Karamell zum Backen: Verwendung, Verarbeitung und leckere Rezepte

Karamell ¿ nichts klingt verlockender! Karamell schmeckt vor allem in Desserts und Süßigkeiten toll. Schon sein Name verspricht das zuckersüße Paradies: Karamell ¿ nichts klingt verlockender! Karamell weckt Kindheitserinnerungen: zum Beispiel mit dem Duft von gebrannten Mandeln, süß-klebrigen Bonbons oder Karamellpudding.

Warum Karamell so vielseitig ist

Doch nicht nur bei der Verwendung ist Karamell ein richtiger Allrounder. Ob im Kuchen, im Eis, in Süßigkeiten verarbeitet oder auch pur auf einem frischen Brötchen… es ist so vielseitig verwendbar. Kinder und Sterneköche lieben den Geschmack von Karamell gleichermaßen. Aber der herbe gebrannte Zucker überrascht auch mal in herzhaften Gerichten. Ich liebe Karamell über alles.

Grundlagen der Karamell-Herstellung

Karamell-Herstellung ist denkbar einfach. Man braucht lediglich Herd, Topf und viel Zucker. Beim Erwärmen sollte der Zucker langsam bräunen gelassen werden; den Zucker solltet ihr beim Erwärmen aber nicht umrühren, sondern einfach langsam bräunen lassen. WICHTIG: Das Ganze braucht ein wenig Fingerspitzengefühl, aber auch wenn es das erste Mal in die Hose geht, versucht es einfach noch ein zweites Mal. Dann klappt es sicher… ich glaub an euch 😉

Sobald der Zucker eine schöne braune Farbe hat (HIER GILT: Je dunkler der Zucker, umso bitterer nachher das Karamell), löst ihr die Butter darin auf und fügt sofort die Sahne hinzu. Rührt nun alles langsam zu einer Masse. Jetzt wird alles noch einmal unter Rühren aufgekocht. TIPP: Sollte sich das Karamell schnell zusammenziehen und sich nicht sofort mit der Sahne verbinden, habt ein wenig Geduld und rührt das Karamell bis es sich wieder auflöst.

Karamell in der Pfanne, goldbraun

Grundrezept: einfache Karamellsoße

Doch nun wird es wirklich Zeit für das einfache Rezept für meine flüssige, cremige und leckere Karamellsoße. Wie einfach das geht? ▢ 90 g Zucker ▢ 20 g Butter ▢ 100 ml Sahne ▢ 1 Prise Salz ▢ Optional Rum ▢ Optional echte Vanille. In einem Topf oder in einer antihaftbeschichteten Pfanne langsam erwärmen bis der Zucker goldbraun ist. Sobald der Zucker eine schöne braune Farbe hat, löst ihr die Butter darin auf und fügt sofort die Sahne hinzu. Rührt nun alles langsam zu einer Masse. Für Karamell mit ein wenig Rum-Geschmack fügt an dieser Stelle einen guten Rum hinzu. Möchtet ihr Salzkaramell herstellen, ist nun der richtige Zeitpunkt das Meersalz einzufüllen.

Lesen Sie auch: Kreative Backideen mit Karamell

Haltbarkeit und Lagerung

Karamellsirup in eine heiß ausgespülte Flasche füllen. Der Karamellsirup kann zum Backen, Kochen oder zum Verfeinern von Getränken verwendet werden. Trocken gelagert ist er 6-9 Monate haltbar.

Karamell verarbeiten: vier zuckersüße Ideen

Bei der Herstellung von Karamell und Garnituren ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Lassen Sie sich daher am Anfang nicht entmutigen!

  1. Karamellsirup

    Für 130-150 ml Karamellsirup 100 g Zucker und 2 EL Wasser goldbraun karamellisieren. Vorsichtig ca. 200 ml Wasser zugießen. Aufkochen und den festen Karamell so lange kochen, bis er sich wieder auflöst. Offen bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten sirupartig einkochen.

  2. Karamellnüsse

    Für Karamellnüsse in 10 Macadamianüsse je 1 Holzspieß stecken. Aus 100 g Zucker und 2 EL Wasser Karamell herstellen und etwas abkühlen lassen. Der Karamell darf nicht zu heiß und flüssig, sondern muss schon etwas zäher sein. Nüsse nacheinander zügig in den Karamell tauchen. Karamellnüsse kurz abtropfen und auf geölter Alufolie erstarren lassen. Falls der Karamell zu fest wird, unter Rühren wieder vorsichtig erwärmen.

  3. Engelshaar

    Für Engelshaar zunächst den Zucker schmelzen. Ab ca. 150 °C (lässt sich mithilfe eines Zuckerthermometers messen) wird der Karamell zäher und beginnt Fäden zu ziehen. Tipp: mit einem Zuckerthermometer gelingt das Abpassen der optimalen Temperatur spielend leicht! Nun Topf bzw. Pfanne vom Herd nehmen, mit einer Gabel lange Fäden herausziehen und zügig in Zickzackform über Kuchen, Eis oder Profiteroles ziehen.

    Lesen Sie auch: Einfaches Clafoutis Rezept

  4. Karamellkörbchen

    Für Karamellkörbchen den etwas abgekühlten, zähen Karamell kreuz und quer über kleine geölte Metallschüsseln ziehen, abkühlen lassen und abheben.

Karamell-Engelshaar über Dessert

Karamell beim Backen: Rezepte und Anwendungen

Es ist Zeit für unseres handverlesenen und leckersten Rezeptideen. Zumindest in der Erwachsenenversion. Wer für Kinder kocht oder backt, sollte natürlich ausnahmsweise auf den „Bums“ in der Creme bzw. Soße verzichten. Denn es schmeckt auch ohne Alkohol richtig köstlich und den Kids verkauft man es einfach als Toffee.

Karamell-Cookies (Salted Caramel Cookies)

Karamell-Cookies: alleine das Wort klingt doch schon verführerisch, oder? Die Karamellcookies haben ein tolles, aber eher dezentes Karamellaroma. Plus feine Salznote. Sie sind so wie typische Cookies eben sein müssen: außen leicht knusprig, im Inneren super chewy, also weich, soft, klebrig, jedenfalls unglaublich lecker. Das Rezept ist einfach und schnell zu machen. Einzig die Kühlzeit des Teigs (30-60 Minuten) müsst ihr einplanen.

Zucker: sowohl weißen für Süße und Volumen als auch braunen, der den Geschmack nochmal etwas karamelliger macht. Übrigens: Natürlich sind auch meine Salted Caramel Cookies ziemlich süß. Butter und Ei machen die Karamellcookies saftig, üppig und soft und sorgen dafür, dass der Teig zusammen hält. Karamell steckt doppelt in den Caramel Cookies: in Form von Karamellcreme (die auch einen Teil des Fettes bzw. der Butter ersetzt) und Karamellwürfeln.

Ich habe diese „Salted Caramel Creme“ verwendet, die in puncto Konsistenz an Nutella erinnert. Es ist also kein reines Karamell oder so etwas wie der selbstgemachte Karamellaufstrich, sondern fester und schön cremig. Mit einer gekauften Karamellkekscreme wie der Lotus-Biscoff-Creme funktioniert es ebenfalls. Karamellcreme: Das Produkt, das ich verwendet habe, ist ein Brotaufstrich mit Salted Caramel. Sie sollte zimmerwarm verwendet werden.

Lesen Sie auch: Unterschiede und Nuancen: Karamellblond und Dunkelblond im Vergleich.

Zutaten (für ca. 18-22 Cookies)

ZutatMenge
Weizenmehl300 g
Natron1 TL
weiche Butter-
weißer Zucker-
brauner Zucker-
Karamellcreme60 g (40 g + 20 g)
Ei1
Vanillepaste-
Karamellwürfel (zum Unterheben & Deko)~40 g + restliche

Zubereitungsschritte

  1. Mehl, Natron und Salz mischen.
  2. Die weiche Butter mit dem weißen und braunen Zucker kurz schaumig schlagen.
  3. Danach erst 40 g von der Karamellcreme, dann das Ei sowie die Vanillepaste gut unterrühren.
  4. Den Mehlmix zur Butter-Ei-Creme geben und alles zügig zu einem einigermaßen homogenen Teig verkneten. Nicht zu lange mixen!
  5. Die übrigen 20 g Karamellcreme locker mit einer Gabel unter den Teig swirlen sowie etwa 40 g von den Karamellwürfeln unterheben.
  6. Aus dem Teig rund 18-22 gleich große Kugeln formen. Die restlichen als „Deko“ hineindrücken.
  7. Die Kugeln auf Backpapier legen und ca. 30-60 Minuten im Kühlschrank kühlstellen.
  8. Die Teig-Kugeln aus dem Kühlschrank holen. Dann den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
  9. Die Cookies mit etwas Abstand zueinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
  10. Cookies je nach Größe ca. 10-13 Minuten backen. Sie müssen unbedingt noch richtig weich sein und etwas unfertig wirken, damit sie auch nach dem Abkühlen schön chewy und saftig bleiben!

Damit die Karamell-Cookies schön chewy werden, muss die Backzeit stimmen, also auf keinen Fall zu lange sein! Sie müssen unbedingt noch hell aussehen, maximal am Rand leicht gebräut. Nehmt sie raus, wenn ihr denkt, sie sind noch nicht fertig (ich verschätze mich da regelmäßig). Beim Abkühlen backen sie nach. Nur, wenn ihr die Cookies mit Karamell (eher untypisch) richtig knusprig haben wollt, lasst sie länger im Ofen.

Sollte der Teig ungleichmäßig verlaufen, lassen sich die Caramel Cookies direkt nach dem Backen nachformen. Nehmt einfach einen runden Plätzchenausstecher oder ein Glas (etwa 7 cm Durchmesser) und dreht ihn über den Karamellcookies etwas hin und her, sodass der Keks wieder schön rund wird. Luftdicht verpackt, etwa in einer gut schließenden Dose, halten sich die Karamell Cookies etwa 3-5 Tage frisch und behalten ihre geniale Konsistenz. Sie lassen sich aber auch gut einfrieren und dann bei Zimmertemperatur wieder langsam auftauen.

Salted Caramel Cookies auf Backpapier

Weitere Backideen mit Karamell

  • Karamell-Florentiner: die Mandelblättchen für ca. 15 Minuten bei 180°C im Backrohr rösten.
  • Karamell-Cupcakes mit Salzkaramell-Frosting: zunächst das Backrohr auf 180 °C Umluft vorheizen.
  • Toffee Cupcake mit Karamell-Topping: das Mehl mit dem Backpulver versieben, Zucker und Salz hinzufügen.
  • Werther's Original Karamell-Popcorn-Torte: zunächst den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Erdbeertorte mit Karamell: eine Springform (Ø ca. 28 cm) ausstreichen und mit Blätterteig auslegen.
  • Karamellisierter Reiskuchen: innen schön saftig, doch seine Oberfläche ist knusprig.
  • Karamell-Walnuss-Pie, Pfirsich-Karamel-Kuchen im Glas, Pflaumenkuchen mit Karamell, Birnen mit Karamellsauce - zahlreiche Variationen möglich.

Tipps, Tricks und Varianten

Mit nur einer Zutat kannst du ein leckeres Toffee zaubern? Na ok… ganz viel Geduld ist auch noch nötig ;-). Aber wenn du die hast, kannst du später einfach sagen: Ich habe mein erstes Karamell selbst gemacht! Möchtest du übrigens eine salzige Version zubereiten, ist das auch ganz einfach. Mische einfach einen Teelöffel Meersalz unter die Creme und schon hast du aus süß einfach salzig gemacht.

Es ist mit wenigen Handgriffen und ohne große Vorkenntnisse ganz nach persönlichem Geschmack herzustellen. Doch bitte aufpassen, denn beim nächsten Schritt solltet ihr wissen, dass die Sahne richtig doll schäumt! Teilen macht Freu(n)de - Teile dein neues Lieblingsrezept mit deiner Familie, Freunden und Kollegen.

Anleitung: Karamellsoße selber machen

Für wen eignen sich die Rezepte?

Es ist einfach in der Zubereitung und nicht nur für die Profis, sondern auch für Anfänger geeignet. Probiert sie aus und lasst sie euch schmecken. Doch Vorsicht, es besteht Suchtgefahr: Einmal probiert, wollte ihr nie wieder eine gekaufte Creme.

Praktische Hinweise

  • Beim Karamellisieren gilt: je dunkler, desto bitterer - Augenmaß ist gefragt.
  • Für Engelshaar oder feine Garnituren empfiehlt sich ein Zuckerthermometer.
  • Karamellcremes von Herstellern unterscheiden sich in Konsistenz; das Ergebnis kann sich ändern.
  • Achtet beim Einfrieren von Karamellgebäck auf luftdichte Verpackung.
Karamellsauce im Glas mit Löffel

tags: #Karamell #zum #Backen #Verwendung #und #Rezepte

Populäre Artikel: