Krapfen ohne Füllung Rezept und Zubereitung: Gelingsichere Anleitung für lockere Berliner

In diesem Post verrate ich euch mein bestes Krapfen-Rezept. Und zwar das, das wir schon als Kinder zur Faschingszeit mit Oma und Opa gemacht haben. Ich verspreche euch, dass die Krapfen einfach und schnell fertig sind. Seit ich das erste Mal Krapfen selber gemacht habe, nehme ich natürlich das Rezept, das auch meine Oma seit Jahrzehnten nutzt.

Warum dieses Grundrezept?

Es handelt sich um einen normalen, aber etwas reichhaltigeren Hefeteig als dem in meinem Hefeteig-Grundrezept. Der Teig ist etwas fester, so lässt er sich auch schön zu Kugeln formen und verliert später nicht seine Form. Nach dem Rollen der Bällchen lassen wir die kleinen Teilchen nochmals ruhen, so hat der Teig genügend Zeit luftig zu werden.

Zutaten (klassisch, für ca. 12 Krapfen)

  • 200 ml lauwarme Milch
  • ½ Würfel frische Hefe oder entsprechendes Trockenhefeäquivalent
  • 50-70 g Zucker (je nach Rezeptvariante)
  • 3 Eigelbe
  • 500 g Weizenmehl (Type 405) bzw. etwa 470-500 g je nach Rezept
  • 60-70 g Butter, geschmolzen
  • ½ TL Salz
  • neutrales Pflanzenöl zum Frittieren (z. B. Sonnenblumen- oder Rapsöl) oder Butterschmalz

Vorbereitung des Hefeteigs

Die Hefe in einen Becher mit der lauwarmen Milch hineinbröckeln. Einen Teelöffel vom Zucker hinzugeben und dann mit einem Löffel so lange rühren, bis sich Zucker und Hefe aufgelöst haben. Das Mehl in eine große Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken. Hefe-Milch-Mischung hineingießen. Den restlichen Zucker dazugeben und mit etwas Mehl in der Mulde verrühren. Schüssel mit einem Tuch bedecken und den Vorteig an einem warmen Ort für ca. 10 Minuten stehen lassen.

Den Teig abdecken und die restlichen Zutaten (Eigelbe, Butter, Salz) hinzugeben und vermischen. Den Teig einige Minuten kneten lassen, bis er glatt ist. An einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen. Den aufgegangenen Hefeteig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. Anschließend in ca. 12 Stücke teilen. Zu Kugeln formen und mit Abstand auf ein Blech mit Backpapier setzen. Zugedeckt mit einem sauberen Geschirrtuch weitere 30 Minuten gehen lassen.

Wie formen? Zwei erprobte Techniken

  • Entweder ihr rollt den Teig dick aus und stecht Kreise aus, etwa mit einem Donutausstecher, Glas oder sehr großen Plätzchenausstecher.
  • Oder ihr teilt den Teig in Portionen und schleift bzw. wirkt diese wie Brötchen rund. Zunächst drückt man sie auf einer leicht bemehlten Arbeitsflächen zu flachen Fladen. Faltet die Seiten dann nach oben, sodass sie in der Mitte landen und drückt sie leicht fest. Anschließend dreht ihr die Teiglinge um, sodass der Schluss unten ist, und bewegt sie mit der hohlen Hand auf der Arbeitsfläche hin und her.
Teiglinge formen und runden

Frittieren: Fett, Temperatur und Technik

Neben Butterschmalz oder einer festen Kokosfett-Stange eignen sich vor allem neutrale Öle wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl. Achtung: keine nativen Öle verwenden, da sich diese nicht zum starken Erhitzen eignen. Rund 170-180 Grad. Das kann man entweder mit einem Küchen- bzw. Bratenthermometer messen oder einen Holzkochlöffel bzw. Schaschlikspieß hineinhalten und warten, bis sich kleine Bläschen bilden.

Lesen Sie auch: Perfekte Krapfen backen

Wenn die Krapfen im Fett sind, Hitze evtl. etwas herunterschalten oder hochschalten, da sich die Temperatur immer wieder verändern kann. Vorsichtig: Man verschätzt sich leicht. Sicherer ist die Variante mit Thermometer. Öl in einem Topf erhitzen. Das Fett sollte so heiß sein, dass sich Bläschen um einen Holzkochlöffelstiel bilden, wenn du ihn reinhängst.

Frittierschritt für Schritt

  1. Fett in einem weiten Topf (oder der Fritteuse) auf ca. 170 Grad erhitzen und jeweils ca. 2-3 Krapfen portionsweise mit der Oberseite nach unten vorsichtig hineingleiten lassen.
  2. Deckel auf den Topf legen und die Krapfen an der Unterseite ca. 2 Minuten bräunen lassen, dann wenden (z.B. mit zwei Holzkochlöffeln).
  3. Nun die andere Seite bräunen und die Krapfen komplett durchbacken lassen.
  4. Krapfen mit einem Schaumlöffel aus dem Fett nehmen. Auf einem Gitter mit Küchenpapier abtropfen lassen.

Am besten immer nur 4-5 Krapfen gleichzeitig ins Öl geben, da sie sehr schnell fertig sind. Am besten schmecken sie uns noch leicht warm.

Krapfen beim Ausbacken im Topf

Wie bekommen Krapfen den weißen Rand (die typische helle Oberseite)?

Wichtig ist vor allem, dass die Teiglinge vor dem Ausbacken genügend aufgegangen ist, da sie sonst zu kompakt sind und zu tief ins Fett sinken. Die Krapfen werden vorsichtig mit der Oberseite nach unten ins Fett gelegt. Dann deckt man den Topf zu, sodass Dampf entstehen kann, und lässt ihn rund 1 Minute geschlossen. Wenn die Krapfen hellbraun sind, wenden und bei offenem Deckel weiter backen.

Häufige Probleme und Lösungen (FAQ-Auszug)

  • Was ist, wenn die Krapfen zu dunkel sind oder innen nicht durch? Dann war das Fett wahrscheinlich zu heiß oder die Backzeit zu lange. Es kann auch sein, dass die Teiglinge noch zu kompakt waren und zu kurz aufgegangen.
  • Wie heiß muss das Fett zum Ausbacken sein? Rund 170-180 Grad, am besten mit Thermometer messen.
  • In welchem Fett werden Krapfen gebacken? Neutrale Pflanzenöle wie Sonnenblumen- oder Rapsöl oder Butterschmalz. Keine nativen Öle verwenden.

Krapfen ohne Füllung: Mini-Variante

Gelingsicheres Rezept für Mini-Krapfen (Berliner, Pfannkuchen) ohne Füllung. Mit süßer Konfitüre-Füllung und flaumigem Puderzuckermantel und entsprechend beliebt bei Groß und Klein. Ich habe sie allerdings ohne Füllung gemacht, da ich mit Konfitüre oder allgemein mit süßen klebrigen Füllungen wenig anfangen kann.

Die Krapfen in 180°C heißem Öl goldbraun ausbacken. Die kleinen Berliner Rauten nun nach und nach (vorsichtig! heißes Fett! auf keinen Fall für Kinder geeignet, am besten sind diese ganz schön weit von der Küche entfernt) mit einem Schöpflöffel in das Fett geben, gerne 4-5 auf einmal und so lange ausbacken, bis die Unterseite schön gebräunt ist. Dann umdrehen und so lange weiter frittieren, bis die andere Seite auch schön gebräunt ist.

Lesen Sie auch: Krapfen Klassiker

Alternative: Ofenberliner (ohne Frittieren)

Ich habe gleiches Rezept auch schon mal im Backofen gebacken (bei 190°C ca. 13-15 Minuten lang, wen das interessiert), fand das Ergebnis aber nicht so sehr überzeugend. Die Ofenberliner könnt Ihr entweder einzeln auf dem Backpapier backen, in einer Muffinform geben oder aber Ihr nehmt eine Ofenform und legt sie nebeneinander in die Form. So werden sie rundherum schön weich, das mag ich persönlich am liebsten.

Berliner aus dem Ofen - ohne Frittieren: Milch, Hefe und Zucker in eine Schüssel geben und verrühren. Zehn Minuten abgedeckt ruhen lassen. Mehl, Salz, Vanillezucker, Ei und Butter hinzugeben und alles etwa zehn Minuten verkneten bis ein elastischer, homogener Teig entstanden ist. Mit 1 TL Butter einreiben und abgedeckt 120 Minuten ruhen lassen. Den Teig in ca. 65-75 g Teilchen teilen. Jeweils unter der Hand zu Bällchen rollen. In eine Ofenform oder auf ein Blech setzen und 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Backofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Ofenform mit etwas Wasser auf den Ofenboden stellen, sodass Wasserdampf entsteht. 50 g Butter schmelzen und die kleinen Bällchen rundherum mit der Butter einpinseln. Goldbraun backen: Wenn die Bällchen einzeln gebacken werden 15-20 Minuten, in der Ofenform zusammen benötigen sie 20-25 Minuten. Aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Vor dem Servieren mit dem Puderzucker bestreuen.

Ofenberliner auf Backblech

Varianten und Füllungen - kurz erwähnt

Für die Krapfen-Füllung gibt es viele Möglichkeiten. Ich habe als Kind ausschließlich solche mit Hiffenmark, also Hagebutten-Konfitüre, gekannt und gegessen. Bis heute brauche ich eigentlich keine Varianten wie etwa mit Vanillepudding oder Tiramisu-Creme, Pflaumenmus oder Apfel-Zimt. Wobei die Schokokrapfen schon auch recht lecker sind 😉 …

Wer sie lieber mit Füllung mag, kann Kreise ausstechen und nach dem Ausbacken mit etwas Konfitüre o.ä. füllen. Konfitüre gegebenenfalls durch ein Sieb streichen um eine verstopfte Tülle zu vermeiden. In einen Spritzbeutel mit dünner Lochtülle (ca. 7 mm) oder einer speziellen Berliner-Tülle füllen.

Tipps für perfekten Geschmack

  • Eigelbe im Teig sorgen dafür, dass die Krapfen nicht zu viel Ausbackfett aufsaugen.
  • Die geringe Hitze beim Frittieren ist notwendig damit der Krapfen innen durchbacken kann. Ist das Öl zu heiß, verbrennen die Teilchen äußerlich, bevor sie innen gar werden konnten.
  • Die Krapfen am besten noch leicht warm servieren.
  • Zum Füllen der Ofenberliner nutze ich eine lange, dünne Lochtülle; alternativ Marmelade in die Mitte geben und den Teig so falten, dass die Marmelade eingeschlossen ist.
Krapfen frittieren: Technik und Sicherheit

Serviervorschläge und Anlässe

Helau und Alaaf! Rechtzeitig zum Karnevals-Wochenende gibt es auch bei uns (ungefähr eine Tonne) leckere Krapfen. Sehr zur Freude der Kinder, wie du dir sicher vorstellen kannst. Eine Tradition zu Silvester sind Berliner, Krapfen, Kreppel oder auch Pfannkuchen. Man kann sie nennen, wie man möchte: Berliner, Schmalzkuchen, Krapfen, Pfannkuchen, Donuts, Puffel oder Kreppel sind einfach ein tolles Gebäck.

Lesen Sie auch: Krapfen mit Nuss-Nougat-Füllung

Kurze Tabelle: Zeitplan (Orientierung für ca. 12 Krapfen)

Schritt Dauer
Vorteig stehen lassen ca. 10 Minuten
Teig kneten 5-10 Minuten
1. Gehzeit ca. 60 Minuten
Formen und 2. Gehzeit 30-60 Minuten
Ausbacken (Portionsweise) je Krapfen ca. 4-6 Minuten

Ich wünsche Euch viel Freude beim Ausprobieren und gute Gelingen mit diesen klassischen Krapfen ohne Füllung.

tags: #Krapfen #ohne #Füllung #Rezept #Zubereitung

Populäre Artikel: