Manuka Honig: Eigenschaften, Anwendung und gesundheitliche Vorteile
Manuka Honig wird auch das flüssige Gold aus Neuseeland bezeichnet. Dieser besondere Honig wird sehr oft gegen diverse Entzündungen im und um den Mund eingesetzt. Manuka Honig wird aus dem Nektar der Blüten des Manuka-Strauchs Leptospermum scoparium gewonnen. Er ist in den Bergregionen Neuseelands und in Teilen Australiens heimisch.
Herkunft, Pflanze und Gewinnung
Der Honig stammt von der Manuka-Pflanze ab, welche in den Bergen Neuseelands und in Nord-Australien wächst. Die Manuka-Pflanzen sind Bäume, welche bis zu vier Meter hochwachsen können. Sie können aber auch in Form von Sträuchern vorkommen. Die Blüten der Manuka-Pflanze ähneln Kirschblüten und ihr Farbspektrum reicht von weiß über blutrot bis violett. Die fleißigen Ligustica-Bienen sammeln den Manuka Nektar und verarbeiten diesen in ihrem Bienenstock zu Honig.
Die befüllten Waben werden dann von den Imkern mit einem Kaltschleuder-Verfahren ausgelöst. Dieses Verfahren ist sehr wichtig, denn beim Erhitzen würden die natürlichen Inhaltsstoffe verloren gehen. Die Manuka-Bäume blühen nur für kurze Zeit im Jahr, und die Bienen sammeln den Nektar aus den Blüten, um Manuka-Honig herzustellen. Nachdem der Honig von den Bienen produziert wurde, wird er von den Imkern geerntet und in speziellen Anlagen weiterverarbeitet.
Inhaltsstoffe und Wirkmechanismen
Eine der Hauptkomponenten, die Manuka-Honig seine antibakteriellen und antimikrobiellen Eigenschaften verleiht, ist Methylglyoxal (MGO). MGO entsteht aus dem in Manuka-Nektar natürlich vorkommenden Dihydroxyaceton (DHA) während des Reifeprozesses den der Honig im Bienenstock durchläuft. Diese Substanz ist die Vorstufe von MGO. Während der Reifung des Manuka Honigs wird DHA bereits im Bienenmagen durch natürliche, enzymatische Prozesse in MGO umgewandelt.
Das flüssige Gold lindert Beschwerden bei äußerer Anwendung. Dafür verantwortlich sind die Inhaltsstoffe, die nicht nur den Bienen, sondern auch uns beim Kampf gegen Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze helfen. Neben MGO enthält Manuka-Honig auch Wasserstoffperoxyd, verschiedene Vitamine B-Derivate (vor allem Vitamin B1, B2, B6, Pantothensäure, Nikotinsäureamid), Biotin, Folsäure und Mineralien wie Calcium, Kalium und Magnesium.
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Die sogenannte Non-Peroxid-Aktivität unterscheidet Manuka-Honig von anderen Honigsorten. Während normaler Honig seine keimhemmende Wirkung hauptsächlich dem Wasserstoffperoxid verdankt (das beim Kontakt mit Luft schnell zerfällt), bleibt die Wirkung des Manuka-Honigs stabil. MGO wird unter anderem durch das Enzym Glucoseoxidase gebildet. Im medizinischen Manuka-Honig bleibt die Enzymaktivität stabil, solange der Honig unverdünnt und nicht zu sauer ist.
Laborbefunde zur antibakteriellen Wirkung
Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass MGO effektiv gegen Staphylococcus aureus und Escherichia coli Bakterien wirkt. In der Literatur wird berichtet, dass medizinischer Manuka-Honig, vor allem aufgrund des enthaltenen MGOs, eine Vielzahl von Bakterien hemmen kann, einschließlich einiger antibiotikaresistenter Stämme. Diese Erkenntnisse stammen jedoch aus Laboruntersuchungen. Es ist unklar, ob sie auf den lebenden Organismus übertragbar sind.
Medizinischer Manuka-Honig soll zudem verhindern, dass sich auf Wunden ein Biofilm bildet, der Bakterien vor Antibiotika schützt. Außerdem soll er bestehende Biofilme auflösen und so die Wundheilung unterstützen. Für positive Effekte von medizinischem Honig in der Wundbehandlung fehlen bislang jedoch die Belege. Im Gegenteil, es wurden sogar vermehrt Schmerzen bei der Anwendung festgestellt.
Anwendungen und praktische Hinweise
Manuka-Honig wird traditionell vielseitig verwendet und ist besonders für seinen natürlichen MGO-Gehalt bekannt. Manuka-Honig kann auf vielfältige Weise angewendet werden, um von seinen gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren: innerlich z. B. als Löffel pur oder im Tee (nicht zu heiß!) und äußerlich z. B. als Gesichtspflege, auf kleinen Wunden, bei Insektenstichen und als Wundauflage.
Zur äußerlichen Anwendung, etwa auf kleinen Schnittwunden, Verbrennungen oder Hautkrankheiten, kann Manuka-Honig dünn auf die betroffene Stelle aufgetragen werden und sollte mit einem Pflaster oder Verband abgedeckt werden. Die Anwendung sollte täglich wiederholt werden, bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Bei der innerlichen Anwendung eignet sich die Einnahme eines Teelöffels Manuka-Honig in warmem Wasser, Tee oder einfach direkt vom Löffel zur Unterstützung der Verdauung und Immunabwehr.
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Ist (jeder) Manuka-Honig zur Wundbehandlung geeignet? Manuka-Honig wird in verzehrgeeigneten und medizinischen, sterilen Varianten angeboten. Medizinischer, steriler Manuka-Honig muss bestimmte Reinheits- und Sicherheitskriterien erfüllen. Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden. „Normaler“ Manuka-Honig hingegen ist ein Naturprodukt, das Keime enthält und folglich schwere Reaktionen und Wundinfektionen hervorrufen kann.
Babys und Säuglingen unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden, da sich ihre Darmflora noch nicht komplett entwickelt hat und sie sich dadurch mit dem seltenen, aber lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus infizieren können.
Nutzen für spezifische Beschwerden
- Wundheilung: Manuka-Honig wird traditionell zur Förderung der Wundheilung eingesetzt.
- Mundgesundheit: Manuka-Honig hat sich als wirksam bei der Bekämpfung von Mundbakterien erwiesen und wird gegen Aphthen, Herpesbläschen und Zahnfleischentzündungen eingesetzt.
- Erkältung und Halsbeschwerden: Manuka-Honig kann Halsschmerzen und Hustenreiz lindern.
- Verdauung: Manuka-Honig kann bei Verdauungsproblemen wie Reizdarmsyndrom oder Gastritis helfen.
- Hautpflege: Die antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften werden in Kosmetik und bei Akne genutzt.
Geschmack, Konsistenz und Lagerung
Der Geschmack des goldenen Sirups ist würzig-herb und hebt sich dadurch von den anderen Honigsorten ab. Manuka-Honig hat eine dickere Konsistenz und eine dunkel bernsteinfarbene Farbe. Hochwertiger Manuka-Honig hat eine dickere Konsistenz und einen intensiven Geschmack.
Honig als Lebensmittel sollten Sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren, da er hitze- und lichtempfindlich ist. Von einer Lagerung im Kühlschrank wird abgeraten, da Honig bei Kälte kristallisiert und wieder erhitzt werden muss, um flüssig zu werden. Bei zu hoher Hitze besteht die Gefahr, dass die Enzymaktivität und somit die gesundheitsfördernden Eigenschaften beeinträchtigt werden. Die antibakterielle und antioxidative Wirkung kann bei Temperaturen von über 65 Grad Celsius verringert oder gar zerstört werden.
Qualität, Kennzeichnung und Kaufhinweise
Was macht diesen Honig nun so kostbar? Neben seinem leckeren Geschmack hat er auch noch einen anderen klaren gesundheitlichen Vorteil! Aber es gibt noch einen Grund, warum Manuka Honig so besonders ist: Der Wirkstoff Methylglyoxal - kurz MGO - kommt in diesem Honig in bis zu 100-fach höherer Konzentration vor als in herkömmlichen Honigsorten. Die Qualität des Manuka Honigs wird durch den MGO-Gehalt und den UMF-Wert (Unique Manuka Factor) bestimmt. Diese Werte geben an, wie hoch die Konzentration der aktiven Inhaltsstoffe ist.
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Manuka-Honig ist sehr teuer - 250 Gramm kosten bis zu 80 Euro. Aufgrund seines hohen Preises und seiner begrenzten Verfügbarkeit gibt es viele Fälschungen auf dem Markt. Da es derzeit kein verlässliches einheitliches Siegel für echten Manuka-Honig gibt, können Sie beim Kauf zum Beispiel darauf achten, ob der Anbieter Mitglied des neuseeländischen Branchenverbandes "Unique Manuka Factor Honey Association" oder der „Australian Manuka Honey Association“ ist. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, ob der Anbieter Mitglied des neuseeländischen Branchenverbandes „Unique Manuka Factor Honey Association“ oder der „Australian Manuka Honey Association“ ist, da diese Honige auf Reinheit geprüft und zertifiziert werden.
| Merkmal | Was es bedeutet |
|---|---|
| MGO | Gibt die Menge an Methylglyoxal an; wichtiger Indikator für antibakterielle Stärke |
| UMF | Unique Manuka Factor; Zertifizierung für Qualität und Reinheit |
| Medizinisch steril | Für Wundbehandlung geeignet, enthält standardisierte Wirkstoffmengen |
Risiken, Nebenwirkungen und gesetzliche Hinweise
Wie bei jedem Imkereiprodukt können Menschen, die allergisch auf Bienen oder Honig sind, allergische Reaktionen auf Manuka-Honig zeigen. Manuka-Honig sollte stets in Maßen konsumiert werden. Der hohe Zuckergehalt ist zu beachten, da Honig ein Naturprodukt und natürliches Süßungsmittel ist. Manuka-Honig kann die Wirksamkeit bestimmter Medikamente beeinträchtigen. So kann er beispielsweise die blutverdünnende Wirkung von Warfarin erhöhen.
In der Europäischen Union ist es gesetzlich verboten, in der Werbung zu suggerieren, ein Lebensmittel könne eine Krankheit heilen oder lindern. Dies gilt auch für Manuka-Honig. Wer den Honig als Lebensmittel kauft, sollte ihn wegen möglicher Verunreinigungen nicht selbst auf Wunden auftragen, raten die Verbraucherzentralen.
Geschichte und kulturelle Bedeutung
Die Maori, die Krieger und Ureinwohner Neuseelands, erkannten die einzigartige Wirkung der Südseemyrte (oder Manukastrauch) schon vor hunderten Jahren. Dort wurde die Manuka-Pflanze traditionell für Heilzwecke genutzt. Die Manuka-Pflanze wurde von den neuseeländischen Ureinwohnern bereits seit Jahrhunderten geschätzt und als Heilmittel angewandt. Der Honig der Manukablüte wurde erstmals im 19. Jahrhundert gewonnen.
Die Bekanntheit des neuseeländischen Honigs ist in den letzten Jahren ungemein gestiegen. Es ist ein regelrechter Hype entstanden. Besonders in der heutigen Zeit bevorzugen immer mehr Menschen ein reines Naturprodukt gegenüber chemischer Medikamente mit zahlreichen Nebenwirkungen.
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