Schokoladenfestival chocolART in Tübingen: Ein Paradies für Schokoladenliebhaber

Das Schokoladenfestival chocolART in Tübingen hat sich zu einem bedeutenden Ereignis für Schokoladenliebhaber entwickelt. Vom 3. bis 8. Dezember 2024 verwandelte sich die historische Tübinger Altstadt in ein Schokoladenparadies, in dem etwa 100 exklusive Chocolatiers und Manufakturen aus aller Welt ihre Kreationen präsentierten. Die chocolART findet im 17. Jahr statt. Kaum ein Thema ist so positiv besetzt wie Schokolade, und kaum ein Festival hat so viel zu bieten wie die Tübinger chocolART.

Vielfalt und Internationalität

An mehr als 80 Ständen präsentierten Chocolatiers ihre Schoko-Kunst, wobei Besucher die Möglichkeit hatten, zu probieren und einzukaufen. Süße Köstlichkeiten aus Italien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Litauen, Frankreich, der Schweiz, Polen, Costa Rica, Tschechien, Ecuador, Peru und vielen anderen Ländern waren vertreten. Die weißen Pagodenzelte und ihr süßer Inhalt machten Tübingen sechs Tage lang zum schönsten Mittelpunkt des Genusses. Schokoladenliebhaber aus nah und fern ließen sich verzaubern, folgten den sahnig-herben Düften und begeisterten sich für schokoladige Besonderheiten.

Der Trend: Dubai-Schokolade

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war die virale Dubai-Schokolade. Die Besucherinnen und Besucher nutzten auf dem Schokomarkt die Chance, endlich mal eine Dubai-Style-Schokolade zu probieren - auch wenn der virale Hype vielen zu weit geht. Die Dubai-Schokolade, gefüllt mit Pistaziencreme und dünnen gerösteten Teigfäden, die an die türkische Süßigkeit Baklava erinnern, hat in den sozialen Medien einen regelrechten Hype ausgelöst. Konditormeister Johannes Becker kreierte sogar einen Dubai-Macaron, inklusive Zartbitterschokolade mit Kupfer- und Goldfarbe, um sich von anderen Produkten abzuheben. Die Dubai-Macarons stammen von Johannes Becker: "Ein Produkt, das sich abhebt von anderen", sagt er.

Das OLG Köln hat in einem Markenrechtsstreit entschieden, dass die beliebte Dubai-Schokolade auch tatsächlich in Dubai hergestellt werden müsse. Im Herbst 2024 eroberte die Dubai-Schokolade die Sozialen Medien. Nachdem Sarah Hamouda, die Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, mit Pistazien in Schokolade experimentiert hatte, machte die Tik-Tok-Food-Influencerin Maria Vehera Ende 2023 die Schokolade in einem viralen-Hit berühmt. Weil die Nachfrage immer weiter stieg, ließ die Food-Influencerin Kiki Aweimer die süße Leckerei auch in Deutschland produzieren. Doch überall, wo es Geld zu scheffeln gibt, entsteht auch schnell ein Rechtsstreit. Inzwischen hat das Oberlandesgericht Köln entschieden, dass es sich bei der Dubai-Schokolade um eine geschützte Herkunftsbezeichnung handelt.

Fokus auf Lateinamerika

In diesem Jahr lag der Fokus der chocolART erstmals auf der eigentlichen Heimat der Kakaopflanze: Lateinamerika. Unter dem Motto „Colors of Latin America“ präsentierten Aussteller aus Lateinamerika ihre Köstlichkeiten. Raquel Cayapa, eine Ecuadorianerin, verkaufte Tafeln der Kallari Kooperative, einer Kleinbauerngenossenschaft aus ihrer Heimat. Sie kam als Studentin nach Deutschland und blieb. Heute vermarktet sie die Schokolade der Genossenschaft. "Durch die Produkte kann ich auch die Geschichten erzählen, wie in Ecuador die Leute leben, vor allen die indigenen Völker. Kakao ist Teil unserer Kultur." Der Kakao wachse nachhaltig in Mischkulturen und ermögliche den Bauern gleichzeitig Geld zu verdienen und ihre ursprüngliche Lebensweise weiterzuführen.

