Kriecherl-Pflaumenmarmelade: Ein Rezept für Kindheitserinnerungen und fruchtigen Genuss

Die Pflaumenzeit zwischen Juli und September ist eine Zeit der Vielfalt, aber auch der Verwirrung. Es gibt so viele Unterarten, dass es schwerfällt, den Überblick zu behalten. Doch keine Sorge, denn alle Pflaumen schmecken gut und eignen sich zum Einkochen und Backen. Dieses Rezept widmet sich einer besonderen Sorte: dem Kriecherl.

Was sind Kriecherl?

Kriecherl, auch Kriachal oder Kriacherl genannt, sind eine Unterart der Pflaume. Sie gelten als eine der ursprünglichsten Sorten und sind wurzelecht. Im Gegensatz zu Mirabellen, Ringlotten, Reineclauden, Zwetschgen und Co. sind Kriecherlbäume nicht veredelt. In Deutschland werden Kriecherl auch oft als Haferschlehe bezeichnet. Je nach Region können sie eher blau (dunkelrot) oder gelb-grün sein.

Geschmack und Verwendung

Auch geschmacklich unterscheidet sich die wilde Pflaumensorte von den veredelten. Sie enthalten mehr Fruchtsäure und weniger Zucker, wodurch sie saurer sind. Der Stein hängt fest im Fruchtfleisch, was das Entsteinen etwas mühsam macht.

Kriecherl eignen sich hervorragend zur Herstellung von Marmelade, Röster oder auch Tkemali, einer georgischen Würzsoße. Durch ihren hohen Fruchtsäuregehalt bringen sie eine besondere Note in die Marmelade.

Das Kriecherl-Marmelade Rezept

Dieses Rezept ist für alle, die es etwas säuerlich mögen und die den Geschmack von Kindheitserinnerungen lieben.

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Zutaten:

  • 1,2 kg rote Kriecherl
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 1/2 TL Vanillepulver (oder -mark)
  • Saft einer halben Limette (optional)

Zubereitung:

  1. Vorbereitung: Die Kriecherl waschen und entsteinen. Da die Steine sehr fest am Fruchtfleisch sitzen, kann dies etwas Zeit in Anspruch nehmen.
  2. Mischen: Die entsteinten Kriecherl zusammen mit dem Gelierzucker und Vanille in einen Topf geben und unter Rühren erwärmen (noch nicht kochen). Wer es etwas säuerlicher mag, kann zusätzlich den Saft einer halben Limette hinzufügen.
  3. Pürieren: Die Masse mit einem Pürierstab fein pürieren. Wer die Marmelade lieber stückiger mag, kann kürzer oder gar nicht pürieren.
  4. Kochen: Die Masse aufkochen und vier Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei weiterrühren, um ein Anbrennen zu verhindern.
  5. Gelierprobe: Um zu prüfen, ob die Marmelade die richtige Konsistenz hat, eine Gelierprobe machen. Dazu einen kleinen Löffel Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wenn die Marmelade fest wird, ist sie fertig.
  6. Abfüllen: Die fertige Marmelade heiß in sterile Gläser füllen und sofort verschließen. Die Gläser für ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen, um ein Vakuum zu erzeugen.

Tipps und Variationen:

  • Zucker: Je nach Geschmack kann die Zuckermenge angepasst werden. Wer es weniger süß mag, kann weniger Gelierzucker verwenden.
  • Gewürze: Für eine besondere Note können der Marmelade weitere Gewürze wie Zimt, Nelken oder Ingwer hinzugefügt werden.
  • Andere Pflaumenarten: Wenn keine Kriecherl verfügbar sind, kann das Rezept auch mit anderen Pflaumenarten wie Ringlotten, Reineclauden oder Mirabellen zubereitet werden. Diese Sorten sind jedoch süßer, daher sollte die Zuckermenge gegebenenfalls angepasst werden.
  • Säuerliche Note: Für eine noch säuerlichere Note kann zusätzlich Zitronensaft oder Zitronensäure hinzugefügt werden.

Weitere Rezeptideen mit Pflaumen

Neben Kriecherl-Marmelade gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, Pflaumen in der Küche zu verwenden. Hier sind einige Ideen:

  • Zwetschgen-Birnen Marmelade: Eine Kombination aus süßen Birnen und säuerlichen Zwetschgen.
  • Orangen-Grapefruit-Ingwer Marmelade: Eine fruchtig-frische Marmelade mit einem Hauch von Schärfe.
  • Apfel - Orangen Marmelade: Eine klassische Kombination für ein leckeres Frühstück.
  • Weihnachtliche Orangenmarmelade: Mit weihnachtlichen Gewürzen wie Zimt und Nelken.
  • Brombeer - Apfelmarmelade: Eine fruchtige Marmelade mit Brombeeren und Äpfeln.
  • Scharfe Pflaumen-Sauce: Eine würzige Sauce zu Fleisch oder Käse.
  • Schwarze Holundermarmelade: Eine aromatische Marmelade aus Holunderbeeren.

Tkemali: Georgische Würzsoße aus Pflaumen

Tkemali ist eine georgische Würzsoße, die traditionell aus unreifen Kirschpflaumen hergestellt wird. Es gibt jedoch viele Variationen, und auch andere Pflaumenarten können verwendet werden.

Zutaten:

  • 600 g Pflaumen (Kirschpflaumen, Mirabellen oder andere)
  • Wasser
  • 3/4 TL Koriandersaat
  • 1/4 TL Fenchelsaat
  • 1/4 TL Salz
  • 3 große Knoblauchzehen
  • Frische Chili (rot) nach Geschmack
  • 1/2 TL Bockshornklee (optional)
  • Khmeli Suneli (Gewürzmischung, optional)
  • 30 g fein gehackte Kräuter (Koriander, Dill, Minze, Basilikum)

Zubereitung:

  1. Die Pflaumen im Ganzen in einem Topf mit Wasser bedecken (eventuell mit ein paar Stängeln Minze würzen) und je nach Größe etwa 15 Minuten kochen, sodass sie weich sind, aber noch nicht zerfallen.
  2. Die Pflaumen in einem Sieb über einer Schüssel abtropfen und auskühlen lassen. Kochwasser beiseite stellen.
  3. In einem Mörser Koriandersaat, Fenchelsaat und Salz zerstoßen und mit Knoblauchzehen und Chili vermengen. Eventuell Bockshornklee oder Khmeli Suneli hinzufügen.
  4. Die Pflaumen ohne Steine aber mit Schale durch die Flotte Lotte drehen, sodass ein sämiges Püree entsteht (eventuell mit wenig Kochwasser strecken) und mit der Gewürzpaste verrühren.
  5. Am Ende mit den fein gehackten Kräutern mischen, mit Salz abschmecken und bei Bedarf mit dem Pürierstab glatt rühren.

Tkemali hält sich im Glas ein bis zwei Wochen im Kühlschrank. Wer die fertige Soße noch einmal aufkocht, kann sie auch in sterile Gläser füllen und einwecken.

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