Tipps und Tricks für einen fluffigen Käsekuchen

Der Käsekuchen ist ein absoluter Klassiker und gehört zu den beliebtesten Kuchen in Deutschland. Seine lange Geschichte und vielfältigen Varianten machen ihn zu einem Dauerbrenner auf Kaffeetafeln. Aber was macht einen guten Käsekuchen aus und wie gelingt er besonders fluffig? Dieser Artikel gibt Antworten auf diese Fragen und verrät wertvolle Tipps und Tricks für die Zubereitung.

Die wichtigsten Fakten zum Käsekuchen

Geschichte einer Leckerei

Wer glaubt, der Käsekuchen sei eine Erfindung der Neuzeit, irrt sich gewaltig. Die ersten schriftlichen Belege für diese Speise finden sich bereits bei Athenaios, einem antiken Schriftsteller, der im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus lebte. Erwähnungen finden sich auch bei Kallimachos, einem Begründer der wissenschaftlichen Philologie. Im Mittelalter schien die Beliebtheit des Kuchens abzunehmen, doch im späten 14. Jahrhundert tauchte in Frankreich wieder ein Käsekuchenrezept auf. Das älteste deutsche Rezept ist 100 Jahre später belegt. Um 1900 wurde der Käsekuchen vor allem in Privathaushalten vom Rheinland bis ins Sudetenland zu einer regionalen Spezialität.

Steckt wirklich Käse im Käsekuchen?

Entgegen der Erwartung enthält der Käsekuchen keinen Gouda oder Emmentaler. Der Name rührt daher, dass früher Quark und Frischkäse als eine Vorstufe von Käse galten und diese den Hauptbestandteil der Füllung ausmachen. Laut Deutschem Lebensmittelbuch müssen mindestens 150g Käsemasse auf 100g Teig verwendet werden, wobei die Käsemasse zu mindestens 30% aus Speisequark oder Frischkäse bestehen muss.

Bekannte Varianten des Lieblings

Im Laufe der Zeit haben sich viele Varianten des Käsekuchens entwickelt. Oft werden Früchte wie Rosinen oder Mandarinen in die Masse eingearbeitet. Ein weiterer Unterschied besteht zwischen Käsekuchen und Cheesecake. Während der Käsekuchen hauptsächlich aus Quark besteht, wird der Cheesecake mit Frischkäse hergestellt. Auch der Boden unterscheidet sich: Käsekuchen hat meist einen Mürbeteigboden, während Cheesecake Kekse oder Biskuit verwendet. Ein wichtiger Unterschied ist auch, dass Cheesecake nicht gebacken wird.

Fünf Tipps für einen fluffigen Käsekuchen

Einen normalen Käsekuchen zu backen, ist keine große Kunst, aber es erfordert Geduld und Know-how. Hier sind fünf Tipps, die Ihnen helfen, einen besonders fluffigen Käsekuchen zu backen:

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1. Zutaten in Zimmertemperatur verwenden

Zimmertemperaturwarme Zutaten (ca. 20-22°C) verbinden sich viel besser miteinander. Nehmen Sie die Zutaten am besten 2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank. Wenn dies nicht möglich ist, können Sie die Eier in lauwarmem Wasser baden und Butter sowie Quark bzw. Frischkäse etwas anwärmen.

2. Die richtige Backform wählen

Für Käsekuchen eignet sich am besten eine Springform. Durch den abnehmbaren Rand lässt sich der Kuchen leicht lösen. Alternativ gibt es Formen mit herausnehmbarem Boden. Wenn Sie einen Käsekuchen ohne Boden backen möchten, sollte die Backform unbedingt auslaufsicher sein. Wenn Sie keine haben, können Sie Ihre normale Form von außen mit Alufolie umwickeln.

3. Die perfekte Optik erzeugen

Um zu verhindern, dass die Oberseite des Kuchens zu dunkel wird, können Sie ihn nach etwa ¾ der Backzeit mit Backpapier oder Alufolie abdecken. Dadurch wird er gleichmäßig hell. Wenn Sie mit Umluft backen, befestigen Sie die Abdeckung etwas unter der Form.

4. Die ideale Füllung

Um zu vermeiden, dass der Kuchen in der Mitte zusammenfällt, können Sie Puddingpulver in die Quarkmasse rühren. Dies sorgt für zusätzliche Stabilität. Wenn die Füllung zu fest ist, heben Sie beim nächsten Mal etwas Eischnee unter. Profis holen die Backform (teilweise mehrmals) aus dem Ofen und lassen sie kurz abkühlen. Mit einem scharfen Messer wird dann der Rand leicht von der Form gelöst. Nach einer Ruhezeit von ca. 10-15 Minuten wird der Kuchen dann weitergebacken.

