Erfahrungen mit dem Verzicht auf Schokolade und Gewichtsverlust

Jeder Deutsche konsumiert jährlich rund 26 Kilogramm Zucker. Für viele ist es fast unmöglich, an den süßen Kalorienbomben vorbeizukommen. Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung kann jeder vierte (25,8 Prozent) einfach nicht an den Süßwarenregalen im Laden vorbeigehen, ohne etwas Süßes in den Wagen zu packen. Von den 14- bis 39-Jährigen greift sogar gut ein Drittel (34,9 Prozent) zu.

Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist das Teilzeitfasten von Süßigkeiten. Dabei verzichtet man bewusst auf Hüftgold - und zwar bis zu 40 Tage lang, solange die reguläre Fastenzeit dauert. Fast jeder siebte Deutsche plant, ab Aschermittwoch seine Ess- und Trinkgewohnheiten einzuschränken oder andere Dinge wegzulassen. Laut Umfrage verzichten die Fastenwilligen vor allem auf Süßigkeiten (92,8 Prozent) - wie unsere Testperson Wiebke. Wie schafft man das? Eine Möglichkeit ist, Süßigkeiten sinnvoll zu integrieren, z. B. Obst oder getrocknete Beeren. Auch Nüsse sind süß, wenn man genau hinschmeckt. Und wenn es dann doch mal Schokolade sein muss: wirklich mit gutem Gewissen - aber bewusst genussvoll!

Die Herausforderung des Zuckerverzichts

Der Verzicht auf Zucker ist vor allem in den ersten zwei Wochen schwierig, wird aber danach einfacher. Die Abhängigkeit vom Zucker macht sich zu Beginn deutlich bemerkbar. Dies kann jedoch eine große Motivation sein, durchzuhalten und aus dieser Abhängigkeit auszubrechen. Je stärker das Verlangen nach Zucker wird, desto trotziger und entschlossener wird man, ihm nicht nachzugeben.

Gründe für den Zuckerverzicht

Die Entscheidung, keinen Zucker mehr zu essen, wird oft aus gesundheitlichen Gründen getroffen. So empfahl beispielsweise ein Arzt einem Krebspatienten, seine Ernährung vollständig umzustellen und unter anderem auf Zucker zu verzichten. Die Ergebnisse waren hervorragend, und der Verzicht auf Zucker unterstützte die Genesung erheblich.

Was man vorher wissen sollte

Eine Ernährung ohne Zucker ist relativ aufwendig: frisch kochen, das Zutatenverzeichnis auf Lebensmitteln studieren, Nährwerttabellen checken, Alternativen finden. Auch Fructose, der Fruchtzucker, wirkt im Körper ähnlich wie Industriezucker. Wer Zucker vom Plan streicht, sollte also auch bei sehr zuckerhaltigem Obst wie beispielsweise Trauben oder Bananen kürzer treten. Um „clean“ zu werden und den Körper zu entgiften, wird in der ersten Zeit wirklich eine kompletter Zuckerverzicht empfohlen. Also keinerlei Fructose. Es gibt viele versteckte Zuckerquellen wie Ketchup, Sojasauce, Alkohol, Balsamico-Essig. Fast überall steckt Zucker drin.

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Ein zuckerfreier Speiseplan

Ein zuckerfreier Speiseplan kann den Alltag erleichtern. Der Tag kann mit Maiswaffeln mit Erdnussbutter (in einer zuckerfreien Variante) oder Hüttenkäse (in einer zuckerarmen Variante) beginnen. Zum Mittag- und Abendessen eignen sich frisches Gemüse, Reis, Huhn und Fisch. Als Getränke sind nur Wasser oder ungesüßter Tee erlaubt.

Als Snack können Gurken, Karotten, Sellerie-Sticks, Mandeln oder Maiswaffeln dienen. Es ist wichtig, in den ersten Wochen, wenn das Verlangen nach Zucker aufkommt, sofort eine Alternative zur Hand zu haben. Konsequenterweise sollte alles Süße außer Reichweite sein. Wenn nichts Zuckriges da ist, kann man es auch nicht essen. Klingt banal, aber hilft. Heißhunger auf Süßes? Einfach eine Karotte essen.

Die ersten Erfolge

Die ersten harten Wochen können mit Karotten- und Gurkensticks überbrückt werden. Plötzlich verschwindet das Tief am Nachmittag. Eines Tages, in der dritten Woche, stellt man fest, dass man den ganzen Tag noch kein einziges Mal an etwas Süßes gedacht hat. Auch das Verlangen ist plötzlich weg. Natürlich hat man nicht vergessen, wie gut ein Schokoriegel schmeckt, aber es wird einfach egal, ob man den nun isst oder nicht. Die große Lust auf Süßes, die die tägliche Ernährung so lange beeinflusst hatte, ist einfach verschwunden.

Plötzlich kann man nachmittags ohne Müdigkeit arbeiten und kommt morgens leichter aus dem Bett. Selbst wenn man nie viele Pickel von Schokolade bekommen hat, sieht der Teint dank der Zuckerdiät frischer aus. Der Effekt hält auch an, wenn man wieder langsam beginnt, Zucker zu essen, beispielsweise Papayas oder Himbeeren. Auch ab und an ein Stückchen Schokolade ist total in Ordnung. Wichtig ist, dass man das Maß nicht aus den Augen verliert.

Versuchungen widerstehen

Sobald der Verzicht auf Zucker zur Routine geworden ist, fällt es leichter, all den Versuchungen standzuhalten. Interessant ist die Erfahrung, dass einiges auch einfach nicht mehr schmeckt! Statt einem Radler bestellt man sich im Biergarten mal eine Apfelschorle und lässt sie halbvoll stehen, weil sie einem einfach zu süß ist. Unglaublich, wie schnell sich die Geschmacksnerven erholen, aber auch ebenso unglaublich, wie sehr man bei einer normalen Ernährung gegen Süße abgestumpft ist.

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Was nervt

Wer Mitglied im „keinen Zucker mehr essen“-Club ist, kauft anders ein: Man dreht im Supermarkt erstmal jedes Produkt um und prüft im Zutatenverzeichnis die Angabe „Kohlenhydrate: davon Zucker“. Alles, was auf 100 Gramm über sechs Gramm Zucker enthielt, stellt man zurück ins Regal. Es ist erstaunlich, wie viele Produkte das sind!

Zuckerfrei abnehmen: Erfahrungen und Ergebnisse

Viele Menschen berichten von positiven Erfahrungen beim zuckerfreien Abnehmen. Innerhalb eines Jahres können so bis zu 9 Kilogramm abgenommen werden. Der BMI kann sich verbessern und von Übergewicht zu Normalgewicht sinken.

Die Umstellung auf eine zuckerfreie Ernährung bedeutet, zugesetzte Süße zu streichen, also keinen Zucker, keinen Agavendicksaft, keinen Kokosblütenzucker, keine Trockenfrüchte, keinen Reissirup, kein Stevia usw. Stattdessen sollte man sehr viel Gemüse essen. Manchmal ist auch frisches Obst erlaubt, aber der Großteil der zuckerfreien Ernährung besteht aus Gemüse, Nüssen und Käse.

Es ist wichtig zu betonen, dass man bei einer zuckerfreien Ernährung nicht hungern muss. Man kann sich bei jeder Mahlzeit satt essen und sein Essen genießen. Der Körper verändert sich in den ersten Monaten, und das Fett verteilt sich anders. Man fühlt sich fitter und straffer.

Weitere positive Effekte des Zuckerverzichts

Neben dem Gewichtsverlust berichten viele Menschen von weiteren positiven Effekten des Zuckerverzichts:

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  • Verbessertes Hautbild: Zucker fördert Entzündungen und damit auch Hautunreinheiten, Pickel und Akne. Bei Zuckerentzug wird das Hautbild ebenmäßiger und die Haut elastischer.
  • Mehr Energie: Süßes spendet zwar erst einmal Energie, doch danach kommt auch rasch das plötzliche Tief, das sich durch Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Heißhunger äußern kann. Verzichtet man auf Süßigkeiten, bleibt das Energielevel konstant.
  • Besserer Schlaf: Ein stabiler Blutzuckerspiegel führt zu einem tieferen und festeren Schlaf.
  • Geringeres Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes: Durch eine geringere Aufnahme von Zucker kann das Risiko von Herzerkrankungen gesenkt werden. Der Blutzucker wird verbessert, was einem Herzinfarkt vorbeugen kann. Der Verzicht auf Süßes kann zudem die Insulinempfindlichkeit verbessern, wodurch das Risiko an Diabetes zu erkranken gesenkt wird.
  • Bessere Zahn- und Mundgesundheit: Da die Mundbakterien ohne Zucker weniger Nahrung haben und sich auch schlechter vermehren, ist der Atem frischer. Auch kann sich der Verzicht auf Süßes positiv auf die Zahngesundheit auswirken, da Zucker ein Hauptfaktor für Karies ist.

Kritik am Zuckerverzicht

Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch Kritik am Zuckerverzicht. So argumentieren einige Experten, dass ein vollständiger Verzicht auf Zucker unnötig ist und sogar zu einer neuen Sucht werden kann. Es sei wichtiger, den Zuckerkonsum zu überprüfen und so weit wie möglich zu reduzieren.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät davon ab, sich Süßigkeiten komplett zu verkneifen. In Maßen sei das okay.

Tipps für den Zuckerverzicht

  • Alternativen suchen: Statt zu Süßigkeiten zu greifen, können Obst, Nüsse oder zuckerfreie Süßigkeiten eine gute Alternative sein.
  • Versteckte Zuckerquellen vermeiden: Zucker ist in vielen Lebensmitteln enthalten, auch in solchen, in denen man ihn nicht vermutet. Daher ist es wichtig, die Zutatenliste genau zu lesen.
  • Sich nicht unter Druck setzen: Der Zuckerverzicht sollte nicht zum Zwang werden. Es ist okay, ab und zu eine Ausnahme zu machen.
  • Unterstützung suchen: Wer Schwierigkeiten hat, auf Zucker zu verzichten, kann sich Unterstützung bei Freunden, Familie oder einem Ernährungsberater suchen.

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