Karamellisierter Zucker: Anwendung, Tipps und Tricks für Küche und Patisserie

Karamellisierter Zucker ist eine vielseitige Zutat, die sowohl in der süßen als auch in der herzhaften Küche Anwendung findet. Von der knackigen Kruste auf der Crème brûlée bis hin zur Verfeinerung von Fleischgerichten - die Kunst des Karamellisierens eröffnet unzählige Möglichkeiten, Aromen und Texturen zu verfeinern.

Was ist Karamellisierung?

Der Begriff "Karamell" stammt vom französischen Wort "carmel", das wiederum vom spanischen bzw. portugiesischen "caramelo" (übersetzt: "Zuckerrohr, gebrannter Zucker") abgeleitet wurde. Karamellisieren beschreibt den Prozess, bei dem Zucker oder zuckerhaltige Lebensmittel erhitzt werden, wodurch der Zucker braun wird und eine charakteristische Süße sowie Röstaromen entwickelt.

Beim Karamellisieren von Zucker entsteht durch Erhitzen unter ständigem Rühren eine goldgelbe bis braune Masse, die je nach Temperatur einen nussig-süßen bis bitteren Geschmack hat. Dieser Prozess ist komplex und beruht auf einer Entwässerung des Kristallzuckers, bei der sich die Kohlenhydrate verbinden. Haushaltszucker beginnt bei etwa 135 °C zu schmelzen und nimmt ab 160 °C eine bräunliche Farbe an.

Die Chemie dahinter

Während des Karamellisierens finden verschiedene chemische Prozesse statt. Der Zucker wird entwässert, und die Kohlenhydrate verbinden sich zu Polymeren, die für die braune Farbe und den bitteren Geschmack verantwortlich sind. Je dunkler der Karamell gebrannt ist, desto herber schmeckt er. Bei zu starker Hitze zerfallen die Kohlenhydrate schließlich zu Wasser und Kohlenstoff.

Welche Zuckerarten eignen sich zum Karamellisieren?

Grundsätzlich können alle Zuckerarten karamellisieren, aber weißer Zucker eignet sich am besten, da seine Kristalle gleichmäßiger sind und er leichter karamellisiert. Brauner Zucker, Puderzucker und Rohrzucker enthalten oft zu viele Verunreinigungen, die den Karamellisierungsprozess beeinträchtigen können.

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Anwendung in der Küche

Das Karamellisieren von Zucker wird vielseitig eingesetzt:

  • Desserts: Zur Verfeinerung von süßen Desserts wie Crème brûlée. Die Oberfläche der gestockten Creme wird nach dem Backen mit Zucker bestreut und im Ofen per Grillfunktion oder mit einem Flambiergerät karamellisiert, wodurch die Kruste beim Hineinstechen mit dem Löffel knackt.
  • Glasieren/Kandieren: Zum Glasieren oder Kandieren von Früchten.
  • Süßwaren: Bei der Herstellung von Hartkaramell (Lutscher, Bonbons) und Weichkaramell (Toffee, Fudge).
  • Soßen: Dunkler, kaum noch süßer Karamell (Zuckercouleur) wird zum Färben von Soßen verwendet.
  • Getränke: Karamell findet Verwendung im Milchkaffee oder auf Süßspeisen.

Karamellisierte Früchte und Nüsse

Obst und Nüsse sind eine gesunde Ergänzung des täglichen Speiseplans. Karamellisieren ist eine Möglichkeit, sie geschmacklich aufzuwerten. Allerdings sollte man bedenken, dass karamellisierte Früchte und Nüsse aufgrund des hohen Zuckergehalts als Süßigkeit betrachtet und in Maßen genossen werden sollten.

Zubereitung

Früchte und Nüsse einfach mit in die Pfanne geben, sobald der Zucker karamellisiert ist. Dabei häufig wenden, damit nichts anbrennt und alles von allen Seiten Karamell abbekommt.

Rezeptbeispiel: Karamellisierte Früchte

  • Karambole und Kumquats waschen und in Scheiben schneiden.
  • Mango waschen, schälen und in Spalten vom Kern schneiden.
  • Lychees aus der Schale lösen und den Kern entfernen.
  • Bananen schälen, längs vierteln und halbieren.
  • Zucker im Wok goldbraun schmelzen.
  • Mit Orangensaft ablöschen und kochen, bis sich der Zucker gelöst hat.
  • Vorbereitete Früchte unterheben und circa fünf Minuten darin ziehen lassen.