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Rahmenprogramm und Aktivitäten

Neben dem vielfältigen Angebot an Schokoladenkreationen gab es auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Dazu gehörten:

  • Kakao-Tastings: Raquel Cayapa führte durch ein Schoko-Tasting, bei dem die Teilnehmer lernten, Kakaosorten voneinander zu unterscheiden.
  • Pralinen-Workshops: Die Familienbildungsstätte veranstaltete Workshops für Klein und Groß zur Pralinenherstellung.
  • Ausstellungen: In der Stadtbücherei gab es eine Ausstellung über die Bedeutung des Fairen Handels im Kakaoanbau.
  • Filme: Im Kino Atelier wurde die Dokumentation „The Chocolate War“ gezeigt, die sich mit Kinderarbeit im Kakaoanbau auseinandersetzt.
  • Kakaomalerei: Die Konditormeisterin Dorte Schetter zeigte ihr traditionelles Handwerk der Kakaomalerei.

Fairer Handel und Nachhaltigkeit

Ein wichtiger Aspekt der chocolART war der Faire Handel. Parallel zum Schokoladenfestival gab es in der Tübinger Stadtbücherei eine Ausstellung über die Bedeutung des Fairen Handels im Kakaoanbau. Die interaktive Ausstellung Zeit zu Handeln - und zwar Fair! in der Stadtbücherei zeigt, wie sich das Leben durch den Fairen Handel unter anderem im Kakaoanbau positiv verändert. Die Besucher konnten sich über faire Produktionsbedingungen informieren und fair produzierte Schokolade verkosten. Die Kooperative Kallari aus Ecuador war ein Beispiel dafür, wie Kakaoanbau nachhaltig und fair gestaltet werden kann. Raquel Cayapa zeigte den Gästen, wie man sich Schokolade am besten auf der Zunge zergehen lässt und berichtet über den Kakaoanbau in kleinen Kooperativen.

Schokoladenkunst und Handwerk

Die chocolART bot auch eine Bühne für Schokoladenkunst und Handwerk. Im chocolateROOM auf dem Marktplatz wurden filigrane Schokokunstwerke und der Tübinger Schokoschaumkuss chocoLINO live gefertigt. Die Besucher konnten den Konditoren bei ihrem Kunsthandwerk zusehen und die fertigen Köstlichkeiten probieren. Konditormeisterin Dorte Schetter malte mit Kakao und Öl zarte Gesichter auf eine große Zuckerkugel. Natürlich möchte ich das präsentieren, damit die Leute sehen: Hey, toll, was Konditoren so alles können - außer Kuchen und Torten. Vor allem aber wolle sie junge Menschen dazu animieren, den Beruf des Konditors zu erlernen. "Darum geht es eigentlich." Ihr Argument für den Beruf: "Schokolade macht glücklich!"

Preise und Trends

Die exklusiven und ungewöhnlichen Süßigkeiten auf der chocolART, oft bio und fair gehandelt, hatten ihren Preis. Im Trend lagen Pralinen nach Dubai-Art mit Pistazienfüllung. Eine kostete auf dem Tübinger Schokomarkt 1,80 Euro. Wer gleich eine ganze Tafel Dubai-Schokolade möchte, muss knapp 20 Euro auf den Tisch legen. Klassische Schokoladen-Tafeln sind rar auf der ChocolART. Die meisten kosten 5 Euro, es gibt aber auch 50-Gramm-Tafeln für 8,40 Euro. Der Kakao dafür kommt aus Venezuela.

Lichtkunst in der Altstadt

Spätestens in der Dämmerung gab es dann auch was zu sehen - und zwar kostenlos: Denn dann gehen in der Altstadt die Lichter an. Dutzende Projektionen und Lichtobjekte verwandeln die Häuserfassaden in eine märchenhafte Kulisse. Die Projektionskünstler des Tübinger Lichtkunstateliers „leucht-werk“ sorgen für eine märchenhafte Altstadt-Beleuchtung. Die Fassaden verwandeln sich durch kunstvolle Illuminationen in eine traumhafte Kulisse.

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