Mignon-Torte: Herkunft, Geschichte und Zubereitung im Detail

Die Mignontorte ist eine sehr feine und klassische Torte, die auf jedem Kuchenbuffet und in jedem Caféhaus ein Highlight ist. Sie ist vor allem (aber nicht nur) in der Wiener Konditorei zuhause. Ihre goldgelbe Farbe und frische Zitronennote machen sie zu einer perfekten Sommertorte. Das folgende Porträt beleuchtet Herkunft, geschichtlichen Hintergrund und Zubereitung der Mignon-Torte maximal detailliert.

Mignon-Torte traditionell aufgedeckt mit Zitronenscheiben und Mandeln

Ursprung und Verbreitung der Mignontorte

Sie ist eine traditionelle Torte, die wieder neu auflebt und immer mehr Liebhaber findet. Mignon-Torte hat bestimmt schon mal der eine oder andere von euch gehört oder in einer guten Konditorei schon mal gegessen hat. Was ich gefunden habe, besagt, dass sie ein Klassiker ist, die vor allen Dingen in den Wiener Konditoreien zu Hause ist. Auch mir war sie ein Begriff, denn ich kannte sie ja von zu Hause.

Diese Torte wurde oft zu besonderen Anlässen zubereitet und weitergegeben - so etwa als Familienrezept, das handschriftlich niedergeschrieben oder über Generationen hinweg auswendig weitergegeben wurde. Mein Urgroßvater Julius Rehbein war Konditor, der sich nach dem 1. Weltkrieg mit einer Gaststätte und Café in der Nähe von Bielefeld selbstständig gemacht hat. Da er nie irgendwelche Rezepte aufgeschrieben hatte, sondern immer aus dem Kopf heraus arbeitete, hat als erstes seine eine Tochter (meine Oma) angefangen die Rezepte aufzuschreiben. Danach machte meine Mutter in jungen Jahren dasselbe und begann, nach dem 2. Weltkrieg, als 16-jähriges Mädchen damit, seine Rezepte in einem Rezeptbuch niederzuschreiben.

Historisches Foto einer Wiener Konditorei um 1930

Besonderheiten und Aufbau der Mignon-Torte

Die Torte besteht aus mehreren Schichten. Es werden dünne Schichten von feinem Buttermürbeteigboden benutzt, um die Torte herzustellen. Der unterste Boden ist ein fester Knetteig, damit die Torte nicht durchweicht. Die Füllung zwischen den Böden ist eine leichte Zitronencreme, die der Torte eine frische Note verleiht. Die Creme kann durch Weißwein verfeinert werden. Die Cremetorte kann mit einer Schicht Marzipan abgedeckt werden, die mit einem Zitronenguss abgeschlossen wird.

So entsteht eine interessante Mischung aus der Säure der Zitrone und der Süße des Marzipans. Einige verzichten bei der Herstellung auf die Marzipanschicht und geben den Zitronenguss direkt auf die Mignontorte. Klassischerweise wird die Torte mit Plätzchen verziert, die mit einem Tupfer Schlagsahne auf die Torte gesetzt werden und die die einzelnen Stückchen anzeigen.

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Leicht gekühlt, ist die Mignontorte auch ideal für das Kaffeekränzchen im Sommer, wo sie durch ihre goldgelbe Farbe besonders hervorsticht. Sie ist dann wirklich so geworden schön, mit den einzelnen Schichten, wie ich es mir gedacht und auch gewünscht habe.

Anschnitt der Mignon-Torte mit gut sichtbaren Schichten

Zutaten und Zubereitung Schritt für Schritt

Zutaten für eine klassische Mignon-Torte (für ca. 16 Stücke, 20 cm Durchmesser)

KomponenteZutaten
Teig300 g Mehl, 250 g Butter, 100 g Zucker, 50 g gemahlene Mandeln, 1 Eigelb, 1 Prise Salz
Creme300 ml Zitronensaft (von 8-9 Zitronen), Schale von 3 Bio-Zitronen, 200 ml Weißwein, 250 g Zucker, 5 Eigelb (M), 7 Eier (M), 250 g Butter (gewürfelt)
Garnitur und Guss200 g gehobelte Mandeln, 250 g Puderzucker, Saft von 1 Zitrone

Zubereitung Teig

  1. Die Teigzutaten mit den Knethaken des Handmixers verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 3 Stunden kühl stellen.
  2. Backofen auf 180 Grad (Heißluft: 160 Grad) vorheizen. Teig kurz durchkneten, in 8 Portionen à ca. 80 g teilen. Diese auf mit Mehl bestäubtem Backpapier jeweils hauchdünn rund (etwas mehr als 20 cm Ø) ausrollen.
  3. Einen flexiblen Backring auf 20 cm ausziehen und aus den ausgerollten Portionen glatte Kreise ausstechen. Reste verkneten und einen neunten Kreis ausrollen und ausstechen.
  4. Kreise auf Backpapier nach und nach jeweils 10-12 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Zubereitung Füllung

  1. Gehobelte Mandeln gleichmäßig auf ein Backblech streuen, bei 180 Grad (Heißluft: 160 Grad) 10 Minuten goldbraun rösten, für die Garnitur beiseitestellen.
  2. Zitronensaft, Zitronenschale, Weißwein und Zucker in einem Topf aufkochen. Eigelbe und Eier schaumig schlagen. Heißen Zitronen-Mix unter ständigem Rühren in die Eimasse geben.
  3. In den Topf zurückgießen und unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen erhitzen, bis die Creme dick wird (nicht kochen). Butter unterrühren und schmelzen. Creme auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
  4. 3 Esslöffel Creme abnehmen, beiseitestellen.

