Löwenzahnzucker selber machen: Ein süßes Rezept für Küche und Gesundheit

Löwenzahn, der uns mit seinen leuchtend gelben Blüten auf Wiesen und in Gärten entgegenstrahlt, ist mehr als nur ein Frühlingsbote. Er ist eine vielseitige Pflanze, die von der Blüte bis zur Wurzel essbar ist und eine Fülle an Vitaminen und Mineralstoffen birgt. Neben dem bekannten Löwenzahnhonig oder -sirup, der aus den Blüten gewonnen wird, lässt sich aus Löwenzahn auch ein feiner Zucker herstellen, der als Dekoration für Süßspeisen dient und gleichzeitig die gesundheitlichen Vorzüge des Löwenzahns in sich trägt.

Was ist Löwenzahnzucker?

Löwenzahnzucker ist eine einfache Möglichkeit, die Aromen und Inhaltsstoffe des Löwenzahns haltbar zu machen und für die Küche nutzbar zu machen. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Mischung aus Zucker und fein zerkleinerten Löwenzahnblüten, die getrocknet wird. Der Löwenzahnzucker ist eine nette Spielerei. Zur Dekoration für Muffins, Kekse oder Torten sieht er einfach toll aus und ist super leicht und schnell hergestellt.

Warum Löwenzahnzucker selber machen?

Es gibt viele gute Gründe, Löwenzahnzucker selbst herzustellen:

  • Natürliche Süße: Löwenzahnblüten verleihen dem Zucker eine besondere, leicht blumige Note.
  • Gesundheitliche Vorteile: Löwenzahn hat reinigende Eigenschaften und enthält Vitamine (A, B1, C, E) sowie Mineralstoffe (Kalzium, Kalium, Magnesium).
  • Nachhaltigkeit: Die Verwendung von Löwenzahn aus dem eigenen Garten oder von unbelasteten Wiesen ist eine nachhaltige Möglichkeit, regionale Produkte zu nutzen. Man braucht keinen großen Garten um sich mit einigen leckeren Dingen aus der Natur selbst zu versorgen. Einige Pflanzen, so wie der Löwenzahn, sind überall wild zu finden, so dass man keine Probleme hat, sich einen kleinen Vorrat anzulegen.
  • Kreativität: Löwenzahnzucker ist eine tolle Möglichkeit, kreative Akzente in der Küche zu setzen und Süßspeisen optisch aufzuwerten.
  • Vermeidung von Zusatzstoffen: Bei der eigenen Herstellung weiß man genau, was im Zucker enthalten ist.

Zutaten und Zubehör

Für die Herstellung von Löwenzahnzucker benötigst du nicht viele Zutaten und Hilfsmittel:

  • Löwenzahnblüten (am besten an einem sonnigen Tag gesammelt)
  • Zucker (Haushaltszucker, Getreidezucker (fructosearm), Kokosblütenzucker, Rohrzucker, Rohrohrzucker, Erythrit oder Stevia sind möglich)
  • Mixer
  • Backpapier
  • Backblech
  • Sauberes Tuch

Löwenzahnzucker Rezept: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Blüten vorbereiten: Von zehn schönen Löwenzahnblüten nur die gelben Blütenblätter abzupfen. Die gesammelten Blüten sollten frisch und sauber sein. Spüle sie gegebenenfalls kurz ab und tupfe sie trocken.
  2. Zerkleinern: Die Löwenzahnblüten vollständig mit dem Zucker zerkleinern, am besten geht das mit dem Mixer. Zusammen mit dem Getreidezucker in den Mixbehälter geben und alles ganz fein zermahlen. Das Verhältnis von Blüten zu Zucker kann je nach Geschmack variiert werden. Ein guter Richtwert ist etwa 1 Teil Blüten auf 2-3 Teile Zucker.
  3. Trocknen: Danach den noch feuchten Zucker auf einem Backpapier ausbreiten und für einen Tag trocknen lassen. Backpapier auf ein Backblech legen und darauf die Zuckermischung verteilen. Mit einem sauberen Tuch abdecken und an einen trockenen, warmen Ort stellen. Alternativ kann der Zucker auch im Backofen bei maximal 50 Grad getrocknet werden. Wichtig ist, dass die Temperatur nicht zu hoch ist, damit die wertvollen Inhaltsstoffe des Löwenzahns erhalten bleiben. Wie lange es dauert müsst ihr selbst probieren.
  4. Feinmahlen (optional): Wenn das Gemisch trocken ist, gebt alles wieder in den Mixbehälter und mixt es noch einmal gut durch. Es sollte ganz fein sein.
  5. Aufbewahren: Nun in einen fest verschließbaren Behälter geben und an einem trockenen Ort aufbewahren. Der Löwenzahnzucker ist mehrere Monate haltbar.

