Linzer Torte Rezept mit Kakao: Großmutters klassischer Nuss-Mürbeteig

Manchmal ist ein traditionelles Rezept einfach unschlagbar und wird von Generation zu Generation „vererbt“. Das Rezept das ich euch heute vorstelle, stammt noch von meiner Großmutter und ist aus dem Jahr 1978: Eine traditionelle Linzer Torte.

Warum dieses Rezept besonders ist

Die Linzer Torte ist herrlich: Sobald sie im Backofen steht, schwebt der herrliche Duft von Zimt und Muskat, von viel Butter und karamelligem Zucker in der Luft. Da kommen schnell Herbst-Winter-Weihnachtsgefühle auf! Die Torte hält leicht gekühlt mindestens 4 Tage und schmeckt mit jedem Tag besser. Die Linzer Torte lässt sich super vorbereiten: Gut in Alufolie verpackt und an einem kühlen Ort gelagert hält sie sich durchaus bis zu 1-2 Wochen. Eigentlich schmeckt sie mit jedem Tag, den sie durchziehen darf, sogar noch ein wenig besser… Trotzdem hält sie bei uns nie lange. Viieeeel zu gut!

Linzer Torte mit Gitter und Puderzucker

Zutaten (für Springform Ø 26-28 cm, klassische Variante mit Kakao)

  • 375 g Mehl
  • 50 g Kakaopulver
  • 150 g gemahlene Mandelkerne mit Haut (oder Haselnüsse nach Wunsch)
  • 200 g Butter (kalt, in kleinen Flocken)
  • 125 g Puderzucker (oder Vollrohr-/brauner Zucker für karamelliges Aroma)
  • 2 Eier (Gr. M)
  • ½ TL Zimt
  • 1 Messerspitze Gewürznelken, gemahlen
  • 2 cl Kirschwasser (optional, Aroma bleibt nach dem Backen)
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 400 g rote Marmelade (Himbeere, Sauerkirsche oder Johannisbeere klassisch)
  • 1 Eigelb + 2 TL Wasser oder etwas Sahne zum Bestreichen
  • Mehl für die Arbeitsfläche

Vorbereitung und Teigherstellung

Mehl, Kakao, Backpulver, Mandeln, Butter, Eier, Puderzucker, Zimt und Nelken erst mit den Knethaken des Handrührgerätes, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Teig in Frischhaltefolie wickeln und ca. 1 Stunde kalt stellen. Die kalte Butter in Flöckchen bzw. kleinen Stückchen darauf geben. Zusammen mit dem Eigelb zu einem homogenen Teig verkneten. Aus dem Teig eine Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für rund 1 Stunde kühlstellen.

Die Zubereitung ist wirklich total simpel. Die Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und für eine halbe Stunde im Kühlschrank parken. Wer Knethaken verwendet, sollte am Schluss trotzdem nochmal mit den Händen nacharbeiten.

Formen, Füllen und Dekorieren

Eine Springform von 26cm Durchmesser mit Butter ausstreichen und Semmelbrösel ausstreuen. Den Teig kurz Zimmertemperatur annehmen lassen, bis er etwas geschmeidiger ist. Für den Boden etwas weniger als die Hälfte des Teigs zwischen Folie oder auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche rund in Backform-Größe ausrollen. Der übrige Teig ist für den Rand und das Gitter gedacht.

Lesen Sie auch: Blech Rezept für leckeren Linzer Kuchen

Den ausgerollten Teig in die Form legen. Etwa die Hälfte des restlichen Teigs zu einer oder zwei langen Rolle(n) formen, auf den Boden legen und mit den Fingern zu einem Rand hochziehen. Der Rand sollte rund 1.5-2 cm hoch sein. Die Marmelade leicht erwärmen, kurz mit einer Gabel glattrühren und gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen.

Den jetzt noch übrigen Teig ebenfalls in Springformgröße ausrollen und mit einem scharfen Messer oder Teigrädchen in lange Streifen schneiden. Diese vorsichtig gitterförmig auf den Kuchen legen. Wer noch etwas Teig übrig haben sollte, kann diesen zu einer sehr dünnen Rolle formen und als abschließenden Rand auflegen, um die abgeschnittenen Enden des Gitters abzudecken. Ansonsten die Enden leicht am Rand festdrücken.

Teigstreifen mit gewelltem Teigrädchen schneiden

Alternative Dekorationen

Restlichen Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 4 mm dick ausrollen, Sterne ausstechen und auf Marmelade und Rand legen. Am Rand leicht festdrücken. Alternativ kann man auch mit einem Plätzchen Ausstecher verschiedene Motive ausstechen und die Marmelade damit belegen.