Zusammensetzen der Torte

  1. Einen Boden auf eine Tortenplatte legen. 2-3 Esslöffel Creme darauf verstreichen. Nächsten Boden auflegen, mit Creme bestreichen und so fortfahren, bis die Zutaten verbraucht sind.
  2. Einen flexiblen Backring darumstellen und festziehen. Mignon-Torte mindestens 6 Stunden kühl stellen.
  3. Backring entfernen, Rand der Torte mit restlicher Zitronencreme bestreichen und die Mandeln rundherum andrücken.
  4. Puderzucker und Zitronensaft verrühren, auf die Tortenoberfläche gießen, glatt streichen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung der Zubereitung einer klassischen Mignon-Torte

Tipps und Variationen

  • Die Creme kann durch einen Schuss Weißwein im Zitronenansatz besonders verfeinert werden.
  • Die Mignontorte funktioniert sowohl als klassisches Tortenstück als auch als kleine „Naked Cakes“. Lisa hat aus dem Rezept kleine, köstliche Mignon-Törtchen gemacht. Sie sehen wirklich klasse aus.
  • Die Torte schmeckt am besten, wenn sie am Vortag zubereitet und im Kühlschrank durchgezogen ist.
  • Wer es eilig hat, kann die Creme im Kühlschrank schnell abkühlen lassen, dabei immer mal wieder umrühren.
  • Die Torte kann zusätzlich mit kandierten Orangenscheiben oder einer leichten Marzipanschicht verfeinert sowie mit Sahnetupfen dekoriert werden.
Kreative Mignon-Törtchen und klassische Torte im Vergleich

Historische Einordnung: Die Rolle der Zitrusfrüchte im Tortenhandwerk

Schon im 18. und 19. Jahrhundert tauchten häufig helle Mandelteige aus feinstem Weißmehl mit vielen Eiern für Obstkuchen und Kleingebäcke auf. Die vielen Rezepte mit Zitronen, Limonen, Pomeranzen und Ananas, die in Form von Gelees oder Tortenbelägen in den alten Kochbüchern lockten, spiegeln das wider, was aus der Münchner Hofküche berichtet wurde. Damals seien für die kurfürstliche Küche angeblich „mehr Pommeranzen und Limonen als […] gemeine Äpfel“ benötigt worden.

Im bekannten Frauenzimmer-Lexikon aus dem Jahr 1715 dominieren Kuchenrezepte auf der Grundlage eines „guten Butter=Teigs“ mit einer „Fülle von allerhand rohen oder eingemachten Früchten“. Gerade der charakteristische Kontrast zwischen feinen Teigschichten, Mandelaromen und frischer Zitrone macht die Mignon-Torte zu einer typischen Vertreterin dieser traditionellen Konditoreikunst.

Klassische Zitronen- und Mandelzutaten für feine Torten

Erfahrungen und Besonderheiten im Backalltag

Als ich mir das Rezept durchgelesen habe, kam mir sofort der Gedanke, dass ich das gerne klassisch in der Tortenform machen möchte. Denn so kannte ich die Mignon-Torte noch von zu Hause. Es war jetzt auch für mich das erste Mal, dass ich diese Torte gebacken habe. Ich habe sie einen Tag im Kühlschrank durchziehen lassen und dann aufgeschnitten und fotografiert.

Der sichere Zusammenhalt der Böden während der Kühlzeit ist für eine ebenmäßige Torte entscheidend. Der Rand lässt sich besonders gleichmäßig mit der Creme bestreichen und die Mandeln haften daran hervorragend. Als Dekoration eignen sich zudem aufgesetzte Plätzchen mit einem Tupfer Schlagsahne.

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Mignon-Torte angeschnitten und im Ganzen dekoriert

Alternative Rezepturen und Anregungen

Menge/AnzahlMehlButterZuckerMandeln/MandelblättchenEigelb/Ei
Original300 g250 g100 g50 g1 Ei/5 Eigelb
Variation250 g125 g65 g-1 Ei/4 Eigelb
Kleine Torte250 g125 g65 g-1 Ei

Diese Werte bieten einen guten Vergleich zwischen verschiedenen Rezepturen und Portionsgrößen. Wer die Torte kleiner oder höher machen möchte, kann Teig und Creme-Parameter entsprechend anpassen.

Zutaten und einzelne Tortenböden vorbereitet

Die Mignon-Torte als zeitloses Highlight

Die Mignontorte ist eine sehr feine und klassische Torte, die auf jedem Kuchenbuffet und in jedem Caféhaus ein Highlight ist. Leicht gekühlt, bleibt sie tagelang aromatisch und eignet sich hervorragend zum Mitnehmen oder Selberbacken zu besonderen Anlässen. Sie ist ein Klassiker, der in der modernen wie traditionellen Backkultur lebendig bleibt.

Hoffentlich habt ihr jetzt auch so viel Freude an der Challenge gehabt und wollt das Rezept schnell ausprobieren. Dazu wünsche ich euch viel Spaß und natürlich Genuss.

Mignon-Torte als Highlight beim sommerlichen Kaffeekränzchen

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