Verwendung von Löwenzahnzucker

Der fertige Löwenzahnzucker ist vielseitig einsetzbar:

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  • Dekoration: Der Zucker sieht auf Muffins, Kuchen oder anderen Süßspeisen wie Quark hübsch als Deko aus, da er einen ganz leichten Goldton hat.
  • Süßen von Getränken: Löwenzahnzucker kann zum Süßen von Tee, Kaffee oder anderen Getränken verwendet werden.
  • Verfeinern von Desserts: Desserts wie Joghurt, Eis oder Obstsalat lassen sich mit Löwenzahnzucker geschmacklich aufwerten.
  • Backen: Löwenzahnzucker kann auch beim Backen verwendet werden, um Kuchen und Gebäck eine besondere Note zu verleihen.

Löwenzahnhonig selber machen: Eine Alternative zum Zucker

Wenn überall der Löwenzahn blüht, ist es der perfekte Zeitpunkt zum Löwenzahnhonig selber machen. Löwenzahnhonig ist zwar kein echter Honig, schmeckt aber ähnlich und kann auch genau so verwendet werden. Die hübschen gelben Blüten des Löwenzahns sind die Grundzutat für eine Art veganen Honig. Außerdem kann man aus Löwenzahnblüten aber auch gesunden Tee herstellen und die Blüten für den Löwenzahntee auch getrocknet aufbewahren.

Zutaten und Zubereitung von Löwenzahnhonig

Zutaten:

  • Löwenzahnblüten (möglichst viele)
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker (oder Xylit für eine zuckerfreie Variante)
  • 1 Bio-Zitrone

Zubereitung:

  1. Zuerst einmal brauchst du jede Menge Löwenzahnblüten. Die sammelst du bei sonnigem Wetter idealerweise bei dir im Garten oder auf einer anderen sauberen Wiese.
  2. Die gesammelten Blüten werden dann abgespült und kommen in eine Schüssel. Hierzu gibst du nun 1 Liter Wasser und kochst alles etwa 15 Minuten.
  3. In die kurz gekochten Blüten gibst du eine kleingeschnittene Bio-Zitrone.
  4. Am nächsten Tag nimmst du einen Topf und ein feines Sieb oder ein Tuch und gießt die nun durchgezogene Masse durch das Sieb oder Tuch in deinen Topf.
  5. Zu der Flüssigkeit gibst du noch 1kg Zucker und lässt alles aufkochen.
  6. Jetzt heißt es die Löwenzahn-Zucker-Maße so lange kochen zu lassen, bis eine honigartige Konsistenz entsteht. Du siehst das dann auf jeden Fall, die Maße wird klebrig und zäh und genau dann ist dein Löwenzahnhonig fertig.
  7. Nun kannst du ihn in Schrabugläser füllen. Von der Farbe her sieht er aus wie ein dunkler Honig und schmeckt super lecker.

Löwenzahnhonig ohne Zucker

Löwenzahnhonig selber machen ohne Zucker? Das ist wirklich ganz einfach, im Rezept unten erkläre ich Dir, wie es geht. Wenn Du ihn, so wie ich, mit Xylit (Birkenzucker) einkochst, ist er streng genommen sogar zuckerfrei, wenn auch trotzdem sehr süß. Xylit, auch Xylitol genannt, ist ein Zuckeraustauschstoff, ein natürlich vorkommender Zuckeralkohol, der vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als ungefährlich eingestuft wird. Xylit wird meist aus der Rinde von Birken gewonnen und heißt darum auch Birkenzucker. Du kannst Löwenzahnhonig auch mit Kokosblütenzucker, Rohrzucker, Rohrohrzucker, Erythrit oder Stevia herstellen.

