Medizinischer Honig: Wirkung, Anwendung und Bezug in der Apotheke

Honig ist viel mehr als ein natürlicher Süßstoff: Das Heilmittel ist besonders für seine wertvollen Inhaltsstoffe bekannt, die Halsschmerzen und Husten mindern. Bereits während der Steinzeit wurde Honig als Süßungsmittel genutzt. Ohne Bienen gäbe es keinen Honig.

Was ist Honig und wie entsteht er?

Wenn Bienen Nektar sammeln und diesen mit Enzymen anreichern, entsteht Honig. Farbe und Konsistenz hängen von dem genutzten Blütennektar bzw. Honigtau ab. Dabei gibt es eine große farbliche Bandbreite zwischen weiß, weißgelb, gelb und braun. Das Endprodukt ist dünn- oder zähflüssig bis fest. Wie der Honig kristallisiert hängt von dessen Mischungsanteil aus Fruktose und Glucose ab.

Imker und Imkerinnen unterteilen Honig in 2 Kategorien: Der aus Blütennektar gewonnene Blütenhonig und der aus Honigtau hergestellte Waldhonig. Aus dem Honigtau gewinnen sie den Waldhonig. Dabei nehmen die Bienen den von Blattläusen und Schildläusen ausgeschiedenen Honigtau wie Nektar auf. Im Handel sind vor allem Nektarmischungen erhältlich. Je nach botanischer Herkunft des Blütennektars unterscheiden sich die Blütenhoniggsorten zum Teil stark in ihren Aroma- und Wirkstoffen sowie in Geschmack, Konsistenz und Farbe. Bei einer Mischung aus verschiedenen Honigtausorten sprechen Imker:innen schlicht von Wald- oder Honigtauhonig.

Inhaltsstoffe und Wirkmechanismen

Zu den Hauptbestandteilen des Honigs zählen Fruktose, Glucose und Wasser. Honig ist reich an Vitalstoffen. Mineralstoffe (z. B. ...). Honig besteht zwar zu rund 80 % aus Zucker, der hohe Zuckeranteil entzieht den Keimen aber das lebenswichtige Wasser. Alle Honigsorten haben gemeinsam, dass sie die Vermehrung der Bakterien hemmen, indem sie ihnen Wasser entziehen.

Enzyme wie Glucoseoxidase zum Beispiel setzen bei Kontakt mit Flüssigkeit Wasserstoffperoxid frei, das eine keimtötende Wirkung hat. Manche Sorten wie Manukahonig liefern zusätzlich keimhemmendes Methylglyoxal. Und das saure Milieu von 3 bis 4, das in den meisten Honigen zu finden ist, hemmt zusätzlich das Bakterienwachstum. Weiterhin liefert hochwertiger Honig wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren, die unseren Nährstoffhaushalt auffüllen und das Immunsystem stärken.

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Propolis - das weitere Bienenprodukt

Neben dem Honig nutzen wir Menschen allerdings noch ein weiteres Erzeugnis der Bienen: die Propolis. Das Kittharz dient den Insekten zum Abdichten kleiner Öffnungen. Daneben ist es ein Schutzwall gegen eingeschleppte Keime und Krankheiten. Propolis hat eine antibiotische, antivirale und antimykotische Wirkung. Aufgrund der Eigenschaften nutzen wir Propolis seit vielen Jahrtausenden.

Wir nutzen Propolis therapeutisch in vielfältigster Weise. Es ist in Lutschtabletten, Kapseln, Mundwässern, Nasensprays, Tinkturen und Salben enthalten. Innerlich angewendet stärkt Propolis das Immunsystem und beugt Atemwegsinfektionen vor. Äußerlich angewendet hilft Propolis bei Hautirritationen, Entzündungen, Sonnenbrand, Schürfwunden, rheumatischen Beschwerden und Ekzemen. Allerdings ist Propolis nicht für jedermann geeignet. Manche reagieren auf das Bienenharz allergisch.

Bienen sammeln Nektar an Blüten

Manuka-Honig: Besonderheiten und Wirkstoff MGO

In den letzten Jahren kam der Manuka-Honig aus Neuseeland weltweit zu großem Ruhm. Dabei ist den Ureinwohnern Neuseelands, den Maori, die gesundheitliche Wirkung des Honigs seit Jahrhunderten bekannt. Manuka-Honig entsteht aus dem Nektar von Blüten des neuseeländischen Manuka-Baums, der auch als Südseemyrte bekannt und mit dem Teebaum verwandt ist.

Das Besondere an dem Honig ist, dass bei der Umwandlung von Nektar in Honig ein besonders hoher Gehalt an Methylglyoxal (MGO) entsteht. Methylglyoxal ist ein Aldehyd, das stark antibakteriell wirkt. MGO entsteht aus Dihydroxyaceton (DHA), das in den Blüten des Manuka-Strauchs vorkommt. Auf den Produkten findet sich daher oft ein UMF-Wert (Unique Manuka Factor), der angibt, wie stark der Honig gegen Keime wirken kann.

Medizinischer Manuka-Honig trägt immer eine Angabe zum MGO-Gehalt. Der MGO-Gehalt des Manuka-Honigs fällt je nach Produkt unterschiedlich hoch aus. Generell wird er in Milligramm pro Kilo angegeben, etwa MGO 100+, MGO 250+, MGO 400+ und MGO 550+. Möglich sind bis zu 1200+ mg/kg. Das „flüssige Gold“ hat seinen Preis und wird teurer, je mehr MGO drin ist.

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Antibakterielle Wirkung und Studienlage

In der Literatur wird berichtet, dass medizinischer Manuka-Honig, vor allem aufgrund des enthaltenen MGOs, eine Vielzahl von Bakterien hemmen kann, einschließlich einiger antibiotikaresistenter Stämme. Verschiedene Studien legen nahe, dass die antibakterielle Eigenschaft des Manuka-Honigs sogar gegen resistente Krankenhauskeime wirksam sein könnte. Diese Erkenntnisse stammen jedoch aus Laboruntersuchungen. Es ist unklar, ob sie auf den lebenden Organismus übertragbar sind.

Manukahonig soll zudem verhindern, dass sich auf Wunden ein Biofilm bildet, der Bakterien vor Antibiotika schützt. Außerdem soll er bestehende Biofilme auflösen und so die Wundheilung unterstützen. MGO wird unter anderem durch das Enzym Glucoseoxidase gebildet. Im medizinischen Manuka-Honig bleibt die Enzymaktivität stabil, solange der Honig unverdünnt und nicht zu sauer ist. Bei Kontakt mit Wundsekret oder anderen Substanzen, die den pH-Wert erhöhen, kann die Enzymaktivität zunehmen und die Freisetzung von MGO und Wasserstoffperoxid verstärken.

Glas mit Manuka-Honig und MGO-Angabe

Medizinischer Honig vs. Speisehonig

Der im Supermarkt erhältliche Honig ist aufgrund potenzieller Verunreinigungen nur bedingt für die Behandlung von Wunden geeignet. Speziell der Honig aus dem Supermarkt ist eher als reines Süßungsmittel gedacht, nicht aber für die Medizin. Zwar wirkt er leicht antibakteriell, kann aber auch Sporen oder Rückstände enthalten, die für eine heilende Wirkung kontraproduktiv sind.

Medizinischer Honig wird hingegen sterilisiert und geprüft, bevor er z. B. in der Wundversorgung eingesetzt wird. Als Basis des medizinischen Honigs dient Manuka-Honig. Er eignet sich speziell für die Wundbehandlung und hat, durch die gezielte Auswahl des Blütennektars, einen besonders hohen Anteil an Glucose-Oxidase. Der medizinische Honig wird nicht durch Hitze, sondern durch Gammastrahlung sterilisiert. Diese zerstört Keime. Die im Honig enthaltenen aktiven Enzyme bleiben jedoch erhalten.

Manuka-Honig wird in verzehrgeeigneten und medizinischen, sterilen Varianten angeboten. Medizinischer, steriler Manuka-Honig muss bestimmte Reinheits- und Sicherheitskriterien erfüllen. Er enthält die Wirkstoffe in den erforderlichen standardisierten Mengen, damit er direkt oder in Form anderer Zubereitungen zur Wundbehandlung verwendet werden kann. Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden. „Normaler“ Manuka-Honig hingegen ist ein Naturprodukt, das Keime enthält und folglich schwere Reaktionen und Wundinfektionen hervorrufen kann.

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Praktische Unterschiede und Apothekenbezug

In der medizinischen Wundversorgung kommt Manukahonig z. B. als konfektioniertes Wundpflaster zum Einsatz. Allerdings nur in steriler Form und auch nur dann, wenn eine Zulassung als Medizinprodukt gegeben ist. Für offene Wunden darf deshalb ausschließlich medizinischer Honig verwendet werden, niemals Speisehonig. In der richtigen Form ist er sogar ein wichtiger Helfer in der modernen Medizin.

Bei der Auswahl empfiehlt es sich, auf Herstellerangaben wie MGO- oder UMF-Werte und auf Zertifizierungen zu achten. Aufgrund seines hohen Preises gibt es viele Fälschungen auf dem Markt. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, ob der Anbieter Mitglied des neuseeländischen Branchenverbandes „Unique Manuka Factor Honey Association“ oder der „Australian Manuka Honey Association“ ist, da diese Honige auf Reinheit geprüft und zertifiziert werden.

Anwendung medizinischer Manuka-Honig bei Wunden (Erklärung)

Anwendungsgebiete und Empfehlungen

Als Hausmittel kann Honig Linderung bei Halsschmerzen oder kleineren Hautproblemen bieten. Wer schon einmal bei Halsschmerzen warme Milch mit Honig oder eine heiße Zitrone getrunken hat, der weiß, wie heilsam das süße Bienenprodukt sein kann. In der Selbstmedikation wird der Honig oft angewendet, um kleine Entzündungen im Mund- oder Rachenraum zu behandeln. Auch für den Darm soll er hilfreich sein.

Für die äußerliche Anwendung bei kleinen Verletzungen, Pickeln oder Herpesbläschen reicht Manuka-Honig mit MGO 100+. Tragen Sie ihn dünn auf die Blessuren auf. Zur innerlichen Anwendung eignet sich ein Produkt mit MGO 400+ besser. Bei Babys und Säuglingen unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden, da sich ihre Darmflora noch nicht komplett entwickelt hat und sie sich dadurch mit dem seltenen, aber lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus infizieren können.

Weitere mögliche Einsatzgebiete

  • Infektionen der Atemwege oder virale Erkrankungen wie Herpes
  • Stärkung des Immunsystems und bei Magen-Darm-Problemen wie Magengeschwüren
  • Hautprobleme wie Akne oder Neurodermitis
  • Zahnfleischentzündungen

Noch sind diese Effekte allerdings nicht ausreichend belegt, da viele der Studien klein oder uneinheitlich sind. Klare Empfehlungen fehlen daher noch.

Grenzen, Sicherheit und Qualitätskriterien

Honig kann konventionelle Therapien nicht ersetzen. Manukahonig gilt als wertvolle Ergänzung, ersetzt aber keine ärztliche Behandlung. Bei schweren oder tiefen Wunden bleibt hingegen die Behandlung mit Antiseptika und Antibiotika unausweichlich. Auch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist Vorsicht geboten.

Für positive Effekte von medizinischem Honig in der Wundbehandlung fehlen bislang jedoch die Belege. Im Gegenteil, es wurden sogar vermehrt Schmerzen bei der Anwendung festgestellt. Wie bei allen Naturheilmitteln gilt aber auch hier: Verbraucher sollten sich nicht ausschließlich auf deren Wirkung verlassen und bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden einen Arzt zurate ziehen.

Lagerung und Haltbarkeit

Honig sollte an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahrt werden, da er hitze- und lichtempfindlich ist. Wenn er längere Zeit hohen Temperaturen und Licht ausgesetzt ist, können wertvolle Stoffe und Enzyme abgebaut werden. Von einer Lagerung im Kühlschrank wird abgeraten, da Honig bei Kälte kristallisiert und wieder erhitzt werden muss, um flüssig zu werden. Bei zu hoher Hitze besteht die Gefahr, dass die Enzymaktivität und somit die gesundheitsfördernden Eigenschaften beeinträchtigt werden.

Ein trockener Ort ist ebenfalls wichtig, da Honig Feuchtigkeit aus der Luft zieht. Daher sollten Sie am besten immer den Deckel fest verschließen. Stellen Sie Ihr Honigglas in den Vorratsschrank oder in eine Speisekammer, wo es vor Licht und Wärme geschützt ist. So bleibt Ihr Honig lange frisch und behält seine gesunden Eigenschaften.

Kurzübersicht: Auswahl und Anwendung

Frage Empfehlung
Wundbehandlung Nur medizinischer, steriler Honig (mit Zulassung)
Äußerliche Anwendung bei kleinen Blessuren Manuka MGO 100+ dünn auftragen
Innerliche Anwendung (z. B. Hals) Manuka MGO 400+ empfohlen
Babys unter 12 Monaten Keinen Honig geben
Kaufhinweis Auf MGO/UMF-Angaben und Zertifizierungen achten

Honig ist seit der Antike ein beliebtes Mittel in der Kosmetik. Bereits in der Antike wusste man um die verjüngende Wirkung von Honig: Sagenhaft sind die Honig-Milch-Bäder der ägyptischen Königin Kleopatra. Die in Honig enthaltenen Antioxidantien gelten als Radikalfänger und halten damit die Hautalterung auf. Honig gilt mit seiner reinigenden und entzündungshemmenden Art nicht nur als Frische-Kick für die Haut, sondern auch beruhigend bei Neurodermitis.

Schönheitsanwendung: Honigmaske auf Gesicht

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