Rezeptbeispiel: Karamellisierte Walnüsse

  • Nüsse knacken und in zwei Hälften brechen.
  • Wasser und Zucker gemeinsam in eine Pfanne geben und die Mischung erhitzen, bis sie aufkocht. Mittlere Hitze reicht.
  • Sobald der Zucker aufgelöst ist und das Ganze leicht braun wird, die Nusshälften hinzufügen.
  • Ständig rühren, sonst brennen sie an.
  • Wenn die Walnüsse komplett von Zucker umhüllt sind, vorsichtig aus der Pfanne holen und auf ein Backpapier legen.
  • Zusammenklebende Nüsse mit einer Gabel trennen und einzeln abkühlen und trocknen lassen.

Rezeptbeispiel: Gebrannte Mandeln

  • Wasser, Zucker, Vanillezucker und Zimt in eine große Pfanne geben.
  • Die Zutaten gut aufkochen lassen, Mandeln dazu geben und unterrühren.
  • Die Mandeln im Zuckerwasser aufkochen lassen.
  • Bei mittlerer bis starker Hitze die Mandeln sechs bis acht Minuten lang im Zuckerwasser kochen lassen, bis die Flüssigkeit verdampft.
  • Sobald die Flüssigkeit verdampft, kristallisiert der Zucker und überzieht die Mandeln mit einer trockenen Schicht.

Karamellisierte Zwiebeln

Karamellisierte Zwiebeln sind in der Küche sehr beliebt, da sie milder und besser verdaulich sind als rohe Zwiebeln. Durch das Karamellisieren verlieren sie ihre Schärfe und entwickeln einen angenehm mild-würzigen Geschmack.

Verwendung

Karamellisierte Zwiebeln eignen sich als Topping für Kartoffelbrei, Käsespätzle, Suppen oder Salate, als Beilage zu Steaks, Sandwiches oder Hotdogs sowie als Grundlage für Soßen, wie zum Beispiel Zwiebel-Balsamico-Soße.

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Zubereitung

  1. Zwiebeln in Ringe schneiden.
  2. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze mit Salz und Pfeffer circa vier Minuten anschwitzen, dabei gelegentlich umrühren.
  3. Zucker über die Zwiebeln geben und karamellisieren lassen.

Karamellisieren von Fleisch

Eine krosse, aromatische Kruste ist für viele Fleischliebhaber ein Muss. Das süßlich-nussige Karamellaroma rundet den Geschmack von Fleisch perfekt ab und verleiht ihm das gewisse Extra. Dazu einfach vor dem Anbraten eine Prise Zucker oder etwas Honig auf das Fleisch geben.

Tipps und Tricks für perfektes Karamell

  • Sauberes Equipment: Die Pfanne oder der Topf sollte immer absolut sauber und fettfrei sein.
  • Trocken oder nass karamellisieren: Zucker kann entweder im trockenen Zustand oder in Verbindung mit Wasser geschmolzen werden. Beim trockenen Karamellisieren ist das Ergebnis fest, bei der nassen Variante bleibt es eher zähflüssig.
  • Temperaturkontrolle: Zucker bei hoher Temperatur schmelzen, dabei ständig rühren. Nicht zu dunkel werden lassen, da er sonst bitter schmeckt.
  • Vorsicht beim Ablöschen: Beim Ablöschen mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten kann heißer Dampf entstehen.
  • Schutzkleidung: Beim Karamellisieren langärmelige Kleidung tragen, da der Zucker spritzen kann.
  • Holzlöffel verwenden: Einen Holzlöffel anstelle eines Metalllöffels verwenden, da dieser nicht so heiß wird.
  • Eingebrannte Reste entfernen: Topf oder Pfanne nach dem Karamellisieren mit heißem Wasser einweichen oder kurz aufkochen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Karamellisieren von Zucker

  1. Zucker in einen Topf geben und bei hoher Temperatur schmelzen.
  2. Dabei ständig rühren.
  3. Schon nach circa zwei Minuten ist der Zucker fertig karamellisiert und hat eine goldbraune bis hellbraune Farbe.
  4. Den Zucker nicht zu dunkel werden lassen, er schmeckt sonst bitter.
  5. Für Karamellsirup den karamellisierten Zucker mit Wasser aufgießen und weiterköcheln. Vorsicht beim Eingießen des Wassers - es steigt heißer Dampf auf!
  6. Je nachdem, wofür der Karamell verwendet werden soll, Milch, Sahne oder Butter hinzufügen.

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