Veganer Mandeltortenboden Rezept: Saftiger, nussiger Biskuit ohne Eier
Zu Weihnachten wollte meine Mutter eine kleine Torte backen. Und damit ich davon auch essen kann, bat sie mich, einen Bisquitboden dafür zu backen. Gesagt getan. Hier seht ihr also, wie ihr für eine kleine Kuchenform mit 20cm Durchmesser einen veganen Bisquitboden herstellen könnt.
Warum dieses Rezept?
Dieses Mandelboden-Rezept ist bei mir eher zufällig entstanden und inzwischen möchte ich es nicht mehr missen. Ursprünglich war es einfach als vegane Alternative zu meinem klassischen Tortenboden Grundrezept gedacht. Inzwischen greife ich aber auch bei ganz normalen Kuchen immer wieder darauf zurück. Die gemahlenen Mandeln machen den Boden wunderbar saftig und geben ihm dieses feine nussige Aroma, das man sofort schmeckt. Er ist etwas aromatischer als ein klassischer Biskuit, fühlt sich nicht trocken an und trägt Füllungen und Cremes richtig schön.
Für welche Formen und Anwendungen geeignet?
Die Menge reicht auch für eine Obstkuchenform zur Herstellung belegter Obstkuchen. Die Teigmasse ist für eine Lasagneform der Größe 22x32cm. Dieses Biskuit-Grundrezept ist ausreichend für einen veganen Tortenboden in einer 20 cm Springform. Wenn du einen dünneren Tortenboden haben möchtest, kannst du gerne eine etwas größere Backform verwenden. Bedenke jedoch, dass ein flacherer Kuchen schneller fertig ist. Gerne kannst du auch die doppelte Teigmenge in einer Form backen. Die Backzeit verlängert sich dann um etwa 10-15 Minuten.
Zutaten (für eine 20 cm Springform)
- 90 g Weizen- oder Dinkelmehl (oder glutenfreies Mehl)
- ¾ EL Mais- oder Speisestärke (oder Vanille-Puddingpulver)
- ¾ TL Backpulver
- 50 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Vanille (gemahlene Bourbon-Vanille oder ½ TL Vanilleextrakt)
- 90 ml Pflanzenmilch (z. B. Sojamilch oder andere Pflanzenmilch)
- 40 ml geschmacksneutrales Öl (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
- optional: 1 TL Apfelessig (für bessere Bindung), 1-2 Msp. Bittermandel-Aroma
Alternativen und Variationen
Wenn du gerne einen Schoko-Tortenboden haben möchtest, ergänze das Rezept um ein bis zwei Esslöffel Kakao oder verwende Schokodrink anstelle von Wasser. Wenn du diesem Biskuitteig einen anderen Geschmack verleihen möchtest, kannst du gerne noch andere Zutaten, Aromen und Gewürze wie Zitronen- oder Orangenschale oder Zimt hinzugeben. Du könntest auch einen Teil der Pflanzenmilch durch Orangen- oder Zitronensaft ersetzen. Alternativ könntest veganen Biskuit nach dem Backen mit Likör, Kaffee oder Kirschwasser bestreichen.
Vorbereitung
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze (160 °C Umluft) vorheizen und den Rost auf mittlerer Schiene einschieben. Die Ränder von einer 20-cm Springform leicht einfetten und den Boden mit Backpapier auslegen. Tipp: nimm etwas vegane Butter und fette die Form etwas ein. So hält das Backpapier besser und lässt sich nach dem Backen noch besser lösen.
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Zubereitung
- Mehl, Stärke und Backpulver in eine Schüssel sieben. Zur Mehlmischung Zucker, Salz und Vanille geben und alles mit einem Schneebesen vermischen.
- In einem Gefäß Sojamilch (oder andere Pflanzenmilch), Öl und optional Apfelessig miteinander verrühren und dann mit dem Schneebesen in die Mehlmischung rühren (bei Bedarf 1 EL Milch mehr hinzugeben).
- Alle trockenen Zutaten gut miteinander vermischen, das Spudelwasser zugeben und kurz mit dem Handmixer verrühren. Danach das Öl unterrühren bis sich ein glatter Teig gebildet hat.
- Die trockenen- zu den feuchten Zutaten geben, kurz mit einem Schneebesen verrühren bis sich die Zutaten miteinander vermischt haben. Den Teig nicht lange rühren und stehen lassen und sofort in die mit Backpapier ausgelegte Form geben (oder Boden der Form fetten).
- Den Teig in die vorbereitete Form füllen und im vorgeheizten Ofen für ca. 22-25 Minuten backen. Wenn du eine größere Menge (doppelte Menge) backst, beträgt die Backzeit ca. 40-45 Minuten bzw. 10-15 Minuten länger.
- Nach dem Backen sofort mit einem Messer vom Rand lösen, aus der Form nehmen, auf ein Gitter stürzen und abkühlen lassen.
Tipps für das perfekte Ergebnis
- Für ein gutes Aufgehen ist wichtig: Backpulver + Apfelessig + Stärke. Durch das Mischen von Backpulver mit Essig entsteht eine chemische Reaktion, die Luftbläschen erzeugt und dem Teig mehr Volumen verleiht.
