Lebkuchen Weiss Lagerverkauf Neu-Ulm: Alles Wissenswerte über Produktion, Verkauf und Geschichte
Der Lagerverkauf von Max Weiss Lebkuchen in Neu-Ulm ist ein Anziehungspunkt für alle Freunde von Lebkuchenherzen und traditionellem Weihnachtsgebäck. Das Werk feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Firmenjubiläum und präsentiert sich mit Recht als das modernste Lebkuchenwerk der Welt. Hier, im direkten Lagerverkauf, können Genießer nicht nur aus einem riesigen Sortiment wählen, sondern erhalten auch spannende Einblicke in die hochmoderne Produktion, die Qualität und Geschichte der Marke Weiss.
Das Herzstück der Lebkuchenproduktion: Schokowall und Impfanlage
Wer Lebkuchenherzen mag, sieht gerne zu, wie das Gebäck auf dem Fließband reihenweise mit Marmelade gefüllt wird. An der sogenannten Impfanlage spritzt eine Maschine Fruchtfüllungen in Herzen, was für große Begeisterung bei den Besuchern sorgt. Das Highlight beider Backstraßen im Max-Weiss-Lebkuchenwerk ist allerdings der Schokowall: Herzen, Sterne und Brezeln nähern sich einem Wasserfall aus Schokolade, von oben und auch von unten wird das Weihnachtsgebäck glasiert, ob zartbitter oder wie gerade hellbraun - Vollmilch. Hier am Schokowall gibt es eine Vollmilchschokoladendusche für die verschiedenen Gebäckformen.
Dimensionen der Produktion: Zahlen und Fakten
Im Werk in Neu-Ulm produzieren sie jährlich beeindruckende 30.000 Tonnen verschiedener Lebkuchenvarianten, darunter allein 450 Millionen Lebkuchenherzen. Die Angestellten verarbeiten auf zwei Backstraßen alle 15 Minuten je 700 Kilogramm Teig zu fertig verpacktem Gebäck. Vier Minuten und 30 Sekunden wird der Teig gebacken, in einem 43 Meter langen Backofen, mit bis zu 350 Grad. Es folgen spezielle Produktionsschritte: Nach dem Backen spritzen Düsen Wasser auf das Gebäck, „sonst werden sie hart wie Kekse“, erläutert Werksleiter Maximilian Giszas.
Reifung und Qualität
Weihnachtsgebäck muss einige Wochen reifen vor der Auslieferung, damit es sein volles Aroma entfaltet. Gleich am Eingang der Produktionshallen, nach Sicherheitskontrolle und Desinfektion, stehen unzählige Säcke mit Zutaten: Zimt, Pfeffernüsse, Gewürze. „Mit ein bisschen Backpulver kommen wir hier nicht weit“, sagt Giszas. Am Ende der Backstraße sortiert eine Maschine die fertigen Schokoherzen ab und verpackt sie für den Versand.
Verkaufszeiten und Saisonalität: Warum im Sommer Hochbetrieb herrscht
Der Hochbetrieb in Neu-Ulm erstreckt sich über den Sommer. Die Kunden entscheiden, wann die ersten Lebkuchen in den Handel kommen, und das ist Jahr für Jahr immer früher. Am 6. August, erzählt Werksleiter Giszas, hatte einer seiner Kunden die ersten Lebkuchen im Handel stehen. Bereits im Frühjahr fangen sie an zu backen, um die ersten Bestellungen für den Sommer ausliefern zu können. Mit drei Schichten, nahezu jeden Tag 24 Stunden lang, auch an Wochenenden, ist die Produktion auf Hochtouren. „Die meisten können nicht verstehen, dass ausgerechnet bei uns die Weihnachtszeit die ruhigste Zeit ist.“ Im November läuft die Produktion langsam aus, und bis in den Februar hinein ist Revision angesagt: Die Maschinen werden gewartet. Danach starten sie wieder mit der Produktion von Exportartikeln.
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Lager- und Exportdimensionen
Riesige Dimensionen sind das hier in Neu-Ulm, allein 17.500 Lager-Stellplätze haben sie. In 53 Länder geht die deutsche Weihnachtsware, darunter arabische Länder, Australien, USA und Brasilien. Vor allem in Polen sind sie ganz scharf auf Lebkuchen, in allen Variationen, aber dort hat das nichts mit Weihnachten zu tun. „Die essen das das ganze Jahr, das kannst du dort auch an der Tankstelle kaufen“, berichtet Giszas. Der Großteil der Ware geht allerdings nach wie vor in den deutschen Markt.
Einblick in die Produktion: Moderne Maschinen und Tradition
Das Selbstverständnis vom modernsten Lebkuchenwerk der Welt unterstreicht Max Weiss am Standort Neu-Ulm mit aktuellen Investitionen von etwa drei Millionen Euro in neue Teigmaschinen und in die Verpackungstechnologie. Die beiden Knetmaschinen, betont Giszas, sind erst ein und zwei Jahre alt. Seit 1967 haben sie eine EDV-Anlage im Haus, 1966 entwickelte ein Techniker den ersten leistungsfähigen Streichautomaten für Oblaten-Lebkuchen, das Unternehmen meldete ein Patent dafür an.
Klassische und innovative Sorten
An ihren traditionellen Rezepten rütteln sie jedoch auch im Jubiläumsjahr kaum. Zum Jubiläum gibt es dieses Jahr mal Herzen mit neuer Fruchtfüllung, Zartbitter-Himbeere und weiße Kuvertüre mit Erdbeer-Vanille zum Beispiel. Ansonsten pflegt Max Weiss seine Klassiker. Es sind Saisonartikel, da gibt es keinen Gewöhnungseffekt, nichts wird langweilig: Wer monatelang keine Lebkuchen gesehen hat, der will in der Vorweihnachtszeit beim ersten Bissen genau den gleichen Geschmack und das gleiche Gefühl wie im Vorjahr erleben.
Historische Einordnung: Tradition und Stolz
Klassische Oblaten-Lebkuchen fertigt Weiss ausschließlich in der Lebkuchenstadt Nürnberg. Die Firmenchronik zum 100-jährigen Bestehen stellt aber klar, dass nicht alles Nürnberg ist, wo Lebkuchen draufsteht. Für das 14. Jahrhundert fand man in Nürnberg die erste urkundliche Erwähnung von Lebkuchen. In Ulm wiederum ist der Patriziername Lebzelter bereits seit 1296 bekannt und dokumentiert; so viel Regionalstolz muss sein.
| Lebkuchenwerk | Gründung | Jährliche Produktion | Länder beliefert | Spezialitäten |
|---|---|---|---|---|
| Max Weiss Lebkuchen Neu-Ulm | 1924 | 30.000 Tonnen | 53 | Lebkuchenherzen, Sterne, Brezeln |
Werksleiter Maximilian Giszas wacht übrigens persönlich über die Qualität: Er prüft regelmäßig am Fließband der Backstraße, ob alles seinen höchsten Ansprüchen genügt und die Lebkuchen den Namen Weiss zu Recht tragen.
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