Manuka Honig: Wirkung, Anwendung und Herkunft
Manuka-Honig - das klingt fast schon magisch. Und ein bisschen ist es das auch. Manuka-Honig stammt von der Südhalbkugel, genauer: von den abgelegenen, oft windzerzausten Hügeln Neuseelands, wo der Manukastrauch (Leptospermum scoparium) wächst. Seine Blüten liefern den Nektar für diesen besonderen Honig, und seine Geschichte beginnt schon bei den Māori - dem indigenen Volk Neuseelands. Dort wurde die Manuka-Pflanze traditionell für Heilzwecke genutzt.
Herkunft und Botanik der Manuka-Pflanze
Die Südseemyrte (Leptospermum scoparium), auch bekannt als Manuka Pflanze, wächst als Strauch oder als Baum und blüht mit weißen oder rosafarbenen Blüten. Ideale Wachstumsbedingungen findet sie in den bergigen Regionen auf der Nordinsel Neuseelands, wo sie das ganze Jahr über das Landschaftsbild prägt. Da sie aber auch im südöstlichen Teil Australiens vorkommt, vermutet man, dass sie sich ursprünglich von dort aus nach Neuseeland verbreitet hat.
Die Pflanze wurde bereits von den Maori, der indigenen Bevölkerung Neuseelands, sehr vielfältig genutzt. "Ihre wichtigste Verwendung war die als Heilpflanze. Aus den Blättern hergestellte Aufgüsse wurden zur Senkung von Fieber und zur Behandlung von Magen- und Harnproblemen verwendet. Das aus dem Baum gewonnene Gummi wurde als feuchtigkeitsspendendes Mittel bei Verbrennungen und zur Linderung von Husten verwendet. Abkochungen aus der Rinde wurden als Beruhigungsmittel, Mundspülung und zur Behandlung von Durchfall und Fieber verwendet. Der Baum war im Wesentlichen eine Apotheke."
Herstellung und Gewinnung
Echter Manuka Honig wird von Honigbienen aus dem Blütennektar der Manuka Pflanze hergestellt. Die Erzeugung kann nur in den wenigen Wochen, in denen die Pflanze blüht, geschehen, weshalb Manuka Honig sehr kostbar ist. Die Bienenstöcke müssen zum passenden Zeitpunkt und an der richtigen Stelle platziert werden, damit die Bienen fleißig Manuka Honig produzieren können. Die fleißigen Ligustica-Bienen sammeln den Manuka Nektar und verarbeiten diesen in ihrem Bienenstock zu Honig. Die befüllten Waben werden dann von den Imkern mit einem Kaltschleuder-Verfahren ausgelöst. Dieses Verfahren ist sehr wichtig, denn beim Erhitzen würden die natürlichen Inhaltsstoffe verloren gehen.
Vom Nektar zum einzigartigen Wirkstoff MGO
Der Blütennektar der Manuka Pflanze enthält den Stoff Dihydroxyaceton (DHA). Erst, wenn die Honigbienen bei ihrem Streifzug durch die Natur den kostbaren Manuka Blütennektar gesammelt haben und diesen in den Waben des Bienenstocks verschließen, entwickelt sich dort nach einiger Zeit durch Dehydration das besondere Methylglyoxal (MGO) - der Wirkstoff, dem die einzigartigen Eigenschaften des Manuka Honig zugeschrieben werden. Methylgloxal kommt nur in Manuka Honig vor und steht in direktem Zusammenhang mit seiner Wirksamkeit. Je höher der MGO-Gehalt, desto höher ist die Qualität des Honigs.
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Wissenschaftliche Grundlage der Wirkung
Eine der Hauptkomponenten, die Manuka-Honig seine antibakteriellen und antimikrobiellen Eigenschaften verleiht, ist Methylglyoxal (MGO). MGO entsteht aus dem in Manuka-Nektar natürlich vorkommenden Dihydroxyaceton (DHA) während des Reifeprozesses den der Honig im Bienenstock durchläuft. Während normaler Honig seine keimhemmende Wirkung hauptsächlich dem Wasserstoffperoxid verdankt (das beim Kontakt mit Luft schnell zerfällt), bleibt die Wirkung des Manuka-Honigs stabil.
Die meisten Honigsorten wirken antibakteriell, weil sie ein Enzym namens Glucoseoxidase enthalten, das in Wasserstoffperoxid zerfällt. Im medizinischen Manuka-Honig bleibt die Enzymaktivität stabil, solange der Honig unverdünnt und nicht zu sauer ist. Wissenschaftler glauben, dass es eine Kombination all dieser Inhaltsstoffe ist, die Manuka-Honig so gesund macht.
Antibakterielle und antimikrobielle Eigenschaften
Manuka-Honig hat starke antibakterielle Eigenschaften, die durch den hohen MGO-Gehalt unterstützt werden. MGO wirkt antiseptisch, entzündungshemmend, antioxidativ und wundheilend. In der Literatur wird berichtet, dass medizinischer Manuka-Honig, vor allem aufgrund des enthaltenen MGOs, eine Vielzahl von Bakterien hemmen kann, einschließlich einiger antibiotikaresistenter Stämme.
Medizinischer Manuka-Honig soll zudem verhindern, dass sich auf Wunden ein Biofilm bildet, der Bakterien vor Antibiotika schützt. Außerdem soll er bestehende Biofilme auflösen und so die Wundheilung unterstützen. Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass MGO effektiv gegen Staphylococcus aureus und Escherichia coli Bakterien wirkt. Diese Erkenntnisse stammen jedoch größtenteils aus Laboruntersuchungen. Es ist unklar, ob sie uneingeschränkt auf den lebenden Organismus übertragbar sind.
Anwendungsgebiete
Manuka-Honig ist weit mehr als nur eine süße Leckerei. Er wird häufig als Superfood bezeichnet und findet vielseitige Anwendung:
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- Innerlich: Du kannst Manuka-Honig klassisch löffeln - pur oder im Tee (nicht zu heiß!). Zur Unterstützung der Verdauung und Immunabwehr kann ein Teelöffel Manuka-Honig in warmem Wasser, Tee oder einfach direkt vom Löffel genommen werden. Für eine gesundheitliche Wirkung werden 20 g Manuka Honig bzw. 1-3 Teelöffel am Tag empfohlen.
- Bei Halsschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum: den Honig pur auf einem Löffel zu sich nehmen und im Mund zergehen lassen oder mit warmem Wasser oder Tee mischen und gurgeln.
- Äußerlich: als Gesichtspflege, auf kleinen Wunden, bei Insektenstichen; medizinischer, steriler Manuka-Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden. Um den Honig auf der Haut zu verwenden, sollten Sie einen medizinischen Honig aus der Apotheke verwenden. Besprechen Sie die Behandlung unbedingt auch mit Ihrem Arzt!
- Kosmetik: Die natürlichen antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften lassen Manuka-Honig in einer Vielzahl von Hautpflegeprodukten und Schönheitsbehandlungen zum Einsatz kommen.
- Gastronomie: als Ersatz für raffinierten Zucker in warmen Getränken, im Müsli, in Smoothies oder in Joghurt.
Medizinischer vs. normaler Manuka-Honig
Manuka-Honig wird in verzehrgeeigneten und medizinischen, sterilen Varianten angeboten. Medizinischer, steriler Manuka-Honig muss bestimmte Reinheits- und Sicherheitskriterien erfüllen. Er enthält die Wirkstoffe in den erforderlichen standardisierten Mengen, damit er direkt oder in Form anderer Zubereitungen zur Wundbehandlung verwendet werden kann. Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden. „Normaler“ Manuka-Honig hingegen ist ein Naturprodukt, das Keime enthalten kann und folglich schwere Reaktionen und Wundinfektionen hervorrufen kann.
Dosierung und Anwendungshinweise
Die optimale Dosierung von Manuka-Honig hängt von den individuellen gesundheitlichen Zielen ab und differiert auch je nach UMF- bzw. MGO-Rating des jeweiligen Honigs. Damit der Honig medizinisch wirken kann, sollten Sie mindestens 100 mg MGO pro Tag zu sich nehmen bzw. verwenden. Zur Unterstützung der Verdauung und Immunabwehr reicht oft ein Teelöffel täglich; für spezielle Anwendungen werden 1-3 Teelöffel empfohlen.
Zur äußerlichen Anwendung, etwa auf kleinen Schnittwunden, Verbrennungen oder Hautkrankheiten, kann Manuka-Honig dünn auf die betroffene Stelle aufgetragen werden und sollte mit einem Pflaster oder Verband abgedeckt werden. Die Anwendung sollte täglich wiederholt werden, bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist.
Sicherheit, Nebenwirkungen und Einschränkungen
- Allergische Reaktionen: Wie bei jedem Imkereiprodukt können Menschen, die allergisch auf Bienen oder Honig sind, allergische Reaktionen auf Manuka-Honig zeigen.
- Hoher Zuckergehalt: Da Honig ein Naturprodukt ist und als natürliches Süßungsmittel angesehen wird, wird oft übersehen, dass er einen hohen Zuckeranteil hat. Diabetiker sollten vorsichtig sein, da Honig den Blutzucker erhöht.
- Babys: Babys und Säuglingen unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden, da sich ihre Darmflora noch nicht komplett entwickelt hat und sie sich dadurch mit dem seltenen, aber lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus infizieren können.
- Interaktion mit Medikamenten: Manuka-Honig kann die Wirksamkeit bestimmter Medikamente beeinträchtigen. So kann er beispielsweise die blutverdünnende Wirkung von Warfarin erhöhen.
- Temperaturempfindlichkeit: Die antibakterielle und antioxidative Wirkung kann bei Temperaturen von über 65 °C verringert oder gar zerstört werden. Daher nicht zu heiß in Tee geben.
Qualität, Echtheit und Preis
Manuka-Honig ist mehr als ein Luxusprodukt. Aber: Qualität hat ihren Preis. Echter Manuka Honig hat einen Kilopreis von ca. 70-130 €; 250 Gramm kosten bis zu 80 Euro. Verantwortlich für den hohen Preis sind die kurze Sammel- und Erntezeit sowie das begrenzte Angebot im Verhältnis zur Nachfrage. Da die Nachfrage steigt, gibt es viele Fälschungen auf dem Markt.
Um sicherzustellen, dass der Honig echt ist, sollte er ein Zertifikat mit der Aufschrift MGO oder UMF (Unique Manuka Factor) tragen. Sobald Hersteller eine UMF-Einstufung erhalten hatten, konnten sie ihren Honig als reinen, hochwertigen, echten Manuka Honig kennzeichnen und vermarkten. Achten Sie darauf, ob der Anbieter Mitglied des neuseeländischen Branchenverbandes „Unique Manuka Factor Honey Association“ oder der „Australian Manuka Honey Association“ ist, da diese Honige auf Reinheit geprüft und zertifiziert werden.
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Lagerung
Honig als Lebensmittel sollten Sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren, da er hitze- und lichtempfindlich ist. Von einer Lagerung im Kühlschrank wird abgeraten, da Honig bei Kälte kristallisiert und wieder erhitzt werden muss, um flüssig zu werden. Ein trockener Ort ist ebenfalls wichtig, da Honig Feuchtigkeit aus der Luft zieht. Daher sollten Sie am besten immer den Deckel fest verschließen. Stellen Sie Ihr Honigglas in den Vorratsschrank oder in eine Speisekammer, wo es vor Licht und Wärme geschützt ist. So bleibt Ihr Honig lange frisch und behält seine gesunden Eigenschaften.
Wissenschaftliche Grenzen und rechtliche Hinweise
Obwohl viele Laborstudien die antibakterielle Wirkung von Manuka-Honig belegen, fehlen bislang eindeutige, groß angelegte klinische Belege dafür, dass alle im Labor beobachteten Effekte in gleicher Weise beim Menschen wirksam sind. Für positive Effekte von medizinischem Honig in der Wundbehandlung fehlen bislang jedoch die Belege. Im Gegenteil, es wurden sogar vermehrt Schmerzen bei der Anwendung festgestellt. Hinweis: Da Manuka Honig als Lebensmittel eingestuft ist und nicht als Arzneimittel oder Heilmittel zugelassen wurde, ist es gemäß den geltenden EU-Vorschriften und dem deutschen Lebensmittelrecht unzulässig, gesundheitsbezogene Wirkungen in der Werbung als Heilversprechen auszuführen.
Praktische Kauf- und Anwendungstipps
- Achten Sie beim Kauf auf MGO- oder UMF-Angaben und auf Mitgliedschaften in Branchenverbänden wie der UMFHA.
- Wählen Sie die MGO-Stufe entsprechend Ihrem Verwendungszweck: Je höher der MGO-Gehalt, desto teurer, aber potenziell wirksamer.
- Verwenden Sie für Wunden nur medizinisch sterilisierte Produkte aus der Apotheke und besprechen Sie die Anwendung mit dem behandelnden Arzt.
- Lagern Sie Manuka-Honig dunkel und kühl (nicht im Kühlschrank) und schützen Sie ihn vor Feuchtigkeit.
Kurzer Blick auf Nährstoffe
Manuka-Honig enthält neben MGO auch Wasserstoffperoxid, Aminosäuren, B-Vitamine und Mineralien wie Kalium, Magnesium, Eisen und Zink. Diese Bestandteile unterstützen seine ernährungsphysiologischen Eigenschaften, auch wenn der Honig primär als Lebensmittel und nicht als Arzneimittel betrachtet wird.
Wann lohnt sich der Kauf?
Obwohl Manuka-Honig recht teuer ist, benötigen Sie bei Beschwerden wie Hals- und Rachenschmerzen oft nur geringe Mengen. Da er auch über sein Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar ist, lohnt sich der Kauf eines Glases hochwertigen Honigs für viele Anwender, die Wert auf natürliche Produkte legen. Am besten probieren Sie Manuka-Honig selbst und entscheiden, ob er für Ihren Alltag sinnvoll ist.
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