Rezept: Marmeladenkrapfen aus dem Ofen
Normalerweise gehen Trends an mir eher spurlos vorbei. Manchmal aber, da bekomme ich schon Lust, mal etwas auszuprobieren. Wie etwa diese Ofenkrapfen. Nachdem ich auf Instagram schon einige Posts davon gesehen habe, konnte ich einfach nicht widerstehen und musste sie mal versuchen. Da ich aber eine Freundin von praktischen Dingen bin, habe ich mir dafür kein eigenes Rezept gesucht, sondern einfach das Rezept meiner „normalen“ Faschingskrapfen verwendet.
Warum Ofenkrapfen?
Probiert sie doch einfach mal aus. Geschmacklich zwar nicht ganz zu vergleichen, aber auf jeden Fall eine leckere Alternative zu fettem Schmalzgebäck. Wir lieben diese Krapfen und sobald sie gebacken werden, kommt schon die Frage: „Mama, kann ich einen Krapfen essen“. Die kleinen Krapfen sehen nicht nur zuckersüß aus, sondern sind eine leichtere Variante des Traditionsrezeptes. Berliner aus dem Ofen sind die leichte Alternative zum klassisch frittierten Gebäck. Sie schmecken trotzdem saftig, haben einen schön luftiges Innenleben und lassen sich beliebig füllen.
Grundidee und Füllung
Vom Prinzip her sind es in Wirklichkeit einzeln gebackene Buchteln. Genau deshalb passt auch eine Vanillecreme ganz hervorragend dazu. Bei den herkömmlichen Faschingskrapfen bin ich ja eher Fraktion Marillenmarmelade, bei diesen Ofenkrapfen ist allerdings die etwas aufwendigere Vanille-Variante absolut empfehlenswert! Schon alleine deshalb, weil der Krapfen aufgrund seiner festeren Konsistenz gar nicht soviel Marmelade aufnehmen kann - falls man ihn, wie seinen fettgebackenen Zwilling, fertig gebacken füllen möchte.
Die Füllung macht’s und die kannst du bei Berliner Krapfen aus dem Backofen genauso variieren wie bei klassischen Krapfen-Rezepten. Neben fruchtiger Erdbeer- oder Pflaumenmarmelade bieten sich für cremige Spielarten Vanillepudding oder Pastry-Creme an. Lemon Curd sorgt für frische Säure, und Schokoladen-Ganache begeistert Schokofans. Auch Nuss-Karamellfüllungen sind tolle Kontraste zur weichen Teigstruktur der fluffigen Berliner aus dem Backofen.
Zutaten (für klassischen Germteig, ca. 16-24 Krapfen je nach Größe)
- 500 g Mehl (glatt)
- 20-60 g Germ (frisch) bzw. 1 Pkg. Trockenhefe je Rezeptvariante
- 240-350 ml Milch (lauwarm)
- 1 Prise Salz
- 3-4 Eigelb / 1-3 Eier je Rezeptvariante
- 50-150 g Butter (weich oder zerlassen)
- 30-150 g Zucker (Staubzucker oder Kristallzucker)
- 1 EL Rum (optional)
- abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone oder Orange (optional)
- Marmelade nach Wahl (z. B. Marille, Erdbeere, Pflaume)
- Für Vanillecreme: 300 ml Milch, Zucker, Vanillezucker, Vanillepuddingpulver, Obers (Sahne)
Germteig: Zubereitungsschritte (konsolidiert aus vorhandenen Beschreibungen)
- Die Milch lauwarm erwärmen und mit der Hefe und 1 TL Zucker verrühren; an einem warmen Ort ca. 10 Minuten stehen lassen, bis sich Blasen bilden oder die Hefe aufgelöst ist.
- Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken und die Hefemischung zugeben. Dann Zucker, Salz, Eigelbe, Zitronen- oder Orangenschale (optional) und die weiche Butter hinzufügen und zu einem glatten Teig verkneten.
- Der Teig soll nicht zu fest sein, da er sonst nicht optimal aufgeht; er soll aber auch nicht so weich sein, dass er beim Ausarbeiten auf der Arbeitsfläche klebt.
- Den Germteig zugedeckt an einem warmen, zugfreien Ort 45-60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
- Mit der Faust einmal herzhaft in den gegangenen Teig boxen und ihn nochmals kurz durchkneten. Den Teig in ca. 50-70 g schwere Stücke teilen (je nachdem wie groß man die Krapfen haben möchte) und zu glatten Kugeln schleifen.
- Die Kugeln etwas flach drücken und mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Dort noch einmal mindestens 20-30 Minuten gehen lassen.
Backen
Den Backofen auf 175-180°C (Ober-/Unterhitze oder 180°C Heißluft je Rezept) vorheizen. Die Kugeln mit zerlassener Butter bestreichen und im vorgeheizten Rohr etwa 15-30 Minuten backen (ca. 15 Minuten bei kleineren Ofen-Berlinern, bis zu 30 Minuten bei größeren Kugeln), bis sie goldbraun sind. Nicht zu dunkel backen.
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Die Krapfen aus dem Rohr nehmen und gleich noch einmal mit zerlassener Butter bestreichen. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Da der Teig sehr weich (und deswegen so fluffig) ist, sollte man die Berliner möglichst direkt nach dem Backen, zumindest aber am selben Tag essen. Am nächsten Tag sind sie relativ fest und schmecken nicht mehr so gut. Ihr könnt sie auch nach dem Backen frisch einfrieren und dann nach Bedarf auftauen und essen.
Vanillecreme (empfohlene Füllung)
- Für die Vanillecreme 200 ml Milch mit dem Zucker und dem Vanillezucker in einem Topf aufkochen.
- Die restlichen 100 ml Milch mit dem Vanillepuddingpulver verrühren und in die kochende Milch einrühren. Solange rühren, bis der Pudding eindickt.
- Den Pudding vollständig auskühlen lassen.
- Obers (Sahne) zu festem Schlag rühren.
- Den Pudding mit dem Mixer kurz glatt mixen und nun die Puddingmasse mit einer Teigspachtel vorsichtig unter das Schlagobers mischen. Nicht mit dem Mixer einrühren, da sonst das Schlagobers zusammenfallen würde, und man könnte die Masse nicht spritzen.
- Die Creme in einen Spritzsack mit Sterntülle füllen.
Befüllen: Vor oder nach dem Backen?
Hier gibt es zwei bewährte Wege. Du kannst kleine Portionen dicker Konfitüre in den Teig einschließen und die Kugeln gut verschließen. Das funktioniert, wenn die Füllung sehr zäh ist und die Kugeln nicht zu dünn ausgerollt werden. Sicherer und sauberer ist das Füllen, nachdem du die Berliner im Backofen gebacken hast. Dafür stichst du in das vollständig erkaltete Gebäck mit einer langen Lochtülle oder einem Löffelstiel ein Loch und drückst die Marmelade aus dem Spritzbeutel hinein.
Bei der Vanillecreme: Die Krapfen aufschneiden, Creme auf die untere Hälfte dressieren und die Oberseite vorsichtig drauflegen. Alternativ können Krapfen (genau wie die Buchteln) VOR dem Backen mit der Marmelade gefüllt werden.
Tipps, Varianten und Serviervorschläge
- Marillenmarmelade, Pflaumen, Erdbeere oder Hagebuttenkonfitüre sind klassische Füllungen; probiert auch Vanillepudding, Lemon Curd oder Schokoladen-Ganache.
- Für eine leichtere Variante: Topfenteig verwenden (Magertopfen) und ebenfalls im Ofen backen.
- Die Krapfen nach dem Füllen leicht mit Puderzucker bestäuben oder mit einer Bourbon-Vanille-Glasur überziehen.
- Wer keinen Spritzbeutel besitzt: Marmelade in einen wiederverschließbaren Beutel füllen, eine kleine Ecke abschneiden und zum Befüllen verwenden.
- Bei sehr weichem Teig die Krapfen möglichst frisch (am selben Tag) essen oder portionsweise einfrieren.
- Alternative Füllmethode: Kleine Portionen Marmelade in die Kugel geben und diese gut verschließen, vor dem zweiten Gehen darauf achten, dass die Naht gut verschlossen ist.
Nährwerte (Hinweis)
Die Nährwertangaben sind Durchschnittsschätzungen und hängen stark von Zutatenmengen, Füllung und Portionsgröße ab. Gebackene Varianten reduzieren Fett gegenüber frittierten Krapfen, sind aber durch Zucker, Butter und Füllung weiterhin gehaltvoll.
Kurze Schritt-für-Schritt Übersicht
- Hefe in lauwarmer Milch auflösen und kurz gehen lassen.
- Teig aus Mehl, Zucker, Salz, Eiern/Dottern und Butter herstellen und gehen lassen.
- Teig in Portionen teilen, Kugeln formen, kurz gehen lassen.
- Kugeln mit Butter bestreichen und bei 175-180°C ca. 15-30 Minuten backen.
- Abkühlen lassen, füllen (Vanillecreme oder Marmelade) und ggf. mit Puderzucker bestreuen.
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