Bestreichen und Backen

Das Eigelb verquirlen und mit der Milch oder 2 TL Wasser verrühren. Den Rand und die Teig-Streifen damit bepinseln. Darauf achten, dass möglichst wenig auf die Konfitüre tropft. Den Kuchen auf der zweiten Schiebeleiste von unten 35-40 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze backen, dann je nach Bräunungsgrad für weitere 5 Minuten backen oder aus dem Ofen holen. In einer anderen Anleitung: Auf mittlerer Schiene im Ofen 40-45 Minuten backen. Anschließend auskühlen lassen.

Tipps zur Füllung und Variationen

  • Zum Süßen verwende ich am liebsten Vollrohrzucker, Kokoszucker oder braunen Zucker. Die haben ein herrliches Karamell-Aroma.
  • Im Originalrezept für Linzer Torte wird Ribiselmarmelade, also Johannisbeergelee bzw. Johannisbeermarmelade verwendet. Klassischerweise wird eine „Ribiselmarmelade“ verwendet.
  • Ihr könnt es auch ganz nach eurem Geschmack mit einer anderen Marmelade zubereiten. Mir persönlich schmeckt die Linzer Torte am Besten mit Himbeer- oder Sauerkirschmarmelade, aber auch Zwetschenmus schmeckt hervorragend!
  • Das Kirschwasser könnt Ihr auch weg lassen. Bei mir ist es im Rezept drin und der Alkohol verdampft beim Backen aber das Aroma bleibt.
Marmeladenvariationen: Himbeere, Sauerkirsche, Johannisbeere

Backzeit, Ruhezeit und Lagerung

Backzeit: ca. 35-45 Minuten je nach Ofen. Nach dem Abkühlen sollte die Torte vor dem Anschneiden am besten in Alufolie gewickelt 1-2 Tage durchziehen lassen. Nach dem Backen darf sie sich noch einige Wochen Zeit nehmen, um richtig durchzuziehen und ihr ganzes Aroma zu entfalten. In meinem Rezept folgt der letzte Schritt: Die Torte darf sich ruhig noch ein paar Wochen Zeit nehmen, um richtig durchzuziehen und ihren Geschmack zu entfalten.

Lesen Sie auch: Dr. Oetker Linzer Rezepte

Die Linzer Torte ist somit wunderbar geeignet wenn man Gäste hat und am Tag der Feier ohnehin schon viel zubereiten muss. Wer seine Linzertorte gern ein bisschen weicher mag, backt sie - genau wie ich - schon ein bis zwei Wochen vorher und gönnt ihr dann eine Ruhepause an einem kühlen Plätzchen. Ich hülle sie fest in Alufolie ein und lege sie dann an einen kühlen Ort. Die Linzer Torte hält sich nicht nur gute 4 Tage, sondern schmeckt auch mit jedem Tag besser!

Varianten: Blechform, doppelte Menge, Schokolade

Diese Linzerschnitten werden auf einem Backblech wie ein Blechkuchen gebacken und in Stücke geschnitten. Der Vorteil ist, dass die Linzerschnitten direkt nach dem Backen gegessen werden können. Manche Rezepte enthalten zusätzlich grob geriebene Schokolade oder Schokoladenspäne als Garnitur. Man kann die Linzertorte natürlich auch kreativer gestalten, z.B. mit verschiedenen Ausstechformen.

Demonstration: Teig herstellen und Gitter legen

Praktische Hinweise und Mengenbeispiele

Da dieses Familienrezept für ein 26-28 cm große, runde Springform gedacht ist, backe ich meist aus der Menge 2-3 kleine Linzer Torten in einer 18 cm großen, runden Springform oder Tarteform und friere sie ein. Ihr könnt die fertig Linzer Torte aber auch auf Vorrat backen und einfrieren. Das funktioniert bestens!

Schritt Wichtig
Teig herstellen Butter kalt in Flöckchen, kurz kneten, 1 Std. kühlen
Formen 2/3 Boden, 1/3 für Rand und Gitter
Füllen Marmelade leicht erwärmen und glatt streichen
Backen 175-180 °C, 35-45 Min., dann auskühlen lassen
Ruhezeit 1-14 Tage je nach gewünschtem Durchzug

Noch ein persönlicher Satz

Die Linzer Torte ist eine der traditionellen Torten, die man kaum verändern kann. Sie ist zeitlos und immer gut. In der Weihnachtszeit darf sie auf keiner Kaffeetafel fehlen.

Lesen Sie auch: Linzer Torte haltbar machen: So bleibt sie länger frisch

tags: #Linzer #Torte #Rezept #mit #Kakao

Populäre Artikel: