Rezept: Marmelade aus gelben Kirschen
Stellen Sie sich das mal vor: Brötchen, Butter und leuchtend rote Kirschmarmelade - ein Bild wie aus der Werbung: Kirschmarmelade zum Reinknien! Wir verraten Ihnen, wie Sie das ganz allein hinkriegen. Zugegeben,… vorab müssen Sie erst mal Kirschen entsteinen - aber es lohnt sich! Und im Falle eines Falles können Sie ganz entspannt ein DIY-Geschenk aus Ihrer Küche hervorzaubern.
Warum gerade gelbe Kirschen?
Die kleinen, süßen Früchte schmecken einfach in jeder Form, als Konfitüre aber ganz besonders toll. Wir benutzen Süßkirschen für unsere Marmelade (eigentlich, per Definition, eine Konfitüre), du kannst aber jede Sorte nehmen. Für Kirschmarmelade eignen sich Sauerkirschen am besten, denn sie sind saftiger und aromatischer als Süßkirschen. Wenn du dennoch süße Kirschen verwenden möchtest, empfehlen wir, in Schritt 1 mehr Zitronensaft (ca. 4-5 EL) oder 1 Päckchen Zitronensäure unter die Kirschen zu mischen.
Grundrezept für Kirschmarmelade (für 4 Gläser à 250 ml)
Zutaten: 1 kg Sauerkirschen, 500 g Gelierzucker 2:1.
Zubereitung: Kirschen waschen, entsteinen, die Hälfte in einen Topf geben und mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, dann restliche Kirschen und Gelierzucker hinzufügen und alles vermengen. Mischung erhitzen und unter Rühren 4 Min. sprudelnd kochen lassen. Dann die Fruchtmasse in vorbereitete Gläser füllen und fest verschließen.
Alternative Mengenangabe (3-Zutaten-Variante)
Dieses 3-Zutaten-Rezept mit aromatischen Sauerkirschen bringt dir den Sommer direkt aufs Frühstücksbrötchen. Gläser (à 200 ml) 1 kg Sauerkirschen, 500 g Gelierzucker (2:1), 1 Zitrone. Zubereitung: Kirschen waschen, entstielen und entkernen. Zitrone auspressen. Kirschen mit Gelierzucker und 1-2 EL Zitronensaft in einen großen Topf geben. Zugedeckt ca. 2 Stunden ziehen lassen. Kirschen unter ständigem Rühren aufkochen. Bei starker Hitze ca. 4 Minuten sprudelnd kochen, dabei immer wieder umrühren. Kirschmarmelade noch heiß in 6 saubere, ausgekochte Einmachgläser füllen, sofort verschließen und vollständig auskühlen lassen.
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Praktische Tipps vor und während des Kochens
- Die Kochzeit beginnt erst, sobald die gesamte Fruchtmasse sprudelnd kocht.
- Falls Sie lieber Marmelade „ohne Stückchen“ essen: einfach die heiße Fruchtmasse mit dem Pürierstab durcharbeiten.
- Tragen Sie Einweghandschuhe - das schützt die Hände vor dem färbenden, roten Saft.
- Kirschflecken auf der Haut lassen sich durch kräftiges Einreiben mit Zitronensaft entfernen.
Gelierprobe: warum und wie
Sie zeigt, ob die Fruchtmasse später im Glas tatsächlich ausreichend geliert. So geht’s: 1-2 Tl der heißen Marmelade vor dem Abfüllen auf einen kleinen Teller geben. Geliert sie, wird auch die Marmelade in den Gläsern nach dem Abkühlen fest werden. Wenn das nicht klappt, rühren Sie 1 Pck. Zitronensäure unter die heiße Fruchtmasse und machen eine zweite Gelierprobe.
Gläser vorbereiten und Marmelade einfüllen
Nein - sterilisieren müssen Sie die Gläser nicht. Es reicht, wenn sie spülmaschinensauber sind. Sehr gut eignen sich Twist-off-Gläser. Und die müssen Sie nicht mal kaufen: Sammeln Sie übers Jahr einfach leere Marmeladen-, Honig- oder Gurkengläser. Gläser und Schraubdeckel vor dem Marmelade-Kochen am besten nochmals mit kochendem Wasser füllen, kurz stehen lassen. Gläser anschließend auf einem sauberen Geschirrtuch umgedreht abtropfen lassen. Alternativ können Sie Weck-Gläser verwenden.
Marmelade möglichst heiß einfüllen. Ein Trichter verhindert die gröbste Kleckerei und die Marmelade landet zielsicher im Glas. Twist-Off-Gläser mit dem Deckel gut verschließen und die Gläser für ca. 5 Min. auf den Kopf stellen. Achten Sie beim Öffnen auf das typische „Plop-Geräusch“, es zeigt, dass der Glasinhalt luftdicht verschlossen war.
Welche Zucker- und Geliermitteloptionen gibt es?
Am einfachsten geht es mit Gelierzucker - der ist bereits mit Zitronensäure und Pektin (wird aus Äpfeln oder Beeren gewonnen) angereichert. Pektin bindet den Fruchtsaft, der Zucker sorgt für Geschmack und Haltbarkeit.
Es gibt mehrere Sorten mit unterschiedlichem Zuckergehalt und Geliervermögen. Sie können daher entscheiden, welches Verhältnis von Zucker zu Früchten Ihre Marmelade haben soll. Gelierzucker 1:1 = 1 kg Gelierzucker auf 1 kg Kirschen (entsteint). Gelierzucker 2:1 oder 3:1 = 500 g bzw. 333 g Gelierzucker auf 1 kg Kirschen (entsteint).
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Zum Beispiel Gelierpulver (Pektin, z. B. „Gelfix“ oder Agar-Agar). Im Gegensatz zu den vorgemischten Gelierzuckern können Sie die Marmelade hierbei auch mit anderen Zuckersorten (braunem Zucker, Rohrzucker), Honig, Zuckeraustauschstoffen (Sorbit) oder flüssigen Süßstoff zubereiten.
Marmelade ohne Gelierzucker oder ohne Zucker
Du kannst deine Kirschmarmelade auch ohne Gelierzucker kochen. Da Kirschen aber einen niedrigen Pektingehalt haben, der Stoff, der für ein gutes Gelieren sorgt, musst du dann auf jeden Fall reichlich Zitronensaft hinzugeben. Wenn du andere Geliermittel benutzen willst eignen sich Apfel-Pektin und Agar-Agar am besten. Du kannst natürlich auch Süßungsmittel wie Honig, Agavensirup oder sogar zerdrückte reife Bananen benutzen. Wenn du Zuckersatz möchtest, benutze Erythrit oder Xylit.
Haltbarkeit und Lagerung
Die Haltbarkeit klassischer mit 1:1 Gelierzucker zubereiteter Marmeladen beträgt mind. 12 Monate. Ideal ist es, die Gläser in einem dunklen, kühlen Raum (zum Beispiel im Keller) aufzubewahren - so bleibt auch die schöne rote Farbe der Kirschmarmelade erhalten. Marmeladen, die weniger Zucker enthalten, sollten Sie im Kühlschrank aufbewahren.
Die Marmelade ist zu flüssig? Wenn deine Kirschmarmelade zu flüssig geworden ist, kannst du sie entweder noch etwas länger kochen lassen, damit mehr Flüssigkeit verdampft, oder noch mehr Pektin hinzufügen.
Lässt sich Kirschmarmelade einfrieren? Ja, auch das ist möglich: Heiße Marmelade in kleine Gefrierdosen füllen, abkühlen lassen, gut verschließen und ins Gefrierfach stellen. Tipp: Eine kleine Dose mit der selbst gekochten, tiefgefrorenen Kirschmarmelade aus dem Eisfach nehmen und direkt in die Picknicktasche packen.
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Variationen und Raffinessen
Kirschmarmelade mal anders - hier sind unsere liebsten Variationen. Wie wäre es mit unserer sündhaft leckeren Schwarzwälder-Kirsch-Konfitüre. Hier verschmelzen die köstlichen, säuerlichen Kirschen mit kleinen Schokotropfen aus Zartbitterschokolade. Wer mag, kann noch etwas Kirschwasser hinzugeben: kommt geschmacklich der (fast) gleichnamigen Torte schon ziemlich nah!
Vielleicht probieren Sie auch mal einen Frucht-Mix von Kirschen mit Nektarinen, Pflaumen, Heidelbeeren oder (etwas ungewöhnlicher) mit Papaya. Oder Sie verfeinern die Masse mit 100 g geriebener Marzipanrohmasse und 40 ml Amaretto (Mandellikör). Gewürze wie Vanille, Zimt, Piment, Ingwer & Chili passen ebenfalls perfekt zu Kirschmarmelade!
Du magst es lieber würzig? Dann probier’s mal mit Balsamico-Kirschmarmelade für eine angenehm säuerlich-würzige Note. Und weil süß und herzhaft einfach wunderbar zusammenpassen: Wie wär’s mit Kirsch-Chutney? Einfach mit Zwiebeln, etwas Essig und Gewürzen einkochen - perfekt zu Käse, Gegrilltem oder Currys.
Unser Lieblingstrick: Vanilleschote. Einfach das Mark auskratzen, zusammen mit der Schote mitkochen. Das bringt ein herrliches Aroma ins Glas. Unbedingt frisch verwenden, lohnt sich!
Praktische Arbeitsabläufe und Tipps zur Ernte
Die Vorgehensweise beim Marmeladekochen ist eigentlich immer dieselbe: Früchte und Aromastoffe mit dem Gelierzucker in einen großen Topf geben. Das Ganze aufkochen und 3 Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen. Bei Kirschen kann man - muss man aber nicht - die Masse noch mit dem Pürierstab zerkleinern. Wenn die Gelierprobe erfolgreich ist, wird die heiße Marmelade direkt in saubere Gläser abgefüllt und zum Auskühlen beiseite gestellt.
Die ersten Kirschen der Saison werden bereits beim Pflücken verspeist. Mit den restlichen Kirschen backe ich dann meist einen Schoko-Kirsch-Kuchen und einen Kirschenkuchen mit Streusel. Da wir aber einige Kirschenbäume haben und somit Unmengen von Kirschen geerntet werden, koche ich auch immer Kirschensirup und Kirschmarmelade ein. Die fruchtige Kirschenmarmelade essen wir gerne zum Frühstück.
Entsteinen: Methoden und Tricks
Mit einem Handentsteiner schaffen Sie locker 500 g Kirschen in 5 Minuten! Besitzen Sie einen Trinkhalmlöffel aus Edelstahl? Einfach umdrehen, das Röhrchen durch den Stielansatz der Kirsche schieben und den Stein herausstoßen. Eignet sich eher für kleine Mengen. Nach der Landfrauen-Methode: Eine Haarnadel fest in einen Weinkorken stecken, runde Haarnadelseite durch den Stielansatz der Kirsche unter den Stein schieben und durch das Loch herausziehen. Ist etwas mühsam - funktioniert aber einwandfrei.
Rezepte in Kürze (Tabellarische Übersicht)
| Variante | Zutaten (Kurz) | Kochzeit |
|---|---|---|
| Grundrezept (Sauerkirschen) | 1 kg Sauerkirschen, 500 g Gelierzucker 2:1, Zitrone | 4 Min. sprudelnd kochen |
| Süßkirschen 3:1 | 1 kg Süßkirschen, 350 g Gelierzucker 3:1, 1 Zitrone | ca. 7 Min. sprudelnd kochen |
| Gelee | 1 kg Sauerkirschen, Saft durch Mulltuch, Gelierzucker 2:1, Zitrone | 4 Min. sprudelnd kochen |
Häufige Fragen (Kurzantworten)
- Heißt es Marmelade oder Konfitüre? Marmelade ist nach dem Lebensmittelgesetz ein Fruchtaufstrich aus Zitrusfrüchten. Richtig wäre hier also „Konfitüre“, wird aber umgangssprachlich kaum verwendet.
- Kann ich gefrorene Kirschen verwenden? Ja, das geht super, sofern es sich um entsteinte Früchte handelt: Kirschen im Topf auftauen lassen und wie im Grundrezept beschrieben verarbeiten.
- Wie bekomme ich mehr Aroma? Ein Schuss Kirschwasser oder Vanille bringt viel Geschmacks-Tiefe.
Viel Spaß beim Ausprobieren! Probiere auch Großmutters Kirschkuchen mit Streuseln, Kirsch-Crumble oder eines unserer anderen Marmeladenrezepte. Als kleines Geschenk aus der Küche sind die Gläser immer eine tolle Idee.
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