Karottensaft ohne Zucker bei Rossmann: Inhaltsstoffe, gesundheitliche Vorteile und Prüfungen

Karottensaft gilt als gesund. Karottensaft punktet zumindest mit einer ordentlichen Portion Betacarotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Das gilt als erwiesen, und deshalb dürfen die Hersteller mit diesen Health Claims sogar auf ihren Verpackungen werben. Und bereits bei einem durchschnittlichen Gehalt von 1000 Mikrogramm Vitamin A pro 100 Milliliter Saft genügen 80 Milliliter, um den Tagesbedarf einer erwachsenen Person zu decken.

Klar sein sollte außerdem, dass Karottensaft nicht das Gleiche ist wie eine Karotte. Diese enthält nämlich auch jede Menge Ballaststoffe, die gut sind für die Darmgesundheit und damit unter anderem für unser Immunsystem. Auch von dem breiten Spektrum an Nährstoffen aus der Karotte - beispielsweise Folsäure, Kalium und Magnesium - geht ein Teil im Rahmen des Herstellungsprozesses verloren. So viel zu den gesunden Inhaltsstoffen.

Inhaltsstoffe: Zucker, Beta‑Carotin und Nährstoffgehalt

Karottensaft enthält ganz schön viel Zucker: häufig um die sechs Gramm pro 100 Milliliter - in einem Fall sogar fast neun Gramm. Das ist schon für Erwachsene eine ganze Menge, für Babys und Kleinkinder erst recht. Ein hoher Zuckerkonsum kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen. Nicht-ernährungsphysiologische Süßstoffe können bei Erwachsenen oder Kindern keinen langfristigen Nutzen bei der Reduzierung von Körperfett haben.

Erwachsene und größere Kinder, die gerne fertige Karottensäfte trinken, sollten sie lieber verdünnen: So bleibt der Zuckerkonsum akzeptabel. Außerdem gut zu wissen: Das Beta-Carotin in der Karotte, die Vorstufe von Vitamin A, ist fettlöslich.

Karottensaft für Babys und Kleinkinder - ÖKO-TEST-Ergebnisse und Empfehlungen

Im Test: 23 Karottensäfte, vier davon sind speziell für Babys ab vier, fünf oder zwölf Monaten ausgelobt. Grundsätzlich raten wir von Karottensaft als Getränk für Babys und Kleinkinder ab. Für Babys sind aber Möhrensäfte, in denen häufig viel Zucker steckt, aus unserer Sicht prinzipiell ungeeignet. Wir haben deshalb ein ganz grundsätzliches Problem mit Karottensaft für Babys: Sie sind wenig sinnvoll. Ja, sie enthalten viel Vitamin A, aber das tut ein Karottenbrei auch.

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Schließlich sind sich Experten und Fachgesellschaften einig: Babys und Kinder sollten - wenn die Stillzeit ausläuft - Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Sonst nichts, Punkt, aus. Thomas Lücke, Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), findet es auch wichtig, eine frühe geschmackliche Prägung auf süße Getränke zu vermeiden. Deshalb hält er Karottensaft als Getränk gegen Ende des ersten Lebensjahrs "für ungeeignet".

Die Tester von ÖKO-TEST akzeptieren Karottensaft nur als Zusatz zu Gemüse- oder Getreidebrei, da das enthaltene Vitamin C die Aufnahme von pflanzlichem Eisen aus dem Brei verbessert. Dafür empfiehlt die Zeitschrift den "befriedigenden" Testsieger unter den speziellen Babysäften: Babydream Bio Karotte von Rossmann.

Kritische Stoffe in Babysäften: Nitrat und Furan

In einem getesteten Karottensaft für Babys steckt Furan, und zwar in einer Menge, die wir als "erhöht" bewerten. Der Stoff bildet sich beim Erhitzen von Lebensmitteln und gilt als potenziell krebserregend für den Menschen. Der gemessene Furan-Gehalt im betroffenen Karottensaft hält den von der EFSA empfohlenen Sicherheitsabstand zur kanzerogenen Wirkung nicht ein - wenn wir annehmen, dass ein acht Kilo schweres Kind 100 Milliliter Saft tränke. Akut gefährlich für Babys ist der gefundene Gehalt zwar nicht.

