferketten, Kinderarbeit und Siegel

Mars, Lindt, Ferrero, Mondelez, Nestlé oder Cadbury - alle großen Süßwarenfirmen der Welt beziehen ihre Kakao-Bohnen aus Westafrika. Die Bohnen verarbeiten und verkaufen sie dann in Europa und den USA. Etwa 2,3 Millionen Kinder arbeiten alleine in Westafrika auf Kakaoplantagen.

Wer keine Ausbeutung von Kleinbauern, Kinderarbeit oder die Zerstörung des Regenwaldes unterstützen möchte, der hat bisher nicht viele Möglichkeiten. Im Dschungel der Siegel für Schokolade können sich Verbraucher leicht verirren. Und viele davon bringen viel weniger als nötig wäre. Am strengsten sind die Siegel Fairtrade und GEPA. Schokoladenhersteller müssen über die gesamte Lieferkette sicherstellen, dass Kakao nach hohen ökologischen und sozialen Standards angebaut und produziert wird.

  • Produkte aus Raubbau, illegalem Anbau und Kinderarbeit dürfen nicht akzeptiert werden.
  • Vor allem Billigsiegel haben nur geringe Anforderungen und das erklärte Ziel, den Massenmarkt zu erreichen.
  • Deshalb bleibt an Weihnachten (und auch sonst) nur eins: Weniger Schokolade kaufen und auf Fair Trade und Ökosiegel achten.
Der Siegeldschungel des fairen Handels bei Schokolade

Politik und Brancheninitiativen: Schritte und Skepsis

Der anhaltende Druck hat schon gewirkt: Auf der Klimakonferenz 2017 in Bonn gründeten die Regierungen der Elfenbeinküste, von Ghana und Kolumbien gemeinsam mit mehr als 30 der weltweit größten Kakaoverarbeiter und Schokoladenhersteller die "Cocoa and Forests Initiative" (CFI) . Die Mitglieder verpflichteten sich unter anderem dazu, die Regenwaldrodung für den Kakaoanbau zu beenden. Die Hauptziele: "Schutz und Wiederherstellung der Wälder, nachhaltige Kakaoproduktion und Existenzgrundlage der Landwirte".

Die beiden westafrikanischen Länder sind besonders wichtig, sie produzieren rund zwei Drittel der Kakaobohnen weltweit, und in beiden Länder geht die Abholzung von Regenwald immer schneller voran. Nach jahrzehntelanger Untätigkeit haben sie jetzt zwar mehr und größere Waldschutzgebiete ausgewiesen, in denen neue Plantagen verboten sind und sogar eine Software angeschafft, die Satellitenbilder auswertet und die Waldverluste dokumentiert - aber es hapert an der Durchsetzung der Regeln.

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Immerhin haben sich Unternehmen und Regierungen laut Scobey jetzt dazu verpflichtet, bis Ende des Jahres Systeme einzuführen und Vorschriften zu erlassen, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Kakaobohnen vom Erzeuger ermöglichen. Zudem sollen hochauflösende Satellitenbilder eingesetzt werden, um Abholzung in Echtzeit zu erkennen, bis Ende des Jahres sollen zudem die genauen Geokoordinaten von einer Million Betrieben erfasst werden. Tatsächlich ist die Abholzung im Tai-Nationalpark, dem letzten großen Regenwaldgebiet Westafrikas, fast vollständig gestoppt.

In anderen Schutzgebieten schreitet die Entwaldung dagegen sogar schneller voran. Und, das räumt auch die WCF ein, vor allem außerhalb dieser speziell geschützten Wälder legt die Abholzung an Tempo zu. Diese "zulässige Praxis" könne durch intensivere Nutzung der bestehenden Plantagen vermieden werden. Die Tatsache, dass der Preis für Kakaobohnen seit Jahren fällt und Bauern von dem, was bei ihnen ankommt, nicht leben können, könnte die Industrie allerdings auch viel einfacher ändern: Sie könnten für ihre Rohstoffe schlicht mehr zahlen.

Unterrichtsmaterialien: Mit Schokolade den Regenwald retten?!

Die Unterrichtsmaterialien "Mit Schokolade den Regenwald retten?!" befassen sich sowohl mit der süßen Seite des Kakaos als auch mit kritischen Themen. Das Materialpaket beinhaltet Unterrichtseinheiten zur Herkunft des Kakaos, der Kulturgeschichte, der Herstellung von Schokolade, fairer Handel und seine Kritikpunkte, Kinderarbeit im Kakaoanbau und Kakao als Mittel zum Regenwaldschutz.

