Käsekuchen ohne Puddingpulver – cremiges Rezept ganz ohne Fertigmischung
Na, habt ihr Weihnachten gut rumgebracht? War es bei euch die absolute Völlerei? Wenn ja, dann solltet ihr schnell wegsehen! Wenn nicht, dann hereinspaziert und Platz genommen. Bei Käsekuchen scheiden sich die Geister. Wieviele Rezepte habe ich im Laufe der letzten Jahre hier schon ausprobiert? Unzählige! Der eine war zu wässerig, der nächste war wie Gummi und der dritte irgendwie trocken… Und eins hatten sie stets gemeinsam: Es wurde immer Puddingpulver zum Abbinden verwendet. Ich bin ja eine absolute Gegnerin dieser “Convenient” Dinge. Puddingpulver besteht lediglich aus Stärke, Farbstoff und Aroma. Mein Mann und ich lieben Käsekuchen! Aber das richtige Rezept zu finden war kompliziert. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass auch der ein oder andere Versuch im Mülleimer gelandet ist - für mich einfach ungenießbar.
Aus vielen einzelnen Rezepten habe ich jetzt mein absolut perfektes Käsekuchenrezept ausgetüftelt: cremig, locker aber trotzdem irgendwie kompakt in der Textur. Wenn ihr also noch auf der Suche nach eurem perfekten Rezept seid, dann gebt diesem hier eine Chance! Ich verrate euch übrigens im Rezept, wie ihr es schafft, dass die Oberfläche des Kuchens nicht reißt. Hierzu bedarf es nämlich keinem Wasserbad, keinem Abkühlen im Ofen oder anderen aufwändigen Dingen. Es ist kinderleicht :o) Viel Spaß beim Nachmachen und vor allem beim Genießen!
Warum ohne Puddingpulver?
Die darin enthaltene Stärke macht den Kuchen stabil und schenkt ihm zusätzliches Aroma. Ob es zum Einsatz kommt, ist jedoch Geschmackssache. Wer seinen Käsekuchen ohne Puddingpulver backen möchte, benötigt zum Ausgleich Speisestärke, Grieß oder mehr Eier im Teig - das ist von Rezept zu Rezept ein bisschen verschieden. Vanille verfeinert die cremige Füllung im Nu - erst recht, wenn kein aromatisiertes Puddingpulver verwendet wurde.
Diese Zutaten brauchst du (für eine 26 cm Springform)
- Für den Mürbteig: 300 g Weizenmehl, 75 g Puderzucker, 150 g kalte Butter, 1 Eigelb (Größe M oder L), 1 TL Vanilleextrakt, 1 Prise Salz, 2-3 EL kaltes Wasser
- Für die Käsemasse: 500 g Magerquark, 500 g Quark (20% Fett), 250 g Zucker, 250 g Butter, 6 Eier, 115 g Mehl, 15 g Speisestärke, 1 TL Backpulver, 1 Bio Zitrone (Schale und Saft), 1 TL Vanilleextrakt, 1 Prise Salz
Schritt-für-Schritt-Rezept
- Für den Mürbteig alle Zutaten bis auf das Wasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Flachrührer zu einem Mürbteig verkneten lassen. Falls nötig noch ca. 2-3 EL kaltes Wasser dazugeben. Alternativ alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen rasch alles verkneten.
- Den Teig nun auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Den Boden einer 26 cm Springform mit Backpapier auslegen. Die Springform mit dem Teig auskleiden. Den Rand komplett nach oben ziehen (aus eventuellen Teigresten lassen sich tolle Butterplätzchen backen also nicht wegwerfen!). Den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen und die Springform in den Kühlschrank stellen.
- Für die Käsemasse die Butter zerlassen und abkühlen lassen. Die Eier trennen. Das Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz in einer fettfreien Schüssel zu Schnee aufschlagen und beiseite stellen.
- Die Eigelbe mit der zerlassenen Butter in einer Schüssel gut verrühren (Handrührgerät oder Küchenmaschine) und anschließend den Zucker, das Mark der Vanilleschote, den Abrieb und den Saft einer Biozitrone dazugeben und alles gut verrühren.
- Nun das Mehl, die Stärke und das Backpulver dazugeben und untermischen. Den Backofen auf 160 Grad Heißluft vorheizen.
- Den Quark unter die Eigelb-Zucker-Mehlmischung rühren, bis es eine glatte Masse ist. Nun vorsichtig den Eischnee unterheben.
- Die komplette Käsemasse nun auf den vorbereiteten Mürbteigboden geben und die Springform 5-6 mal kräftig auf die Arbeitsplatte klopfen damit die Luftblasen nach oben steigen können.
