Manuka-Honig: gesundheitliche Vorteile und wissenschaftliche Studien

Manuka-Honig wird auch das flüssige Gold aus Neuseeland bezeichnet. Er wird aus dem Nektar der Blüten des Manuka-Strauchs (Leptospermum scoparium) gewonnen, der in den Bergen Neuseelands und in Teilen Australiens heimisch ist. Die neuseeländischen Ureinwohner nutzten die Manuka-Pflanze traditionell für Heilzwecke. Die Blüten der Manuka-Pflanze ähneln Kirschblüten und ihr Farbspektrum reicht von weiß über blutrot bis violett.

Manuka-Strauch mit Blüten

Herstellung, Geschmack und Zusammensetzung

Die fleißigen Ligustica-Bienen sammeln den Manuka Nektar und verarbeiten diesen in ihrem Bienenstock zu Honig. Die befüllten Waben werden dann von den Imkern mit einem Kaltschleuder-Verfahren ausgelöst. Dieses Verfahren ist sehr wichtig, denn beim Erhitzen würden die natürlichen Inhaltsstoffe verloren gehen. Der Geschmack des goldenen Sirups ist würzig-herb und hebt sich dadurch von den anderen Honigsorten ab.

Honig besteht zu rund 80 Prozent aus Zucker. Er hat mit 306 Kalorien pro 100 Gramm entsprechend weniger Kalorien als Kristallzucker (405 Kalorien), süßt aber ähnlich intensiv.

Was macht Manuka-Honig besonders?

Das Besondere am Manuka-Honig ist nicht allein der höhere Gehalt an MGO, sondern auch seine außergewöhnlich stabile und langanhaltende Wirkung. Aber es gibt noch einen Grund, warum Manuka-Honig so besonders ist: Der Wirkstoff Methylglyoxal - kurz MGO - kommt in diesem Honig in bis zu 100-fach höherer Konzentration vor als in herkömmlichen Honigsorten. Der Grund dafür liegt im Nektar der Manukapflanze und der hohen Konzentration an Dihydroxyaceton (DHA). Diese Substanz ist die Vorstufe von MGO. Während der Reifung des Manuka Honigs wird DHA bereits im Bienenmagen durch natürliche, enzymatische Prozesse in MGO umgewandelt.

Eine der Hauptkomponenten, die Manuka-Honig seine antibakteriellen und antimikrobiellen Eigenschaften verleiht, ist Methylglyoxal (MGO). MGO entsteht aus dem in Manuka-Nektar natürlich vorkommenden Dihydroxyaceton (DHA) während des Reifeprozesses den der Honig im Bienenstock durchläuft.

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Weitere Inhaltsstoffe

Der heilende Effekt des Manuka-Honigs wird durch die wertvollen Komponenten, wie z. B. Wasserstoffperoxid, verschiedene Vitamine B-Derivate (vor allem Vitamin B1, B2, B6, Pantothensäure, Nikotinsäureamid), Biotin, Folsäure und Mineralien wie Calcium, Kalium und Magnesium unterstützt. Wissenschaftler glauben, dass es eine Kombination all dieser Inhaltsstoffe ist, die Manuka-Honig so gesund macht.

Antibakterielle, antivirale und antimykotische Wirkung

Manuka-Honig hat starke antibakterielle Eigenschaften, die durch den hohen MGO-Gehalt unterstützt werden. Während normaler Honig seine keimhemmende Wirkung hauptsächlich dem Wasserstoffperoxid verdankt (das beim Kontakt mit Luft schnell zerfällt), bleibt die Wirkung des Manuka-Honigs stabil. Die antimikrobiellen Eigenschaften von Honig, einem Naturprodukt mit einer langen Geschichte medizinischer Anwendungen, werden zunehmend anerkannt, insbesondere gegen antibiotikaresistente Erreger.

Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass MGO effektiv gegen Staphylococcus aureus und Escherichia coli Bakterien wirkt. Wissenschaftliche Studien der neuseeländischen University of Waikato belegen, dass die Maori offenbar sehr genau wussten, was sie taten. Manuka-Honig erwies sich nämlich als äußerst effektiv bei der Behandlung von Escherichia coli und Helicobacter pylori, also jenen Bakterien, die sehr häufig Magen-Darm-Probleme auslösen können.

Die antibakterielle Wirkung kommt vermutlich durch den sehr hohen Gehalt an Methylglyoxal (MGO). MGO entsteht aus Dihydroxyaceton (DHA), das in den Blüten des Manuka-Strauchs vorkommt. In der Literatur wird berichtet, dass medizinischer Manuka-Honig, vor allem aufgrund des enthaltenen MGOs, eine Vielzahl von Bakterien hemmen kann, einschließlich einiger antibiotikaresistenter Stämme.

Schema: Umwandlung von DHA zu MGO im Bienenstock

Manuka-Honig in der Wundheilung und Medizin

Manuka-Honig wird traditionell zur Förderung der Wundheilung eingesetzt. Medizinischer, steriler Manuka-Honig muss bestimmte Reinheits- und Sicherheitskriterien erfüllen. Er enthält die Wirkstoffe in den erforderlichen standardisierten Mengen, damit er direkt oder in Form anderer Zubereitungen zur Wundbehandlung verwendet werden kann. Medizinischer Manuka-Honig soll zudem verhindern, dass sich auf Wunden ein Biofilm bildet, der Bakterien vor Antibiotika schützt. Außerdem soll er bestehende Biofilme auflösen und so die Wundheilung unterstützen.

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Manuka-Honig wird bei nicht chronischen Wunden wie beispielsweise bei Brandwunden, Verletzungen oder Hautschäden durch eine Strahlentherapie eingesetzt und erzielt dort gute Erfolge, wie Wissenschaftler aus Großbritannien und Neuseeland in einer Metastudie herausgefunden haben, in der sie 26 Studien zur Wundheilung mit Honig analysiert haben.

Allerdings ist wichtig: Normaler Speise-Honig kann Keime enthalten, die wiederum in die Wunde eindringen können. Dafür gibt es gereinigten Medizinalhonig, der beispielsweise in Kliniken zum Einsatz kommt. Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden.

Studienlage und Evidenz

Die meisten Erkenntnisse zur antimikrobiellen Wirksamkeit stammen aus Laboruntersuchungen und klinischen Studien mit unterschiedlichen Qualitätsstufen. So konnte an der Universität Ottawa nachgewiesen werden, dass Manuka-Honig den Bakterienfilm bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung wirksam bekämpft. Andere Studien und Metaanalysen zeigen positive Effekte von Honig bei Husten und bei der Wundheilung, doch ist unklar, wie gut sich Laborbefunde auf den lebenden Organismus übertragen lassen.

Für positive Effekte von medizinischem Honig in der Wundbehandlung fehlen bislang jedoch eindeutige, groß angelegte Belege. Im Gegenteil, es wurden sogar vermehrt Schmerzen bei der Anwendung festgestellt. Die antibakterielle und antioxidative Wirkung kann bei Temperaturen von über 65 Grad Celsius verringert oder gar zerstört.

Interview mit Forscher zur Wirksamkeit von Manuka-Honig

Anwendungsgebiete und Empfehlungen

Manuka-Honig wird sehr oft gegen diverse Entzündungen im und um den Mund eingesetzt. Aphthen, Herpesbläschen und Zahnfleischentzündungen sind häufig vorkommende Entzündungen im und um den Mund herum. Diese kleinen Stellen auf Mundschleimhaut und Zahnfleisch sind unangenehm und schmerzhaft.

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Anwendungsempfehlungen für Manuka-Honig:

  • Innerlich: 1-2 Teelöffel täglich pur oder in Tee eingerührt (nicht über 40 Grad heiß).
  • Äußerlich: Direkt auf Wunden, Hautentzündungen oder Ekzeme auftragen (nur medizinischer, steriler Honig bei offenen Wunden).
  • Mundspülung: 1 TL Manuka-Honig in lauwarmem Wasser auflösen und gurgeln bei Halsschmerzen oder Mundgeschwüren.

Bei Erkältungen und Infekten mit Husten und Halsschmerzen lässt man mindestens 3-mal täglich einen Teelöffel des Honigs auf der Zunge zergehen. Den letzten Teelöffel nehmen Sie am besten direkt vor dem Schlafengehen. Manuka-Honig kann bei den genannten Infektionen der Atemwege ganz einfach vor dem Schlafengehen an die inneren Nasenwände gestrichen werden, so dass der Honig über Nacht an Ort und Stelle auf die Schleimhäute einwirken kann.

Hinweis: Diabetiker sollten auf den Zuckergehalt achten und Manuka-Honig in Absprache mit ihrem Arzt verwenden. Babys und Säuglinge unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden.

Manuka-Honig und chronische Beschwerden

In der Praxis für Osteopathie in Berlin-Mitte wird bei Patienten mit chronischen Schmerzen, vor allem wenn diese auf entzündlichen Prozessen basieren, gezielt eine entzündungshemmende Ernährung empfohlen. Manuka-Honig kann hier ein wichtiger Bestandteil sein:

  • Bei Arthrose lindert er Gelenkentzündungen.
  • Bei Rheuma unterstützt er die natürliche Immunmodulation.
  • Bei chronischen Darmentzündungen wirkt er beruhigend auf die Schleimhaut.

Manuka-Honig wirkt multifaktoriell, unter anderem durch die Produktion von Wasserstoffperoxid, phenolische Verbindungen und den hohen Zuckergehalt.

Qualitätskriterien, Fälschungen und rechtliche Hinweise

Leider gibt es auf dem Markt auch viele Produkte, die als Manuka-Honig deklariert werden, aber nicht die entsprechende Qualität besitzen. Achte daher unbedingt auf:

  • MGO- oder UMF-Angabe (Unique Manuka Factor).
  • Herkunftszertifikat aus Neuseeland.
  • Seriöse Hersteller und Anbieter; Anbieter, die Mitglied der Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) sind, gelten als vertrauenswürdiger.

Der neuseeländische Manuka-Honig ist bekannt für seine einzigartige antibakterielle Wirkung. Aufgrund seines hohen Preises und begrenzter Verfügbarkeit ist dieser Honig oft Gegenstand von Honigbetrug. In Neuseeland werden jährlich um die 1.700 Tonnen Manuka-Honig produziert, 10.000 Tonnen aber werden vermarktet. Der Verbraucher hat kaum Anhaltspunkte zu erkennen, ob er tatsächlich "echten" Manuka-Honig kauft. Der hohe Anteil des stark antibakteriell wirkenden Methylglyoxals kann auch künstlich hinzugefügt werden.

In der Europäischen Union ist es gesetzlich verboten, in der Werbung zu suggerieren, ein Lebensmittel könne eine Krankheit heilen oder lindern. Dies gilt auch für Manuka-Honig.

Praktische Hinweise zu Lagerung und Einkauf

Honig sollte an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahrt werden, da er hitze- und lichtempfindlich ist. Von einer Lagerung im Kühlschrank wird abgeraten, da Honig bei Kälte kristallisiert und wieder erhitzt werden muss, um flüssig zu werden. Wenn er längere Zeit hohen Temperaturen und Licht ausgesetzt ist, können wertvolle Stoffe und Enzyme abgebaut werden.

Manuka-Honig wird in Deutschland in Reformhäusern, Drogerie- und Supermärkten für einen stolzen Preis verkauft - dabei liegen 40 Euro pro 250 g eher in der unteren Preisklasse. Ein MGO von über 400 steht dabei schon für Spitzenqualität. UMF ist ein geschütztes Bewertungssystem der Unique Manuka Factor Honey Association aus Neuseeland. UMF bewertet nicht nur den MGO-Gehalt, sondern zusätzlich noch andere Inhaltsstoffe und steht außerdem für Echtheit und Qualität, ist also eher ein Qualitäts- und Echtheitssiegel.

Tabelle: MGO-Stufen und typische Anwendung

MGO-Stufe Typische Anwendung
MGO 100+ Geringere Konzentration, gut für äußerliche Anwendungen (z. B. bei Wunden oder Hautirritationen)
MGO 250+ Für leichte innere Beschwerden und zur allgemeinen Immunstärkung
MGO 400+ Stärker wirksam, gut geeignet bei akuten Infektionen oder starken Entzündungen
MGO 550+ Sehr hohe Konzentration, ideal bei schweren Entzündungen, hartnäckigen Infekten und zur inneren Kur

Risiken, Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Wie bei jedem Imkereiprodukt können Menschen, die allergisch auf Bienen oder Honig sind, allergische Reaktionen auf Manuka-Honig zeigen. Honig sollte man nicht in kochend heiße Getränke geben, da seine Nährstoffe sonst kaputtgehen. Für Kinder im ersten Lebensjahr sollten Honig tabu sein. Honig hat einen hohen Zuckergehalt; Diabetiker sollten die Verwendung mit dem Arzt abklären.

Auch kann Manuka-Honig die Wirksamkeit bestimmter Medikamente beeinträchtigen. So kann er beispielsweise die blutverdünnende Wirkung von Warfarin beeinflussen.

Fazitgedanken zur Einordnung

Manuka-Honig ist mehr als nur eine süße Delikatesse - es ist ein bemerkenswert vielseitiges Naturprodukt, dem aufgrund seines hohen MGO-Gehalts besondere antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben werden. Er unterstützt die Gesundheit auf vielfältige Weise, hilft bei Entzündungen, fördert die Wundheilung, schützt vor Infektionen und kann chronische Beschwerden lindern. Allerdings sind nicht alle Manuka-Honigprodukte gleich, die Evidenzlage ist nicht für alle Einsatzbereiche endgültig, und qualitativ hochwertiger Manuka-Honig hat seinen Preis.

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