Mirabellen Marmelade Rezept: Tradition aus Lothringen

Mirabellen sind kleine, gelbe Früchte, die zwischen Ende Juli und Anfang September Saison haben. Besonders beliebt ist die Verarbeitung der frisch geernteten Mirabellen zu Marmelade, die durch ihre süß-säuerlich-fruchtige Note besticht. In Lothringen, einer Region mit reicher Obstbautradition, hat die Herstellung von Mirabellenmarmelade eine lange Geschichte, die auf die Nutzung der wild wachsenden Mirabellenbäume an Wegrändern und auf Wiesen zurückgeht.

Die Mirabellen ähneln optisch gelben Zwetschgen und sind leicht zu entsteinen. Dafür halbiert man die Frucht mit einem scharfen kleinen Küchenmesser und löst den Kern vorsichtig heraus. Für größere Mengen empfiehlt sich ein Pflaumen-Entkerner, der die Arbeit deutlich erleichtert.

Mirabellen an einem Baum in Lothringen

Zutaten für die Mirabellen Marmelade

  • 2000 g Mirabellen, entkernt und halbiert
  • 1 mittelgroßer Apfel, in kleinen Würfeln
  • 1 kg Gelierzucker 2:1 (alternativ 500 g bei 3:1 Zucker-Frucht-Verhältnis)
  • Saft von 1 Limette oder Zitrone
  • Optional: Vanillemark, Zimt oder ein Schuss Rum
  • Ca. 100 ml Wasser

Die Zutaten spiegeln die fruchtige Frische und die leicht säuerliche Note wider, die typisch für Mirabellenmarmelade aus Lothringen sind. Gelierzucker im Verhältnis 2:1 oder 3:1 ist besonders geeignet, um die Marmelade samtig und geschmackvoll zu gestalten.

Zubereitungsschritte

  1. Die Mirabellen waschen, halbieren und entkernen. Den Apfel schälen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Limette oder Zitrone auspressen und den Saft bereitstellen.
  3. Früchte zusammen mit Gelierzucker, dem Wasser und dem Zitronen- oder Limettensaft in einen Topf geben.
  4. Unter ständigem Rühren das Gemisch erhitzen und etwa 5 Minuten sprudelnd kochen lassen.
  5. Die Marmelade je nach Geschmack stückig oder fein pürieren.
  6. Eine Gelierprobe durchführen: Einen Teelöffel Marmelade auf einen Teller geben, abkühlen lassen und prüfen, ob sie fest wird.
  7. Die heiße Marmelade in sterile, mit kochendem Wasser ausgespülte Gläser füllen, diese sofort fest verschließen und die Gläser auf den Deckel gedreht abkühlen lassen.
Kochen der Mirabellenmarmelade im Topf

Tipps zur Verfeinerung und Variationen

Für eine besondere Note kann die Mirabellenmarmelade mit Vanillemark, Zimt oder einem Schuss Rum verfeinert werden. Dadurch erhält die Marmelade zusätzliche Würze und eine heimelige Geschmacksdimension.

Wer auf Gelierzucker verzichten möchte, kann die Marmelade auch ohne diesen herstellen. Dazu werden die entkernten Mirabellen mit Haushaltszucker und Zitronensaft etwa 30-40 Minuten bei stetigem Rühren köcheln gelassen, um das natürliche Pektin zu aktivieren und die richtige Konsistenz zu erzielen. Dabei darauf achten, dass die Masse nicht zu stark zu Mus reduziert wird.

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Mirabellen-Marmelade haltbar machen

Selbstgemachte Mirabellenmarmelade hält sich bei kühler und dunkler Lagerung bis zu einem Jahr. Nach dem Öffnen sollte die Marmelade im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von vier Wochen verbraucht werden.

Um das Haltbarmachen zu optimieren, wird empfohlen, die Gläser nach dem Befüllen sofort fest zu verschließen und direkt auf den Kopf zu stellen. Dies sorgt für ein besseres Vakuum und vermeidet die Bildung von Schimmel.

Konfitüre in verschlossenen, auf den Kopf gestellten Gläsern

Besonderheit: Die rote Mirabellenmarmelade

Je nach Saison und Sorte können die Mirabellen auch eine rote Färbung annehmen, wie beispielsweise im Spätsommer. Diese roten Mirabellen bieten eine optisch ansprechende sowie geschmacklich intensive Variation der klassischen gelben Marmelade. Im Jahr der Ernte kann man so eine herrlich aromatische rote Mirabellenmarmelade herstellen, die den unverwechselbaren süß-säuerlichen Geschmack bewahrt.

Tradition und Herkunft der Mirabellenmarmelade in Lothringen

Lothringen, bekannt für seine reiche Obstbaukultur, nutzt seit Jahrhunderten wild wachsende Mirabellenbäume, die an Straßenrändern und auf verlassenen Wiesen gedeihen. Diese kleine gelbe Frucht war für die Menschen der Region ein wertvoller Rohstoff, den man nicht nur roh aß, sondern besonders oft zu Marmelade verarbeitete, um den Sommer zu konservieren und ein Stück Heimat auf den Frühstückstisch zu bringen.

Das Mirabellenmarmeladen-Rezept ist dabei oft von Familie zu Familie weitergegeben worden. Das Einkochen in Gläsern und die traditionelle Methode des Umdrehens der Gläser nach dem Verschließen sorgen seit Generationen für die Haltbarkeit und den vollen Geschmack der Marmelade.

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Nützliche Hinweise für die Verarbeitung

  • Mirabellen entsteinen: Mit einem scharfen kleinen Messer entlang des Kerns halbieren und diesen herauslösen.
  • Alternativ empfiehlt sich ein Pflaumenentkerner bei größeren Mengen.
  • Die Früchte lassen sich vor dem Einfrieren leicht entsteinen und behalten im Gefrierfach mindestens eine Stunde ihre Form und Frische.
  • Ein grobes Nudelsieb eignet sich gut, um bei Muszubereitungen die Kerne von der Marmelade zu trennen.
Entsteinen der Mirabellen mit einem kleinen Küchenmesser

Besondere Verwendung der Mirabellenkerne

Nach der Marmeladenherstellung sollten die Mirabellenkerne nicht weggeworfen werden. Aus ihnen lässt sich zum Beispiel ein aromatischer Likör herstellen. Dazu die Kerne säubern, trocknen und für etwa drei Monate ziehen lassen. Zudem können die Kerne auch zum Nachziehen von Mirabellenbäumen verwendet werden - ein nachhaltiger Zugang zur Tradition und zum Anbau der besonderen Frucht.

Ernte und Lagerung der Mirabellen

Die Erntezeit der Mirabellen erstreckt sich von Juli bis September. Die reifen Früchte können direkt vom Strauch gepflückt oder frisch auf dem Markt gekauft werden. Wer seine Ernte über den Sommer hinaus nutzen möchte, kann die Früchte entweder frisch zu Marmelade einkochen oder vorsichtig entsteint einfrieren, um die aromatische Frische zu bewahren.

Marktstand mit frischen Mirabellen zur Erntezeit

Nährwerte der Mirabellenmarmelade

Nährwert Pro Portion
Kalorien 258 kcal
Eiweiß 15 g
Fett 2 g
Kohlenhydrate 42 g

Historische Anekdote zur Kriecherl-Marmelade

Interessant ist die Verwandtschaft der Mirabellen mit den sogenannten Kriecherln, einer regionalen Bezeichnung für rote Mirabellen oder Ringlotten. Diese sind meist etwas säuerlicher und dürfen in der regionalen Marmeladentradition nicht fehlen. Die Herstellung der Kriecherlmarmelade folgt ähnlichen Schritten und verleiht der Marmelade durch den verwendeten Gelierzucker 3:1 die perfekte Balance aus Süße und Frische.

Krickerl Früchte und fertig eingekochte Marmelade
Video Anleitung zur Herstellung von Mirabellenmarmelade

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