Kartoffel-Lebkuchen Rezept: Saftige, weiche Lebkuchen mit Kartoffelpüree
Kartoffel-Lebkuchen: Klingt vielleicht erst einmal etwas komisch, ist aber richtig gut: herrlich flaumig und saftig, und das auch noch ganz ohne Durchziehen. Die Kartoffel sorgt für einen tollen, zarten Biss und eine super Konsistenz, ohne dabei den Geschmack des Gebäcks zu verfälschen.
Warum Kartoffeln im Lebkuchenteig?
Dass die Kartoffel ein echter Geheimtipp für süßes Backwerk ist, wissen wir nicht erst seit dem Rezept für den leckeren Schwedischen Kartoffelkuchen mit Zitronensoße. Die Kartoffel-Lebkuchen sind die weichsten und saftigsten Lebkuchen, die ich jemals gegessen habe - und die Schokoladenglasur macht das Weihnachtsgebäck besonders vollmundig. Herausschmecken tut man davon natürlich nichts 😉 - aber die Kartoffeln sorgen für eine tolle Konsistenz.
Zutaten (variantenübergreifend)
Grundsätzlich verwendbar sind gängige Basiszutaten aus der Weihnachtsbäckerei; je nach Rezept variiert die Menge. Typische Zutaten sind:
- 350 g gekochte und durch ein Sieb gepresste mehlige Kartoffeln bzw. 350 g Kartoffeln, mehligkochend oder 500 g Kartoffeln in Varianten
- 200-375 g Zucker (z. B. 180 g Zucker + 1 Pkg Vanillezucker oder 375 g Zucker)
- 200-250 g Mehl (Weizenmehl Typ 405 oder Mischung 50% Weizen-Kuchenmehl Typ 550 und 50% Dinkelmehl)
- 200-250 g gemahlene Nüsse (z. B. 200 g geriebene Haselnüsse, 100 g geriebene Mandeln oder 250 g Mandeln gemahlen)
- 50 g Orangeat, 50 g Zitronat (fein gehackt)
- Lebkuchengewürz (0,5-3 TL) bzw. 1 TL Zimt + Prise Nelken, Piment, Ingwer, Muskat
- Backpulver (oder alternativ Natron)
- 3-4 Eier
- Oblaten (Backoblaten), evtl. Kuchenglasur oder Schokoladenglasur zum Überziehen
- Salz: nur eine Prise
Vorbereitung der Kartoffeln
Pellkartoffeln kochen, etwas abkühlen lassen und pellen. Die Kartoffeln schälen, gar kochen, auskühlen lassen und durch eine Kartoffelpresse geben. Die Kartoffeln kannst du alternativ auch mit einem Stampfer zerdrücken - oder zur Not auch mit einer Fabel. Mit einem Schluck Milch zu Kartoffelpüree cremig stampfen. Leicht abkühlen lassen.
Teigzubereitung
Eier und Zucker schaumig schlagen. Den Zucker nach und nach hinzugeben und weiterrühren, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Das Kartoffelpüree, die trockenen Zutaten und das gehackte Orangeat/Zitronat zur Eiercreme geben und alles zu einem glatten Teig vermengen.
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In einer weiteren Schüssel, das Mehl mit dem Salz und dem Backpulver mischen. Die gemahlenen Haselnüsse, das Orangeat und Zitronat, das Lebkuchengewürz sowie die Kartoffelmasse hinzugeben. Alle anderen Zutaten dazugeben, gut vermischen und dann den Teig mit einem kleinen Löffel auf große Backoblaten setzen.
Formen und Backen
Oblaten auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und Lebkuchenteig mithilfe von zwei Löffeln darauf verteilen. Die Löffel dabei regelmäßig anfeuchten, damit der Teig daran nicht kleben bleibt. Den Teig auf die Oblaten verteilen und auf dem Backblech im vorgeheizten Ofen für ca. 12-20 Minuten backen (oft werden 180-200 °C Ober-/Unterhitze empfohlen; je nach Größe und Rezept 12-20 Minuten, häufig ca. 20 Minuten).
Die Lebkuchenteig entweder mithilfe einer Lebkuchenglocke auf die Oblaten setzen oder mit einem in Wasser getauchten Messer bzw. Löffelrücken aufstreichen. Mit etwas Abstand zueinander auf das Blech setzen - sie laufen leicht auseinander und ergeben so beim Backen die typische Kuppelform. Das erste Blech je nach Höhe der Lebkuchen ca. 12-15 Minuten hell backen, im Anschluss das zweite.
Glasieren und Dekorieren
Nach dem Abkühlen kannst du die Lebkuchen mit Schokolade oder Zuckerguss überziehen. Die Schokoladenglasur im heißen Wasserbad oder in der Mikrowelle bei niedriger Wattzahl schmelzen. Meine Methode zum Überziehen mit Schokolade ist ganz einfach. Ich tauche die Lebkuchen “kopfüber” in die Schokolade, lasse sie kurz abtropfen und anschließend trocknen. Danach habe ich die Lebkuchen direkt mit Mandeln dekoriert. Mit den Mandelstiften bzw. den gehackten Mandeln dekorieren und auskühlen lassen.