Mit dem 24-seitigen Materialheft nehmen Sie Ihre Klasse mit auf die Reise des Kakaos. Sie vermitteln das grundlegende Wissen zu Herkunft, Geschichte, Anbau- und Erntemethoden sowie der Herstellung von Schokolade. Und auch die Themen Fairer Handel und Kinderarbeit sind Teil der Unterrichtseinheiten. So verstehen Ihre Schüler*innen die globalen Zusammenhänge unseres Konsums und erfahren sogar, wie sie mit Schokolade den Regenwald retten können.

Didaktische Bausteine und Spiele

  • Ein Aufstellungsspiel zum fairen Handel zeigt, welche Einflüsse diese Wirtschaftsweise auf die Gesellschaften in den Anbauländern haben.
  • Ein Aufstellungsspiel: "Wer gewinnt? Wer verliert?"
  • Themeninhalte: Vom Kakao zur Schokolade, Fairer Handel, Kakao und Kinderarbeit sowie Hoffnung für den Regenwald.
Schaubilder: Zyklus des Kakaobaums und Stockwerkbau im Regenwald

Schaubilder und Visualisierungen

  • Tropengürtel dargestellt auf einer Weltkarte (auch in Farbe) - Die Weltkarte zeigt deutlich, in welchen Breitengraden die tropische Klimazone verläuft und in welchen Ländern dementsprechend tropische Regenwälder zu finden sind.
  • Stockwerkbau im Regenwald - Die Vegetation im Regenwald ist dicht und undurchdringlich. Um genügend Licht zur Fotosynthese zu erhalten, wachsen Pflanzen in "Stockwerken".
  • Kulturgeschichte des Kakaos - Von den ersten Zeichen der Kultivierung über die Ankunft der Kakaobohne in Europa, die Industrialisierung bis hin zur Tafelschokolade.
  • Schutzgebietseinteilung im Regenwald - Wie können Natur und Menschen gemeinsam in einem Gebiet leben und funktioniert ein solches Zusammenleben auch in einem ausgewiesenen Schutzgebiet?
  • Zyklus des Kakaobaums - Im natürlichen Kreislauf entsteht ein neuer Kakaobaum durch eine vorher reife Frucht und eine keimende Bohne.
  • Anbaumethoden im Vergleich - Wie sehen die Unterschiede einer Monokultur, einer Mischkultur und eines Agroforstsystems aus?
  • Ernteschritte des Kakaos - Was passiert, wenn eine Kakaofrucht reif ist?
  • Schokoladenherstellung - Sobald die Kakaobohne ihren "Rohkakao-Zustand" erreicht hat, wird sie für die Schokoladenherstellung eingesetzt.
  • Der Siegeldschungel des fairen Handels - Eine Übersicht über die gängigsten Siegel und Zeichen des fairen Handel.

Agroforst als Schlüssel: Regenwald schützen mit Bio-Kakao

Regenwald zu schützen ist faszinierend! Nicht nur wegen der atemberaubenden Vielfalt der tropischen Regenwälder. Auch wegen der unterschiedlichen Arbeitsbereiche und -schwerpunkte - von Wiederaufforstung, über das Einrichten von Schutzgebieten bis zu Bildung und nachhaltigen Einkommensmöglichkeiten. Regenwald schützen und nachhaltige Wertschöpfungsketten in der Kakaoproduktion unterstützen: Das sind die Zielsetzungen dieses IKI-Projekts in Guatemala.

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Nachhaltig angebauter Kakao aus artenreichen Waldgärten bringt eine WIN-WIN-WIN-Situation: 1. Der Regenwald wird geschützt und die Artenvielfalt erhöht. 2. Die Einkommenssituation der Kleinbauern vor Ort verbessert sich; sie sind wirtschaftlich eigenständiger und 3. Sie als Kunde können Regenwald-Schokolade von bester Qualität mit gutem Gewissen genießen. Mit Bio-Kakao den Regenwald retten.

