Meistverkaufte Schokoladenmarken weltweit: Qualität, Nachhaltigkeit und Verbrauchertrends
Schokolade gehört zu den beliebtesten Genussmitteln weltweit. Unser Pro-Kopf-Verbrauch liegt höher als in den meisten anderen europäischen Ländern, und auch weltweit steigt jährlich die Nachfrage. Doch hinter der süßen Versuchung verbergen sich oft komplexe Lieferketten, Umweltprobleme und soziale Herausforderungen. Welche Marken dominieren den Markt, welche Hersteller gelten als Vorbilder in Qualität und Nachhaltigkeit, und worauf sollten Verbraucher beim Kauf achten?
Markenstärke und Verbraucherstudien: Welche Marken führen das Feld an
Hamburg, 23.01.2024 - Einer aktuellen repräsentativen Studie zufolge ist Milka die stärkste Marke unter den Schokoladenherstellern auf dem deutschen Markt. In dem von SPLENDID RESEARCH durchgeführten Top 10 Ranking belegen Lindt und Kinder Schokolade die Plätze zwei und drei. Im SPLENDID RESEARCH BRAND INDEX liegt Milka an der Spitze des Wettbewerbs und erreicht einen Score von 67,8 Punkten (von 100 möglichen Punkten). Die Marke erreicht mit 92,8 Prozent nicht nur den Bestwert im Bekanntheitsranking, sondern erzielt mit 73,1 Punkten auch noch den besten Image-Score.
Im SPLENDID RESEARCH-Ranking finden sich neben globalen Giganten wie Nestlé und Ferrero auch Premium-Manufakturen und kleinere Bean-to-Bar-Hersteller, die besonders in Qualitäts- und Nachhaltigkeitsfragen punkten. Viele Schokoladenhersteller können ihre komplizierten Lieferketten selbst nicht einmal einwandfrei zurückverfolgen und sicher sein, dass bei der Produktion nicht gegen Menschenrechte verstoßen oder die Umwelt illegal zerstört wurde.
Premium-Hersteller und Bean-to-Bar: Beispiele für Spitzenqualität
BONNAT ✦ Beste Schokoladen aus Frankreich
- Seit 1884 steht die französische Schokoladenmanufaktur BONNAT aus Voiron für feinste Plantagenschokoladen in kompromissloser Qualität. Gründer Félix Bonnat legte den Grundstein für eine Tradition, die heute von Stéphane Bonnat in der 4. Generation fortgeführt wird.
- BONNAT verwendet ausschließlich Edelkakaosorten von kleinen Plantagen weltweit. Die dunklen Schokoladen bestehen nur aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker - ohne Lecithine oder Zusatzstoffe.
- Ein Meilenstein: 2016 wurde Stéphane Bonnat in London als Hersteller der weltbesten Schokolade ausgezeichnet. Die prämierte Tafel: Selva Maya 75%, hergestellt mit Kakao aus Mexiko.
ZOTTER ✦ Schokoladen aus Österreich
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- Laut internationalem Schokoladentest zählt Zotter zu den besten Chocolatiers der Welt. Zotter stellt Schokoladen von der Bohne zur Tafel selbst her, Bean-to-Bar, und beschäftigt ein Team von 160 engagierten Mitarbeitern.
- Probieren Sie die weltbesten Zotter Milchschokoladen oder die feinen dunklen Schokoladen mit bis zu 100% Kakaogehalt.
Kilian & Close steht für handgemachte Bean-to-Bar-Schokoladen von höchster Qualität. Die Schokoladen werden aus feinsten Kakaobohnen hergestellt und nur mit erlesenen Zutaten verfeinert.
Seit 2008 kreiert Mikkel Friis-Holm in seiner dänischen Manufaktur außergewöhnliche Schokoladen, die regelmäßig zu den besten der Welt gekürt werden. Die Kakaobohnen stammen aus Madagaskar, Guatemala und Nicaragua, wo Mikkel Friis-Holm selbst die Fermentation und Trocknung begleitet. Die preisgekrönte „Dark Milk“ mit 65 % Kakao gilt als beste Milchschokolade der Welt.