Tipps, Varianten und Haltbarkeit
- Für das Rezept eignen sich am besten mehligkochende Kartoffeln. Ich verwende mehlig kochende Kartoffeln, am liebsten die Sorten Adretta, Afra oder Irmgard.
- Lebkuchengewürz: Wenn du kein Lebkuchengewürz hast oder findest, kannst du stattdessen einfach 2 TL Zimt sowie je eine Prise gemahlene Nelken, Piment, gemahlenen Ingwer sowie Muskatnuss verwenden.
- Backpulver: Handelsübliches Backpulver; statt Backpulver kann Natron verwendet werden, was die Lebkuchen noch einen Tick fluffiger machen kann.
- Mehl: Für die Kartoffel-Lebkuchen kannst du gängiges Weizenmehl, Typ 405 verwenden; eine Mischung aus 50% Weizen-Kuchenmehl Typ 550 und 50% Dinkelmehl ist ebenfalls möglich.
- Orangeat und Zitronat fein hacken; wenn du Zitronat bzw. Orangeat sehr fein hackst, spürst du beides nicht im Gebäck - hast aber einen total tollen Geschmack.
- Die Oblaten gibt es in verschiedenen Größen; je nachdem wie großzügig du den Teig auf die Oblaten verteilst, desto mehr oder weniger Lebkuchen erhältst du letztendlich.
- Die Lebkuchen sind sofort ohne Durchziehen weich und saftig. Da sie kein zugesetztes Fett in Form von Butter oder Öl enthalten, sind sie allerdings etwas weniger lang haltbar als z.B. Elisenlebkuchen.
- Wenn du die Kartoffel-Lebkuchen richtig lagerst, kannst du sie für bis zu vier Wochen genießen. Dafür solltest du die Lebkuchen in einer luftdichten Dose und am besten an einem dunklen Ort aufbewahren. Ich persönlich gehe beim Thema Haltbarkeit auf Nummer Sicher: Wenn ich sie länger als 1-2 Wochen lagern will, würde ich einen Teil immer einfrieren.
- Wenn es zu klebrig wird, die Mühle bzw. Löffel zwischendurch feucht abwischen oder unter Wasser abspülen.
Erfahrungen und Serviervorschläge
Die Kartoffellebkuchen sind eine echte Überraschung, denn ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen wie das Ergebnis wohl wird, wenn man den Teig mit Kartoffeln bzw. Kartoffelpüree zubereitet. Aber soviel kann ich vorwegnehmen. Die Lebkuchen sind nicht nur super lecker, sondern auch sehr einfach zu backen. Es gibt nun wirklich keinen Grund mehr, warum ich Lebkuchen im Supermarkt kaufen sollte.
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In vielen Gegenden in Bayern gehören die Kartoffel-Lebkuchen auf jeden Plätzchenteller. Omas Kartoffel-Lebkuchen sind sofort ohne Durchziehen weich und saftig (auch der Teig muss vor dem Verarbeiten nicht Ruhen). Die fränkischen Kartoffel-Lebkuchen sind die weichsten und saftigsten Lebkuchen, die ich jemals gegessen habe.
Kurzanleitung (Schritt-für-Schritt)
- Kartoffeln waschen, weich kochen, schälen und noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken bzw. zu feinem Püree stampfen. Leicht abkühlen lassen.
- Eier und Zucker schaumig schlagen; Zucker nach und nach zugeben.
- Mehl, Mandeln, Gewürze, Backpulver, Kakao und Salz mischen; Orangeat und Zitronat fein hacken.
- Das Kartoffelpüree und die trockenen Zutaten zur Eiercreme geben und alles zu einem glatten Teig verrühren.
- Oblaten auf zwei mit Backpapier belegte Bleche legen und Teig mit Lebkuchenglocke oder Löffeln aufsetzen.
- Bei 180-200 °C Ober-/Unterhitze ca. 12-20 Minuten backen.
- Abkühlen lassen, mit Schokolade oder Zuckerguss überziehen und nach Belieben dekorieren.
Varianten
- Mit zusätzlichem Backkakao für dunklere, schokoladigere Lebkuchen.
- Mit gehackter Zartbitterschokolade im Teig für Schokostückchen.
- Vegane Varianten möglich durch Eiersatz und pflanzliche Bindemittel (nicht im Originalrezept enthalten).
Na, Lust auf diese verführerischen Lebkuchen mit Kartoffelteig bekommen? Dann nichts wie ran ans Backen! Lasst euch die saftigen Kartoffel-Lebkuchen schmecken!
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