Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig: Anwendung, Wirkung und Indikationen

Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig ist ein spezielles Präparat zur topischen Behandlung von akuten und chronischen Wunden. Es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Honig, sondern um einen medizinischen Honig, der aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften und klinischen Wirksamkeit in der Wundversorgung eingesetzt wird.

Was ist Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig?

Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig besteht zu 100 % aus Medihoney Antibakteriellem Honig. Dieser Honig wird aus einer Mischung verschiedener Honige gewonnen, hauptsächlich aus Leptospermum sp. (Manuka Honig), die nach standardisierten Methoden auf ihre antibakterielle Aktivität getestet wurden. Dabei werden ausschließlich Chargen verwendet, die in hoher Verdünnung das Wachstum von MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) verhindern können. Die Mischung ist so zusammengestellt, dass sie Honige enthält, die neben den bekannten osmotischen Effekten sowohl peroxydabhängig als auch -unabhängig antibakteriell wirken.

Medihoney wird durch spezielle Verfahren gefiltert, um potenziell enthaltene Pollen nahezu vollständig zu entfernen. Unter anderem wird der Leptospermum Honig verwendet, der für seine starke antibakterielle Wirkung bekannt ist. Der Leptospermum Strauch wird auch oft als "Australischer Teebaum" bezeichnet, wobei zu beachten ist, dass dieser Strauch nichts mit dem Teebaum zu tun hat, aus dem das Teebaumöl gewonnen wird (Melaleuca alternifolia).

Klinische Wirksamkeit von Medihoney

Die klinische Wirksamkeit von Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig ist in verschiedenen Bereichen nachgewiesen:

  • Hemmung von Bakterien: Medihoney hemmt das Wachstum von Bakterien auf dem Wundgrund und ist wirksam gegen mehr als 200 klinische Isolate, einschließlich antibiotikaresistenter Stämme. In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass Medihoney bereits in niedrigen Konzentrationen gegen ein breites Spektrum von Bakterien wirksam ist.
  • Autolytisches Debridement: Medihoney fördert ein schnelles und effektives autolytisches Debridement von belegten und nekrotischen Wunden.
  • Antibakterielles Milieu: Medihoney schafft ein antibakterielles Milieu in der Wunde.
  • Geruchstilgung: Medihoney beseitigt rasch den Geruch übelriechender Wunden.
  • Feuchte Wundumgebung: Medihoney schafft eine für die Heilung wichtige feuchte Wundumgebung, was auch Schmerzen beim Verbandwechsel reduzieren kann. Durch die Schaffung einer feuchten Wundumgebung wird die Wunde einerseits zusätzlich feucht gehalten und andererseits eine zusätzliche Keimbarriere darstellt.

Anwendungsgebiete von Medihoney

Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig ist für die topische Anwendung auf chronischen und akuten Wunden indiziert, darunter:

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  • Tiefe Wunden
  • Wunden mit Fistelgängen
  • Nekrotische Wunden
  • Infizierte Wunden
  • Chirurgische Wunden
  • Übelriechende Wunden
  • Akute Wunden wie Schnitte und Abschürfungen
  • Beinulzera
  • Dekubiti (Druckgeschwüre)
  • Kathetereintrittsstellen

Medihoney kann sowohl zur Behandlung infizierter Wunden als auch zur Vorbeugung von Infektionen eingesetzt werden.

Wirkungsweise von Medihoney

Medihoney entfaltet seine Wirkung auf verschiedene Weisen:

  • Osmotische Wirkung: Durch das hohe osmotische Potenzial des Honigs wird die Exsudatbildung begünstigt. Dadurch werden Bakterien, Endotoxine und nekrotisches Gewebe aus der Wunde in die Wundauflage gespült und beim Verbandwechsel entfernt.
  • Antibakterielle Wirkung: Medihoney wirkt antibakteriell und hemmt das Wachstum von Bakterien im Wundbereich.
  • Förderung der Wundheilung: Medihoney schafft eine feuchte Wundumgebung, die für die Heilung optimal ist. Durch die hohe Zuckerkonzentration (hohes osmotisches Potenzial) wird Feuchtigkeit aus dem Wundgewebe entzogen. Da das Wundgewebe oft ödematös (aufgeschwemmt) ist, wird umso mehr entzogen, was sich dann in einer erhöhten Sekretion äußert. Durch diesen Prozess wird die überflüssige Flüssigkeit aus der Wunde entfernt, was sich positiv auf den Heilungsprozess auswirkt.

Anwendung von Medihoney

Bei der Anwendung von Medihoney sind folgende Hinweise zu beachten:

  1. Wundvorbereitung: Die Wunde sollte bei jedem Verbandwechsel mit Standardmethoden gereinigt werden. In solch einem Fall ist die Wunde vorher zu reinigen.
  2. Schutz des Wundrandes: Tragen Sie Medihoney Schutzcreme auf die Wundränder auf, um diese zu schützen.
  3. Applikation: Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig kann direkt auf den Wundgrund aufgetragen werden. Stellen Sie sicher, dass Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig in vollständigem Kontakt mit dem Wundgrund ist (ca. 3 mm Schichtdicke). Für die Versorgung tiefer Wunden kann ein geeignetes Verbandmaterial mit Medihoney Antibakteriellem Medizinischen Honig getränkt werden.
  4. Abdeckung: Zur Abdeckung von Medihoney Antibakteriellem Medizinischem Honig sollte ein geeigneter Wundverband für das Exsudatmanagement verwendet werden. Besonders zu empfehlen sind hier superabsorbierende Wundauflagen, die überschüssiges Wundexsudat und Bakterien aufnehmen und als Gel binden.
  5. Verbandwechsel: Die Häufigkeit des Verbandwechsels hängt vom Zustand der Wunde und der Menge des Wundsekrets ab. In der Regel sollte zumindest am Anfang der Verband täglich gewechselt werden. Sollte sich herausstellen, dass noch genügend Produkt auf der Wunde ist, kann man den Verband auch einen zweiten oder gar dritten Tag auf der Wunde belassen. Medihoney Antibakterieller Medizinischer Honig kann abhängig vom vorhandenen Wundsekret bis zu 7 Tage auf der Wunde belassen werden.
  6. Wundgel: Das Wundgel besteht zu 80% aus der oben genannten Honigmischung. Zusätzlich sind pflanzliche Fette enthalten, welche dem Produkt eine zähere Konsistenz geben, so dass das Produkt beim Auftragen auf die Wunde nicht so leicht verläuft wie der Honig (auch bedingt durch die Körpertemperatur). Weiterhin bildet sich auf der Wundoberfläche ein zarter Film, welcher die Wunde einerseits zusätzlich feucht hält und andererseits eine zusätzliche Keimbarriere darstellt. Er lässt sich leicht abspülen. Aus diesem Grund sollte das Gel nicht in Wundtaschen, Fisteln oder ähnlich gestaltete Wunden eingebracht werden - das Häutchen kann dort nicht so einfach herausgespült werden. Es wurden zwar keine adversen Reaktionen darauf beobachtet, aber als Vorsichtsmaßnahme sollte für die genannten tiefen Wunden lieber die reine Honigmischung verwendet werden. Verbleiben Reste davon in den Wunden, so werden sie nach kurzer Zeit vollständig resorbiert.

Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise

  • Allergien: Medihoney sollte nicht bei Personen mit Allergien gegen Honig verwendet werden.
  • Erstanwendung: Die Wunde kann zunächst größer und tiefer erscheinen, da abgestorbenes Gewebe entfernt wird. Nach dieser scheinbaren Zunahme sollte es zu einem verbesserten Aussehen der Wunde kommen.
  • Brennen: Aufgrund der Eigenschaften von Honig können einige Patienten unter leichten Beschwerden wie Brennen oder Ziehen während des Auftragens leiden. Diese Beschwerden sollten mit der Zeit vergehen. Sofern die Beschwerden nicht zu ertragen sind, sollte der Verband entfernt und der betroffene Bereich gespült werden. Der Schmerz, falls er denn auftritt, kommt wahrscheinlich durch die saure Natur (pH ~ 3,6) des Produkts zustande und/oder durch die hohe Zuckerkonzentration, welche Feuchtigkeit aus dem Wundgewebe „saugt“. Er ist nach allen Erfahrungen allerdings nicht als gefährlich oder nachteilig für den Heilungsprozess zu bewerten.
  • Nicht zur inneren Anwendung: Trotz der intrinsischen antibakteriellen Aktivität eignen sich diese Produkte nicht zur Bekämpfung innerer Infektionen und Krankheiten wie Darmbeschwerden, Bronchitis, grippale Infekte und allgemeine Erkältungen oder zur Entschlackung des Körpers.
  • Kein Ersatz für ärztliche Behandlung: Die Anwendung von Medihoney ersetzt keinesfalls die Untersuchung und Behandlung durch einen Arzt. Bitte beachten Sie, dass hierdurch weder Diagnosen gestellt noch Therapien eingeleitet werden können.
  • Diabetiker: Die Produkte sind auch für Diabetiker geeignet. Es wurde bisher noch nie ein nennenswerter Anstieg des Blutzuckers durch die topische Applikation von Medihoney beobachtet.
  • Qualitätsunterschiede: Produkte aus dem Supermarkt (auch Bioprodukte) sind Lebensmittel und dürfen per Gesetz aus gutem Grund nicht für medizinische Zwecke verwendet werden. Die Qualitätsmerkmale der verwendeten Honige sowie die Qualitätsstandards bei der Herstellung medizinischer Honige sind wesentlich höher als für Lebensmittel und die medizinischen Produkte müssen im Gegensatz zu Lebensmitteln auch sterilisiert werden. Weiterhin werden nicht alle Mittel als Medizinprodukte zugelassen, da strenge Vorgaben erfüllt werden müssen.

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