Original Beans kombiniert seit 2008 Leidenschaft für feine Schokolade mit konsequentem Naturschutz und nachhaltigem Wirtschaften. Original Beans steht für puren Ursprung und Transparenz.
PERÚ PURO erhielt den Nachhaltigkeitspreis 2025, weil das Unternehmen beispielhaft zeigt, wie sich eine Hilfsinitiative zu einem wirtschaftlich erfolgreichen und zugleich sozial wie ökologisch engagierten Unternehmen entwickeln kann. PERÚ PURO steht für fairen Direct Trade, höchste Transparenz und ökologische Verantwortung. Die gesamte Kakao wird direkt von den Kakaobauern gekauft. Dadurch wird sichergestellt, dass der Bauer einen fairen Preis erhält und sie fantastische Rohstoffe bekommt. Alle Phasen der Produktion erfolgen im Kakaoanbauland Peru. Die Kakaobauern setzen sich für den Erhalt der natürlichen Vielfalt in den Gebieten ein, in denen sie leben und arbeiten.
Qualitätssieger aus Produkttests: Dunkle, Milch- und weiße Schokolade
Schokoladenexperten und Testreihen teilen Schokolade oft in Kategorien ein: dunkle Schokolade, Milchschokolade und weiße Schokolade. In verschiedenen Top-Listen erscheinen regelmäßig besondere Tafeln und Hersteller:
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- Dunkle Schokolade - Beispiele aus Tests:
- Domori Porcelana: Eine der edelsten Tafeln, hergestellt aus der seltenen Porcelana-Criollo-Bohnensorte.
- Claudio Corallo Chocolate soft 73½% com Nibs de Cacau: Hergestellt in São Tomé und Príncipe, roh wirkende Plättchen mit intensiven tropischen Aromen.
- Michel Cluizel 1er Cru de Plantation Los Anconés: Bio-zertifiziert, Kakao von der Plantage Los Anconés, sehr aromatisch.
- Milchschokolade - Spitzenbeispiele:
- Michel Cluizel Mangaro Lait, 50%: Schmilzt sofort, mit feinem Röst- und Karamellaroma.
- Chocolat Madagascar Fine Milk Chocolate 80%: Kräftige Milchschokolade mit nur 6% Zucker, nussig, röstig und beerig.
- Zotter Labooko Nicaragua Milk 50%: Kombination aus Tiroler Bergbauernmilch, Bohnen aus Madagaskar und Zucker aus Paraguay.
- Weiße Schokolade - besondere Varianten:
- Fruition Vanilla Bean Toasted White: Milchpulver wird karamellisiert, cremiger Schmelz, Vanille, Karamell und Zitrusnoten.
- Åkesson’s Madagascar Bejofo Estate 43% White Chocolate: Verzicht auf zusätzliche Aromatisierung, intensive Kakaobutteraromen.
- Vivani Weiße Vanille: Aus Bio-Supermärkten bekannt, gutes Verhältnis von Süße und Säure.
Nachhaltigkeit und Scorecards: Wer schneidet gut ab?
Um Licht in das dunkle Geschäft mit der Schokolade zu bringen und Verbraucher:innen bei ihrer Kaufentscheidung zu unterstützen, bewertet die sogenannte Schokoladen-Scorecard jährlich die größten Schokoladenhersteller unter Gesichtspunkten der Umweltfreundlichkeit und fairen Produktion. Die Schokoladen-Scorecard findet heraus, was wirklich in der Schokolade steckt. Ihre Grundlage sind Befragungen der Hersteller und Kakaoverarbeitende. 2026 erscheint sie bereits zum siebten Mal, 49 Teilnehmer:innen waren dabei - 34 große und mittlere Unternehmen, fünf kleine Unternehmen und zehn Einzelhändler.
Auf den Plätzen eins bis drei landen in diesem Jahr bei den mittleren bis großen Herstellern HALBA aus der Schweiz, Tony's Chocolonely aus den Niederlanden und - etwas abgeschlagen - Ritter Sport aus Deutschland. Während sich HALBA mit einer Gesamtwertung von 85 Prozent in allen untersuchten Kategorien im grünen Bereich bewegt, hat Tony’s Chocolonely mit einer Gesamtwertung von 83 Prozent Nachholbedarf in Sachen Agroforstwirtschaft & Klima und Pestizideinsatz. Ritter Sport erreicht insgesamt nur 71 Prozent und befindet sich trotz des dritten Platzes nicht mehr im grünen Bereich.
Bei den kleinen Herstellern erreicht Original Beans eine Gesamtwertung von 90 Prozent und landet damit auf Platz eins. Der Kleinhersteller Chocolate Makers aus den Niederlanden erreicht eine Gesamtwertung von 83 Prozent, gefolgt von der schwedischen Malmö Chokladfabrik mit 80 Prozent.
Bessere Schokolade ist besser für Menschen und den Planeten
Die einzelnen Kriterien, nach denen die Schokoladen-Scorecard die Unternehmen beurteilt, sind Rückverfolgbarkeit und Transparenz der Lieferkette, existenzsicherndes Einkommen, Kinder- und Zwangsarbeit, Entwaldung, Pestizideinsatz und Agroforstwirtschaft, Klima und Gendergerechtigkeit. Die Nachfrage nach umweltfreundlicher und fair produzierter Schokolade und das genauere Hinschauen scheinen Wirkung zu zeigen. Dennoch ist die Produktion des Süßmittels oft noch zu Lasten der Natur und der Menschen, die den Kakao pflücken.
Große Hersteller im Mittelfeld: Chancen und Defizite
Im Mittelfeld tummeln sich globale Player wie Lindt & Sprüngli, Nestlé und Ferrero. Vor allem in Sachen Rückverfolgbarkeit und Transparenz der Lieferkette gibt Ferrero mit einer Punktzahl von 84 Prozent ein gutes Bild ab. Lindt & Sprüngli hat sich im Vergleich zum Vorjahr in den Kategorien Entwaldung und existenzsicherndes Einkommen verschlechtert und erreicht Platz 13.
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Leider gibt es immer noch genügend Firmen, die nicht offenlegen wollen oder können, ob ihre Schokolade frei von Kinderarbeit, Armut und Abholzung ist und unter welchen Bedingungen der Kakao dafür angebaut wurde. Wie im vergangenen Jahr fällt hier die US-amerikanische Firma Mondelēz International negativ auf, die unter anderem Marken wie Milka, Oreo, Toblerone, Cadbury, Marabou, Côte d’Or und Suchard produziert. Eine denkbar schlechte Figur gibt auch Starbucks ab. 2026 verweigerte Starbucks die Teilnahme an der Schokoladen-Scorecard komplett.
Einzelhandel und Eigenmarken: Supermärkte in der Bewertung
Mit ihren Schokoladeneigenmarken konkurrieren Supermärkte direkt mit den Produkten der Markenhersteller. Unter diesen Fragestellungen bewertet die Schokoladen-Scorecard 2026 auch Einzelhändler. Die ersten drei Plätze belegen die Schweizer Kette Coop, Ahold Delhaize in den Niederlanden und System U in Frankreich, wobei es nur Coop in den grünen Bereich schafft. EDEKA landet auf Platz 5, Aldi Süd rutscht auf Platz sechs ab, Aldi Nord kommt auf Platz sieben. Der letzte Platz geht an Foodstuff aus Neuseeland.
69 Prozent der angefragten Supermarktketten haben aber gar nicht geantwortet - darunter Lidl, REWE und die US-amerikanische Kette Walmart.
Entwaldungsfreier Kakao: EU-Vorgaben und Realität
Kakao ist ein wertvoller Rohstoff. Sein Anbau gehört zu den größten Verursachern von Entwaldung weltweit und befeuert damit die Erderhitzung. Ab dem 30. Dezember 2026 darf Kakao, der in der EU verkauft wird, nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn er nachweislich entwaldungsfrei ist. Das sieht die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) vor, die am 29. Juni 2023 in Kraft getreten ist. Acht der für die aktuelle Schokoladen-Scorecard befragten Unternehmen erfüllen diesen Standard bereits. Darunter kleine, spezialisierte Hersteller wie Original Beans, Chocolate Makers und Malmö, aber auch Schokoladenriesen wie Ritter Sport.
Ein Großteil des Kakaos in den Lieferketten entzieht sich jedoch nach wie vor der Überwachung. Er stammt oft aus Ländern mit schwachen staatlichen Strukturen und noch weitgehend intakten Wäldern: Weil beispielsweise in Ghana und Elfenbeinküste engmaschiger kontrolliert wird, verschiebt sich die Entwaldungsfront nach Liberia und in das Kongobecken, wo noch niemand so genau hinschaut.
So kann Kakaoanbau nachhaltiger funktionieren
Der Kakaoanbau kann nachhaltiger und fairer gelingen als in Monokulturen. Eine Alternative sind Agroforstsysteme. Im Fall des Kakaos bedeutet Agroforstwirtschaft, dass die Kakaobäume gemeinsam mit anderen Bäumen und Nutzpflanzen angebaut werden. Monokulturen werden vermieden und der Pflanzenmix fördert die Widerstandsfähigkeit und Produktivität.
Unsere Projekte: WWF setzt sich für einen Kakaoanbau in Südamerika ein, der Wälder schützt und die Biodiversität erhält. In Kolumbien unterstützen wir Kooperativen, die Kakao nachhaltig in Agroforstsystemen anbauen und dabei die Vorgaben der Europäischen Entwaldungsverordnung erfüllen.
Was Verbraucher tun können: Kaufkriterien und Hinweise
- Achten Sie auf Transparenz: Hersteller, die offenlegen, woher ihr Kakao stammt und wie er verarbeitet wurde, sind vertrauenswürdiger.
- Suchen Sie nach Zertifikaten und Scorecard-Bewertungen: Marken wie Original Beans oder Chocolate Makers schneiden in Nachhaltigkeitsbewertungen gut ab.
- Bevorzugen Sie Bean-to-Bar und kleine Manufakturen, wenn Ihnen Herkunft und Qualität wichtig sind: Zotter, BONNAT, Mikkel Friis-Holm und Kilian & Close stehen für handwerkliche Qualität.
- Informieren Sie sich über Initiativen und gesetzliche Vorgaben: Die EUDR wird Lieferketten verändern und entwaldungsfreien Kakao stärker zur Norm machen.
Beispieltabelle: Marken und besondere Eigenschaften
| Marke / Hersteller | Besondere Merkmale | Nachhaltigkeits-Score / Anmerkung |
|---|---|---|
| Milka | Stärkste Marke in Deutschland, hohe Bekanntheit | Hoher Image-Score; Konzernzugehörigkeit |
| HALBA | Gute Nachhaltigkeitswerte, mittlerer Hersteller | 85% (Scorecard 2026) |
| Tony's Chocolonely | Starkes Fairness-Image | 83% (Nachholbedarf bei Agroforst/Climate) |
| Original Beans | Purer Ursprung, Transparenz, Naturschutz | 90% (kleiner Hersteller, Platz 1) |
| BONNAT, Zotter, Mikkel Friis-Holm | Bean-to-Bar, Premiumqualität, Plantagenschokoladen | Ausgezeichnete Produktqualität; vielfache Preise |
Fazit für bewusste Käufer
Welche Schokolade man guten Gewissens kaufen kann, ist nicht immer leicht zu beantworten. Während Marken wie Milka auf dem Massenmarkt dominieren, zeigen Premiumhersteller und kleinere Bean-to-Bar-Betriebe, wie hohe Qualität und Transparenz aussehen können. Nachhaltigkeitssiegel, Scorecards und die EU-Entwaldungsverordnung sind wichtige Orientierungshilfen - gleichzeitig liegt ein großer Teil der Verantwortung bei den Konsument:innen, die mit ihrer Kaufentscheidung ökonomische Anreize setzen können.
Abschließend gilt: Achten Sie beim Kauf auf Herkunft, Transparenz und nachhaltige Produktionsweisen. So unterstützen Sie Hersteller, die faire Preise zahlen, Wälder schützen und langfristig für bessere Bedingungen in den Anbauregionen sorgen.
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