Löwenzahnhonig Rezept: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Blüten vorbereiten: Sammle Löwenzahnblüten an einem sonnigen Tag, idealerweise im April oder Mai. Achte darauf, dass die Wiese, auf der du sammelst, nicht mit Schadstoffen oder Pestiziden belastet ist.
  2. Blütenblätter trennen: Trenne bei den gesammelten Blüten die gelben Blütenblätter von den Blütenkörben. Das geht am besten, indem Du den unteren Teil mit einer Schere abschneidest. Wenn vom Äußeren Grün etwas mit in den Topf fällt, ist das kein Problem. Im Blütenkorb allerdings befinden sich viele Bitterstoffe, die den Geschmack verderben würden.
  3. Auskochen: Wiege die Blütenblätter ohne Blütenkörbe ab und gib davon 100 g in einen kleinen Kochtopf. Übergieße sie mit dem Wasser und gib eine Scheibe Zitrone dazu. Den Rest der Zitrone presst Du aus und stellst den Zitronensaft bereit. Bringe die Blüten zum Kochen und lass die Mischung etwa 10 Minuten leicht sieden. Dann stellst Du sie vom Kochfeld. Wenn es abgekühlt ist, nimm die Zitronenscheibe heraus und gib dafür den Zitronensaft dazu. Lass die Masse über Nacht, maximal 24 Stunden, stehen.
  4. Filtern: Am nächsten Tag gießt Du die Mischung durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch, sodass die Blüten herausgefiltert werden und nur die gelbliche Flüssigkeit übrig bleibt.
  5. Einkochen: Gib die Flüssigkeit zurück in den Topf und füge den Birkenzucker (Xylit) hinzu. Bringe es nun zum Kochen und lass es so lange mit offenem Deckel einkochen, bis sich die Flüssigkeit etwa halbiert hat. Wichtig: Die Konsistenz des Löwenzahn Sirup wird in heißem Zustand NICHT zähflüssig wie Honig. Wenn Du ihn zu lange einkochst, wird die Mischung hart wie Bonbons. Damit Du den Punkt nicht verpasst, gib hin regelmäßig einen Klecks Flüssigkeit auf einen kalten Teller und prüfe, wie er abgekühlt aussieht.
  6. Abfüllen: Sobald der Löwenzahnhonig auf dem Teller einigermaßen cremig ist, füllst Du ihn noch heiß in das Glas ab und verschließt den Deckel. Auf den Kopf stellen solltest Du den Löwenzahnsirup nur, wenn Du ein entsprechendes Glas verfügst. Einfache Gläser, die von gekaufter Marmelade oder Konserven im Glas wiederverwendet werden, sind dafür nicht geeignet. Aus der Beschichtung im Deckel können sich Chemikalien lösen. Wenn Du sauber gearbeitet hast, hält sich der Löwenzahnhonig nun viele Monate. An der Luft wird die Konsistenz übrigens schnell härter und "krustiger" und nicht mehr so cremig wie auf dem Foto.

Löwenzahn als Heilpflanze

Löwenzahl soll super gesund sein und gegen alle möglichen Beschwerden helfen. Löwenzahntee z.B. aus getrockneten Löwenzahnblättern, Wurzeln und den Blüten gilt als förderlich für eine gesunde Darmflora, soll gut sein für Zähne und Knochen und jede Menge anderer Beschwerden. Hier lest ihr dazu am Besten bei Utopia weiter, da ich euch keinen medizinischen Rat bezüglich der Wirksamkeit von Löwenzahn geben kann. Ich persönlich denke mir hierzu immer, dass Löwenzahn und viele andere Kräuter und Pflanzen über so viele Jahrhunderte als Heilkräuter verwendet wurden, dass da mit Sicherheit etwas dran ist und so ein Tee aus Löwenzahnblüten, Löwenzahnblütenhonig oder auch Löwenzahnblätter im Salat sicher nicht nachteilig wirken werden.

Tipps und Hinweise

  • Sammeln: Sammle Löwenzahnblüten am besten an einem sonnigen Vormittag, wenn sie voll geöffnet sind. Achte darauf, dass die Blüten nicht von Hunden verunreinigt oder mit Pestiziden behandelt wurden.
  • Reinigung: Vor der Verarbeitung sollten die Blüten gründlich gereinigt werden, um Insekten und Schmutz zu entfernen.
  • Trocknung: Achte darauf, dass der Zucker vollständig getrocknet ist, bevor du ihn in einem Behälter aufbewahrst.
  • Lagerung: Löwenzahnzucker sollte trocken und lichtgeschützt gelagert werden, um seine Qualität zu erhalten.
  • Histamin- und Sorbitgehalt: Über den Histamin- und Sorbitgehalt habe ich leider nichts gefunden. Er enthält viel Oxalatsäure, auf die manche Histamin-Intolerante reagieren. Sie ist zum Beispiel auch in Rhabarber und anderen Wildkräutern enthalten. Auch hier gilt: Beachtet bitte eure individuelle Toleranzgrenze. Was ich gut vertrage muss nicht auch von euch ohne Beschwerden gegessen werden können.

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