Manuka-Honig: Wirkung gegen Coronaviren und wissenschaftliche Studien
Manuka-Honig genießt weltweit einen exzellenten Ruf als natürliches Heilmittel und als sogenanntes „Superfood“. Besonders in Reformhäusern zählt er zu den umsatzstärksten Produkten. Seine Anwendungsbereiche reichen von der Wundheilung bis zur Stärkung des Immunsystems. Doch wie steht es um die Wirkung von Manuka-Honig gegen Coronaviren, insbesondere SARS-CoV-2? Und was sagen wissenschaftliche Studien dazu?
Herkunft und Herstellung
Manuka-Honig wird aus dem Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium), einer Pflanze, die in Neuseeland und Teilen Australiens heimisch ist, erzeugt. Die Maori, Ureinwohner Neuseelands, nutzen Manuka seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde. Die Blütezeit der Südseemyrte reicht von Januar bis Juni und spielt für die begrenzte Erntemenge eine entscheidende Rolle. Aufgrund der schwierigen Erntebedingungen - häufig müssen Helikopter eingesetzt werden, um an die abgelegenen Bienenstöcke zu gelangen - und der Exklusivität ist Manuka-Honig besonders teuer.
Besondere Inhaltsstoffe: Methylglyoxal (MGO)
Das Besondere an Manuka-Honig ist der hohe Gehalt an Methylglyoxal (MGO), das in Mengen von 300 bis 700 Milligramm pro Kilogramm nachgewiesen werden kann - deutlich mehr als in anderen Honigsorten. MGO entsteht aus Dihydroxyaceton (DHA) aus den Blüten des Manuka-Strauchs und ist hauptverantwortlich für die antibakterielle Wirkung des Honigs. In der Literatur wird berichtet, dass medizinischer Manuka-Honig aufgrund des enthaltenen MGOs eine Vielzahl von Bakterien hemmen kann, darunter auch antibiotikaresistente Stämme.
Antibakterielle und antivirale Eigenschaften
Manuka Honig wirkt auf mehrere Arten: Erstens stärkt er das Immunsystem und hält durch seine antibakterielle Wirkung Krankheitserreger fern. Zudem kann der Honig spezifische Proteasen des SARS-CoV-2-Virus hemmen und enthält viruzide Verbindungen wie Methylglyoxal, die das Wachstum membrangebundener Viren hemmen können. Darüber hinaus besitzt Manuka-Honig antioxidative Eigenschaften, sodass er vor Grippe- oder Coronavirus-Infektionen schützen kann.
Er enthält Antioxidantien und Polyphenole, die für die Immunfunktion unerlässlich sind, indem sie unter anderem die Freisetzung entzündlicher Zytokine reduzieren und so den Krankheitsverlauf bei mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten erleichtern können. Aufgrund seiner Fähigkeit, molekulare Ziele zu modulieren, die für die Virusanheftung, den Eintritt in Wirtszellen und die RNA-Replikation wichtig sind, kann Honig als vorbeugende Maßnahme gegen COVID-19 eingesetzt werden.
Lesen Sie auch: Bienenprodukte im Vergleich: Manuka Honig und Propolis
Studienlage: Was ist belegt?
Viele der antibakteriellen Erkenntnisse stammen jedoch aus Laboruntersuchungen. Zahlreiche Studien, unter anderem von der TU Dresden, der University of Portsmouth und der Université Victor Segalen Bordeaux II, belegen die bakterienabtötende Wirkung von MGO. Zum Beispiel wirkt Manuka Honig gut gegen das Eiterbakterium Staphylococcus aureus, das unter anderem Bronchitis, Lungenentzündungen und Hautinfektionen verursacht.
In vitro-Tests zeigen, dass Methylglyoxal zu einer Inaktivierung von SARS-CoV-2-Viren führen kann. Allerdings fehlen hierzu noch verlässliche Studien mit Versuchen am Menschen. Ob und inwiefern sich diese Erkenntnisse auf Manuka-Honig selbst übertragen lassen, ist bislang nicht abschließend geklärt. Erste Tests deuten also auf antivirale Effekte, doch es sind noch weitere Untersuchungen erforderlich, um die möglichen Auswirkungen bei COVID-19 zu belegen.
Wissenschaftliche Versuche
So züchteten US-Forscher beispielsweise verschiedene Bakterienstämme und behandelten sie mit verdünntem Manuka-Honig. In diesen Experimenten wurde selbst eine 3,3-prozentige Honiglösung als ausreichend beschrieben, die Bakterien an der Ausbreitung zu hindern. Bereits während der COVID-19-Pandemie rückten Bienenprodukte ins Interesse der Wissenschaft, weil das Fehlen einer präzisen Therapie zu einem verstärkten Rückgriff auf Naturheilmittel führte.
Andere Bienenprodukte und COVID-19
Neben Manuka-Honig werden auch Propolis, Gelée Royale und Bienengift untersucht. Propolis ist für seine antimikrobiellen und antiviralen Eigenschaften bekannt. Klinische Studien zeigten, dass Propolis und Honig Symptome wie trockenen Husten, Halsschmerzen und Fieber bei COVID-19 positiv beeinflussen können. Propolis hemmt die Virusreplikation und enthält ebenso wie Honig entzündungshemmende Verbindungen.
Bemerkenswert sind Studien, die Bienengift als immunstimulierend bewerteten. In einer Umfrage in China berichteten Imker, dass sie trotz häufigem Kontakt mit Bienengift nicht an COVID-19 erkrankt waren oder eine asymptomatische Form durchliefen. Allerdings konnte dies in einer ähnlichen Studie in Deutschland nicht bestätigt werden. Gelée Royale wiederum zeigte sogar eine Hemmung der wichtigsten Rezeptoren und Enzyme von SARS-CoV-2 in Labormodellen.
Lesen Sie auch: Was macht guten Manuka Honig aus?
Manuka-Honig im Alltag: Anwendung und Dosierung
Traditionell wird Manuka-Honig für die Linderung von Erkältungssymptomen, Halsschmerzen und Husten verwendet. Bei Erkältungen lässt man mehrmals täglich einen Teelöffel Manuka-Honig auf der Zunge zergehen. Auch als Süßungsmittel für Tee ist der Honig beliebt, allerdings sollte der Tee auf unter 40°C abgekühlt sein, damit die Inhaltsstoffe nicht zerstört werden.
Die Anwendung erfolgt häufig als Hausmittel, beispielsweise bei Halsschmerzen oder zur lokalen Behandlung von Akne. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine tägliche Honigmenge von bis zu 10% der Gesamtkalorienzufuhr, um einen gesunden Lebensstil zu unterstützen.
| Eigenschaft | Manuka-Honig | Normaler Honig |
|---|---|---|
| Hauptwirkstoff | Methylglyoxal (hochkonzentriert) | Methylglyoxal (geringe Menge) |
| Herkunft | Neuseeland, Australien | Weltweit |
| Preis | Sehr hoch (bis zu 100 €/Glas) | Günstiger |
| Wirkungsnachweis gegen Coronaviren | Laborstudien zeigen erste Effekte, Studien am Menschen fehlen | Keine spezifische Wirkung belegt |
Medizinische Nutzung und Qualitätssicherung
Manuka-Honig wird sowohl in verzehrgeeigneten als auch in medizinischen, sterilen Varianten angeboten. Für Wundbehandlungen empfiehlt sich ausschließlich steriler, medizinischer Manuka-Honig, da „normaler“ Honig Keime enthalten kann und das Infektionsrisiko birgt. Der Gehalt an MGO und der sogenannte UMF (Unique Manuka Factor) sollten beachtet werden. Je höher diese Werte, desto wirksamer und teurer ist der Honig.
Baby und Säuglinge unter zwölf Monaten sollten aus Sicherheitsgründen grundsätzlich keinen Honig erhalten, da das Risiko für lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus besteht.
Grenzen und Warnhinweise
So wirksam die antibakteriellen und antioxidativen Eigenschaften auch sind, so wichtig ist Vorsicht bei den Erwartungen: Erkältungen und COVID-19 werden von Viren verursacht, während die bakterizide Wirkung von Manuka-Honig gegen Bakterien besonders stark ausgeprägt ist. Erkenntnisse über seine antiviralen Effekte stecken erst in den Anfängen: Tierstudien und In-vitro-Tests lassen hoffen, aber Studien am Menschen fehlen.
Lesen Sie auch: Leitfaden zum Manuka Honig Kauf
Wesentlich bleibt, dass beim Erwerb auf Echtheit und Zertifizierung zu achten ist. Aufgrund des hohen Preises gibt es viele Fälschungen auf dem Weltmarkt. Der Kauf sollte bevorzugt in Apotheken oder Reformhäusern erfolgen, wo Qualitätssicherungen gewährleistet sind.
Aufbewahrung und Lagerung
Honig sollte dunkel, trocken und bei Raumtemperatur gelagert werden, um die wertvollen Enzyme und Inhaltsstoffe zu erhalten. Von einer Lagerung im Kühlschrank wird abgeraten, da Honig bei Kälte kristallisiert.
Rechtliche Hinweise zur Werbung
Die Wettbewerbszentrale hat mehrfach auf irreführende Werbeaussagen für Manuka-Honig reagiert, zum Beispiel waren Aussagen wie „Manuka-Honig heilt COVID-19“ untersagt. Werbende mussten strafbewehrte Unterlassungserklärungen abgeben, denn solche Angaben können suggerieren, Honig heile oder beuge Krankheiten konkret vor - ein Effekt, der wissenschaftlich (für COVID-19) noch nicht ausreichend belegt ist.
Experten raten, auf Augenmaß bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu achten und keine medizinischen Wunder zu erwarten.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Manuka-Honig über nachgewiesen starke antibakterielle und antioxidative Eigenschaften verfügt und in Laboruntersuchungen antivirale Potenziale zeigt, die auch gegen SARS-CoV-2 relevant sein könnten. Doch bis zum medizinisch fundierten Einsatz gegen COVID-19 ist weitere Forschung notwendig. Der regelmäßige Konsum kann das Immunsystem stärken, bleibt jedoch kein Ersatz für medizinische Maßnahmen wie Impfung oder Hygienemaßnahmen.
tags: #Manuka #Honig #Wirkung #gegen #Coronaviren #wissenschaftliche