Schema eines biodiversen Agroforstsystems mit Kakao unter Schattenbäumen

Warum Agroforst funktioniert

Gesunde und ertragreiche Böden erhalten, Wasser speichern und auch in Dürrezeiten besser verfügbar machen, Kohlenstoff binden, um den Klimawandel zu bremsen sowie die biologische Vielfalt stärken - die Landwirtschaft der Zukunft steht vor vielen Herausforderungen. Was macht das Konzept Agroforst so erfolgreich? Der Boden wird besser vor Erosion geschützt und Wasser besser gespeichert. Schnell wachsende Bäume spenden den anderen Nutzpflanzen zudem Schatten.

Die Humusschicht in den Tropen ist - anders als bei uns - oft nur wenige Millimeter dick. Monokulturen wie etwa Mais, Palmöl oder Soja laugen den Boden bereits nach 2 bis 3 Jahren aus. Wachsen viele verschiedene Arten nebeneinander, können sich Krankheiten nicht so schnell ausbreiten. Es muss kein Regenwald für neue Felder gerodet werden. Der Wald ist Bestandteil der Landwirtschaft.

Praxis aus Guatemala: OroVerde und WaldGewinn

Seit über 30 Jahren setzt sich die Tropenwaldstiftung OroVerde für den Erhalt der tropischen Regenwälder ein. Vor Ort unterstützt die Tropenwald-Stiftung OroVerde Kleinbauern beim Aufbau einer Kakaokooperative als Alternative zum traditionellen Maisanbau. Denn dies hilft nicht nur den Bauern, sondern sorgt auch für eine nachhaltige Bodennutzung.

Der Aufbau eines kleinen revolvierenden Fonds für die Kleinbauernkooperativen im Rahmen des OroVerde WaldGewinn-Projekts ist sehr wichtig, um die Zeit zwischen Ernte, Weiterverarbeitung und Verkauf der Kakaobohnen zu überbrücken. Für die Bauern war dieser Schritt von entscheidender Bedeutung, denn sie sind auf die Einnahmen aus dem Verkauf der Kakaoernte dringend angewiesen, um Medikamente, Schulmaterialien für ihre Kinder und andere wichtige Dinge des täglichen Bedarfs bezahlen zu können.

Am Ende der ersten zweitägigen Sammelaktion haben insgesamt 121 Bauern aus 11 Gemeinden rund 1.880 Kilogramm frische Kakaobohnen übergeben. Inzwischen fanden zwei weitere Termine statt, nach denen die Erntemenge auf über 7.500 Kilogramm von rund 200 Bauern angewachsen ist. Die Anlage zur Fermentierung und Trocknung der Kakaobohnen ist voll ausgelastet und alle Beteiligten sind mit großer Begeisterung bei der Arbeit.

Fermentation und Trocknung von Kakaobohnen in einer Kooperative

Durch das Fermentieren und Trocknen vor Ort, konnten die Menschen, die von ihrem Kakao leben, noch bessere Preise erzielen. Die einzelnen Kakaobäuer*innen haben sich zu sogenannten Comitees zusammengeschlossen, in denen sie die Vermarktung der Kakaobohnen gemeinsam organisieren. Der Dachverband ASIPAM, der auch im Rahmen des OroVerde-Projekts WaldGewinn gegründet wurde, hat die Bio-Zertifizierung für seinen Kakao erhalten.

Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir auf eine besondere Anbaumethode: Biodiverse oder artenreiche Agroforstsysteme. Das bedeutet, dass auf der gleichen Fläche viele verschiedene Nutzpflanzen wachsen. So werden ca. 450 - 600 Kakaobäume pro ha gepflanzt, während es in konventionellen Plantagen bis zu 1.200 Bäume pro ha sind. Ein Pestizideinsatz ist beispielsweise nicht notwendig.

Die Perspektive der Bauernfamilien

Werden die Familien gefragt, die im Rahmen von OroVerde-Projekten Waldgärten angelegt haben, was sie an dieser Art des Kakao-Anbaus gut finden, kommt eine ganze Liste zusammen:Der Kakaobaum wird gut vor zu viel Sonne geschützt und ist dadurch gesünder und weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge.Die großen Bäume sorgen für ein ausgeglichenes Klima.Die vielen Pflanzen helfen dabei, den Boden zu verbessern. So wird er immer fruchtbarer.

Bei Starkregen kann der Boden durch die vielen verschiedenen Wurzeln viel Wasser aufnehmen und speichern. Das verhindert, dass der Boden nicht einfach bei Regen weggespült wird.Wenn der Boden fruchtbar bleibt, müssen die Bauernfamilien nicht weiterziehen und woanders Wälder roden, um neue Kakaoplantagen anzulegen.Die vielen Pflanzen locken Nützlinge an. So nennt man Tiere, die dabei helfen, sogenannte Schädlinge im Griff zu behalten.

Die Bauernfamilien bekommen übrigens auch mehr Geld, wenn sie den Kakao selber weiterverarbeiten. Denn jeder Verarbeitungsschritt macht das Produkt wertvoller. Manche Bauernfamilien schließen sich daher zusammen und bauen zum Beispiel eigene Trocknungsanlagen. Im Anbau von Kakao steckt eine Menge Arbeit. Ganze Familien leben davon.

Reportage: Agroforst-Kakaogärten in Guatemala und faire Wertschöpfung

Vom Baum zur Tafel: Biologie, Ernte und Verarbeitung

Beim Kakaobaum wachsen die Blüten und die Früchte direkt am Stamm. Das nennt man Kauliflorie, was übersetzt Stammblütigkeit bedeutet. Dieses Phänomen ist typisch für die tropischen Regenwälder. Da die Blüten und Früchte am Stamm wachsen, sind sie auch für viele Tierarten die im Unterholz leben gut sichtbar und erreichbar.

Ernteschritte des Kakaos - Was passiert, wenn eine Kakaofrucht reif ist? Zahlreiche Schritte sind notwendig, um die Frucht auf die kommende Schokoladenherstellung vorzubereiten. Schokoladenherstellung - Sobald die Kakaobohne ihren "Rohkakao-Zustand" erreicht hat, wird sie für die Schokoladenherstellung eingesetzt. Auch hier bedarf es zahlreicher Schritte, um die süße Leckerei herzustellen.

Prozesskette: Ernte, Fermentation, Trocknung, Röstung bis zur Schokolade

Konsum, Bildung und außerschulische Lernorte

Wir Deutschen stehen im Schokoladenkonsum ganz weit oben auf dem Treppchen. Ein Grund mehr sich auch die Hintergründe zur Produktion, Herstellung und Vermarktung der Leckerei anzuschauen. Fächerübergreifend gibt es dabei viel zu entdecken. Das Umweltbildungsprojekt „Mit Schokolade den Regenwald retten“ gab Lehrern sowie außerschulischen Lernorten die Möglichkeit, ohne großen Zeitaufwand, ein fächerübergreifendes Unterrichtskonzept umzusetzen und zu einer lebendigen Bildungslandschaft im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verschmelzen.

Im Rahmen des Projektes wurden gemeinsam mit Lehrern und Schülern aus dem Raum Bonn, dem Schokoladenmuseum Köln und dem Botanischen Garten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Projektabläufe für die schulische Nutzung und den Besuch in außerschulischen Lernorten erarbeitet. Die wurden gemeinsam durchgeführt und verbessert, so dass am Ende eine praxiserprobte Materialsammlung entstand. Auch die außerschulischen Lernorte profitieren, indem sie ihre Führungen und Aktionen didaktisch erweitern können und der Besuch so bei den Schülern einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Lernziele und Inhalte für die Schule

  • Lehrer unterstützen, ihren Schülern mit altersgerechten Methoden Inhalte zum Thema Kakao und Regenwald zu vermitteln und somit den Besuch in einer außerschulischen Einrichtung vor- und nachzubereiten.
  • Zudem erhielten Lehrer Wissen über die globalen Zusammenhänge am Beispiel der Kakaoproduktion.
  • die Schüler für einen nachhaltigen Kakao- bzw. Schokoladenkonsum sensibilisieren.
  • Was bedeutet Fairer Handel und warum ist er wichtig?
  • Materialien und Schaubilder an die Hand geben, damit Lehrer die Führungen in den außerschulischen Lernorten im Unterricht nachbereiten können.

Projekte, Spenden und Wirkung

Sie wollen die tropischen Regenwälder mit Ihrer Artenvielfalt schützen, aber wissen noch nicht, wo Sie dabei anfangen sollen? Entdecken Sie verschiedene Schwerpunkte und Projekte für wirkungsvollen Regenwaldschutz, für die Spenden benötigt werden! Zerstörte Waldflächen durch gezielte Aufforstung wieder aufbauen - das ist das Ziel im Nationalpark Sierra del Lacandón in Guatemala. In der Dominikanischen Republik unterstützen wir Kaffee- und Kakao-Bäuer*innen.

Seit über 30 Jahren setzt sich die Tropenwaldstiftung OroVerde für den Erhalt der tropischen Regenwälder ein. Das DZI-Spendensiegel bescheinigt OroVerde einen effizienten und vertrauensvollen Umgang mit den uns anvertrauten Spenden. Ja! Ja! OroVerde ist als gemeinnützige Organisation anerkannt. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie konkrete Projekte zum Schutz des Regenwalds.

Infografik: Projektstandorte und Wirkungen von OroVerde

Monokultur versus Agroforst: Gegenüberstellung

Anbaumethoden im Vergleich - Wie sehen die Unterschiede einer Monokultur, einer Mischkultur und eines Agroforstsystems aus? Meist wird Kakao in großen Monokulturen, die nur aus Kakaopflanzen bestehen, angebaut. Ohne Schatten oder andere Pflanzen auf dem Boden. Das stresst die Kakaopflanzen.

Aspekt Monokultur (konventionell) Agroforst (biodivers)
Pflanzdichte bis zu 1.200 Bäume/ha ca. 450 - 600 Kakaobäume/ha
Schatten/Beipflanzung ohne Schatten oder andere Pflanzen unter Schattenbäumen, vielfältige Nutzpflanzen
Boden und Wasser Erosion, Auswaschung, Humusarmut Erosionsschutz, Wasserspeicher, fruchtbarere Böden
Pflanzenschutz viele chemische Pflanzenschutzmittel kein Pestizideinsatz notwendig
Naturschutz Entwaldung für neue Flächen Wald Bestandteil der Landwirtschaft

Wie Sie mit Schokolade den Regenwald schützen können

Wie können wir einkaufen und dabei Regenwald schützen? Wer keine Ausbeutung von Kleinbauern, Kinderarbeit oder die Zerstörung des Regenwaldes unterstützen möchte, der hat bisher nicht viele Möglichkeiten. Deshalb bleibt an Weihnachten (und auch sonst) nur eins: Weniger Schokolade kaufen und auf Fair Trade und Ökosiegel achten.

  1. Am strengsten sind die Siegel Fairtrade und GEPA.
  2. Kooperativen sind Zusammenschlüsse von mehreren Bauernfamilien oder ganzen Dörfern. Sie vereinbaren einen fairen Preis für alle.
  3. Die Bauernfamilien bekommen übrigens auch mehr Geld, wenn sie den Kakao selber weiterverarbeiten.
  4. Sie als Kunde können Regenwald-Schokolade von bester Qualität mit gutem Gewissen genießen.
Verbraucherhinweise: Fairtrade- und Bio-Siegel auf Schokolade

Hinter dem Konzept: Konsum, Preise und Verantwortung

Die Tatsache, dass der Preis für Kakaobohnen seit Jahren fällt und Bauern von dem, was bei ihnen ankommt, nicht leben können, könnte die Industrie allerdings auch viel einfacher ändern: Sie könnten für ihre Rohstoffe schlicht mehr zahlen. Hunderttausende Bauern und ihre Familien sind vom Kakaoanbau abhängig - auch in Waldschutzgebieten. Allein dieses Beispiel zeigt, wie schwierig es ist, Probleme zu lösen, die durch jahrelange Untätigkeit entstanden sind.

Der Lebensraumverlust, also die Rodung artenreicher Wälder sowie die Überfischung der Meere, ist eine der Hauptursachen für das rasante Artensterben der vergangenen Jahre. In der neusten Fassung der „roten Liste“ der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) sind insgesamt 175.900 Tier- und Pflanzenarten aufgeführt. Sie sehen keine andere Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Schule, Medien und Motivation

Dieses Video wurde im Rahmen eines Praxisprojektes gemeinsam mit der sk stiftung jugend und medien von 4 Schülern der 9. Hast du dich immer schon gefragt, wo die leckere Schokolade herkommt, die du so gerne isst? Vier Schüler vom Carl-Schumann-Gymnasium aus Bonn erklären was du zu Kakao und Schokolade wissen musst!

Wie sehen Regenwälder aus? Warum werden sie zerstört? Wie können wir einkaufen und dabei Regenwald schützen? Verschiedene Schaubilder sollen dabei helfen die Fakten, durch Veranschaulichung, besser zu verstehen. "Woher die Schokolade kommt": Diverse Illustrationen, zum Teil auch in Farbe, sollen dabei helfen, den Unterricht spannend zu gestalten.

Illustrationen: Vom Regenwald zur fairen Schokolade für den Unterricht

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