5. Die richtige Backzeit

Die Backzeit ist einer der schwierigsten Punkte beim Käsekuchenbacken. Der Kuchen darf nicht zu lange im Ofen bleiben. Der perfekte Zeitpunkt ist, wenn die Füllung in der Mitte noch etwas weich ist. Sie festigt sich beim Auskühlen im richtigen Maß. Lassen Sie den Kuchen am besten 1 Stunde lang im geöffneten Backofen stehen. Wenn Sie es eilig haben, holen Sie ihn heraus und lösen ihn vorsichtig aus der Form. Es ist jedoch besser, ihn vollständig in der Form abkühlen zu lassen. Wenn Sie ihn erst danach anschneiden, ist die Gefahr gering, dass die Kuchendecke absinkt. Die perfekte, samtig-weiche Textur erhält der Käsekuchen nach einigen Stunden, besser noch einer Nacht im Kühlschrank.

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Tipps für spezielle Ernährungsbedürfnisse

Veganer Käsekuchen

Auch ohne tierische Produkte kann man einen leckeren Käsekuchen backen. Anstelle von Quark kann Sojaquark verwendet werden. Für den Teig werden alle Teigzutaten miteinander verknetet und in eine 26 cm Springform gegeben. Für die Füllung wird Pflanzenmargarine geschmolzen und etwas abgekühlt. Danach wird sie zusammen mit den restlichen Zutaten zu einer glatten Masse verrührt und ebenfalls in die Springform gegeben. Der Kuchen wird dann 60-70 Minuten gebacken.

Glutenfreier Käsekuchen

Da der Käsekuchen hauptsächlich aus Quarkmasse besteht, ist er leicht in eine glutenfreie Variante umzuwandeln. Verwenden Sie für den Mürbeteig glutenfreies Mehl und für die Füllung ggf. glutenfreies Puddingpulver.

Lower Carb Käsekuchen

Auch bei einer bewussten Ernährung muss man nicht auf Käsekuchen verzichten. Für eine Lower Carb Variante lassen Sie Mandarinen und Quark abtropfen. In der Zwischenzeit werden Eier mit Zucker und Vanillezucker schaumig gerührt. Quark und Joghurt werden unter die Masse gerührt. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und vorsichtig unter die restliche Masse heben. Den Käsekuchen bei 160 °C für etwa 55 Minuten im Ofen backen und dann komplett erkalten lassen.

Häufige Probleme und Lösungen

  • Die Füllung ist zu kompakt: Eventuell wurde kein Eischnee untergehoben oder auf fettarmen Quark zurückgegriffen.
  • Der Kuchen ist beim Backen zu dunkel geworden: Halten Sie sich an die Angaben zur Temperatur und Backzeit und decken Sie den Kuchen mit Backpapier oder Alufolie ab, wenn er die perfekte Farbe hat.
  • Der Kuchen sieht langweilig und fad aus: Bestreichen Sie ihn mit Aprikosen-Konfitüre, damit er einen schönen Glanz bekommt.
  • Ein Käsekuchen bekommt auf der Oberfläche schnell Risse: Schlagen Sie den Eischnee nicht zu steif und schneiden Sie den Rand zwischen Käsemasse und Mürbeteig nach 30 Minuten im Backofen ca. 1 cm tief ein.
  • Lassen Sie den Käsekuchen im ausgeschalteten Ofen abkühlen, damit er nicht zusammenfällt.

Weitere Tipps für den perfekten Käsekuchen

  • Bei welcher Temperatur sollte man Käsekuchen backen?

    Käsekuchen mag keine große Hitze. Wir empfehlen eine Backtemperatur von 160 - 175 °C (Ober-/Unterhitze) auf unterster Schiene. Ist der Ofen zu heiß, wird die Kuchenoberfläche schnell zu dunkel, während der Käsekuchen im Inneren noch nicht durchgebacken ist.

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  • Wie wird mein Käsekuchen schön locker?

    Die Konsistenz des Käsekuchens wird besonders luftig, wenn du portionsweise Eischnee unter die Quarkmasse hebst. Für 1 kg Quark empfehlen wir, 6 Eiweiß mit 1 Prise Salz steif zu schlagen. Für eine cremigeres Ergebnis kannst du 1/4 der Quarkmenge durch Frischkäse, Schmand, Crème fraîche oder Mascarpone erstetzen.

  • Welchen Pudding verwendet man für Käsekuchen?

    Für einen Käsekuchen verwendet man klassischerweise Vanillepuddingpulver zum Kochen. Das sorgt für den typischen Geschmack und eine gute Bindung im Teig.

  • Ist Käsekuchen nach dem Backen noch flüssig?

    Die Mitte des Kuchens sollte nach Ende der Backzeit noch leicht weich sein. Beim Auskühlen wird der Käsekuchen dann fest. Ist der Kuchen schon beim Backen fest geworden, ist er später höchstwahrscheinlich zu trocken.

  • Was kann ich tun, damit mein Käsekuchen schön glänzt?

    Mit Hilfe von Aprikosenmarmelade kannst du beim Käsekuchen gleichzeitig einen feinen Geschmack und vor allem einen goldgelben Glanz erzielen. Dafür die Marmelade in einem Topf erhitzen, glattrühren und anschließend durch ein feines Sieb streichen. Den Käsekuchen damit bepinseln und trocknen lassen.

  • Wie vermeide ich, dass der Käsekuchen keine Risse bekommt?

    Für eine ebenmäßige Oberfläche ohne Risse ist es wichtig, den Käsekuchen nach dem Backen keinen zu großen Temperaturunterschieden auszusetzen. Deshalb sollte er zunächst bei ausgeschaltetem Ofen und leicht geöffneter Tür mindestens 30 Minuten im Ofen ruhen. Anschließend lässt man den Käsekuchen vollständig in der Springform auskühlen und löst erst dann den Backformrand. Bei einem Käsekuchen mit Mürbeteigboden kannst du den Boden nach 30 Minuten Backzeit mit einem Messer schon einmal vorsichtig vom Formrand lösen und ihn anschließend fertigbacken.

  • Wie fällt der Käsekuchen nach dem Backen nicht zusammen?

    Damit der Käsekuchen nach dem Backen nicht an Volumen verliert, solltest du ihn zunächst im abgeschalteten, leicht geöffneten Ofen im besten Fall 1 Stunde, mindestens aber 30 Minten, abkühlen lassen. Den Käsekuchen anschließend auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

  • Wie lange im Voraus kann man Käsekuchen backen?

    Am besten schmeckt Käsekuchen frisch aus dem Ofen. Im Kühlschrank hält er sich dann 3-4 Tage. Für den optimalen Käsekuchen-Genuss, empfehlen wir, ihn nicht länger als einen Tag im Voraus zu backen.

  • Wie kann man Käsekuchen einfrieren?

    Um Käsekuchen einzufrieren, schneidest du ihn zunächst in Stücke und gibst diese in eine ausreichend große Gefrierdose. Gut verschlossen hält sich Käsekuchen im Gefrierschrank etwa 4 Wochen. Zum Auftauen stellst du ihn dann am besten über Nacht in den Kühlschrank. Den vorgetauten Käsekuchen vor dem Servieren dann für weitere 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen.

Das perfekte Käsekuchenrezept

Hier ist ein Rezept für einen klassischen Käsekuchen mit Mürbeteig:

Zutaten:

  • Für den Knetteig:
    • 200 g Mehl
    • 75 g Zucker
    • 75 g Margarine
    • 1 Ei
    • 0.5 Päckchen Backpulver
    • Fett für die Form
  • Für die Füllung:
    • 125 g Margarine
    • 225 g Zucker
    • 1 Päckchen Vanillezucker
    • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
    • 3 Eier
    • 500 g Quark
    • 200 g Saure Sahne
    • 200 g Süße Sahne

Zubereitung:

  1. Die Zutaten für den Knetteig in eine Schüssel geben, rasch zusammenkneten und zur Seite stellen.
  2. Für die Füllung Margarine, Zucker, Vanillezucker, Puddingpulver und Eier in einer Schüssel verrühren. Dann den Quark und die saure Sahne untermischen. Die süße Sahne steif schlagen und unterheben.
  3. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  4. Den Knetteig in einer gefetteten 26er Springform auslegen, etwa 2 - 3 cm am Rand hochziehen. Nun die Füllung in die Form geben, glatt streichen und im heißen Backofen auf der zweiten Schiene von unten 1 Stunde backen.
  5. Achtung: Den Kuchen erst nach dem völligen Erkalten aus der Form nehmen, da unmittelbar nach dem Herausnehmen aus dem Backofen die Konsistenz der Quarkmasse noch zu weich ist.

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