Selbstgemachte Marmelade: Ein süßer Genuss das ganze Jahr über
Selbstgemachte Marmelade ist ein wahrer Genuss, der uns das ganze Jahr über das Frühstück versüßt. Mit dem richtigen Rezept und ein paar hilfreichen Tipps gelingt die Zubereitung im Handumdrehen. Hier finden Sie ein einfaches Grundrezept sowie beliebte Klassiker und neue Ideen für Ihre eigene Marmeladenkreation.
Grundrezept für Marmelade
Dieses einfache Grundrezept ist die Basis für viele leckere Marmeladenvarianten.
Zutaten:
- 1 kg Obst (z.B. Erdbeeren, Aprikosen, Kirschen, Pflaumen, Himbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren)
- 500 g Gelierzucker (2:1)
- ½ Zitrone
Zubereitung:
- Obst waschen, putzen, gegebenenfalls schälen und nach Belieben in kleine Stücke schneiden. Bei Beeren können die kleinen Kerne entfernt werden, indem die Früchte durch ein Passiersieb (Flotte Lotte) gestrichen werden. Zitrone halbieren und eine Hälfte auspressen.
- Obst, Zitronensaft und Gelierzucker in einen großen Topf geben, unter Rühren aufkochen und 5-10 Minuten köcheln lassen. Achten Sie beim Marmelade kochen immer auf die Qualität der Zutaten. Überreife Früchte, Obst und Gemüse mit Druckstellen oder braunen Flecken sollten Sie aussortieren, um keinen Schimmel oder andere Verunreinigungen in die Marmelade einzuarbeiten.
- Gelierprobe machen (siehe unten).
- Marmelade sofort in saubere, heiß ausgespülte Marmeladengläser füllen und verschließen. Bitte beachten Sie zusätzlich die Tipps und Hinweise im jeweiligen Rezept!
Nährwerte pro Glas (ca.):
- 242 kcal
- 13 g Eiweiß
- 1 g Fett
- 42 g Kohlenhydrate
Marmelade mit oder ohne Stückchen?
- Mit Stückchen: Statt die Früchte zu zerkleinern, können Sie auch etwas gröbere Fruchtstücke in der Marmelade lassen. Dann hat sie mehr Textur. Beeren können Sie zum Beispiel im Ganzen verarbeiten.
- Ohne Stücke: Wenn Sie Ihren fruchtigen Aufstrich lieber schön samtig mögen, pürieren Sie die Marmelade, bevor Sie sie in die Gläser abfüllen. Ist sie zu flüssig, lassen Sie sie einfach noch etwas köcheln, bis sie genug geliert ist.
Beliebte Marmeladen-Klassiker
Reife, aromatische Früchte, Gelierzucker und etwas Zitronensaft - mehr braucht es für ein klassisches Marmeladen-Rezept nicht. Auch wenn wir gerne bei der Zubereitung experimentieren, am Ende kommen wir immer wieder auf altbewährte Klassiker zurück, die uns fruchtig durch das Jahr begleiten. Besonders beliebt sind Erdbeermarmelade, Himbeermarmelade, Aprikosenmarmelade und Kirschmarmelade.
Marmelade ohne Kochen zubereiten
Bei der Zubereitung von Marmelade ohne Kochen sparen Sie nicht nur Zeit, im Fruchtaufstrich bleiben auch viele Nährstoffe erhalten, die sonst beim Erhitzen verloren gehen. Für die Zubereitung benötigen Sie speziellen Gelierzucker ohne Kochen, der ohne Hitze Bindung an die Früchte bringt. Kaltgerührte Marmelade ist schnell gemacht, allerdings nur maximal 14 Tage im Kühlschrank haltbar.
Marmelade ohne Zucker selber machen
Wussten Sie, dass Marmelade auch ohne Gelierzucker gelingt? Bei den zuckerfreien Rezepten süßen wir mit Dattelsirup, getrockneten Aprikosen oder anderen alternativen Süßungsmitteln und bringen die Frucht so ins Zentrum des Geschmacks. Die nötige Bindung holen wir uns von z. B. Chiasamen oder Agar Agar. Auch Marmelade ohne Zucker hält sich nur wenige bis maximal 14 Tage im Kühlschrank.
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Marmelade selber machen mit Tiefkühlfrüchten
Eine schnelle und einfache Art Marmelade selber zu machen, ist TK-Früchte zu verwenden. Die bekommen Sie das ganze Jahr über und können auch außerhalb der Saison einen fruchtigen Aufstrich daraus machen. Dafür geben Sie die noch gefrorenen Früchte in den Topf und verarbeiten Sie sie wie in unserem Grundrezept beschrieben. Da die Früchte erst auftauen müssen, sollte die Marmelade allerdings einige Minuten länger kochen.
Neue Ideen für Marmelade
Ein Schuss Likör, Kräuter, außergewöhnliche Fruchtkombinationen, Schokolade, Marshmallows oder Tee - mit raffinierten Zutaten verleihst du Marmeladen-Klassikern ganz neue Geschmackserlebnisse! Diese Rezeptideen sorgen für mehr Abwechslung im Marmeladenglas:
- Marmelade mit Tee: Besonders gut eignet sich Schwarztee wie Earl Grey mit seinem besonderen Bergamotte-Geschmack.
- Marmelade mit Gewürzen: Verfeinern Sie Ihre Konfitüre zum Beispiel mit etwas Bourbon-Vanille, Ingwer, Anis, Zimt oder Muskatnuss. Mit Spekulatiusgewürz gelingt Ihnen ein toller Aufstrich für die Winterzeit.
- Marmelade mit Kräutern: Sogar frische Kräuter können Sie mit einkochen. So passt zum Beispiel Thymian, Rosmarin, Minze oder Koriander zum fruchtigen Brotaufstrich. Jedoch sollten Sie in der Verwendung eher sparsam sein, da die Kräuter einen starken Geschmack abgeben und so den fruchtigen Geschmack überdecken können.
- Marmelade mit Nüssen und Kernen: Besonders knusprig wird euer Aufstrich mit Haselnüssen, Mandeln, Walnüsse, Pistazien oder auch Sonnenblumenkerne.
- Konfitüren mit Schuss: Besonders intensiv schmecken Marmeladen mit einem Schuss Alkohol, ob mit Rum, Brand, Gin, Prosecco oder Champagner. Mit Alkohol runden Sie den Geschmack ab und sorgen für ein einzigartiges Aroma. Wichtig ist nur, dass Sie den Alkohol kurz vor dem Kochende hinzufügen. Andernfalls verdampft auch ein Teil des Aromas mit dem Alkohol.
Marmelade oder Konfitüre - Was ist der Unterschied?
Vielleicht wundern Sie sich schon, dass in diesem Artikel mal von Marmelade, mal von Konfitüre die Rede ist. Strenggenommen werden, zum Beispiel im Handel, nur Aufstriche aus Zitrusfrüchten als Marmelade bezeichnet. Im Alltag allerdings hat sich Marmelade als Sammelbegriff für sämtliche Fruchtaufstriche durchgesetzt.
Das richtige Zubehör zum Marmelade selber machen
Zum Kochen von Marmelade werden folgende Utensilien benötigt:
- Schüsseln
- Ein Sieb
- Einmachgläser mit Twist-off-Deckeln (nicht geeignet sind einige Honig- oder Nuss-Nougat-Creme Gläser)
- Ein ausreichend großer Topf
- Ein Schneidebrett
- Ein Küchenmesser
- Eine Küchenwaage
- Ein Kochlöffel
- Eine Schöpfkelle
- Eventuell ein Pürierstab
- Eventuell ein Marmeladentrichter
Diese Utensilien sollten sauber sein, um ein Verderben der gekochten Marmelade zu verhindern.
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Vorbereitung der Gläser
Vor Beginn des Marmeladekochens die Gläser gründlich mit klarem, heißem Wasser ausspülen, um evtl. Spülmittelreste zu entfernen, da Spülmittel die Gelstruktur der Marmelade zerstören kann. Die Deckel der Einmachgläser in einem Topf mit Wasser etwa 5 Min. sprudelnd kochen, danach das Wasser abgießen. Die Deckel nicht abtrocknen, diese können tropfnass auf die Gläser geschraubt werden.
Gläser sterilisieren:
- Im Wasserbad: Die Marmeladengläser werden in einen großen Topf mit kaltem Wasser gelegt. Auch Gummiringe und Schraubdeckel werden mitgekocht. Das Wasser mit den Gläsern wird erhitzt und etwa 10 Minuten gekocht (Vorsicht: Keine Plastikdeckel verwenden!). Auf diese Art springen die Gläser nicht. Nehmt die Gläser, Deckel und Ringe mit einer Zange oder einem Löffel aus dem heißen Wasser. Stellt sie mit Öffnung nach oben auf ein sauberes Küchentuch. Nicht abtrocknen, um keine Keime in die Gläser zu bringen! Die Marmelade wird heiß eingefüllt. Nachdem der Deckel geschlossen ist, können die Marmeladengläser 1-2 Minuten auf den Kopf gestellt werden. Dies dient dem Sterilisieren des Randes und der Innenseite des Deckels durch die heiße Marmelade.
- Im Backofen: Den Backofen auf 140 Grad vorheizen. Die Marmeladengläser spülen und dann für etwa 15 Minuten im Backofen sterilisieren. Die Gläser werden mit Handschuhen aus dem Ofen genommen und direkt mit der heißen Marmelade befüllt. Die Schraubdeckel oder Gummiringe müssen etwa 10 Minuten in heißem Wasser ausgekocht werden.
Früher wurde immer geraten die Marmeladengläser nach dem Füllen 1-2 Minuten auf den Kopf zu stellen. Dies dient dem Sterilisieren des Randes und der Innenseite des Deckels durch die heiße Marmelade. Länger sollten die Gläser allerdings nicht auf dem Kopf stehen, damit die Marmelade nicht beginnt, im Deckel zu gelieren und es ist bei sterilisierten Gläsern auch nicht zwingend notwendig. Heute wird eher abgeraten davon die Gläser umzudrehen.
