Käsekuchen und Finkenherd in Quedlinburg: Geschichte, Legenden und Spezialitäten

Der Finkenherd Quedlinburg: ein einzigartiger Ort an der Nordseite des Schlossberges im Stadtteil Westendorf, der für seine historischen Fachwerkhäuser, zahlreiche Legenden sowie seine berühmten Käsekuchen bekannt ist. Die denkmalgeschützten Häuser des Finkenherds gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und ziehen Besucher aus aller Welt an.

Die Geschichte des Finkenherds und die Legende um Heinrich I.

Im Jahre 919 erfuhr Sachsenherzog Heinrich im Umfeld des Finkenherdes, während eines Ausfluges zum Vogelfang, dass er zum neuen deutschen König gewählt wird. Diese alte Sage macht die Finkenherd Häuser so berühmt und anziehend für Touristen und Reisende. Es ist jedoch nicht zu beweisen, dass der heutige Finkenherd-Platz wirklich der Ort war, an dem Heinrich die Botschaft übermittelt wurde. Dennoch steht fest, dass Heinrich I. als Gründer der Stadt Quedlinburg zu betrachten ist. Heinrich I. war der erste deutsche König und Reichsgründer des späteren Heiligen Römischen Reiches.

Finkenherd, Heinrich I. Legende

Nachfolger Heinrichs wurde sein Sohn Otto aus seiner zweiten Ehe mit Mathilde. Es gilt auch als belegt, dass Heinrich sich sehr gern auf dem dortig gelegenen Schloss aufhielt. Dieses Schloss stand aber damals höchstwahrscheinlich an einer anderen Stelle als das heutige Schloss. Im Jahre 1678 wurde der Finkenherd Quedlinburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Ein Kunstwerk in der Turnstraße, das 2007 aufgestellt wurde, greift die Legende um die Krönung auf. Denn die erzählt, dass sich Sachsenherzog Heinrich I. gerade auf der Vogeljagd befand, als er von der Königswahl erfuhr. Der Ort der sagenhaften Szene war der Finkenherd am Fuß des Schlossbergs. Eine Straße trägt noch immer diesen Namen.

Architektur und Denkmalpflege am Finkenherd

Der Finkenherd ist ein kleiner, unregelmäßiger Platz und wird von alten Fachwerkhäusern dominiert, die zum UNESCO Weltkulturerbe Sachsen-Anhalts zählen. Das Haus Finkenherd 1 ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, das den nördlichen Kopf-Bau der Häuser Finkenherd 1, 2 und 3 darstellt. Es ist im Quedlinburger Denkmalverzeichnis eingetragen und entstand um 1500 bzw. 1530. Vorher befand sich an diesem Ort der Kirchhof des Sankt-Johannis-Hospitals.

Lesen Sie auch: Schnelles Blaubeerkäsekuchen Rezept

Das heutige Dach stammt vermutlich aus der Zeit des Barocks. 1984 wurde das Haus durch die VEB Denkmalpflege instand gesetzt. Es wurden Fachwerkteile und das Innere des Hauses erneuert. Außerdem wurde ein Zwischengeschoss entfernt und eine kleine Galerie eingefügt.

Quedlinburger Fachwerkhäuser und Finkenherd

Kulturelle Bedeutung: Damenstift und Stiftskirche St. Servatius

Die hochromanische dreischiffige Basilika St. Servatius, mit ihrem streng geformten Zwillingsturmpaar, bekrönt als Wahrzeichen von Quedlinburg seit neun Jahrhunderten den Schlossberg. Die Stiftskirche St. Servatius war für Jahrhunderte das Gotteshaus des Damenstifts, das von Otto I. auf Initiative seiner Mutter Mathilde I. gegründet wurde. Im Gegensatz zu einem Kloster besaß das Stift weltlichen Charakter.

Die erste Äbtissin, Mathilde II., wurde 966 im Alter von elf Jahren in das Amt geweiht und lenkte als eine der einflussreichsten Frauen der damaligen Welt die Geschicke Europas mit. Der so genannte Quedlinburger Domschatz zeigt den Reichtum der Stiftsfrauen und ist heute in St. Servatius zu bestaunen.

In der Krypta sind die Grabplatten von acht Äbtissinnen zu sehen. Die wichtigsten Begräbnisstätten gehören dem Gründerpaar Heinrich I. und Mathilde. Dass das Grab des Königs leer ist, bedauert Sabine Houben, eine bekannte Lehrerin und Stadtführerin aus Quedlinburg.

Stiftskirche St. Servatius und Domschatz

Tourismus: Stadtführung und Sehenswürdigkeiten

Gäste der Stadt kommen auf ihrem Weg zur Burg an einer Tafel vorbei, auf der alle Strophen des bekannten Liedes „Herr Heinrich sitzt am Vogelherd“ zu lesen sind. Sabine Houben animiert gerne zu einem Blick vom Schlossberg. „Aus der Vogelperspektive gleicht die Altstadt einem Meer von roten Ziegeln“, schwärmt sie. Die Altstadt Quedlinburgs wirkt wie eine Insel, die sich mit den vielen kleinen Dächern in den blauen Himmel reckt.

Lesen Sie auch: Rezept: Bodenloser Käsekuchen im Thermomix®

Auch das Geburtshaus des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock befindet sich gleich um die Ecke. Das darin befindliche Museum informiert über Leben und Werk des deutschen Literaten und dessen Zeitgeschichte.

Quedlinburg Altstadt aus der Vogelperspektive

Quedlinburger Brunnen und Persönlichkeiten

Am Kornmarkt steht seit 1989/90 der von Bernd Göbel geschaffene Brunnen „Persönlichkeiten der Quedlinburger Geschichte“. Am auffälligsten ist die Brunnenstele mit einer Frauenbüste: die Ärztin Dorothea Christiane Erxleben. Sie war 1774 die erste Deutsche, die für mehr Frauenrechte kämpfte und einen Doktortitel der Medizin erwarb.

Traditionell ist die Markt-Kulisse von Efeupolstern und Blumenkästen geprägt. Dominiert wird das Marktbild durch die Türme von St. Benedikti und dem Rathaus aus der Gotikzeit.

Käsekuchen am Finkenherd: Geschichte, Vielfalt und der berühmte Kuchenstreit

Quedlinburg - Außen goldgelb gebacken, innen weiß und cremig - so soll er sein, der perfekte Quedlinburger Käsekuchen. So zumindest heißt es auf den Internetseiten des am Schlossberg gelegenen Cafés „Vincent“, das als Käsekuchenbäckerei mit nach eigenen Angaben bis zu 131 ständig wechselnden Sorten der beliebten Süßspeise Touristen anlocken will. Doch auch das gegenüberliegende Café und Restaurant „Am Finkenherd“ beansprucht die „Käsekuchen-Krone“. Beide Cafés sind von Kuchenliebhabern längst nicht unentdeckt geblieben - darauf lassen die voll besetzten Freisitze der jeweiligen Lokale gerade an sonnigen Nachmittagen vermuten.

„Lasst euch nicht von anderen täuschen“, heißt es auf einem Aufsteller des Cafés „Vincent“, während die Konkurrenz mit dem „besten Käsekuchen Quedlinburgs“ lockt. Der Betreiber des Cafés „Am Finkenherd“ versucht eine Erklärung dafür zu finden: „Wir fühlen uns im täglichen Wettbewerb teilweise benachteiligt, da der Nachbar mit seinem medialen Alleinstellungsmerkmal wirbt“, sagt Volker Stübig.

Lesen Sie auch: Käsekuchenrezept aus Polen entdecken

Käsekuchen am Finkenherd, Spezialitäten

Damit spielt der Gastronom auf das breite mediale Interesse am gegenüberliegenden Lokal an, zum Beispiel durch die Dreharbeiten zur MDR-Sendung „Musik für Sie“. Stübig findet, dass der Kuchen hauptsächlich durch die starke Präsenz in den Medien überzeugt, „habe aber durch den Überzug aus Gelatine beispielsweise eher wenig mit dem traditionellen Käsekuchen zu tun“, wie er meint.

Auch, was die deutlich größere Auswahl der täglich dort angebotenen Ware betrifft, stellt sich Stübig die Frage, wie die Betreiber des Cafés „Vincent“ es schaffen könnten, jeden Tag alles frisch zu backen. Er selbst setzt auf „Großmutters Art“ und bietet täglich etwa neun bis zehn Sorten an. Stübig betont: „Man sollte sich einfach vollkommen unvoreingenommen selbst ein Bild vom Kuchen machen und sich nicht blenden lassen“.

Café Anzahl Sorten Backstil Besonderheit
Vincent bis zu 131 modern, variabel Mediale Präsenz, Gelatineüberzug
Am Finkenherd 9-10 traditionell „Großmutters Art“ Qualität statt Quantität, lokale Rezepte

Kuchenstreit im Welterbe: In der Vergangenheit gab es sogar eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Cafés. Welches der beiden Cafés nun den besseren Käsekuchen herstellt und serviert - auch das bleibt am Ende offen. Ein nicht repräsentativer Test der Quedlinburger Lokalredaktion fiel mit zwei zu zwei Stimmen unentschieden aus.

Typischer Käsekuchen am Finkenherd, Test der Cafés

Die Rezepte stammen noch aus Omas Zeiten oder sind moderne Eigenkreationen, wie Sabine Houbens Lieblingssorte mit vielen Heidelbeeren. Neben ihren schmucken Fachwerkhäusern, eleganten Villen, Parks und Schlösschen bietet Quedlinburg auch viele kulinarische Verführungen. Die höchste Dichte an Lokalen aller Art ist auf dem Markt zu finden. Süße Leckereien mit Aussicht gibt es in der ganzen Innenstadt, besonders am Finkenherd.

Käsekuchen in Quedlinburg: Genuss und Besonderheiten

  • Traditionelle Rezepte, inspiriert von Großmutter
  • Moderne Varianten mit Früchten und besonderen Zutaten
  • Ständiger Wettbewerb und mediales Interesse
  • Vielfalt: Von klassischen Sorten bis hin zu Heidelbeer- oder Gelatinevarianten

Die berühmten Käsekuchen am Finkenherd sind ein zentraler Treffpunkt für Café-Liebhaber. Die Cafés „Vincent“ und „Am Finkenherd“ sind berühmt für ihre Käsekuchen, die süße Leckereien mit Aussicht bieten.

Käsekuchen mit Heidelbeeren, Quedlinburg Spezialität

tags: #Käsekuchen #Finkenherd #Quedlinburg #Geschichte #und #Spezialitäten

Populäre Artikel: