Löwenwerke Braunschweig Honig: Geschichte, Besonderheiten und umfassende Informationen

Bienen und ihr Honig sind aus Braunschweig nicht wegzudenken: Die Region zeichnet sich durch eine lange Tradition der Imkerei, innovative Stadtimker und hochwertige regionale Honigsorten aus. Die Bienenhaltung bedeutet dabei mehr als nur Freude am Süßen der Natur - sie verlangt auch Wissen, Verantwortung und Engagement.

Bienenstock im Braunschweiger Bürgerpark

Wie läuft die Imkerei im Raum Braunschweig ab?

Es genügt nicht, sich einen Bienenkasten in den Garten zu stellen, diesen sich selbst zu überlassen und darauf zu warten, dass die Bienen die Arbeit erledigen und ausreichend Nektar sammeln! Die Bienenzucht erfordert das Verständnis für die Lebensweise der Insekten, eine umfassende Ausbildung und kontinuierliche Pflege der Völker. Du lernst die wichtigsten Grundlagen der Bienenzucht, wie du deinem Bienenvolk einen artgerechten Lebensraum einrichtest, es führst und gesund erhältst.

Die Schulungen sind eine Kombination aus Theorie und Praxis und begleiten dich während eines ganzen Bienenjahres. Besonderen Wert lege ich darauf, stets die neuesten Systeme zu schulen. Der heutige Imker arbeitet vorwiegend im Großraummaß. Das kann Dadant, DNM 1,5 sowie Zadant sein. Für die Bienenbehausung, genannt Beute, schule ich das Großraummaß, berücksichtige aber auch andere Maße.

Anmeldung und Ablauf der Schulungen

Die Anmeldungen können das ganze Jahr über erfolgen. Jedoch ist es ratsam, sich rechtzeitig um einen Platz zu bemühen, da es eine Teilnehmergrenze von max. 20 Personen gibt. Bevor wir aber starten, gibt es mit jedem, der sich anmeldet, ein persönliches Gespräch und ein Interview, ob es auch Sinn macht, mit der Bienenhaltung zu beginnen.

Monate Einheiten Dauer pro Einheit Teilnahmeformat
Januar - Dezember 1-2 pro Monat ca. 3 Stunden Online oder Präsenz

Einen Schleier, einen Stockmeißel und einen Bienenbesen solltest du unbedingt kennen und besitzen.

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Bienenprodukte und Honigsorten aus Braunschweig

Braunschweiger Honig: Einnehmende Natur und unverwechselbare Sorten

Braunschweiger Honig ist ein hochwertiges, regionales Produkt, das direkt aus der Natur stammt. Unsere Stadt weist viele naturnahe Räume auf: Buchhorst, Westpark, Bürgerpark, der Grüngürtel der Kleingärten ringsum Braunschweig - immer ist man naturnah, überall grünt und duftet es. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt, ist unsere Stadt durch viele alte Baumbestände und eine abwechslungsreiche Pflanzenwelt geprägt. Imkereien spielen eine wichtige Rolle im Stadtbild, da Bienen zur Bestäubung zahlreicher Pflanzen beitragen und somit die lokale Flora fördern.

Unsere Bienenprodukte: Unser gesamter Honig stammt ausschließlich von unseren Völkern. Wir schleudern zwei Mal im Jahr und erhalten dadurch unsere zwei Braunschweiger Honigsorten „Frühtracht“ und „Sommertracht“.

Die frühen und die sommerlichen Honigsorten: Geschmack und Eigenschaften

Die ersten Trachtpflanzen, die angeflogen werden sind die Weide, Frühblüher und der Löwenzahn. Charakterisiert durch das Blütenangebot im Frühling schmeckt die Frühtracht sehr mild. Je nach Jahresangebot sind leichte Noten von Raps herauszuschmecken. Die Frühtracht ist sehr hell. Teilweise erscheint der Honig im Glas schneeweiß.

Die Sommertracht überzeugt durch einen kräftigen Honiggeschmack. Je nach Jahresangebot kann die Linde deutlich herausgeschmeckt werden. Die Sommertracht erscheint im flüssigen Zustand bernsteinfarben und im cremigen Zustand in einem satten Gelb. Unseren Beobachtungen und Honigverkostungen lassen jedoch einen hohen Anteil von Kastanie und Lindenblüte vermuten.

Honigsorte Charakteristik Trachtpflanzen Aussehen
Frühtracht Sehr mild, leichte Rapstöne Weide, Frühblüher, Löwenzahn, Raps Sehr hell bis schneeweiß
Sommertracht Kräftig, oft Lindenaroma Kastanie, Linde Bernsteinfarben bis sattes Gelb

Da wir eine Standimkerei betreiben und unsere Bienen nicht gezielt zu diversen Trachten transportieren, gibt es bei uns keine Sortenhonige. Unsere Bienen sammeln den Nektar, den sie in ihrer Umgebung finden. Das Blütenangebot ist stets unterschiedlich, wodurch jede Schleuderung einzigartig bleibt.

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Honiggewinnung und Verarbeitung in Braunschweig

Beim Schauschleudern und der Vorführung im Haus der Braunschweiger Stiftungen wurde Honig im Garten der Gerloffschen Villa gewonnen. Die Zentrifugalkraft drückte den Honig an den Rand der Edelstahltrommel der Honigschleuder. Von da lief das klebrige Gut noch durch ein Sieb, das Verunreinigungen abhielt. Am Ablaufhahn kam reinster, klarer Honig zum Vorschein. Dem Schleudern voraus ging allerdings das Öffnen der geschlossenen Waben. Dafür benutzte der Imker eine Spezialgabel. Alles wurde sehr anschaulich vorgeführt.

Wir schleudern unseren Honig zwei Mal im Jahr: Unsere Frühtracht Ende Mai nach der Rapsblüte und unsere Sommertracht Mitte Juli nach der Lindenblüte. Der Honig wird von uns cremig gerührt und in Mehrweggläser abgefüllt. Dazu warten wir, bis der Honig naturgemäß anfängt zu kristallisieren und rühren diesen über eine Woche jeden Tag. Dabei werden die Zuckerkristalle zerkleinert, was einen cremigen, angenehm streichfähigen Honig ergibt.

Schleuderung und Abfüllung von Honig in der Stadtimkerei

Natur pur und gesetzliche Maßstäbe: Was macht regionalen Honig so besonders?

Honig ist eine geschützte Bezeichnung, was in verschiedenen Gesetzen geregelt wird. Nur Produkte, die der EU-Honig-Richtlinie (EU-Richtlinie 2001/110/EG) und der deutschen Honigverordnung entsprechen, dürfen sich Honig nennen. Wir halten uns klar an die Gesetze und mischen keine Zusätze, Zucker oder ähnliches in unseren Honig.

Der Honig besitzt deswegen eine Spitzenqualität, weil er fast nicht schadstoffbelastet und frei von Pestiziden ist. Tests an Autobahnen und Flughäfen belegen die Reinheit des Honigs. Kein Wunder, dass mancher Dorfimker seine Stöcke zum Nektarsammeln in die nächste Stadt verfrachtet. Trotz ihrer Flugroute durch dicht befahrene Häuserschluchten liefert die Stadtbiene ihren Honig schmutz- und schadstofffrei ab. Der Nektar sitzt tief am Grund des Blütenkelches, wohin kein Umweltschmutz vordringt. Außerdem verwelkt die Blüte nach wenigen Tagen, so dass die Biene immer wieder frische Blüten anfliegt.

Kristallisation und Lagerung von Honig: Qualitätsindikatoren im Überblick

Bis auf wenige Sortenhonige fangen deutsche Honige nach einer Weile an zu kristallisieren. Dies ist ein eindeutiges Qualitätsmerkmal, für den Honigliebhaber jedoch manchmal ungünstig. Die Kristallisation ist ein Zeichen von echtem und naturbelassenem Honig und beeinträchtigt dessen Qualität nicht. Um den Honig wieder flüssig zu machen, kann das Glas im Wasserbad bei maximal 40 °C erwärmt werden. Höhere Temperaturen sollten vermieden werden, da sie die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs zerstören könnten.

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Grundsätzlich sollte Honig kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Das Bieneninstitut Celle rät nach Durchführung eines Forschungsprojekts von einer Lagertemperatur von 15 °C.

Braunschweiger Honig im Glas und in Rähmchen nach der Ernte

Imkerei zwischen Stadt und Land - warum gerade Stadthonig?

Falsch! Die Bienen zieht es in die Großstadt! Honigernte und Bienenzucht in der City liegen im Trend. In Köln stieg die Zahl der Imker um 20 Prozent. Berlin gilt mit 550 Züchtern als Hochburg der neuen Imkerlust, auch etwa in Hamburg und im Ruhrgebiet herrscht reger Bienenfleiß. Das städtische Publikum sorgt dafür, dass die Imkerei jünger und weiblicher wird. Dass die Naturliebe des Städters nach Öko-Läden und Schrebergärten nun die Biene entdeckt hat, sieht man auch als Reaktion auf die Schreckensmeldungen vom Bienensterben der letzten Jahre. Das hat die Leute sensibilisiert und motiviert sie zum Handeln.

Hinter diesem erfreulichen Aufbruch steckt ein ernstes Problem: In Feld und Flur, wo sich die Bienen eigentlich pudelwohl fühlen sollten, wird ihnen zunehmend die Lebensgrundlage entzogen. Die Monokultur, der Einsatz von Insektiziden und Pestiziden und die gefährliche Varroa-Milbe setzen den Bienenbeständen stark zu. Die Zahl der Bienenvölker hat sich in den vergangenen Jahren von einer Million auf 750.000 verringert, meldet der Deutsche Imkerbund. Die Folge: Nutzpflanzen sowie Obstbäume und Wiesenblumen werden nicht mehr ausreichend bestäubt, pro 100.000 fehlenden Bienenvölkern entsteht so ein landwirtschaftlicher Verlust in Höhe von 45 Millionen Euro.

Paradoxerweise sind viele Städte dagegen wahre Bienenparadiese. Parks, Alleen, Friedhöfe und Kleingärten bieten den summenden Insekten ein Nahrungsangebot, das sie auf dem Land heute oft vergebens suchen.

Bienenleben und Honigertrag: Staunen bei der Schauimkerei

Im Rahmen der Honigernte am Haus der Stiftungen wurde gezeigt: Etwa sechs Kilogramm Honig erntete Imker Hans-Georg Picker beim Schauschleudern am 14. Juni im Garten des Hauses der Braunschweiger Stiftungen. Die Bienen haben ihren Nektar im Umkreis von etwa einem Kilometer gesogen - also mitten in der Stadt.

Im Sommer wird ein Bienenvolk von etwa 60.000 Tieren bevölkert. Eine Biene lebt etwa 6 Wochen, sie benötigt vom Ei bis zum Schlüpfen rund 21 Tage, eine Königin legt pro Tag bis zu 2000 Eier. Und im Winter überleben nur etwa 10.000 besonders robuste Bienen, die sich dann um die nächste Generation der Arbeiterinnen kümmern.

Stadtimkerei: Kinder bei der Honigverkostung im Bürgerpark

Imkerei erleben, probieren und unterstützen: Angebote und Direktvertrieb

Zum Abschluss der Honigernte wird das Bienenvolk der Stiftungen rund 24 Kilogramm geliefert haben. "30 Kilogramm pro Jahr wären möglich, aber das hängt von der Witterung ab", weiß Hans-Georg Picker und hofft auf größeren Ertrag im nächsten Jahr. Die Verkostung des frischen Honigs mit Kaffee, Tee und Weißbrot ist für viele ein Highlight.

Mit jedem gekauften Honigglas werden die laufenden Kosten in der Imkerei gedeckt und die Imker unterstützt. Weniger als 1 % der Imker in Deutschland betreiben die Imkerei erwerbsmäßig. Das heißt, dass der meiste regionale Honig von kleinen „Hobbyimker“ angeboten wird. Stundenlohn und Gewinn spielen in der Hobbyimkerei keine Rolle. Besonders wenn es keine Mengenrabatte durch die kleine Imkereigröße gibt. Die Bienenstöcke befinden sich in Schapen in zwei Privatgärten, sowie auf einem waldnahen Flurstück mit Obstbäumen am Ortsrand. Im Naturschutzgebiet Riddagshausen, Volkmarode, Scheppau und Lucklum haben wir ebenfalls einige unserer Völker stehen. Der Honig in jedem Jahr „einmalig“ und immer richtig lecker (sagen unsere Kunden)!

Unseren Honig können Sie direkt bei uns an der Haustür in Braunschweig-Schapen erwerben. Gerne dekorieren wir Ihre Gläser nach Wunsch oder stellen Ihnen kleine Präsente zusammen. Beim Thema „Marketing und Vertrieb“ habe ich tatkräftige Unterstützung durch Familie und Freunde! Darum wird auf dieser Seite auch von „unseren“ Bienen und „unserem“ Honig gesprochen! Unsere Bienen sammeln fleißig, was ihnen „unter die Flügel“ kommt.

Honig-Marktplatz in Braunschweig: lokale Imker mit ihren Produkten

Bienenhaltung als Gemeinschaftsaufgabe und Bildungsangebot

Wir wollen das Schauschleudern als Veranstaltung weiter etablieren. Unser Ziel ist es, die spannende Arbeit eines Imkers zu zeigen und Verständnis für die nützlichen Tiere zu schaffen. In diesem Jahr wurde damit begonnen, Schritt für Schritt Einblicke in die städtische Bienenhaltung zu gewähren. In den folgenden Jahren werden Aspekte wie Völkerführung, Schwärme, Vermehrung und Bienengesundheit im Rahmen des Schauschleuderns behandelt. Es lohnt sich also Jahr für Jahr wiederzukommen.

Das Bienenhaus der Stiftungen wurde vom Braunschweiger Künstler Stefan Mauck geschaffen, der bei der Gestaltung die Bienenzucht als ländliches Motiv einer jahrtausendealten Tradition aufnahm und den Bezug zur Architektur der Villa herstellte. Das Bienenhaus steht als Kunstobjekt im öffentlichen Raum vor dem Haus der Stiftungen und kann besucht werden.

Wie wir zu den Bienen gekommen sind: Schon lange hatte ich die Idee, mir eigene Bienen anzuschaffen. Aber: Bienen halten, einfach ein Volk in den Garten stellen... das geht doch nicht - vor allem aus Verantwortung an den Tieren und der Natur. Somit habe ich mich entschlossen, mich intensiver mit dem Thema zu befassen und habe einen Kurs der Volkshochschule Braunschweig besucht, bei dem ich alles ums „Hobby Imkern“ gesehen, gelernt und erlebt habe!

Honigwabe im Licht: Ein Imker erklärt Kindern die Bienenkunde

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