Tipps und Tricks für die perfekte Marmelade
- Die richtige Fruchtauswahl: Verwenden Sie nur reifes und unversehrtes Obst. Je nach Fruchtsorte und gewünschter Konsistenz können Sie das Obst in Stücke schneiden oder pürieren.
- Das passende Geliermittel: Typische Geliermittel für Marmelade sind Gelierzucker, Pektin, Agar-Agar und Chiasamen.
- Gelierzucker: Wer zu Gelierzucker greift, hat alles in einem: Pektin, Säure und Zucker. Der Zucker konserviert die Früchte, sorgt für Süße und lange Haltbarkeit. Je nach Gusto können Sie zwischen 1:1, 2:1 oder 3:1 Gelierzucker wählen. Wer es gerne süß mag, sollte zu 1:1 Gelierzucker greifen, da dort der Frucht- und Zuckeranteil gleich groß ausfällt. Bei 2:1 Gelierzucker ist zu zwei Teilen Frucht und zu einem Teil Zucker enthalten, bei 3:1 Gelierzucker ist nur noch ein Viertel der Gesamtmasse Zucker, die Marmelade schmeckt dadurch deutlich fruchtiger. Wichtig: Bitte denken Sie daran, dass Ihre Marmelade umso haltbarer ist, je mehr Zucker sie enthält. Bei 2:1 Gelierzucker ist Ihre Marmelade beispielsweise noch 6 Monate nach dem Kochen haltbar.
- Pektin: Pektin ist ein natürliches Geliermittel, das beispielsweise aus Zitrusfrüchten, Äpfeln oder Quitten gewonnen wird. Es geliert, wenn entsprechende Mengen an Zucker und Säure vorhanden sind.
- Agar-Agar: Agar-Agar ist eine Alge, die in getrockneter, pulverisierter Form in gut sortierten Supermärkten oder Reformhäusern zu kaufen ist. In der Regel reicht ein Teelöffel Agar-Agar für ca. 500 ml Flüssigkeit. Übrigens: Agar-Agar kann auch als pflanzlicher Gelatine-Ersatz verwendet werden.
- Chia: Chiasamen können ebenfalls als Geliermittel verwendet werden. Der Vorteil: Die Marmeladen können vollständig ohne raffinierten Zucker gekocht werden: Der Gelierzucker fällt dank der Chiasamen weg, gesüßt wird nach Belieben mit natürlicher Süße von Agavendicksaft und Co.
- Die Gelierprobe: Mit einer Gelierprobe kann man sehen, wie fest die Marmelade nach dem Erkalten in den Gläsern wird. So einfach ist die Gelierprobe: 1-2 TL der heißen Masse auf einen kalten Teller geben. Falls sie nicht fest wird, 1 Min. weiterkochen oder bei süßen Früchten 1 Pck. Dr. Oetker Zitronensäure unterrühren.
- Schaumbildung vermeiden: Manchmal kann es sein, dass beim Kochen der Marmelade, z. B. Erdbeermarmelade viel Schaum entsteht. Das hängt dann mit den Eiweißen in den Früchten zusammen. Schaum kann allerdings die Farbe beim Lagern der Marmelade beeinflussen. Deshalb den entstandenen Schaum vor dem Abfüllen der Marmelade abnehmen. Dieser muss nicht entsorgt werden, sondern kann unter Joghurt gerührt oder als erste Kostprobe auf Brot gegessen werden. Manchmal hilft es auch, 2-3 Tropfen geschmacksneutrales Speiseöl (z.B. Sonnenblumenöl) beim Kochen unterzurühren, damit sich weniger Schaum bildet.
- Die richtige Lagerung: Marmeladengläser sollten dunkel und kühl gelagert werden und dann halten die Einmachschätze bis zur nächsten Saison. Je mehr Zucker verwendet wurde, desto länger ist die Marmelade haltbar, da der Zucker konservierend wirkt. Selbstgemachte Marmelade in sterile Gläser abgefüllt, sollten die Gläser an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden, idealerweise im Kühlschrank. So hält sich die selbstgemachte Marmelade ungeöffnet im Kühlschrank bis zu zwei Jahre. Ist die Marmelade einmal geöffnet, hält sie sich im Kühlschrank (4 Grad Celsius) etwa drei Monate.
Marmeladen-Etiketten zum Ausdrucken
Wenn Sie Ihre ganze Liebe in die Marmelade stecken, dann ist es ja wohl klar, dass sie auch ein hübsches Etikett verdient. Es gibt viele Vorlagen für Marmeladen-Etiketten zum Ausdrucken, die Sie einfach ausdrucken, ausschneiden und beschriften können. Beschriften Sie die Etiketten mit den eingekochten Obst sowie dem Herstellungsdatum.
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