- Nun auf mittlerer Schiene ca. 65-75 Minuten backen. Nach 20-25 Minuten Backzeit den Kuchen kurz aus dem Ofen nehmen und mit einem scharfen Messer rundherum ca. 1 cm tief zwischen Mürbteigrand und Käsemasse einschneiden. So verhindert ihr das Reißen der Oberfläche.
- Der Kuchen wird während dem Backen hoch gehen wie ein Atompilz, nach dem Backen aber wieder absinken. Den Kuchen nach dem Backen aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen.
- Vor dem Servieren noch ca. 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen damit er sich besser schneiden lässt (mit einem feuchten Messer schneiden!).
Nützliche Tipps aus dem Rezept und zur Technik
- TIPP: Auch wenn Eischnee aufschlagen nervt, es lohnt sich! Eischnee sorgt für Extra-Fluffigkeit und eine leichte Konsistenz.
- TIPP-II: Den Kuchen bestenfalls über Nacht auskühlen lassen und dann noch für 2 Stunden in den Kühlschrank! Dann setzt er sich schön, lässt sich toll schneiden und wird besonders lecker!
- So verhindert ihr das Reißen der Oberfläche: Nach ca. 20-25 Minuten mit einem scharfen Messer ringsherum ca. 1 cm tief einschneiden.
- Der Temperatursturz ist einer der Hauptgründe für Risse und das Zusammenfallen. Lasse den Kuchen daher nach dem Backen langsam abkühlen und stelle ihn erst nach vollständigem Erkalten in den Kühlschrank, bzw. lasse ihn im ausgeschalteten Ofen etwas „akklimatisieren“.
- Für einen besonders sauberen Anschnitt: Messer kurz unter heißes Wasser halten und abwischen.
- Wenn die Springform nicht auslaufsicher ist, von außen mit Alufolie umwickeln, damit die Quarkmasse nicht ausläuft.
Varianten und was du statt Puddingpulver nehmen kannst
Wer seinen Käsekuchen ohne Puddingpulver backen möchte, kann Speisestärke, Grieß oder mehr Eier als natürliche Bindung verwenden. In manchen Rezepten wird beispielsweise Grieß genutzt (z.B. 100 g Weichweizen-Grieß) oder alternativ 50 g Speisestärke, je nach gewünschter Textur. Frischkäse oder Mascarpone kann bis zu einem Viertel der Quarkmenge hinzugefügt werden, um noch mehr Cremigkeit zu erreichen.
Häufige Fragen kurz beantwortet
- Warum fällt der Kuchen zusammen? - Beim Backen dehnt sich die Quarkmasse aus, fällt jedoch danach wieder ein. Langsames Abkühlen hilft.
- Wie erkenne ich, ob der Käsekuchen fertig ist? - Am Rand fest und goldig, in der Mitte noch leicht weich.
- Wie bewahre ich Käsekuchen auf? - Im Kühlschrank in einer Frischhaltebox ein paar Tage haltbar; portionsweise einfrieren möglich (ohne Früchte empfohlen).
Alternativen und Inspiration
Ob mit oder ohne Boden, mit Quark und Puddingpulver, fruchtig mit Mandarinen oder vegan ohne Ei - der Käsekuchen lässt sich vielfältig abwandeln. Sehr beliebt sind z.B. Käsekuchen ohne Boden mit Mandarinen oder Kirschen, Käsekuchen vom Blech oder New York Cheesecake mit Frischkäse. Geschmacklich ist der saftige Käsekuchen ohne Boden eine Wucht! Wer mag, gibt Rosinen unter die Masse oder frische Früchte wie Blaubeeren.
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Kurze Tabelle: Bindemittel-Alternativen zu Puddingpulver
| Bindemittel | Menge (als Ersatz für 1 Päckchen) | Wirkung |
|---|---|---|
| Speisestärke | 15-50 g (je nach Rezept) | Stärkt die Struktur ohne Zusatzaromen |
| Weichweizen-Grieß | 50-100 g | Saftigkeit und leichte Struktur |
| Eier (mehr Eigelb) | 1-2 zusätzliche | Natürliche Bindung und Cremigkeit |
| Frischkäse / Mascarpone | ¼ der Quarkmenge | Mehr Cremigkeit, satterer Geschmack |
Und? Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir erzählt, wie Euch das Rezept gefallen hat. Tipps und Anregungen von Euch sind hier immer willkommen! In diesem Sinne: Viel Spaß beim Backen und Genießen! Ich hoffe, dass euch mein schnelles, einfaches Rezept für saftigen Käsekuchen ohne Puddingpulver gefällt - und immer dran denken: Schönheit ist Geschmackssache.
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