- Um Klümpchen zu vermeiden, ist es wichtig, dass man die trockenen Zutaten vorher siebt. Dadurch verbinden sie sich schneller mit den feuchten Zutaten, sodass man den Teig auch weniger rühren muss.
- Durch langes Rühren entsteht Gluten, sodass der Teig zäh und klebrig wird. Daher nicht zu lange rühren.
- Wenn man den Kuchen zu lange backt, wird er trocken. Am besten nach 22 Minuten eine Stäbchenprobe durchführen: sobald ein Zahnstocher sauber herauskommt, kannst du den Kuchen aus dem Ofen holen.
- Bevor du den Tortenboden schneidest, lass ihn wirklich komplett auskühlen. Das macht einen riesigen Unterschied, denn warm ist er deutlich empfindlicher, bröselt stark und lässt sich schlechter handhaben.
- Am entspanntesten klappt das Schneiden mit einem großen Brotmesser mit Wellenschliff. Für sehr saftige Böden funktioniert auch ein dünner Faden oder ungewachste Zahnseide wunderbar.
- Du kannst den Mandelboden problemlos einfrieren, ohne dass er an Qualität verliert. Wichtig ist nur, dass er nach dem Backen komplett auskühlt. Wickle ihn nach dem Abkühlen fest in Frischhaltefolie. Dann kannst du ihn bis zu 5 Tage im Kühlschrank aufbewahren oder eingefroren lagern.
- Die Power-Formel lautet: Backpulver + Apfelessig + Stärke.
Füllungen und Kombinationen
Die vegane Tortencreme ist eigentlich genauso wichtig wie der Boden. Wenn diese nicht schmeckt und keine gute Konsistenz hat, bringt uns der tolle Biskuitboden auch nicht viel. Für diese kleine Torte habe ich eine Abwandlung meiner Kürbisdessertcreme verwendet. Das Grundrezept meiner Tortencreme besteht aus Cashewnüssen und Kakaobutter, was viel gesünder als Buttercreme ist. Viele vegane Blogs arbeiten mit Buttercremes, aber da wird mir um ehrlich zu sein schon bei der Vorstellung schlecht.
Als weitere sehr gelungene Kombination passt eine Mandel-Buttercreme, Apfelkompott oder sogar ein hausgemachter Milchreis hervorragend zu den Mandelböden. Die Menge der Buttercreme ist ausreichend um die Torte komplett einzustreichen und mit verschiedenen Tönen einzufärben und zu dekorieren. Apfelmus ist beim veganen Backen so etwas wie der stille Held im Hintergrund: Es springt für das Ei ein, hält den Teig zusammen und sorgt dafür, dass der Boden nach dem Backen schön saftig bleibt. Was Apfelmus allerdings nicht kann, ist den Teig zu lockern. Deshalb braucht es im Rezept Backpulver oder Natron, damit der Boden beim Backen gut aufgeht.
Beispiel: Verwendung für eine vegane Mandeltorte
Die vegane Mandeltorte kann aus vier Schichten saftiger Mandelböden bestehen, gefüllt mit Milchreis, Apfelkompott und Mandelpaste. Für den Milchreis wird trockner Milchreis mit Sojamilch nach Packungsanweisung gekocht. Beim Abkühlen zieht dieser stark nach und wird ziemlich fest, vor Verwendung mit etwas Sojamilch auflockern. Die Apfelkompott enthält neben frischen Apfelstücken auch Apfelbutter. Die Mandelpaste wird aus Mandeln, Sojamilch, veganer Sahne, Puderzucker, veganer weißer Schokolade und veganer Butter zubereitet und über Nacht im Kühlschrank fest werden gelassen. Die Torte wird schichtweise aufgebaut: Boden tränken, Buttercremering spritzen, Milchreis oder Apfelkompott einfüllen und schichten. Die gesamte Torte dünn mit Buttercreme einstreichen und für mindestens 45 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.
Praktische Hinweise und Serviertipps
- Wenn du öfter Torten backst, lohnt sich auch ein Tortenbodenschneider mit verstellbarem Draht. Er wird waagerecht durch den Kuchen gezogen und sorgt fast von selbst für gleichmäßige Schichten.
- Wenn du das Rezept ausprobiert hast, lass mir gerne hier oder auf Instagram ein Kommentar oder eine Nachricht da. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr mir euer Feedback schickt, wie er bei euch geworden ist.
- Wenn du eine Torte machen möchtest, empfehle ich den Kuchen anschließend luftdicht in Frischhaltefolie zu wickeln und über Nacht in den Kühlschrank zu stellen. Wenn der vegane Tortenboden nämlich gut gekühlt ist, kannst du ihn nicht nur besser schneiden, sondern auch leichter schichten.
- Die sanfte Süße und die nussigen Aromen harmonieren wunderbar mit ausgewählten Dessertweinen, die das Geschmackserlebnis abrunden.
Kurze Schritt-für-Schritt-Checkliste
- Ofen auf 180 °C vorheizen, Springform vorbereiten.
- Trockene Zutaten sieben und mischen.
- Flüssige Zutaten verrühren und kurz unter die Mehlmischung ziehen.
- Teig in Form füllen, Luftblasen rausklopfen, 22-25 Minuten backen.
- Abkühlen lassen, ausformen, nach Wunsch in Böden schneiden und füllen.
Viel Spaß beim Backen und guten Appetit!
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