Bei zwei anderen Karottensäften für Babys im Test beanstanden wir "erhöhte" Nitratgehalte. Nitrat, das aus dem Boden in die Karotte gelangt, ist selbst zwar wenig gefährlich. Bei der Verdauung wird es allerdings zu Nitrit umgewandelt, das im Magen zu Nitrosaminen reagieren kann. Nitrat, das aus dem Boden in die Karotten gelangt, sei zwar wenig gefährlich. Im Magen jedoch entsteht daraus Nitrit, das Ökotest zufolge im Magen so reagieren kann, dass sich Nitrosamine bilden. Laut des Magazins hat sich diese Verbindung in Tierversuchen krebsverursachend ausgewirkt.

Laboranalysen und Prüfverfahren

In Super-, Bio- und Drogeriemärkten haben wir 23 Karottensäfte eingekauft, vier davon speziell für Babys ab vier, fünf oder zwölf Monaten ausgelobt. In dem Labor ließen wir alle Säfte auf Belastungen mit Nitrat und Furan sowie die mikrobiologische Qualität untersuchen. Zudem erfolgten Analysen auf Pestizide, Perchlorat, Chlorat sowie die Schwermetalle Blei oder Cadmium. Die Auslobungen aller Produkte prüften wir dahingehend, ob die gesundheits- und nährstoffbezogenen Angaben gesetzlich zulässig sind, ob sie Werbung mit Selbstverständlichkeiten machen oder Aussagen zur Klimaneutralität ihrer Produkte ausreichend erklären.

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War die Gesamtkeimzahl auffällig, schlossen wir eine Untersuchung auf Hefen, Schimmelpilze, Salmonellen und E.-coli-Bakterien an. Alle Verpackungen ließen wir im Labor auf chlorierte Verbindungen prüfen, die beispielsweise in Dichtungen von Flaschendeckeln zum Einsatz kommen und die wir wegen ihrer Umweltschädlichkeit kritisieren. Zudem schauten wir, ob die Säfte in Getränkekartons, Einweg- oder Mehrwegflaschen abgefüllt sind.

Bewertungskriterien: Inhaltsstoffe und "Weitere Mängel"

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: ein gemessener Gehalt an Nitrat von mehr als 100 bis 200 mg/kg in Säften für Säuglinge und/oder Kleinkinder. Zur Abwertung um eine Note führt: ein gemessener Gehalt an Furan von mehr als 10,48 μg/kg für Säuglinge und Kleinkinder.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) Glas-Einwegflasche; b) PET-Einwegflasche mit einem Anteil an Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 50 Prozent im Flaschenkörper; c) Werbung, die suggeriert, ein Produkt sei als Alternative zu Wasser und/oder als Getränk (ideal) für zwischendurch für Babys und/oder Kleinkinder geeignet, obwohl das Produkt Zucker enthält. Zur Abwertung um zwei Noten führt: Werbung, die suggeriert, ein Produkt sei als Getränk (zu den Mahlzeiten) für Babys und/oder Kleinkinder geeignet, obwohl das Produkt Zucker enthält.

Testergebnisse kurz zusammengefasst

Das Ergebnis: Die "normalen" Karottensäfte schneiden im Test recht gut ab. Ausgerechnet die Säfte für Säuglinge und Kleinkinder enttäuschen im Test. Ansonsten in das Ergebnis recht durchwachsen. Von 23 Produkten schneiden zehn "sehr gut" ab, ein Saft ist "gut", acht weitere sind "befriedigend" und ein Saft ist noch "ausreichend". Insgesamt bestehen drei Karottensäfte den Test mit der Gesamtwertung "mangelhaft" nicht. Grund für die schlechte Note sind bei allen dreien erhöhte Nitrat-Werte, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Deckel und weitere Mängel.

Von den 19 Säften für Erwachsene, die zum größten Teil biozertifiziert waren, schnitt fast die Hälfte mit „gut“ ab. Als „sehr gut“ bewertet wurden unter anderem die Bio-Säfte von Dennree (Voelkel), Edeka, Kaufland, Penny, Rewe und Lidl. Alnatura und Rabenhorst wurden als „befriedigend“ eingestuft. Beide Säfte in der Glas-Einwegflasche wurden trotz sehr guter Inhaltsstoffe wegen der Verpackung abgewertet.

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Praktische Empfehlungen beim Kauf - speziell bei Rossmann-Produkten

Die Tester von ÖKO-TEST akzeptieren Karottensaft nur als Zusatz zu Gemüse- oder Getreidebrei, da das enthaltene Vitamin C die Aufnahme von pflanzlichem Eisen aus dem Brei verbessert. Dafür empfiehlt die Zeitschrift den "befriedigenden" Testsieger unter den speziellen Babysäften: Babydream Bio Karotte von Rossmann. Jener Saft der Rossmann-Marke Babydream suggeriert laut Ökotest, ein „erfrischender Durstlöscher“ für die Kleinsten zu sein. Tatsächlich ist Karottensaft stark zuckerhaltig, reklamieren die Tester.

Erwachsene, die Karottensaft kaufen, sollten auf folgende Punkte achten:

  • Inhaltsstoffe prüfen: Zuckergehalt (g/100 ml) vergleichen.
  • Bio‑Siegel bevorzugen: Im Test waren viele Bio-Säfte unter den Besten.
  • Verpackung beachten: Glas‑Einweg und minderer PCR‑Anteil führen zu Abwertungen.
  • Säfte für Babys grundsätzlich kritisch sehen und eher auf Breie oder Wasser setzen.
Infografik: Nährstoffe im Karottensaft vs. Karottenbrei

Selbstgemachter Karottensaft als Alternative

Gesunder Karottensaft ist ganz einfach selbst gemacht, vor allem wenn Sie einen guten Entsafter zu Hause haben. In unserem ausführlichen Entsafter-Test finden Sie alle Infos rund um die besten Geräte, worauf Sie beim Kauf achten sollten und mehr. Gesund ist das auch deshalb, weil Sie so Kontrolle über Zutaten und Verarbeitung haben und ohne Zuckerzusatz auskommen.

Video: Anleitung - Karottensaft frisch pressen ohne Zucker

Hinweise zu Testergebnissen und Korrekturen

Wir korrigieren die Angaben der Nitratgehalte und damit auch das Testergebnis Inhaltsstoffe sowie das Gesamturteil von vier Produkten. Bei der Berechnung der Nitratgehalte ist uns bei vier Produkten ein Rechenfehler unterlaufen. Korrektur von ÖKO-TEST von 28.2.2024: Die Nitratgehalte und somit auch die Bewertungen von vier Karottensaftprodukten im ÖKO-TEST wurden korrigiert. Die Produkte schneiden nun deutlich besser ab: Der Beutelsbacher Karottensaft Rodelika, Demeter, der Bio-Saft Karotte von Norma und der Gut Bio Karottensaft von Aldi Süd wurden von "befriedigend" auf "sehr gut" aufgewertet. Beim Lausitzer Karottensaft aus Direktsaft hat sich die Bewertung von "mangelhaft" auf "befriedigend" geändert.

Fazit für Verbraucher

Karottensaft hat ein gesundes Image und liefert vor allem Beta‑Carotin/Vitamin A, doch er enthält vergleichsweise viel Zucker und verliert im Herstellungsprozess teilweise Ballaststoffe und weitere Nährstoffe. Für Babys und Kleinkinder raten Fachleute und ÖKO-TEST generell von Karottensäften als Getränk ab; als Zusatz im Brei kann Karottensaft wegen Vitamin C sinnvoll sein. Erwachsene sollten bei Fertigsäften auf Zuckerangaben, Bio‑Siegel und Verpackung achten oder besser eigenen Saft ohne Zuckerzusatz herstellen.

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